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Die schlechte Nachricht lautet: Ja, meistens bleibt die Figur nicht unbehelligt von den Wechseljahren. Zum einen ist es jetzt besonders leicht, an Gewicht zuzulegen. Daran sind nicht nur die Veränderungen im Hormonhaushalt schuld, sondern auch das zunehmende Alter. Der Grundumsatz sinkt und damit auch der Kalorienbedarf, was übrigens für die Männer genauso gilt.

Außerdem nimmt die Muskelmasse ab. Das ist nicht nur für die Figur schade, sondern auch für den Stoffwechsel. Denn die Energiegewinnung findet vor allem in den Muskeln statt. Je weniger es davon gibt, desto mehr Kalorien bleiben unverbrannt und werden in Fett umgewandelt.

Weniger Verbrennung – und dann auch noch die Apfel-Figur vom Mann

Das bedeutet: Bei gleich bleibender Ernährung und Bewegung steigt das Körpergewicht fast automatisch. Bei deutlich über der Hälfte der Frauen ist das hierzulande der Fall. Sie legen während der Wechseljahre durchschnittlich um 1 Kilogramm jährlich zu. Im Schnitt bringen Frauen am Ende des Klimakteriums 4-8 Kilogramm mehr auf die Waage als zuvor. Die im Alter häufig nachlassende Bewegung tut hier vermutlich noch ihr übriges.

Die Körperfülle nimmt aber nicht nur insgesamt zu, sie wird auch noch anders verteilt. Denn die auch im weiblichen Körper vorhandenen männlichen Sexualhormone können jetzt sprichwörtlich stärker in Erscheinung treten. Nicht weil es mehr davon gäbe, sondern weil die Östrogene weniger werden. Dadurch wird das männliche Muster der Fettverteilung bevorzugt: Statt an Hüften und Gesäß werden überflüssige Pfunde jetzt vermehrt am Bauch angesiedelt. Der Figurmodus wechselt vom Birnen- zum Apfel-Typ.

Gute Gelegenheit zur Analyse des Lebensstils

Es gibt aber auch eine gute Nachricht. Denn die geschilderten Vorgänge sind kein unausweichliches Gesetz. Sie können Sie durch Ihr eigenes Verhalten relevant beeinflussen. Die Wechseljahre sind eine gute Gelegenheit, um den eigenen Lebensstil zu hinterfragen und Anregungen aus gesundheitlicher Sicht einfließen zu lassen.

Hinzu kommt: Eine ausgewogene, qualitativ hochwertige Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft, moderater Sport, Entspannungsübungen, eine ausfüllende und sinnstiftende Tätigkeit mit ausgleichenden Erholungsphasen, die Pflege sozialer Kontakte, Familienfreuden als Großmutter – diese und weitere Faktoren erhöhen die Lebensqualität unabhängig vom Hormonstatus. Damit machen Sie in jedem Fall eine gute Figur.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten)

Kommentare  
Figur
Das kann ich nur bestätigen. Mit Ende 40 kam ich in die Wechseljahre. Ich habe sukzessive 5 kg zugenommen. 2 kg konnte ich wieder abnehmen, aber dabei blieb es. Dieses Gewicht von jetzt 73 kg halte ich zwar, aber ich habe eine ganz andere Figur heute mit 64 Jahren, statt mit 58 Jahren. Bauch, Brust sind größer geworden. Meinen Figurtyp habe ich oft versucht zu bestimmen. Es heißt ja immer, der bleibt, ob H oder X oder V. Das finde ich nicht. Ich sehe aus wie ein O, früher war ich mit Sicherheit ein X. Ich versuche es jetzt gar nicht mehr, sondern versuche mein Gewicht zu halten und mich dementsprechend zu kleiden.
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Dr. Hubertus Glaser, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V. (DEUGE) und medizinischer Fachautor

Dr. Hubertus Glaser
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V. (DEUGE) und medizinischer Fachautor

    Studium:
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag
  • freiberuflich als Entwickler, Berater und Publizist

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Dr. med. Monika Steiner, Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

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Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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