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Vorzeitige Wechseljahre

Was bedeutet Klimakterium praecox? Bis zu welchem Alter spricht man von einem vorzeitigen Eintreten der Wechseljahre und durch welche Faktoren wird dies begünstigt? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir im folgenden Beitrag.

Begriffsklärung und Ursachen

Was ist ein „Klimakterium praecox“?

Der medizinische Fachausdruck „Klimakterium praecox“ bezeichnet einen vorzeitigen Beginn der Wechseljahre.

Da das Alter von Frauen beim Einsetzen der Wechseljahre (des Klimakteriums) stark variiert, wurde als „vorzeitig“ definiert, wenn die letzte Monatsblutung (Menopause) vor dem 40. Lebensjahr stattfand. Dies ist in Mitteleuropa bei etwa 1% aller Frauen der Fall.

Die Wechseljahre können vorzeitig einsetzen, wenn der Vorrat an Eizellen im weiblichen Körper aufgebraucht ist. Dann nimmt auch die Produktion von Geschlechtshormonen ab.

Wichtig: Von einem Klimakterium praecox zu unterscheiden ist eine Störung der Eierstockfunktion, die ebenfalls zum frühen Ausbleiben der Regel führen kann – beispielsweise wenn kein Eisprung stattfindet. Wenn die Hormonproduktion in den Eierstöcken nicht beeinträchtigt ist, entstehen auch keine vorzeitigen Wechseljahre.

Ursachen und Risikofaktoren von vorzeitigen Wechseljahren

Wie kann es zu vorzeitig beginnenden Wechseljahren kommen?

Häufig gibt es eine ganz offensichtliche Ursache vorzeitiger Wechseljahre: zum Beispiel, wenn beide Eierstöcke operativ entfernt wurden oder die Eierstöcke durch Bestrahlungen oder eine Chemotherapie im Rahmen einer Krebstherapie geschädigt worden sind.

Und wenn nicht?

Liegt keine solche bekannte Ursache vor, ist nicht immer sicher zu ermitteln, warum sich die Funktion der Eierstöcke frühzeitig erschöpft. Als Auslöser von frühzeitig einsetzenden Wechseljahren in Betracht kommen beispielsweise genetische Faktoren, vor allem, wenn es in Familien gehäuft zum Klimakterium praecox kommt.

Als weitere Faktoren, die einen frühzeitigen Beginn der Wechseljahre fördern können, gelten:

  • Infektionen (beispielsweise eine bakteriell bedingte Entzündung der Eierstöcke)
  • Rauchen (führt aber eher zu leichter Unterfunktion der Eierstöcke als zu vorzeitigem Ausfall der Eierstockfunktion)
  • operative Eingriffe nahe an den Eierstöcken (beispielsweise eine Gebärmutterentfernung oder eine Sterilisation oder eine Myom-Embolisation)
  • Fehlernährung, Magersucht, vegetarische Ernährung (letzteres aber nur in ganz seltenen Fällen)

Anzeichen

Wie machen sich vorzeitige Wechseljahre bemerkbar?

Vorzeitige Wechseljahre bemerken junge Frauen vor allem durch Unregelmäßigkeiten im Monatszyklus: Die Blutungen setzen dann z.B. mehrmals aus, können aber auch durchaus zwischendurch wieder zurückkehren.

Da dann auch die Produktion von Östrogen in den Eierstöcken abnimmt, leiden die Betroffenen häufig an typischen Wechseljahresbeschwerden wie beispielsweise:

Symptome und Beschwerden: Wann muss ich zum Arzt und was erwartet mich dort?

Woher weiß ich, dass mein Zyklus wegen der Wechseljahre verrückt spielt?

Einen Hinweis, dass es sich bei den Zyklusunregelmäßigkeiten tatsächlich um ein Klimakterium praecox handelt, erhält man durch Messen der Körpertemperatur nach dem Aufwachen (Basaltemperatur). Denn wenn kein Eisprung mehr stattfindet, bleibt der typische

Wann sollte ich deswegen zum Frauenarzt?

Wenn Sie Wechseljahresbeschwerden vor dem 40. Lebensjahr bemerken, sollten Sie in jedem Fall einen Frauenarzt konsultieren. Denn der kann klären, ob die Blutspiegel der weiblichen Geschlechtshormone erniedrigt sind, und gegebenenfalls auch Therapiemöglichkeiten anbieten.

Wie kann der Arzt feststellen, ob wirklich vorzeitige Wechseljahre vorliegen?

Zunächst wird der behandelnde Arzt nach Symptomen eines frühzeitigen Beginns der Wechseljahre (Klimakterium praecox) fragen:

  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen
  • starke Unregelmäßigkeiten bei der Monatsblutung

Wie geht es weiter, wenn ich diese Beschwerden habe?

Liegt der Verdacht auf eine vorzeitige Menopause deswegen nahe, wird er die Konzentration verschiedener Hormone im Blut kontrollieren. Diese Laboruntersuchungen dienen auch dazu, andere Erkrankungen auszuschließen.

Welche Hormone werden kontrolliert?

Um die Ursache gründlich abzuklären, empfiehlt es sich, neben der Konzentration der Geschlechtshormone auch die Level an Schilddrüsen- und Nebennierenrinden-Hormonen zu bestimmen.

Welche Laborparameter weisen auf vorzeitige Wechseljahre hin?

Für ein Klimakterium praecox sprechen erniedrigte Östrogenspiegel und erhöhte Gonadotropin-Konzentrationen im Blutserum.

Wie wird die Diagnose gesichert?

Die Diagnose steht üblicherweise fest, wenn bei der Untersuchung von mindestens zwei unterschiedlichen Blutproben im Abstand von mindestens einem Monat die Serumkonzentration des "Follikel-stimulierenden Hormons" (FSH) erhöht (> 40 U/l) und zugleich der Östradiol-Spiegel vermindert ist.

Gibt es noch weitere Blutwerte?

Ja, außerdem ist eine erniedrigte Konzentration des sogenannten Anti-Müller-Hormons im Blut ein Marker, der auf vorzeitige Wechseljahre hinweist.

Welche weiteren Abklärungen sind sinnvoll?

Um das Risiko für die Entstehung einer Osteoporose abzuschätzen, kann eine Messung der Knochendichte hilfreich sein. Genetische Untersuchungen sind nur in speziellen Situationen angebracht.


Behandlung

Wie werden vorzeitige Wechseljahre behandelt?

Bei Frauen, die vorzeitig in die Wechseljahre kommen, ist die Hormonproduktion in den Eierstöcken stark reduziert. Deshalb wird obligatorisch eine Hormonbehandlung notwendig, die einer Hormon(ersatz)therapie im Klimakterium bei Frauen um die 50 Jahre vergleichbar ist.

Hormontherapie & Co.: Muss das wirklich sein?

Warum muss ich Wechseljahre behandeln, wenn sie früher eintreten und normalerweise nicht?

Die Behandlung ist bei den verhältnismäßig jungen Frauen ganz besonders wichtig, da der vorzeitige Beginn der Wechseljahre zum Knochenabbau führen kann und damit zu einem hohen Risiko für eine Osteoporose. Außerdem …

… führt der Mangel an Hormonen in diesem Alter häufig zu krankhaften Veränderungen an Herz und Blutgefäßen. Folglich ist kalziumreiche Kost und körperliche Aktivität für Frauen mit Klimakterium praecox besonders wichtig.

Ist eine Hormonbehandlung empfehlenswert?

Ja, zumindest zeitweise. Die Einnahme eines Östrogen-Präparates, das bei noch vorhandener Gebärmutter mit einem Gestagen kombiniert wird, sollte in aller Regel mindestens bis zum normalen Menopause-Alter (etwa bis zum Alter von 50 Jahren) fortgesetzt werden. Danach gilt es, die Risiken dieser Hormonbehandlung und deren Nutzen gegeneinander abzuwägen.

Wie läuft so eine Hormonbehandlung ab?

Die Östrogen-Behandlung kann in verschiedenen Varianten durchgeführt werden:

  • durch Einnahme von Tabletten (oral)
  • mittels Pflaster (transdermal)
  • Injektionen unter die Haut (subkutan)
  • über ein Vaginal-Gel

Wie hoch muss die Hormonmenge sein?

Die Hormondosis wird man solange steigern, bis sich die erwünschte Linderung der Beschwerden bemerkbar macht. Prinzipiell benötigen jüngere Frauen mit vorzeitiger Menopause eher höhere Östrogen-Dosierungen als jene, die erst im Alter um die 50 Jahre in die Wechseljahre kommen.

Gibt es noch andere Behandlungsmethoden?

Ja, Frauen, die stark an Antriebslosigkeit und sexueller Unlust leiden, hilft manchmal die Einnahme männlicher Geschlechtshormone (Androgene) in niedriger Dosierung. Zur Vorbeugung von Osteoporose kann zusätzlich die Einnahme von Medikamenten (etwa Calcium plus Vitamin D oder einem Bisphosphonat) ratsam sein.


Autorin:

 

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