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Neugeborenes: alle Fragen, alle Antworten

Woran erkennen Ärzte, dass Ihr Neugeborenes gesund ist? Wie verlaufen die ersten Tage und Wochen aus medizinischer Sicht? Alle Fragen und Antworten zu Ihrem Baby finden Sie in diesem Kapitel.

Frisch auf der Welt

Was geschieht mit dem Neugeborenen nach der Geburt? 

Für die Mutter ist mit dem Ende der Geburt erstmal die größte Aufregung vorbei, für das Neugeborene geht die erst los. Zumindest sind die folgenden Stunden und Tage eine besonders kritische Phase, denn mit dem Durchtrennen der Nabelschnur wird der Fetus zum Säugling, der selbständig atmen und seinen Kreislauf umstellen muss.

Zudem ist es in der neuen Umgebung fast 20°C kälter als in der 37 °C warmen Gebärmutter. Deshalb wird der neue Erdenbürger erstmal abgetrocknet und in warme Tücher gehüllt. Falls notwendig, werden die Atemwege (Mund, Nase und Rachen) durch vorsichtiges Absaugen von Schleim und Zellresten gereinigt. Dann kommt das Kind auf den Bauch der Mutter oder, falls diese dazu nicht in der Lage ist, in die Arme des Vaters oder ins Wärmebettchen.

Gleich nach der Geburt: die U1

Um etwaige Auffälligkeiten oder Anpassungsstörungen zu erfassen, wird das Kind auch gleich nach der Geburt vom Frauen- oder Kinderarzt untersucht (U1). Atmung, Herzschlag, Reflexe, Muskelspannung und Hautfarbe des Säuglings werden nach dem Apgar-Schema dreimal, nämlich 1, 5 und 10 Minuten nach der Geburt, kontrolliert. Außerdem werden das Gewicht, die Körperlänge und der Kopfumfang des Neugeborenen gemessen – und vor allem die beiden ersteren Daten von den stolzen Eltern gerne im Rahmen der Geburtsanzeige verkündet.

Untersuchungen

Was muss bei einem Neugeborenen noch am 1. Tag untersucht werden?

Um folgende Maßnahmen und Kontrollen kümmert sich das Klinikpersonal am ersten Lebenstag des Kindes routinemäßig:

  • standesamtliche Geburtsmeldung
  • Dokumentation von Blutwerten (pH-Wert, Basenexzess/BE) und Apgar-Index
  • Ergebnis des Hepatitis-B-Screenings der Mutter
  • Organisation des Neugeborenen-Screenings (Schilddrüsen-Werte, Stoffwechsel-Parameter) am Folgetag
  • Messung und Dokumentation von Körpertemperatur und Geburtsgewicht
  • Vitamin-K-Gabe (2. Gabe erfolgt zwischen 3. und 10. Tag, 3. Gabe zwischen 4. und 6. Woche)
  • Kontrolle von Stuhlabgang (Mekomium) und erstem Einnässen innerhalb von 24 Stunden
  • Vitamin-D- und Fluor-Prophylaxe (spätestens ab dem 5. Lebenstag)

Intensivere Kontrollen und Maßnahmen in Ausnahmefällen

Über das Routineprogramm hinaus erfolgen am 1. Lebenstag standardmäßig bestimmte Maßnahmen und Kontrollen, wenn Besonderheiten beim Neugeborenen vorliegen:

  • stündliche Temperaturkontrollen bei Untertemperatur
  • Blutzuckerkontrollen (bei Neugeborenen < 2800 g und > 4300 g Geburtsgewicht), ggf. Gabe von Maltodextrin 15%
  • Vorbeugung gegen Unterzuckerung (bei Geburtsgewicht < 2.500 g): Gabe von Maltodextrin 15% am 1. Lebenstag und Anfangsnahrung am 2. Lebenstag
  • Hämatokrit-Kontrolle bei einem Nabelschnurblut-Hämatokrit < 40% oder > 60% (Hämatokrit ist der Anteil der Blutzellen im Blut). Bei > 65% ist Kontrolle der ausreichenden Trinkmenge erforderlich, bei weiter steigendem Hämatokrit eventuell ein teilweiser Blutaustausch
  • Kontrolle des pH-Werts des Nabelschnurbluts bei pH < 7,15
  • Ultraschall des Schädels zum Ausschluss einer Hirnblutung nach Geburt mit Beckenendlage, Zangen- oder Vakuum-Entbindung
  • Bei Toxoplasmose-Verdacht: Nabelschnurblut zum Antikörpertest, Augenarzt-Kontrolle, Ultraschall des Schädels; eventuell Rückenmarkspunktion und ggf. sofortiger Behandlungsbeginn
  • Hepatitis-B-Impfung in Abhängigkeit vom Hepatitis-Befund der Mutter.

Wann sollte ein Neugeborenes in der Säuglings-Station betreut werden?

Gründe für eine Verlegung eines Neugeborenen in die neonatologische Station (Säuglingsstation) sind:

  • Frühgeburt < 35 Schwangerschaftswoche
  • Geburtsgewicht unter 1800-2000 g
  • Anpassungsstörungen von Herz und Lunge und andere Adaptationsstörungen, die 3-4 Stunden nach Geburt noch bestehen
  • andauernde Unterzucker in den ersten 24 Stunden
  • zu niedrige oder zu hohe Zahl der roten Blutkörperchen
  • Gelbsucht bei Geburt oder Erhöhung des Bilirubins im Blut trotz Lichttherapie
  • schwerer Sauerstoffmangel
Was wird bei der U1 untersucht?

Wenn Sie Ihr Kind glücklich geboren haben und anfangen können, sich von den Strapazen zu erholen, möchten Sie sicher sein, dass es auch Ihrem Baby gut geht. Dieser Aufgabe nimmt sich zunächst der (Kinder-) Arzt an, der Ihren Sprössling in Augenschein nimmt und über den Apgar-Score hinaus daraufhin untersucht, ob er sich vielleicht bei der Geburt verletzt hat oder ob Missbildungen vorliegen.

Mit den Händen untersucht der Arzt den Puls (und damit die Pumpleistung des Herzens) in den Leisten des Neugeborenen, und mit dem Stethoskop hört er Herz und Lunge ab. Die wichtigsten Körperdaten (Gewicht, Länge, Kopfumfang) werden ebenfalls erfasst.

Aus der durchtrennten Nabelschnur wird etwas Blut gewonnen, um dessen pH-Wert zu bestimmen. Bei mangelnder Sauerstoffversorgung bzw. Geburtsstress des Kindes sinkt dieser ab. Der pH-Wert wird zusammen mit den Apgar-Zahlen und den Körperdaten sowie weiteren Angaben zu Mutter und Kind als Ergebnis der Neugeborenen-Erstuntersuchung (U1) in den blauen Mutterpass (gegen Ende) und das gelbe Kinder-Untersuchungsheft (zu Beginn) eingetragen.

Was geschieht beim Neugeborenen-Hörscreening?

Das ungetrübte Hörenkönnen ist für die gesunde Gesamtentwicklung Ihres Kindes von unschätzbarem Wert. Angeborene oder um den Geburtszeitpunkt herum auftretende Hörstörungen sollten deshalb so frühzeitig wie möglich erkannt werden. Denn bei rechtzeitiger Behandlung können die Folgen einer solchen Hörstörung normalerweise vermieden werden. Dafür gibt es das Neugeborenen-Hörscreening.

Die Untersuchung wird bei allen Kindern kurz nach der Geburt empfohlen und in Deutschland auch von den Krankenkassen bezahlt. Der Hörtest ist für das Baby völlig schmerzfrei, dauert nur ein paar Minuten und lässt sich gut im Schlaf durchführen.

So läuft das Hör-Screening bei Neugeborenen ab

Das Prinzip der Untersuchung: Zur Überprüfung der Innenohrfunktion wird gemessen, ob Nervenimpulse aus dem Innenohr an das Gehirn weitergeleitet und verarbeitet werden. Über einen kleinen Ohrstöpsel werden dafür akustische Signale in das Hörorgan geschickt und damit die Sinneszellen im Innenohr angeregt. Anschließend werden die durch diese Schwingung ausgesandten Antwortschallwellen (sogenannte otoakustische Emissionen) gemessen.

Innerhalb von 2 bis 3 Minuten kann auf diese Weise festgestellt werden, ob das Kind zum Untersuchungszeitpunkt hört oder nicht.Ein auffälliges Ergebnis muss durch einen neuen Test kontrolliert werden – möglichst am selben Tag, spätestens bis zur U2.

Wie es weiter geht

Auch bei den weiteren Früherkennungsuntersuchungen wird das Hörvermögen Ihres Kindes immer wieder überprüft, da das Gehör auch später noch geschädigt werden kann, etwa infolge einer Mittelohrentzündung oder anderer (Infektions-) Krankheiten.

Ergibt sich beim Hör-Screening etwas Auffälliges oder ist der Test, beispielsweise aufgrund von Fruchtwasserresten im Gehörgang, nicht aussagekräftig genug, wird noch einmal nachkontrolliert. Sollte das folgende Testergebnis dann wieder auffällig sein, schließen sich weitere Untersuchungen an. Liegt eine Hörschädigung vor, berät der HNO-Arzt die Eltern über die verschiedenen Behandlungsoptionen, die je nach Ursache in Frage kommen.

Warum erhält das Neugeborene Konakion?

Im Rahmen der Erstuntersuchung (U1) erhält das Neugeborene auch Vitamin-K-Tropfen (Konakion®), um einer Blutungsgefahr vorzubeugen, die sich bei mangelnder Leberreife ergeben könnte.

Da mit dieser Gabe keinerlei Nachteile verbunden sind, erfolgt sie routinemäßig bei allen Säuglingen.

Mutter, Vater und Kind

Sollte das Baby nach der Geburt bei der Mutter sein? 

Früher war es üblich, Mutter und Kind nach der Geburt erstmal rigoros voneinander zu trennen. Heute weiß man, dass der Kontakt zwischen Mutter und Kind in den ersten drei Tagen nach der Geburt das spätere Fürsorgeverhalten eindeutig positiv beeinflusst, ganz abgesehen davon, dass sich auch das Baby in der Nähe der Mutter am wohlsten fühlen dürfte.

Eine beliebte Methode für das intensive Körpererlebnis mit dem Neugeborenen, bei der auch der Vater partizipieren kann, ist das „Känguruhn“. Dabei wird das Neugeborene unbekleidet auf die ebenfalls nackte Brust der Eltern gelegt. So kann es, umhüllt und gut eingepackt in Decken, Tücher und Felle, stundenlang Mamas oder Papas Wärme und Herzschlag spüren. Sofern Sie und Ihr Neugeborenes dazu in der Lage sind, wird Ihnen der Geburtshelfer den kurz untersuchten, vermessenen und warm eingepackten Säugling baldmöglichst auf den Bauch legen.

Empfohlen wird zum Aufbau der Mutter-Kind-Beziehung außerdem:

  • Geben Sie Ihrem Kind bald nach der Geburt Gelegenheit, Ihre Brust und die Brustwarzen zu berühren.
  • Legen Sie das Kind an – so bekommt es die Erstmilch (Kolostrum), die neben essenziellen Eiweißen und Fettsäuren viele Mineralstoffe enthält.
  • Halten Sie Hautkontakt mit dem Kind.

Kann der wichtige erste Körperkontakt zwischen Mutter bzw. Vater und Kind nicht gleich im Anschluss an die Geburt erfolgen, etwa aus medizinischen Gründen, sollte er alsbald möglich nachgeholt werden. Je früher mit dem Aufbau einer vertrauensvollen Bindung (Bonding) begonnen wird, desto besser. Am besten gelingt dies wohl beim Stillen.

Wichtige Fragen von jungen Eltern

Was bedeutet Rooming-In?

Viele Geburtskliniken bieten heute „Rooming in“ an, was bedeutet, dass Sie Ihr Kind in Ihrem Zimmer bei sich behalten können. Jedes Baby erhält ein eigenes Bettchen auf Rädern, so dass es sowohl im Zimmer der Mutter als auch im Neugeborenenzimmer versorgt werden kann.

Sie haben dann meist die Möglichkeit, sich in Absprache mit dem Klinikpersonal für vollständiges oder nur teilweises Rooming-In zu entscheiden. Im ersteren Fall bleibt das Kind rund um die Uhr bei Ihnen und Sie versorgen es komplett selbst.

Nicht dogmatisch sehen

Die Bindung (Bonding) zwischen Eltern und Kind sowie das Stillen werden durch Rooming-In gefördert. Neugeborene sind aber zum Glück flexibel und das Bonding ist nicht an eine kurze prägende Lebensphase gebunden, sondern vor allem ein dauerhafter sozialer Prozess. Wenn die Geburt also sehr anstrengend war oder Sie einfach Ihre verdiente Ruhe haben möchten, dann sollten Sie ganz ohne (falsches) schlechtes Gewissen nicht zögern, Ihr Kind in die Obhut der Kinderschwestern zu geben. Denn von einer erholten und glücklichen Mutter profitiert Ihr Baby genauso wie Sie selbst.

Wann sollte ich mein Baby erstmals anlegen?

Das Stillen beginnt von Natur aus gleich nach der Geburt. Durch den Geburtsstress (zumindest bei einer Vaginalgeburt) ist das Neugeborene in der Regel erst einmal wach und aufmerksam. Sein Saugreflex ist 20–30 Minuten nach der Geburt am stärksten.

Auf den Bauch der Mutter gelegt, machen sich die meisten Neugeborenen automatisch auf die Suche nach der Brustwarze und beginnen mit dem Trinken der besonders gehaltvollen Vormilch, die sich bis zur Geburt in der Brust angesammelt hat. Ein frühes Anlegen wirkt sich nachweislich positiv auf den Stillerfolg aus.

Warum sind die ersten Tage auch für den Vater wichtig?

Im Mittelpunkt von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillperiode stehen Mutter und Kind. Dennoch sollte sich der Vater weder (geistig und/oder körperlich) ausklinken noch ausschließlich auf die Rolle des mütterlichen Unterstützers beschränken. Ihr Kind braucht einen Vater und das von Anfang an!

Der intensive Beziehungsaufbau mit dem Neugeborenen (Bonding) bildet die Grundlage für eine enge und vertrauensvolle Eltern-Kind-Bindung. Auch Ihr unmittelbarer Profit ist nicht hoch genug zu schätzen:

Für den (überwiegend immer noch) berufsgestressten Papa sind die Glücks- und Entschleunigungsgefühle mit dem friedlich schlummernden Nachwuchs auf dem Bauch zweifellos gesundheitsförderlich.

Und auch, wenn das Baby mal plötzlich zu schreien anfängt, müssen Sie es nicht gleich wie eine heiße Kartoffel an die Mama weiterreichen. Gehen Sie mit Ihrem Kleinen angstfrei, unverkrampft und möglichst häufig um.

Fragen zum Neugeborenen

Was kann das Neugeborene? 

Entwickelt sich mein Kind normal? Kann es das, was es in seinem Alter können sollte? Diese Frage stellen sich Eltern häufig.

Um sie beantworten und sich daran erfreuen zu können, sollte man wissen, was Kinder in welchem Alter üblicherweise schon so alles können. Und auch, dass manche Kinder das eine oder andere eben später lernen. Im Zweifelsfall hilft der Kinderarzt mit seiner Erfahrung weiter.

Zu folgenden Sinneswahrnehmungen ist das Neugeborene in der Lage:

  • Sehen: am wenigsten entwickelter Sinn; begrenzte Akkomodationsfähigkeit und Sehschärfe; Reaktion auf Helligkeit; Fähigkeit zur Unterscheidung einiger Farben; Verfolgung von bewegten Objekten;
  • Hören: Hinwendung zu Lauten und Geräuschen; Hören leiser Töne schlechter als beim Erwachsenen, aber Unterscheidung verschiedener Laute nach Richtung, Frequenz und Stärke; besondere Reaktion auf sprachliche Äußerungen und Erkennen der mütterlichen Stimme;
  • Geschmack: Bevorzugung süßer Geschmacksrichtungen;
  • Geruch: Wahrnehmung unterschiedlicher Gerüche, Abwenden bei schlechtem Geruch;
  • Tastsinn: sensible Reaktion auf Berührung, Temperaturwechsel und Schmerz.

Besonderheiten bei Neugeborenen

Hexenmilch und weiße Flecken: Was kann beim Neugeborenen mitunter direkt nach der Geburt zu sehen sein?

Es gibt beim Neugeborenen sogenannte Schwangerschaftsreaktionen. Das sind harmlose Veränderungen ohne Krankheitswert, die durch mütterliche Hormone entstehen, welche während der Schwangerschaft über den Mutterkuchen ins kindliche Blut übertreten.

Typische Schwangerschaftsreaktionen sind:

  • Schwellung der Brustdrüsen (Neugeborenen-Mastitis): meist beidseitig, bei ca. 15% der Jungen und Mädchen. Maximale Schwellung um den 10. Lebenstag herum, die Rückbildung kann Wochen dauern. Nicht anfassen wegen Entzündungsgefahr!
  • Absonderung von etwas Milch („Hexenmilch“): weißlich gelbe Flüssigkeit aus den Brustdrüsen (Effekt des Hormons Prolaktin)
  • feine weiße Punkte der Haut: infolge flüssigkeitsgefüllter Talgdrüsen, besonders an der Nase, häufiger bei Jungen
  • Neugeborenenakne: Entstehung von Pickelchen (selten)
  • Scheidenblutung bei Mädchen: gegen Ende der ersten Lebenswoche, dauert wenige Tage. Zu unterscheiden von einer Scheidenentzündung mit Entleerung von grauweißem klebrigem Schleim.

Normalerweise wird nur abgewartet, bis diese Erscheinungen wieder abklingen. Bei starker Brustdrüsenschwellung sind eventuell Wattewickel sinnvoll. Sofern der Verdacht auf Pustelbildung oder andere Komplikationen besteht, werden entsprechende Diagnostikmaßnahmen, z.B. ein Hautabstrich, erforderlich.

Was ist Kindspech?

Als Kindspech (auch: Darmpech) oder Mekonium bezeichnet man den noch im Mutterleib gebildeten Darminhalt des Neugeborenen, der normalerweise innerhalb von ein bis zwei Tagen nach der Geburt als erster Stuhlgang ausgeschieden wird.

Es handelt sich um eine – daher der Name – zäh-klebrige, dunkelgrüne bis fast schwarze Masse. Sie ist kein echtes Verdauungsendprodukt, sondern besteht im Wesentlichen aus verschluckten Härchen, abgeschilferten Hautpartikeln, oberflächlichen Zellen der Darmschleimhaut und Gallenfarbstoff.

Solange das Kindspech noch nicht vollständig abgesetzt ist, sollten Sie den Po Ihres Babys bei jedem Wickeln gut einölen – denn mit Wasser allein bekommen Sie die Mekoniumsreste kaum ab.

Wann gibt es Probleme mit dem Kindspech?

Wenn das Kindspech (Mekonium) als erster Stuhlgang des neuen Erdenbürgers auf- bzw. austritt – normalerweise 24 bis 48 Stunden nach der Geburt – ist alles in Ordnung. Bleibt das Kindspech dagegen aus, kann im Darmbereich eine Engstelle, ein Verschluss oder eine Transportstörung vorliegen.

Auch wenn, was keineswegs selten geschieht, das Mekonium noch vor oder während der Geburt ins Fruchtwasser der Mutter abgegeben wird und dieses sich grünlich verfärbt, ist von einer Störung, einem krankhaften (pathologischen) Befund oder zumindest einer kindlichen Stresssituation auszugehen.

Quellen:

  • Ehlen M. Erstuntersuchung/Vorsorgeuntersuchung U1. In: Ehlen M, Hrsg. Klinikstandards für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2014. doi:10.1055/b-002-94110

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