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Gesund durchs Baby- und Kindesalter

Worauf sollten Sie als Eltern achten, was müssen Sie wissen, damit Ihr Kind gesund aufwächst? Wie schützen Sie Ihr Kind vor Infektionen, Verletzungen und anderen gesundheitlichen Problemen? Fragen und Antworten dazu beantworten wir im folgenden Beitrag.

Einführung

Wenn man über Schutz vor Infektionen, Schutz vor Verletzungen und ähnlichen Gefahren liest, könnte der Eindruck entstehen, unsere Kinder wären fortwährend in Gefahr. Deshalb sei vorweggeschickt: Dem ist nicht so, in aller Regel wachsen unsere Kinder ohne größere gesundheitliche Probleme auf. Achten Sie dafür vor allem auf eine gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung und schauen Sie sich auch unseren zusammenfassenden Beitrag an: 10 Tipps für eine gesunde Kindheit.

Schutz vor Infektionen im Baby-Alter 

Baby: Was ist der Nestschutz? 

Neugeborene verfügen noch nicht über eine ausgereifte Immunabwehr und sind deshalb besonders anfällig für Infektionskrankheiten. Um so wichtiger ist der Nestschutz durch Antikörper und andere Abwehrstoffe der Mutter, die sie vor der Geburt über die Plazenta und nach der Geburt über die Muttermilch ihrem Nachwuchs zur Verfügung stellt.

Insbesondere die unmittelbar nach der Geburt gebildete Vormilch (Kolostrum) enthält einen hohen Anteil an Antikörpern und ist für den Infektionsschutz des Neugeborenen sehr bedeutsam.

Die Übertragung von IgA-Antikörpern in Kolostrum und Muttermilch wird auch als enteraler (über den Darm aufgenommener) Nestschutz bezeichnet.

Hält etwa 3 bis 6 Monate

Der Nestschutz entspricht einer passiven Immunisierung und bleibt etwa 3 bis 6 Monate bestehen, bis die mütterlichen Antikörper im Blut des Babys mit einer Halbwertszeit von 4 Wochen abgebaut worden sind. Beim Stillen werden weiterhin Antikörper und Zellen des mütterlichen Immunsystems sowie weitere Abwehrstoffe gegen Infektionen wie Lysozym und Laktoferrin übertragen. Dadurch bleibt der Säugling auch einige Zeit über die Dauer des Stillens hinaus noch gegen verschiedene Krankheiten geschützt, insbesondere vor Infektionen der oberen Atemwege und des Magen-Darm-Traktes.

Gegen Keuchhusten besteht kein Nestschutz. Die Masern-, Mumps- und Rötelnimpfung (MMR) ist erst im Alter von 11 bis 14 Monaten sinnvoll, da vorher die möglicherweise noch vorhandenen mütterlichen Antikörper die Impfviren neutralisieren würden.

Masernimpfung

Reicht der Schutz für den Säugling, wenn die Mutter geimpft ist?

Normalerweise sind reif geborene Säuglinge in den ersten Lebensmonaten durch Antikörper der Mutter gegen Masern geschützt. Sind diese mütterlichen Antikörper Ergebnis einer Impfung, ist der Schutz in der Regel schwächer als wenn die Mutter die Masern selbst durchgemacht hätte.

Das ist zwar ein potenzieller Nachteil für den Säugling, wird aber durch das fast verschwundene Vorkommen der Masern in der Bevölkerung mehr als wettgemacht. Durch eine Schließung der Impflücken könnte es sogar gelingen, jegliche Gefahr durch die Masern zu bannen.

Sollen Mütter ihren Antikörper-Spiegel bestimmen lassen?

Nein, die Höhe des erzeugten Antikörperspiegels (Titer) nach einer Masernimpfung ist wenig aussagekräftig. Nur bei einem negativen Ergebnis, also wenn keine Antikörper nachgewiesen werden können, ist klar, dass auch kein Schutz gegen die Masernviren besteht.

Von der Ständigen Impfkommission (STIKO) werden solche Titerbestimmungen im Rahmen des normalen Impfgeschehens deshalb nicht empfohlen.

Wozu dient der Antikörpernachweis sonst?

Diese serologische Untersuchung auf Antikörper ist in erster Linie dazu da, eine akute Masern-Erkrankung zu beweisen und nicht die Wirksamkeit einer Impfung. Die Aussagen von Laboren zur Höhe und zur Grenzwertigkeit von Antikörpertitern betreffen vor allem die Sicherheit des Antikörper-Nachweises und nicht den damit einhergehenden Masernschutz oder dessen Wirkungsdauer.

Dazu muss man wissen, dass jeder Immunschutz, ob durch Infektion oder Impfung bewirkt, sowohl auf einer humoralen als auch einer zellulären Komponente beruht, das heißt auf Antikörpern und Abwehrzellen. Bei den Masern ist die zelluläre Immunität offenbar von großer Bedeutung.

Schutz vor Infektionen im Kindesalter 

Wie kann ich die Abwehrkräfte meines Kindes stärken?

Zwar können Sie als Eltern auch bei bester Fürsorge und Umsicht nicht mit Sicherheit verhindern, dass Ihr Kind krank wird. Die Anfälligkeit für Krankheiten können Sie aber sehr wohl positiv (wie auch negativ) beeinflussen.

Helfen Sie Ihrem Kind durch viel frische Luft, viel Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und viel Liebe dabei, ein starkes Immunsystem zu entwickeln und die körpereigenen Abwehrkräfte bestmöglich mobilisieren zu können.

  • Ermöglichen Sie Ihrem Kind von Anfang an, sich ungehemmt und ausgiebig zu bewegen.
  • Bevorzugen Sie den Fußweg und später das Fahrrad, statt Ihr Kind überall mit dem Auto hinzufahren (z.B. zur Kindertagesstätte oder Schule, zu Freunden).
  • Gestatten Sie Ihrem Kind das Spiel im Freien bei Wind und Wetter – oder motivieren Sie es dazu. Täglich 1-2 Stunden Frischluft in Verbindung mit spielerischer Aktivität ist durch nichts zu ersetzen.
  • Sorgen Sie auch im Kinderzimmer vor dem Schlafengehen immer für Frischluft. Die nächtliche Zimmertemperatur sollte nicht mehr als 18°C betragen.
  • Ziehen Sie Ihr Kind nicht zu warm an.
  • Lassen Sie Ihr Kind im Sommer viel barfuß laufen.
  • Setzen Sie auf abwechslungsreiche Kost mit viel Obst und Gemüse und reduziertem Zucker- und Fettangebot, auch bei Pausenbrot und Zwischenmahlzeiten. Kontrollierte Abweichungen vom gesunden Ernährungsplan sind je nach individueller Situation erlaubt (und praktisch unvermeidbar), die große Linie sollte aber stimmen.
  • Respektieren Sie Ihr Kind als eigenständige Persönlichkeit, schenken Sie ihm Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und Liebe, stärken Sie sein Selbstbewusstsein und sein Zutrauen in die eigenen (Selbstheilungs-) Kräfte. Immunsystem, Abwehrkraft und seelische Verfasstheit hängen eng miteinander zusammen.
  • Bedenken Sie immer den prägenden Vorbildcharakter, den Ihr eigenes Verhalten hat – im Guten wie im Schlechten.

Gesund durch den Winter

Husten, Schnupfen und grippale Infekte gehören zwar scheinbar zum Winter, müssen aber nicht sein. Allerdings geht im Alltagsstress so manches Mal die elterliche Übersicht verloren und eigentlich selbstverständliche Grundregeln geraten außer Acht. Im Anschluss finden sie Tipps und Hinweise, damit Ihr Nachwuchs die kalte Jahreszeit bestens übersteht.

Tipps für den Winter

7 Tipps für die Winterzeit:
  • Warm und trocken halten – vor allem die Extremitäten! Auch wenn es manchmal anstrengend ist: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kinder warme Hände (Handschuhe), Füße (dicke Socken, kuschelige Pantoffeln) und Köpfe (Mütze) haben. Nach dem Schwimmen oder Duschen muss gefönt werden. Zwar verursachen die nassen Haare selbst natürlich keine Erkältung (oder Schlimmeres), die Viren oder Bakterien, die sich aufgrund der lokalen Resistenzminderung aber besser festsetzen können, schon.
  • Nicht zu warm einpacken! Kinder bewegen sich in der Regel mehr als Erwachsene und kommen deshalb auch schneller ins Schwitzen. Dann droht die gesundheitsgefährdende Kombination aus Nässe und Kälte. Ziehen Sie Ihr Kind also nicht zu warm an.
  • Für gute Luft sorgen! In der eigenen Wohnung sollten die Räume nicht überhitzt, dafür öfter mal gelüftet werden. Rauchen verbietet sich von selbst dort, wo sich Kinder aufhalten. Zum Einschlafen ist Frischluft im Kinderzimmer besonders wertvoll, wärmer als 18°C sollte es dort nachts nicht sein.
  • Für ausreichend Schlaf sorgen! Apropos Schlaf: Der ist für die Kleinen – aber auch für die Großen (!) – besonders wichtig. Denn beim Schlafen regeneriert sich unser Körper bekanntlich, allen voran das Gehirn als übergeordnete Leit- und Schaltzentrale. Zu wenig Schlaf bedeutet eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten.
  • Für ausreichend Vitamine sorgen! Während es früher im Winter buchstäblich ans Eingemachte ging, steht uns heute ein vielfältiges Obst- und Gemüseangebot ganzjährig zur Verfügung. Im Winter ist die Zufuhr dieser und anderer geeigneter Vitaminquellen besonders wichtig, auch wenn die erzieherische Herausforderung einer gesunden Ernährung vermutlich jahreszeitenunabhängig gleich hoch erscheint …
  • Lieber im Schnee spielen als ihn essen! Auch wenn der maßvolle Konsum von Schnee oder Schmelzwasser nicht gleich krank macht, kann sich die kindliche Magen-Darm-Flora Besseres vorstellen und auch mal ordentlich ins Rotieren kommen. Klären Sie Ihren Zögling darüber auf.
  • Läuseübertragung vermeiden! Winterzeit ist Läusezeit und auch die kleinen Parasiten mögen es warm und kuschlig, beispielsweise in Mützen und Schals, mit denen sie sich dann kinderleicht übertragen lassen.Deshalb: kein Kleidertausch unter den Kleinen! Aber offenes Ansprechen, wenn Läusebefall auftritt, um dessen Ausbreitung zu stoppen, und keine falsche Scham: Läusebefall ist kein Zeichen von Unsauberkeit oder Vernachlässigung!
Warum ist der Schutz der Ohren so wichtig?

Kinder bekommen relativ schnell mal eine Mittelohrentzündung. Und gegen die schützt man seine Kinder am besten mit einem sorgsamen Wärmeschutz der Ohren.

Zwar verlaufen die meisten Mittelohrentzündungen glimpflich. Aber ganz ungefährlich sind sie leider nicht. Abgesehen von Schäden, die dem Ohr und dem Hörvermögen sowie dem im Innenohr sitzenden Gleichgewichtsorgan direkt drohen, sind schwere (Mittel-) Ohrentzündungen eine bekannte Gefahrenquelle für die gefürchtete bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis).

Deshalb ist bei kalten, windigen oder feuchten Wetterverhältnissen (nicht nur, aber besonders) für Kinder immer eine Kopfbedeckung als vorbeugender Gesundheitsschutz angesagt.

Hilft ein Stirnband gegen eine Ohrenentzündung?

Nein, im Gegenteil. Durch die ungleiche Wärmeverteilung kann ein Stirnband sogar leichter zu einer Ohrenentzündung führen.

Zwar verlaufen die meisten Mittelohrentzündungen glimpflich. Aber ganz ungefährlich sind sie leider nicht. Abgesehen von Schäden, die dem Ohr und dem Hörvermögen sowie dem im Innenohr sitzenden Gleichgewichtsorgan direkt drohen, sind schwere (Mittel-) Ohrentzündungen eine bekannte Gefahrenquelle für die gefürchtete bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis).

Krankes Kind

Was sind typische Beschwerden bei einem beginnenden Infekt? 

Ein Infekt kann beim Kind häufig sehr unspezifisch beginnen, das heißt, ohne klare Hinweise auf den Ort der Infektion. Typische Symptome sind:

  • schlechte Laune: das Kind wirkt etwas missvergnügt, ist möglicherweise auch weinerlicher als sonst
  • Kopfschmerzen, Gliederschmerzen: die werden von Kindern unter 4 Jahren natürlich selten erwähnt
  • mäßiges bis hohes Fieber

Häufig fehlt aber auch ein richtiges Krankheitsgefühl, und nur die erhöhte Temperatur und schlechte Laune weisen auf die Infektion hin. Das gilt vor allem für virale Infekte, und damit die Mehrzahl aller Entzündungen. Bakterielle Infekte verlaufen oft ein wenig auffälliger und auch mit höheren Temperaturen.

Was kann man tun, wenn ein krankes Kind keinen Hunger hat?

Generell gilt: Zwingen Sie Ihr Kind nie zum Essen! Vor allem bei krankheitsbedingter Appetitlosigkeit kann die Nahrungsaufnahme für den Körper sehr belastend sein. Sehr wichtig ist allerdings eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Sorgen Sie also dafür, dass Ihr kleiner Patient viel trinkt, um der Austrocknungsgefahr vorzubeugen. Wenn Sie ein Baby haben, das noch gestillt wird, sollten Sie es öfter als sonst an die Brust legen.

Nach überstandener Krankheit nimmt der Appetit in der Regel automatisch wieder zu.

Wie lange dürfen berufstätige Eltern zuhause bleiben, um sich um ihr krankes Kind kümmern?

Eltern sollten sich immer um ihre kranken Kinder kümmern. Auch der Staat unterstützt sie dabei, teilweise zumindest. Berufstätige Mütter und Väter haben in der gesetzlichen Krankenversicherung pro Jahr und Elternteil Anspruch auf 10 Tage Freistellung von der Arbeit, um ein mitversichertes krankes Kind unter 12 Jahren (bei manchen Krankenkassen auch unter 14 Jahren) zu pflegen.

Die Freistellung erfolgt unbezahlt vom Arbeitgeber, die Krankenkasse zahlt dafür in dieser Zeit Krankengeld (gehaltsabhängig – etwa 70% vom Bruttogehalt, jedoch maximal 90% vom Nettogehalt).

Bei mehreren Kindern stehen maximal 25 Tage pro Jahr zur Verfügung. Für Alleinerziehende erhöht sich der Anspruch pro Kind auf jährlich 20 Tage und maximal 50 Tage. Die Betreuung sollte aus ärztlicher Sicht erforderlich sein und für die Krankheit eine ärztliche Bescheinigung vorliegen.

In manchen Städten gibt es übrigens häusliche Betreuungsdienste, die mit geschulten Helfern zur Seite stehen, um kranke Kinder in ihrer gewohnten Umgebung zu betreuen.

Medikamente bei Kindern

Was sind die wichtigsten Regeln, wenn Sie Ihren Kindern Medikamente geben?

Beachten Sie die Anweisungen des Kinderarztes zu den von ihm verordneten Medikamenten für Ihr Kind. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben oder Ihnen die Hinweise nicht ausreichend erscheinen. Es gibt keine dummen oder peinlichen Fragen in diesem Zusammenhang, aber einiges zu beachten. Denn neben der richtigen Dosierung kommt es bei vielen Medikamenten auch auf Häufigkeit, Zeitpunkt und Dauer der Einnahme an. Einerseits, damit der Wirkstoff seine optimale Wirksamkeit entfalten kann, andererseits um Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten möglichst zu vermeiden.

Die wichtigsten Regeln im Überblick:

  • Generell gilt: Medikamente mit viel Wasser einnehmen.
  • Antibiotika nicht mit Milch einnehmen, da die Aufnahme des Wirkstoffs bei bestimmten Präparaten dadurch verhindert wird.
  • Medikamente nicht mit Grapefruitsaft einnehmen, da dessen Inhaltsstoffe die Wirkung von Medikamenten unter Umständen verstärken und erhebliche Nebenwirkungen verursachen können.
  • In manchen Fällen ist darauf zu achten, ob das Medikament vor, zu oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden muss. Gründe dafür können beispielsweise ein magenschädigendes Nebenwirkungspotenzial oder die Abhängigkeit der Aufnahme des Wirkstoffs von Verdauungsvorgängen sein.
  • Bei manchen Medikamenten ist eine ein- und/oder ausschleichende Dosierung erforderlich, um den Körper und seine Reaktionsmechanismen schrittweise an die An- bzw. Abwesenheit des Wirkstoffs zu gewöhnen.
  • Einnahmeschema und verordnete Dosierung beachten und nicht eigenmächtig ändern. Bekanntes Beispiel sind Antibiotika, bei denen ein – möglicherweise mit Komplikationen behafteter – Rückfall beim Patienten und/oder eine Resistenzbildung bei den (unzureichend) bekämpften Bakterien drohen, wenn das Medikament nicht so hoch dosiert und so lange wie vom Arzt vorgeschrieben eingenommen wird.
  • Fragen Sie bei Ihrem Kinderarzt nach, falls Sie Bedenken wegen der medikamentösen Behandlung haben. Nur wenn Sie selbst, gut aufgeklärt über das Für und Wider, hinter der Medikation stehen, können Sie sie Ihrem Kind glaubwürdig verabreichen. Eine zwiespältige Einstellung wird von Ihrem kleinen Patienten wider Willen dagegen sehr genau wahrgenommen und macht die (Einnahme-) Situation nicht einfacher, sondern schwieriger.
  • Weisen Sie den Kinderarzt oder ggf. einen anderen behandelnden Arzt sicherheitshalber und lieber einmal zu viel als zu wenig darauf hin, falls Ihr Kind noch an einer anderen Erkrankung leidet und/oder weitere Medikamente einnimmt, um unerwünschte Aus- und Wechselwirkungen zu vermeiden. Dies gilt auch für pflanzliche oder rezeptfreie Medikamente, die in ihrer Wirkung keinesfalls zu unterschätzen sind.
  • Grundsätzlich sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt Rücksprache halten, bevor Sie Ihrem Sprössling ein Medikament verabreichen. Beschränken Sie die Arzneimittelgabe auf eigene Faust auf Ausnahmefälle und auf Situationen und Mittel, die Ihnen gut vertraut sind, wie z.B. Fieberzäpfchen. Das gilt auch für pflanzliche bzw. naturheilkundliche Mittel, die ebenso wie die im Labor hergestellten Pharmazeutika Neben- und vor allem Wechselwirkungen hervorrufen können und, je nach Präparat, möglicherweise nicht zur Behandlung von Kindern geeignet sind.
  • Nutzen Sie bei rezeptfreien Medikamenten den Beratungsservice in der Apotheke. Kaufen Sie möglichst nur solche Medikamente, die Ihr Kind schon einmal vom Kinderarzt bekommen hat.
  • Widmen Sie keinesfalls ein Medikament für Erwachsene (z.B. aus Ihrer Hausapotheke) einfach auf Ihr Kind um. Der kindliche Körper reagiert auf viele Wirkstoffe anders als ein ausgewachsener Organismus. Selbst bei sehr geringer Dosierung könnte das unter Umständen gefährlich für Ihren Nachwuchs werden. Das gilt insbesondere für das beliebte und häufig vorrätige Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (ASS, bekannt v.a. unter dem Handelsnamen Aspirin® ), das bei Kindern zu einer sehr seltenen, aber sehr gefährlichen Hirn- und Lebererkrankung führen kann (Reye-Syndrom) und deshalb bei unter 12-Jährigen in der Regel nicht eingesetzt wird.
  • Bewahren Sie Arzneimittel grundsätzlich immer angemessen (trocken, dunkel, nicht zu warm) und kindersicher (außer Reichweite und/oder verschlossen) auf. Sollte Ihr Kind trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einmal ein Medikament in die Hand bekommen und verschluckt haben, wenden Sie sich sofort an Ihren Kinder- oder den Notarzt bzw. die nächstgelegene Giftnotrufzentrale. Halten Sie für alle Fälle die Verpackung des Präparats bereit, um möglichst genau Auskunft geben zu können, was Ihr Kind verschluckt hat.
Wofür sind Zäpfchen gut?

Für die Ausstattung einer Kinder-Hausapotheke werden vor allem gegen Fieber sowie gegen Blähungen wirksame Zäpfchen empfohlen. Ihr Vorteil gegenüber Tabletten oder Medikamenten in Saftform ist, dass sie bei Übelkeit nicht ausgespuckt werden und der Wirkstoff über die Darmschleimhaut sehr rasch ins Blut aufgenommen wird.

Bei Fieber Ibuprofen oder Paracetamol, bei Blähungen Kümmel

Die Fieberzäpfchen enthalten in der Regel als Wirkstoff Paracetamol oder Ibuprofen. Wenn Sie zwischen beiden Wirkstoffen abwechseln, können Sie Ihrem Kind alle 4 Stunden eine erneute Dosis geben, ansonsten sind mindestens 6 Stunden Abstand zwischen zwei Gaben einzuhalten. Außerdem sollten Sie, ggf. zusammen mit dem Kinderarzt, vor der Anwendung genau abwägen, ob eine Fiebersenkung überhaupt sinnvoll erscheint.

Bei Blähungen Ihres Babys können Zäpfchen helfen, die Kümmel oder den entschäumenden Wirkstoff Dimeticon enthalten. Den darmentspannenden Kümmel können Sie Ihrem Kind auch in Teeform (z.B. mit 2-3 Teelöffeln Anis-Fenchel-Kümmeltee vor den Mahlzeiten) zuführen oder indirekt über die Muttermilch, wenn Sie selbst mehrfach täglich einige Kümmelsamen kauen.

Zäpfchen werden nach dem Körpergewicht des Kindes dosiert. Wie viele Zäpfchen ein Kind in welchem Abstand bekommen darf, steht in der Packungsbeilage.

Welche gängigen Medikamente sind für Kinder nicht geeignet?

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. So gibt es zum Beispiel große Unterschiede bei verschiedenen Organ- und Stoffwechselleistungen. Das führt dazu, dass manche Substanzen im Kindesalter (noch) unverträglich sind, von den unreifen Organen nur langsam abgebaut werden oder unerwünschte Wirkungen entfalten, die bei Erwachsenen keine besondere Rolle spielen.

Beispielsweise können gängige Arzneimittel gegen Erbrechen bei Kindern Krampfanfälle verursachen. Das von Erwachsenen häufig angewendete Aspirin mit dem Wirkstoff Acetylsalizylsäure (ASS) kann bei Kindern und Jugendlichen in Einzelfällen schwere Hirn- und Lebererkrankungen auslösen, weshalb es in jungen Jahren im Normalfall nicht eingenommen werden sollte.

Fazit: Sprechen Sie jede neue oder zweifelhafte Medikamentengabe mit dem Kinderarzt ab. Der kann Ihnen auch die alters- und gewichtsgerechte Dosierung nennen.

Vorsicht mit Honig und ätherischen Ölen im Säuglingsalter

Übrigens: Auch der unkritische Einsatz von Hausmitteln ist keineswegs immer ungefährlich. Beispielhaft sei der Bienenhonig genannt, der für Kinder im ersten Lebensjahr wegen eventuell enthaltener, nur für diese Altersgruppe gefährlicher Bakteriengifte tabu ist. Ein anderes Beispiel sind beliebte ätherische Öle, etwa in handelsüblichen Erkältungssalben, deren Bestandteile Kampfer und Menthol die Atemtätigkeit des Säuglings hemmen und so für ihn zur Gefahr werden können.

Darf man Kinder mit Medikamenten für Erwachsene behandeln?

Eigentlich nicht, manchmal hat man allerdings mangels Alternativen keine andere Wahl. Denn für viele wichtige Arzneimittel liegen keine Studiendaten mit Kindern vor.

Manche Medikamente für Erwachsene dürfen überhaupt nicht bei Kindern angewendet werden. Das steht dann auch ausdrücklich im Beipackzettel. Bei den anderen liegt die Hauptgefahr in der Regel in einer Überdosierung, die zur Vergiftung führen könnte. Für jedes Arzneimittel gilt: Die Dosis sollte dem Alter und dem Gewicht entsprechend angepasst werden.

Wann immer Sie können, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt sprechen, bevor Sie Ihrem Kind Tabletten geben, von denen Sie nicht 100%ig wissen, ob diese bei Kindern erlaubt sind.

Schutz vor Verletzungen 

Wie schützt man sein Baby oder Kleinkind vor Unfällen? Einige Tipps im Überblick

Sie werden das alles wissen, aber manchmal ist es trotzdem gut, sich die Dinge wieder in Erinnerung zu rufen. Es geht um den Schutz des Kindes im Alltag. Es sind Kleinigkeiten, die die Gefahr, dass irgendetwas schief geht, deutlich minimieren.

Tipps zum Schutz im Säuglingsalter

  • Beim Wickeln immer eine schützende Hand am Kind haben. Zumindest, wenn Ihr Baby auf einem Wickeltisch oder einer anderen erhöhten Ablage liegt.
  • Stellen Sie beim Stillen keine heißen Getränke in die Nähe. Und trinken Sie auch keinen Kaffee dabei.
  • Haben Sie immer ein Auge auf Ihre Haustiere, wenn die in der Nähe des Babys sind.
  • Achten Sie darauf, dass der Raum, in dem Ihr Baby schläft, immer gut temperiert (nicht zu warm, nicht zu kalt, ideal sind 18° C) und nie verräuchert ist.

Tipps zum Schutz im Krabbelalter

  • Sichern Sie alle Steckdosen.
  • Räumen Sie alle kleineren Gegenstände weg, die Ihr Kind verschlucken könnte.
  • Räumen Sie alle Zigaretten, Medikamente, Putzmittel, Alkoholika und andere Gefahrenstoffe weg, die Ihr Kind in den Mund nehmen könnte.
  • Achten Sie darauf, dass nirgendwo Kabel herunterhängen oder schwere, spitze Gegenstände ungesichert in Regalen stehen.
  • Entfernen Sie giftige Pflanzen.

Tipps zum Schutz im Lauflernalter und im Kleinkindalter

  • Sichern Sie alle Treppen durch Treppenschutzgitter.
  • Bauen Sie einen Kinderschutz an Ihren Herd und benutzen Sie nach Möglichkeit nur die hinteren Platten. Bedenken Sie vor alllem auch, dass die Glastür beim Backen extrem heiß werden kann.
  • Sichern Sie alle Regale und Schränke durch Wandverankerungen.
  • Achten Sie darauf, dass niemals heiße Getränke (Kaffeebecher) oder Teller mit heißer Suppe in der Nähe der Tischkante stehen.
  • Stellen Sie alle elektrischen Geräte außerhalb der Reichweite des Kindes.
  • Lassen Sie Ihr Kind nicht allein toben und auch nicht allein auf Laufrädern, Bobby-Cars und ähnlichem fahren.
  • Setzen Sie Ihrem Kind auf dem Fahrradsitz immer einen Helm auf. Und später beim Selberfahren natürlich auch.
  • Decken Sie Wasserflächen im Garten mit einer Plane ab (Teiche, Schwimmbecken, Regentonnen).

Unfälle im Kindesalter

Wie kann ich meine Wohnung kindersicher machen?

Auch wenn der Designer-Tisch im Wohnzimmer noch so schön ist: Polstern Sie die Kanten der Möbel mit einen Schutz (gibt es im Baumarkt), wenn Sie kleine Kinder haben.

Noch besser: Tische mit abgerundeten Ecken sowie runde oder ovale Stühle schützen Ihre Kleinen vor Beulen, Kratzern und schwereren Verletzungen.

Auch Regale können für kleine Kinder gefährlich werden. Borde mit scharfen Kanten sollten gepolstert werden oder so hoch hängen, dass die Köpfchen nicht in Gefahr kommen. Böden in Stehregalen müssen unbedingt fest verankert sein.

Einfache Einlegböden könnten auf Druck von unten nachgeben. Wenn Krabbelkinder sich hochziehen, halten einige Stehregale dem Belastungstest nicht stand. Besser: Regal zusätzlich an der Wand befestigen, damit es nicht umkippt.

Laufställe

Auch wenn ihr Baby zunehmend lernt, sich eine Weile allein beschäftigen zu können, braucht es doch überwiegend Ihre Nähe. Ein Laufstall hat dementsprechend heute (nur) noch seine Berechtigung, wenn er gezielt und ausnahmsweise eingesetzt wird, möglichst unter Wahrung Ihrer spürbaren Präsenz.

Etwa wenn Sie in der Küche am Herd beschäftigt sind oder ein wichtiges Telefonat führen müssen und Ihr Baby nicht mit ausreichender Aufmerksamkeit im Auge behalten können. Zur Ruhigstellung eines sich selbst überlassenen Krabbelkindes sollte der Laufstall aber auf Dauer keinesfalls dienen. Und um die Aufgabe, die Wohnung kindersicher zu gestalten, kommt man auch mit Laufstall nicht herum.

Lampen in der Wohnung: Worauf muss man achten?

Was für Erwachsene belanglos ist, kann für Kleinkinder lebensgefährlich werden. Achten Sie darauf, dass die Steckdosen in Ihrer Wohnung alle mit einer Kindersicherung geschützt sind (gibt es im Baumarkt). Gerade bei Mehrfachsteckdosen wird das oft vergessen. Hier sind auch abschaltbare Steckdosen sinnvoll.

Verwenden sie nur 100%ig sichere Verlängerungskabel mit Prüfsiegel. Außerdem können heiße Lampen zu schweren Verbrennungen führen. Deshalb unbedingt hochstellen!

Was sind die häufigsten Unfallursachen bei Kindern?

Die allermeisten Unfälle sind vermeidbar und gehen auf mangelhafte Vorbeugung und Vorsicht zurück. Das ist für Eltern, deren Kind einen Unfall hatte, wenig tröstlich. Aber dafür ist es um so wichtiger für die künftige Unfallverhütung. Im Prinzip genügt der Blick auf die häufigsten Unfallursachen, um zu wissen, worauf man achten muss.

Zu den häufigsten Unfallursachen bei Kindern zählen:

  • Sturz: Wickeltisch, Hochstuhl, Kinderwippe, Tragetasche, Laufwagen, Treppe, Fenster, Spielplatz, Fahrrad
  • Vergiftung: Zigaretten, Alkohol, Medikamente, Drogen
  • Verbrühung: Herd, Bad
  • Verätzung: Reinigungsmittel
  • Stromverletzung: Steckdose
  • Sportverletzung: Schulsport, Reiten, Rodeln, Kampfsport, Inline-Skating, Snowboarden, Skifahren, Radfahren (Achten Sie auf die adäquate Ausrüstung Ihres Kindes!)
  • Ertrinken: meist Swimmingpools, Flüsse, Teiche
  • Verkehrsunfall: Auto, Fahrrad, als Fußgänger, als Mitfahrer
  • Unfall in der Landwirtschaft: Maschinen, Geräte
In welcher Lebensphase ist die Unfallgefahr bei Kindern besonders hoch?

Bis zum 2. Lebensjahr sind Kinder mit ständig wachsender Entdeckerlust und zunehmender Beweglichkeit, aber ohne jegliches Gefahrenbewusstsein unterwegs. Noch bis zum Schulalter ist der Nachwuchs nur durch ein akutes (z.B. heiße Herdplatte, Kerzenflamme), nicht aber vorausschauendes Gefährdungsbewusstsein geschützt. Folglich sind diese ersten Jahre die unfallträchtigsten. Auch das verbirgt sich wohl dahinter, wenn Eltern davon sprechen, dass ihre Kinder „aus dem Gröbsten raus“ seien.

Planen Sie ein, dass es zwangsläufig unbeaufsichtigte Momente für Ihr Kleinkind geben wird, etwa wenn das Telefon oder jemand an der Haustür klingelt, und gestalten Sie die häusliche Umgebung möglichst kindersicher. Zu den wirksamsten Vorbeugemaßnahmen zählen auch die Vermeidung bekannter und vor allem vermeidbarer Gefahren:

  • Steckdosen,
  • Stolperfallen,
  • heißer Kaffee an Tischkante,
  • Topf mit heißem Inhalt auf Herd

sowie das situationsgerechte Helmtragen.

Was ist die häufigste Todesursache im Kindesalter?

In unseren Breitengraden sind Unfälle die häufigste Todesursache im Kindesalter. Von 100.000 Kindern sterben in Mitteleuropa 10 bis 15 pro Jahr aus diesem Grund.

Die Hälfte der tödlichen Unfälle von Kindern ereignet sich im Straßenverkehr, die andere Hälfte überwiegend zu Hause sowie bei Spiel und Sport. Dabei wären viele dieser Unglücksfälle durch Vorbeugung vermeidbar. So konnte beispielsweise in Schweden die Rate tödlicher Unfälle durch vorbeugende Maßnahmen um 60% gesenkt werden.

Nutzen Sie deshalb die Beratung beim Kinderarzt, Informationen im Internet und Angebote der öffentlichen Hand sowie verschiedener Institutionen und Vereine zur Unfallprophylaxe. Und bereiten Sie sich dennoch auch auf den Fall des Hilfefalles vor – mit einer Auffrischung des Ersten-Hilfe-Kurses, den viele Eltern zum ersten und leider auch letzten Mal beim Erwerb des Führerscheins gemacht haben, ganz abgesehen von den Besonderheiten der kindlichen Reanimation und Erstversorgung!

Schutz vor Verbrennungen und Hitze 

Nicht nur zur Adventszeit: Kinder vor Verbrennungen schützen

Adventszeit bedeutet Gefahr fürs Kind. Die Zahl der Kleinkinder, die wegen Verbrennungen ins Krankenhaus kommen, nimmt in der Vorweihnachts- und Weihnachtszeit deutlich zu, wie Analysen der DAK ergeben haben. Dabei spielen die "Weihnachtsutensilien" allerdings gar nicht die Hauptrolle.

Es ist ein bisschen paradox: Bei den Kerzen am Tannenbaum denken fast alle an die Gefahren für das Kind. Dabei verletzen sich die wenigsten Kinder an Kerzen. Viel gefährlicher sind Herdplatten. Und 80% aller Verbrennungen bei Kindern bis zum fünften Lebensjahr werden durch heiße Flüssigkeiten verursacht.

Hitzschlag im Auto: Schützen Sie vor allem Ihre Kinder 

Jeder, der im Hochsommer mal sein Auto etwas länger in der prallen Sonne stehengelassen hat, weiß, wie heiß es im Inneren werden kann. Temperaturen von 60 bis 70 Grad sind keine Seltenheit. Um so wichtiger ist, immer daran zu denken, niemals sein Kind in einer solchen Situation im Wagen zurückzulassen.

Sie denken jetzt, das kann doch nie passieren? Stimmt nicht, passiert den intelligentesten Eltern. Schnell mal raus zum Bäcker oder in die Apotheke, wozu da das Kind aus dem Kindersitz herausfummeln. Sind doch nur ein paar Minuten. Dann geschieht etwas Unvorhergesehenes, und es dauert doch länger. Dass das eine potentiell lebensbedrohliche Situation vor allem für Kinder ist, darauf haben jetzt einmal mehr Experten aufmerksam gemacht. Es droht ein Hitzschlag.

Aber nicht nur das Zurücklassen des Kindes ist gefährlich. Auch Staus in sengender Sonne können zum Problem werden. Dann heißt es, zumindest soweit es keine Klimaanlage gibt: vorn die Fenster auf, hinten die Fenster abschatten, Luft zufächern und viel zu trinken geben.

Tipps im Alltag

Wie kann ich mein Kind im Alltag vor Verbrennungen schützen?
  • Kannen oder Tassen mit heißen Getränken oder Flüssigkeiten immer weit entfernt vom Kind und auch weit weg vom Tischrand aufstellen!
  • Auf herunterhängende Tischdecken verzichten!
  • Nichts Heißes essen oder trinken, wenn Ihr Kind auf dem Schoß sitzt!
  • Stellen Sie Töpfe beim Kochen nach Möglichkeit auf die hinteren Herdplatten!
  • Achten Sie darauf, dass beim Kochen die Griffe der Töpfe und Pfannen nach hinten ragen!
  • Lassen Sie Ihr Kind niemals allein mit brennenden Kerzen oder brennendem Kamin!
  • Lagern Sie Streichhölzer und Feuerzeuge absolut kindersicher! Nicht herumliegen lassen, das verführt nur zum Probieren.
  • Schalten Sie alle elektrischen Geräte wie Stereoanlage und Fernseher, wenn Sie sie nicht benutzen, nicht auf Stand-by, sondern komplett aus!
Wenn doch mal etwas schief geht und sich mein Kind verbrüht?
  • Bei größeren Flächen sofort den Notarzt rufen.
  • Sofort mit kaltem Wasser kühlen (aber kein Eiswasser). Ruhig zehn Minuten lang kühlen.
  • Wenn keine Brandmulden im Haus, Wunde mit kalt-feuchten (nicht fusselnden) Tüchern abdecken.
  • Keine "Hausmittel" wie Butter oder Mehl auf die Wunde. Hilft nicht, verklebt aber oft.

Schutz vor Vergiftungen 

Worauf muss ich bei Zimmerpflanzen achten? 

Pflanzen sollte grundsätzlich außer Reichweite von Kleinkindern aufgestellt werden. Hier helfen Fensterbänke, kleine Gitter oder stabile Blumenständer. Das schützt die Kleinen davor, Erde, Kügelchen von Hydrokulturen oder Pflanzenteile zu verzehren.

Vorsicht vor giftigen Pflanzen

Achten Sie auch darauf, dass Sie keine giftigen Pflanzen in Ihrer Wohnung haben. Insbesondere der beliebte Ficus Benjamini, Korallenbäumchen, die Primel und die Ruhmeskrone sollten nicht in Reichweite Ihres Kindes stehen. Das kann sonst zu Problemen führen, wenn Ihre Kinder daran knabbern. So kann z.B. der Verzehr von Pflanzenteilen des Ficus Erbrechen und Durchfall auslösen.

Sonnenschutz

Ist die Sonne wirklich gefährlich für mein Kind? 

Sonnenlicht ist die Quelle des Lebens auf unserer Erde und unverzichtbarer Bestandteil eines gesunden Aufwachsens. Sie hat aber auch ihre Schattenseiten. Kinder, deren Haut im Vergleich zu Erwachsenen deutlich empfindlicher ist, sind von der gefährlichen UV-Strahlung besonders bedroht.

Was fest steht: Bei Menschen, die in den ersten Lebensjahren intensiver Sonneneinstrahlung in umfangreichem Maße ausgesetzt waren, ist das Risiko, später Hautkrebs zu bekommen, deutlich erhöht. Absolut betrachtet ist diese Gefahr zwar gering, das heißt, man muss bei einmal zu viel Sonne auch nicht in Panik verfallen. Aber sicher ist sicher.

Tipps zum Sonnenschutz

Wie sorgfältig muss ich mein Kind vor der Sonne schützen?

Kinder im 1. Lebensjahr sollten Sie nicht der direkten Sonnenbestrahlung aussetzen. Babys gehören also immer in den Schatten. Auch im Kinderwagen sollten sie mit einem Sonnensegel geschützt werden.

Als Faustregel gilt: Kleinkinder bis zum Alter von zwei Jahren sollten möglichst wenig Sonne abbekommen. Das gilt natürlich insbesondere in südlichen Ländern mit noch stärkerer Sonnenintensität.

Klein- und Kindergartenkinder sollten lieber vor- und nachmittags draußen spielen, bevorzugt an schattigen Plätzen, als in der prallen Sonne der Mittagsstunden (11-15 Uhr). Auf ausreichenden Sonnenschutz ist bei allen Kindern (und Erwachsenen) zu achten.

Welche Sonnenschutzmaßnahmen werden empfohlen?

Zu den empfohlenen Sonnenschutzmaßnahmen bei Kindern zählen:

  • Eine Kopfbedeckung gehört immer dazu, vor allem beim Kleinkind sollte sie möglichst mit Schirm und Nackenschutz versehen sein.
  • Zum Eincremen ist ein speziell für Kinder geeignetes Sonnenschutzmittel erforderlich, das mindestens den Lichtschutzfaktor 30 aufweist.
  • Vor allem im Gebirge und am Meer empfiehlt sich das Tragen einer Sonnenbrille mit gutem UV-Filter.
  • Als sonnengerechte Kleidung werden z.B. leichte, möglichst lange Hosen und sonnendichte, langärmlige T-Shirts empfohlen. Die Kleidung sollte luftig und nicht zu eng sein und möglichst viel Körperoberfläche bedecken.
  • Ähnlich ist es bei den Schuhen, die möglichst viel vom Fuß bedecken sollen, also lieber leichte Espandrillos als offene Sandalen.
Was ist beim Eincremen des Kindes mit Sonnenschutzmitteln zu beachten?
  • Cremen Sie Ihr Kind vor dem Hinausgehen sorgfältig ein, besonders an den Stellen, die nicht von Kleidung bedeckt sind (z.B. Gesicht, Hände, Fußrücken)
  • Um den Schutz aufrechtzuerhalten, muss das Eincremen regelmäßig wiederholt werden, vor allem nach dem Schwimmen oder Herumplantschen im Wasser.
  • Auch häufiges Eincremen befreit nicht vom umsichtigen Umgang mit der Sonnenstrahlung. Die pralle Mittagssonne sollte ebenso gemieden werden wie allzu ausgedehnte Aufenthalte im Sonnenlicht.
Welche Sonnenmilch für Kinder ist die beste?

Geht man nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2010, ist die wichtigste Erkenntnis die folgende: Nicht die teuersten Sonnenmilch-Produkte sind die besten. Im Gegenteil:

In der genannten Analyse schnitten einige No-Name-Sonnenmilch-Produkte aus dem Discounter oder der Kettendrogerie (u.a. Aldi, dm, Lidl und Norma) besser ab als manches hochpreisiges Markenprodukt.

Dabei sind die Preisunterschiede enorm: Sie können für 100 Milliliter nur 2 Euro ausgeben, genauso gut aber auch über 20 Euro.

Auf den Sonnenschutzfaktor kommt es an

Ob nun Nivea, Ladival oder Lidl: Wichtig ist natürlich der Sonnenschutzfaktor. Der sollte 30-50 betragen, bei sehr hellhäutigen, lichtempfindlichen Kindern auch über 50. Was die Einhaltung dieses Lichtschutzfaktors angeht, gibt es laut Stiftung Warentest kaum Unterschiede zwischen den getesteten Produkten.

Wasserfest: Oft nur ein Versprechen

Sehr wohl größere Unterschiede gibt es aber bei der Wasserfestigkeit. Die Sonnenlotionen von Nivea, Daylong und das Spray Ombra Sun von Aldi Nord konnten hier die Mindestanforderungen nicht erfüllen. Wobei schon diese Mindestanforderungen eher unter dem liegen, was man erwartet

"Wasserfest" darf sich eine Sonnenmilch schon dann nennen, wenn nach zweimaligem Baden (je 20 Minuten) noch die Hälfte des Sonnenschutzes vorhanden ist. Hier heißt es also: Lieber nach jedem Baden neu einreiben (bei preiswerten Produkten tut das dem Geldbeutel weniger weh).

Sind Lotionen oder Sprays besser?

Weder noch. Die Stiftung Warentest rät, die Werbebotschaften eher zu ignorieren. Ob zum Beispiel Spray oder Lotion, ist Geschmackssache und für den Sonnenschutz weitgehend egal.

Grundsätzlich gilt:

Die Haut von Kindern reagiert viel empfindlicher auf Sonnenbestrahlung als die Haut Erwachsener. Denn sie ist viel dünner und besitzt nur einen schwach ausgeprägten Eigenschutz. Sonnenstrahlen können daher die Haut viel leichter nachhaltig schädigen.

Und die Haut merkt sich jeden Sonnenbrand: Ein entscheidender Faktor für das spätere Hautkrebsrisiko ist die Anzahl der Sonnenbrände bis zum 18. Lebensjahr. Es lohnt sich also unbedingt, Ihre Kinder so gut wie möglich vor ungefilterter Sonnenbestrahlung zu schützen.

Wärme, Kälte und richtige Kleidung 

Wie warm sollte es nachts im Kinderzimmer sein?

Im Kinderzimmer sollte es nachts nicht wärmer (aber auch nicht wesentlich kälter) als 18 °C sein. Überhitzte Schlafräume sind also genauso falsch wie Eistruhen.

Ist das Kind warm genug angezogen – wer hat Recht?

Ein typischer Fall: Das Kind meint, es sei ausreichend warm angezogen. Mutter oder Vater sehen das anders. Wer hat Recht? Die Eltern natürlich, denkt man instinktiv. Aber in diesem Fall ist das oft andersherum.

Die meisten Eltern neigen aus Fürsorgepflichtgefühl nämlich dazu, Ihre Kinder zu warm anzuziehen. Zwar ist Ihre elterliche Sorge grundsätzlich berechtigt und lobenswert. Dennoch sollten Sie die Reaktionen und Äußerungen Ihres Kindes immer ernst nehmen.

Kinder entwickeln normalerweise instinktiv ein gutes Gespür dafür, was ihnen gut tut und was nicht. Sie wissen, wann sie schwitzen und wann sie frieren. Vielleicht nicht immer, aber immer öfter.

Bestärken Sie Ihr Kind darin, sich selbst und seinen Körper zu spüren, seine Bedürfnisse bewusst wahrzunehmen und den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Und loben Sie Ihren Nachwuchs, wann immer ihm ein solch selbständiges Verhalten gelingt. Das bedeutet nicht, dass Sie das ein oder andere Mal nicht doch korrigierend eingreifen müssten. Ausnahmen bestätigen schließlich die Regel.

Muss neue Kinderkleidung vor dem Tragen wirklich gewaschen werden?

Ja. Das ist kein übertriebener Aktionismus, sondern absolut richtig. Es wird sogar empfohlen, neue Kinderkleidung vor dem Tragen grundsätzlich mindestes zweimal zu waschen, um die Belastung durch gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe zu reduzieren.

Bei Kinderkleidung aus zweiter Hand besteht diese Gefahr übrigens nicht – neben dem oft kleinen Preis für immer noch hochwertige Ware ein weiterer Grund, um die große Auswahl an gebrauchter Kinderbekleidung in Second-Hand-Shops, Kinderläden und Internet genauer unter die Lupe zu nehmen.

Kinderfüße: Alles zum Thema Schuhe

Welche Schuhe sind für mein Kind geeignet?

Das Wichtigste zuerst: Auf die Größenangaben auf Schuhen können Sie sich nicht wirklich verlassen. Die tatsächlichen Schuhlängen fallen oft höchst unterschiedlich aus. Auch beim Vermessen im Schuhladen kommt es leicht zu Verschätzungen.

Fertigen Sie deshalb lieber vorher eine Pappschablone an, indem Sie den Fußumriss Ihres Kindes auf einen Karton zeichnen, 17 mm in der Länge hinzufügen und dann als Schablone ausschneiden. Wenn die Schablone in den fraglichen Schuh passt, ohne hin- und herzurutschen oder sich durchzubiegen, hat der Schuh das gewünschte Passformat.

Worauf sollten Sie beim Kauf von Kinderschuhen achten?

Bei keinem Kleidungsstück für Kinder lohnt sich unter dem gesundheitlichen Blickwinkel die sorgfältige Auswahl so sehr wie bei Schuhen. Während fast alle Kinder mit gesunden Füßen zur Welt kommen, mehren sich mit zunehmendem Alter Gelenkschmerzen, Muskelverkürzungen, Durchblutungsstörungen und Kniebeschwerden, die zumindest teilweise auf ungeeignetes Schuhwerk zurückzuführen sind.

Tipps zum Schuhekauf

  • Achtung: Viele Kinder tragen erwiesenermaßen zu kleine Schuhe und sind von dauerhaften Fußschädigungen bedroht. Der Pufferabstand im Zehenbereich sollte 12-17 mm betragen.
  • Keine unnötigen Extras: Gesunde Kinderfüße benötigen weder eine Stützfunktion im Schuh noch Einlagen oder Fußbetten – sie brauchen Training statt Stützung.
  • Kontrollieren: Überprüfen Sie unbedingt in regelmäßigen Abständen, ob die Schuhe noch passen, da Kinderfüße schnell wachsen.
  • Mindestausstattung: 2 Paar Schuhe pro Jahreszeit + Hausschuhe. Ein regelmäßiger Schuhwechsel ist erforderlich, damit die Schuhe nach dem Tragen austrocknen können.
Sind Schuhe zum Wechseln bei Kindern erforderlich?

Ja. Ihr Kind sollte wenigstens über 2 Paar Schuhe pro Jahreszeit verfügen. Ein regelmäßiger Schuhwechsel ist nämlich erforderlich, damit die Schuhe nach dem Tragen austrocknen können, was normalerweise mindestens einen Tag in Anspruch nimmt. Dazu kommen dann noch die Hausschuhe.

Gebrauchte Schuhe für Kinder – geht das?

Angesichts des schnellen Wachstums der Kinder und der entsprechend kurzen Tragedauer von Kinderkleidung ist der Gang zum Second-Hand-Laden nicht nur aus finanziellen Gründen gut nachvollziehbar. Aber bei Schuhen?

Prinzipiell spricht nichts dagegen, allerdings sollten Sie das Folgende beachten: Wenn die Schuhsohle im Fersenbereich einseitig abgelaufen ist, sollte der Schuh nicht mehr getragen werden.

Warum sollten Kinder viel barfuß laufen?

Wir Menschen sind die einzigen Lebewesen auf dieser Welt, die Schuhe tragen. Das hat ein Stück weit mit unserer Intelligenz zu tun, ein Stück weit aber auch mit unserer Verweichlichung. Um nun zur Antwort zu kommen: Barfußlaufen ist ausgesprochen wohltuend für die Füße und sollte wann immer vertretbar ermöglicht werden.

Barfußlaufen bietet den Füßen von Kindern (und Erwachsenen) das, was sie für eine gesunde Entwicklung (und Erholung) brauchen: Bewegungsfreihet, Bodenkontakt und Reizvielfalt. Ob beispielsweise auf Gras oder Kies: Die Muskulatur wird abwechslungsreich geschult und gekräftigt, die Füße können sich vom Schuhetragen erholen und Fußschäden wird vorgebeugt. Also runter mit den Schuhen, wann immer es geht.

Barfuß mit Augenmaß

Allerdings sollten Sie das mit der Verweichlichung auch nicht zum Anlass nehmen, ins andere Extrem zu verfallen. Ein bisschen mehr Abhärtung tut den Füßen zwar gut, sie müssen Ihr Kind aber nicht auf Kraft zum Fakir machen. Barfuß durch den Schnee oder über spitzsteiniges Gelände, der Abhärtung wegen, ist also auch keine gute Idee. Denn seit der Steinzeit haben sich unsere Füße der Zivilisation genetisch angepasst. Sie sind heute viel weicher und zarter als damals, und auch empfindlicher. Die oben stehende Aufforderung ist also wörtlich gemeint: Runter mit den Schuhen – wann immer es geht.

Schulranzen

Was macht einen Schulranzen zu einem guten Schulranzen?

Wenn Sie ein Geschäft aufsuchen, um einen Schulranzen zu kaufen, werden Ihnen die Verkäufer viel erzählen. Aber nicht unbedingt das Richtige. Neben einigen praktischen Erwägungen kommt es vor allem auf zwei Dinge an: Dass der Ranzen den Rücken schont. Und dass Ihr Kind damit auch im Dunkeln gut gesehen wird.

Im folgenden haben wir Ihnen ein paar Tipps zusammengestellt, worauf Sie beim Kauf eines Schulranzens – vor allem aus gesundheitlicher Sicht – achten sollten.

Ein guter Schulranzen hat folgende Eigenschaften:

  • Er ist auffällig, eher heller Farbe und hat fluoreszierende Elemente an den Vorder- und Seitenwänden.
  • Er ist leicht, aber trotzdem stabil. Zu empfehlen sind sogenannte Leichtschulranzen aus Kunststoff mit eingebautem Gestell.
  • Das Leergewicht sollte zu Beginn nicht über 1,2 Kilogramm liegen. Später sind auch 1,5 kg okay.
  • Der Ranzen ist entweder quadratisch oder eher hochformatig, jedenfalls nicht breiter als die Schultern Ihres Kindes.
  • Die Rückenwand des Ranzens ist verstärkt und unten gepolstert.
  • Die Tragegurte sind gepolstert und gut verstellbar (Probieren Sie das lieber aus!).
  • Der obere Rand des Ranzens befindet sich beim Tragen möglichst genau auf Schulterhöhe, schließt also mit den Schultern ab.
  • Er ist groß genug, dass auch DIN-A-4-Ordner hineinpassen.
  • Er hat Extrafächer, z.B. für Stifte oder auch fürs Pausenbrot oder die Obst-Box.
  • Dass die Mindestanforderungen bezüglich der Sicherheit erfüllt sind, erkennen Sie am GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) oder an der DIN-Nummer 58-124.

Eine Faustregel für die Zeit nach dem Kauf: Der Ranzen sollte im gefüllten Zustand niemals mehr als 10% dessen wiegen, was Ihr Kind wiegt.

Wie schwer darf der Schulranzen sein?

Eine Faustregel besagt, dass der Schulranzen maximal 10% des Körpergewichts wiegen sollte. Alles andere ist zu schwer. Die Kinder können zwar durchaus mehr schleppen und beschweren sich in aller Regel auch nicht darüber. Aber langfristig können zu schwere Schulranzen zu Haltungsschäden führen.

Eine Studie der Landesärztekammer in Rheinland-Pfalz hatte unlängst ergeben, dass zwei von drei Erstklässlern zu schwere Ranzen tragen. Schon im ersten und zweiten Schuljahr schleppen demnach viele Kinder regelmäßig 5 bis 6 Kilogramm mit sich herum. Das ist in diesem Alter eindeutig zu viel. Und da hilft dann auch der beste Ranzen mit dem modernsten Ergonomie-Schnickschnack nichts: 5 Kilo sind 5 Kilo.

Fazit für Eltern: Wiegen Sie ab und zu mal den Ranzen. Und prüfen Sie regelmäßig, ob wirklich jedes Buch oder Heft darin an diesem Tag benötigt wird.

Schutz vor Dreck (oder zu viel Hygiene)?

Allergien: Härtet Dreck wirklich ab?

Schützt das Spielen im Dreck vor Allergien und Neurodermitis? Stimmt es, dass zu viel Hygiene unsere Kinder eher krank macht. Dänische Wissenschaftler gingen der Frage nach – und kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen.

Die Hygiene-These

Seit Jahren wird darüber spekuliert, warum Kinder in hochentwickelten Industriestaaten viel häufiger an Allergien und Neurodermitis erkranken als in ärmeren Ländern. Und das bei zunehmender Tendenz. Eine der gängigsten Erklärungsansätze ist die sogenannte Hygiene-These. Die besagt, dass Kinder, die von Anfang an viel mit Schmutz, Tieren und anderen Kindern in Kontakt kommen, damit ihr Immunsystem trainieren. Und deswegen seltener an Überempfindlichkeitsreaktionen wie Allergien leiden. Dass also zu viel Hygiene gar nicht gut tut.

In der dänischen Studie wurden 24.000 Kinder im Alter von 6 bis 18 Monaten auf diese Frage hin untersucht und beobachtet. Das Ergebnis: Kinder, die mit älteren Geschwistern oder mit Haustieren aufwachsen, die frühzeitig in die Kita kommen oder auf einem Bauernhof leben, erkranken signifikant seltener an Allergien und Neurodermitis. Das ist eine klare Bestätigung der Hygiene-These.

Infektionen erhöhen Neurodermitis-Risiko

Aber es gibt auch eine widersprüchliche Beobachtung: Kinder, die bereits im Kleinkindalter mehrere Infektionen bekommen, zum Beispiel Erkältungen, Durchfall oder eine Mittelohrentzündung, erkranken in der Folge häufiger an einer Neurodermitis. Und die ist ja auch so etwas wie eine Allergie.

Tut der frühzeitige Bakterien- und Virenkontakt also doch nicht gut? Sind "Feindkontakte" im frühen Kindesalter nur solange schützend, solange daraus kein fulminanter Infekt wird? Die Antwort bleibt uns die Wissenschaft bis auf weiteres schuldig. Zumindest aber ist klar: Je mehr Kontakt zu anderen Kindern und Tieren, um so besser.

Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt

Auf welche Vorsorgeuntersuchungen haben Kinder einen rechtlichen Anspruch?

In Deutschland haben Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres und noch einmal nach dem zehnten Lebensjahr einen rechtlichen Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten und Entwicklungsstörungen. In Österreich und der Schweiz gelten jeweils eigene Untersuchungs- und Impfpläne, im Großen und Ganzen ähnelt sich das Vorgehen zur kinderärztlichen Vorsorge aber in allen drei Ländern weitgehend.

Kosten werden von den Kassen übernommen

Die Kosten der Früherkennungsuntersuchungen für Kinder- und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr werden von den Krankenkassen oder dem Sozialamt getragen. Praxisgebühren fallen dafür nicht an. Die U-Termine dienen dabei nicht nur Untersuchungszwecken, sondern auch wichtigen Vorbeugemaßnahmen wie z.B. der Vitamin-K-Gabe und Impfungen.

Bisher werden 11 Vorsorgeuntersuchungen kostenlos angeboten: Die U1 bis U9 (mit U7 und U7a), die im gelben Vorsorgeheft dokumentiert werden, und die J1, für die es einen gesonderten Dokumentationsbogen gibt. Einige der Untersuchungen sind je nach Bundesland sogar verbindlich vorgeschrieben.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt noch drei weitere Gesundheitschecks: die U10, U11 und J2. Diese werden allerdings noch nicht von allen Krankenkassen erstattet. Nachfragen lohnt sich also. Und die Investition in die medizinische Vorsorge für Ihre Kinder in jedem Fall auch.

Wissenswertes zu den Vorsorgeuntersuchungen

Wann findet welche Vorsorgeuntersuchung statt?

Folgende 11 Vorsorgeuntersuchungen für Kinder werden – je nach Bundesland teilweise verpflichtend – angeboten, im gelben Vorsorgeheft dokumentiert und von den Krankenkassen bezahlt:

  • U1: direkt nach der Entbindung (gelbes Vorsorgeheft)
  • U2: 3. bis 10. Lebenstag (gelbes Vorsorgeheft)
  • U3: 4. bis 5. Lebenswoche (gelbes Vorsorgeheft)
  • U4: 3. bis 4. Lebensmonat (gelbes Vorsorgeheft)
  • U5: 6. bis 7. Lebensmonat (gelbes Vorsorgeheft)
  • U6: mit einem Jahr (gelbes Vorsorgeheft)
  • U7: mit 2 Jahren (gelbes Vorsorgeheft)
  • U7a: mit 3 Jahren (gelbes Vorsorgeheft oder – falls noch nicht enthalten – ein extra Blatt darin)
  • U8: mit 4 Jahren (gelbes Vorsorgeheft)
  • U9: mit 5 Jahren (gelbes Vorsorgeheft)
  • J1: mit 12 bis 14 Jahren (gesonderter Dokumentationsbogen)

Neben dem gelben Vorsorgeheft, das Sie nach der Geburt Ihres Kindes von der Klinik erhalten, bekommen Sie noch ein grünes Checkheft für folgende zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, die der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) empfiehlt:

  • U10: mit 7 bis 8 Jahren (grünes Checkheft)
  • U11: mit 9 bis 10 Jahren (grünes Checkheft)
  • J2: mit 16 bis 17 Jahren (grünes Checkheft)

In vielen grünen Checkheften ist häufig noch die erweiterte U7a aufgeführt, die umfangreicher ist als die von den Krankenkassen erstattete U7a.

Was passiert eigentlich bei der U1 bis U10?

Was im Detail bei den Untersuchungen passiert, haben wir hier für Sie aufgelistet:

U1:

  • Beurteilung der Vitalität und Erstversorgung

U2:

  • Stoffwechsel-Screening
  • Vitamin-D-, Fluor- und evtl. Jod-Prophylaxe
  • Vitamin-K-Gabe
  • Sonografie der Hüfte

U3:

  • Vitamin-K-Gabe

U4:

  • Beginn der Impfungen

U5:

  • Impfung
  • Prüfung der vom Gehirn gesteuerten Bewegung und der geistigen Entwicklung

U6:

  • Prüfen der Sinnes-, Sprach- und Sozialentwicklung („Fremdeln“)

U7:

  • Prüfen von Sinnesorganen, Verhalten, Sprachentwicklung

U8:

  • Prüfen von Sinnesorganen, Verhalten, Sprachentwicklung

U9:

  • Prüfen von Verhalten, Sprache, Hand-Augen-Koordination (Abzeichnen von Kreis, Dreieck und Quadrat), Schulreife

U10=J1:

  • Jugendgesundheitsberatung (Sexualberatung, Suchtprävention, Gesprächsangebot für Probleme und Konflikte)
  • Bestimmung von Cholesterin, evtl. auch der Schilddrüsenwerte und Impfantikörper
  • Impf-Check
Was wird bei der Vorsorgeuntersuchung U3 untersucht?

Die U3 wird beim Kind zwischen der 4. und der 6. Lebenswoche durchgeführt.

Zu Beginn der Vorsorgeuntersuchung steht die Anamnese, das heißt die Eltern werden gezielt über mögliche Auffälligkeiten befragt wie beispielsweise Krampfanfälle, Infekte, Auffälligkeiten beim Trinken oder häufiges Schreien. Ebenso wird das Trink- und das Schlafverhalten mit den Eltern besprochen und eventuelle Stressfaktoren. Dann wird das Kind komplett entkleidet, es wird gemessen und gewogen.

Gewicht, Körperlänge und Kopfumfang werden in Diagramme eingetragen. Aus diesen ist ersichtlich, ob das Kind dem Alter entsprechend zunimmt und wächst. Der Haus- oder Kinderarzt untersucht zunächst die Haut, einschließlich Kopf, Nabel und Windelbereich.

Anschließend wird geprüft, ob alle Reflexe altersgemäß ausgebildet sind. Die inneren Organe werden untersucht und die korrekte Ausbildung der Gliedmaßen und der Wirbelsäule. Bei der U3 wird außerdem ein Ultraschall beider Hüften durchgeführt, um rechtzeitig eine Fehlstellung zu erkennen.

Gibt es auch Vorsorgeuntersuchungen für Kinder beim Zahnarzt?

Ja. Ergänzend zur Kontrolle der Zahngesundheit durch den Kinderarzt hat Ihr Kind vom 3. bis zum vollendeten 6. Lebensjahr Anspruch auf drei spezielle zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen:

  • 1. Termin: 30.-42. Lebensmonat
  • 2. Termin: 49.-52. Lebensmonat
  • 3. Termin: 60.-72. Lebensmonat

Neben der Mund- und Zahninspektion versieht der Zahnarzt das Gebiss Ihres Kindes möglicherweise mit einem Fluoridlack zur Kariesprophylaxe. Desweiteren dienen die Termine auch Ihrer umfassenden Beratung, u.a. zu folgenden Punkten:

Ab dem ersten Zähnchen werden zudem halbjährliche Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt empfohlen. Sie sind nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern auch dazu geeignet, die elterliche Seele zu beruhigen, wenn es mit den theoretischen Tipps zur zahngesunden Ernährung und Pflege in der praktischen Umsetzung nicht immer so klappt wie empfohlen.

Müssen Kinder zur Vorsorgeuntersuchung zum Augenarzt?

Eine ungetrübte Sehfähigkeit ist für das kindliche Erleben und Begreifen der Welt von aussschlaggebender Bedeutung. Deshalb steht die Augenprüfung bereits ab der U2 auf dem Programm der kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen. Auch eine Basisuntersuchung beim Augenarzt, als „Sehschule“ bezeichnet, wird empfohlen.

Gibt es in der Familie bereits Mitglieder mit Sehstörungen – was bei einem bebrillten Bevölkerungsanteil von 63% in Deutschland nicht gerade überraschend wäre – sollte die erste augenärztliche Kontrolluntersuchung nach Rücksprache mit dem Kinderarzt noch im 1. Lebensjahr, ansonsten zu Beginn des 3. Lebensjahres durchgeführt werden.

Woran sollten kurzsichtige Eltern denken?

Wenn Sie kurzsichtig sind, sollten Sie Ihr Kind möglichst frühzeitig vom Augenarzt untersuchen lassen. Denken Sie bei Schulproblemen Ihres Kindes auch daran, dass eine vererbte Kurzsichtigkeit die Ursache sein könnte. Denn eine nicht behandelte Fehlsichtigkeit kann zu Lernstörungen führen und letztlich sogar das Auge gefährden.

Typischerweise kommt die Kurzsichtigkeit bereits im Schulalter zum Tragen, wird aber oft längere Zeit durch Zusammenkneifen der Augen, häufiges Blinzeln und „Schreiben mit der Nase“ (mit den Augen so dicht am Blatt, dass die Nase fast mitschreibt) kompensiert. Unspezifische Symptome wie Kopfweh und trockene Augen können aus dem angestrengten Zusammenkneifen resultieren.

Die häufigsten Sehfehler und Augenkrankheiten bei Kindern sind:

  • Schielen
  • Weitsichtigkeit
  • Kurzsichtigkeit
  • Hornhautverkrümmung

Hören und Hörtests

Wie wird das Gehör meines Babys kontrolliert?

Dass ein Baby gut hören kann, ist für seine Entwicklung außerodentlich wichtig. Allein die Sprachfähigkeit kann enorm leiden, wenn ein Kind Ihre Worte nur undeutlich oder gar nicht versteht. Deshalb ist es für Eltern wichtig, für dieses Thema eine gewisse Sensibilität zu entwickeln und genau hinzuschauen.

Nach Angaben des Deutschen Zentralregisters für kindliche Hörstörungen werden etwa 1 bis 3 von 1.000 Kindern mit Hörschäden geboren. Werden diese frühzeitig erkannt und im ersten Lebensjahr behandelt, ist mit einer weitgehend normalen sprachlichen und sozialen Entwicklung des Kindes zu rechnen. Um dies sicherzustellen, wird in Deutschland das Neugeborenen-Hörscreening durchgeführt und seit 1. Januar 2009 auch von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Allerdings kann eine Hörstörung auch später entstehen, zum Beispiel durch häufigere Mittelohrentzündungen oder auch heftige Erkältungen, bei denen die Gehörgänge chronisch verlegt werden können. Umso wichtiger ist, dass Eltern aufmerksam sind und über die normale Gehörentwicklung ihres Kindes informiert sind. Die Vorsorgeuntersuchung U3 überprüft auch die Hörfähigkeit.

Was genau bei der U3 getestet wird und wie Sie selber das Gehör Ihres Kindes prüfen können, lesen Sie hier:

Wissenswertes zum Hörtest und der Entwicklung des Gehörs

Wie wird die Hörentwicklung bei der U3 untersucht?

Bei der Vorsorgeuntersuchung U3, die zwischen dem 1. und 2. Lebensmonat des Kindes erfolgt, steht auch ein Hörtest an. Der besteht aus einer Mischung aus Befragung der Eltern und Beobachten Ihres Babys. Dabei achtet der Kinderarzt vor allem auf folgende Punkte:

  • Erschrecken bei Geräuschen
  • Änderung des Verhaltens bei plötzlichem lauten Geräusch
  • Lid-Reflex bei plötzlichen ohrnahen, lauten Geräuschen
  • Beruhigung bei Zuspruch seitens der Mutter
  • Lauschen auf den Ton eines Glöckchens
  • Suchen der Schallquelle vertrauter Geräusche (Sprechen), mit Augenbewegungen
  • Beginn der Lallperiode
Wie kann ich testen, ob mein Baby gut hören kann?

Folgende Anhaltspunkte helfen Ihnen dabei, die altersgerechte Entwicklung und Hörfähigkeit Ihres Kindes zu beurteilen:

  • Ab der 4.- 6. Lebenswoche erschrecken Säuglinge bei plötzlichen lauten Geräuschen und zucken zusammen.
  • Im Alter von 6 Monaten können Babys stimmhaft lachen und brabbeln. Sie drehen ihren Kopf oder die Augen in Richtung einer Geräuschquelle, die sie nicht sehen können, und reagieren üblicherweise, wenn sie mit ihrem Namen angesprochen werden.
  • Im ersten Lebenshalbjahr plappern alle Kinder vor sich hin. Diejenigen, die nichts hören können, verstummen danach zunehmend.
  • Ab dem 7.-8. Lebensmonat lauschen Kinder auf Musik und probieren unterschiedliche Stimmlagen und Laute aus.
  • Ab dem 10.-12. Lebensmonat reagieren Säuglinge, wenn sie aus einem Meter Enfernung in normaler bis leiser Lautstärke angesprochen werden, und können Verbote („Nein!“) verstehen.
  • Etwa zum 2. Geburtstag beginnen Kinder mit Zwei-Wort-Sätzen (z.B. „Ball haben“) und können Anweisungen befolgen, die ihnen ins Ohr geflüstert werden.
  • Mit 5 Jahren sollte Ihr Kind so sprechen können, dass ein Fremder es verstehen kann.

Im Zweifel: ärztlichen Rat einholen

Zwar sind die Entwicklungszeiten nicht in Stein gemeißelt und können im Einzelfall nach vorne und hinten variieren, ohne dass gleich eine ernsthafte Störung vorliegen muss. Dennoch sollten Sie aufmerksam werden und im Zweifelsfall unverzüglich den Kinderarzt zu Rate ziehen, wenn Sie Entwicklungsdefizite bei Ihrem Kind feststellen.

Und das nicht nur zu Beginn, sondern im gesamten Verlauf der Kindheit. Denn zu Hörstörungen kann es in jedem Lebensalter kommen. Wenn Kinder unaufmerksam sind, Probleme in der Schule haben, schlecht folgen und sehr laut Musik hören – dann muss das nicht, aber es kann an einer geminderten Hörfähigkeit liegen.

Wie geht ein Hörtest zu Hause?

Klingt simpel und banal, ist es auch, allein um’s Machen geht es: Stellen Sie sich unbemerkt hinter Ihr Kind und sprechen Sie es leise an. Wenn es ungewollt nicht reagiert, sollte sein Gehör vom Fachmann überprüft werden.

Weitere mögliche Anzeichen für Hörprobleme sind, wenn Ihr Kind

  • nicht auf Geräusche reagiert
  • Probleme mit dem Sprechen oder eine verzögerte Sprachentwicklung aufweist
  • des öfteren nicht reagiert, obwohl es angesprochen wird
  • zu Hause keine Probleme mit dem Sprechen, Hören und Verstehen hat, wohl aber in der Schule (mit vielen Hintergrundgeräuschen)

Die fünf Sinne

Laut und leise – was braucht mein Kind für seine Ohren?

Im elterlichen Bewusstsein spielt der planvolle Umgang mit dem Gehör, im Gegensatz zu anderen Gesundheits- und Entwicklungsaspekten des Kindes, meist keine besondere Rolle. Allenfalls im Anmahnen einer geringeren Lautstärke ist das mitunter ein Thema. Tatsache ist: Kinder und Jugendliche brauchen Freiräume zum lustvollen Lautsein.

Diese "Krakeel-Phasen" sind kein Gegensatz, sondern eine wichtige Ergänzung und Abwechslung zur entspannenden Ruhe – der bevorzugten Alternative der meisten Eltern. So sieht es jedenfalls die Bundezentrale für gesundheitliche Aufklärung, und so sehen auch wir das. Die Bundeszentrale hält für Eltern ein paar bedenkenswerte Tipps zum Umgang mit Lärm und Stille bereit:

Tipps zum Thema Geräusche

Wie bringe ich meinen Kindern ein Gefühl für Geräusche im Alltag bei?

Seien Sie als Eltern auch im Umgang mit Stille und Lärm Ihren Kindern ein Vorbild.

Nutzen Sie den Einfluss gedämpfter Lichtverhältnisse auf den Geräuschpegel: Kerzenlicht beim gemeinsamen Abendessen etwa beruhigt die Gemüter und die Unterhaltung.

Der Gesundheitstipp schlechthin:

Spazieren Sie regelmäßig mit der Familie durch Wald und Wiesen. Das sorgt nicht nur für Bewegung an der frischen Luft, sondern ermöglicht auch den Ohren, sich vom Alltagslärm zu erholen und ihre Sinneskraft beim Wahrnehmen leiser Naturgeräusche zu schärfen.

Spielen Sie beim Naturspaziergang das Spiel „Ich höre was, was du nicht siehst“

Dazu bleiben Sie an einer beliebigen Stelle (z.B. im Wald) stehen und bitten ein Familienmitglied um Nennung aller Dinge, die es sieht.

Dann schließen Sie die Augen und beschreiben die Geräusche, die Sie hören. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel dem Auge entgeht und was alles durch Konzentration auf den Hörsinn wahrnehmbar ist.

Welchen Einfluss haben lärmende Spielsachen?

Spieldosen und Quietschtiere dürfen nicht so laut sein, dass sie das Gehör schädigen könnten, wenn man sie ans Ohr hält. Auch von Spielzeugpistolen, Knackfröschen, Kindertrompeten und anderen „Scherzartikeln“ wird abgeraten.

Ob das so kategorisch gelten muss, bleibe dahin gestellt – schließlich hängt es maßgeblich vom Umgang Ihres Kindes mit den Spielsachen ab, wie „gefährlich“ diese werden können – und damit auch von Ihrer verantwortungsvollen Erziehung. In der Tendenz ist dem Ansatz aber sicher zuzustimmen.

Schließlich noch ein vorsorglicher Hinweis:

Achten Sie beim Kauf eines tragbaren Musikabspielgeräts möglichst auf ein automatisches Lautstärkebegrenzungssystem, das das Laustärkevolumen unter einem bestimmten Höchstwert hält.

Mund- und Nasenatmung

Wie kann ich mit meinem Kind die Nasenatmung einüben?

Je nach Alter Ihres Kindes bieten sich folgende Übungen zur Nasenatmung an, die Sie möglichst spielerisch durchführen sollten:

  • Schluck Wasser im Mund: Machen Sie einen kleinen Wettkampf daraus, wer das Wasser länger im Mund behält. Wenn es klappt, atmet Ihr Kind (notgedrungen) durch die Nase, um nicht das Wasser vor dem nächsten Atemzug verschlucken oder ausspucken zu müssen.
  • Knopf zwischen den Lippen: Das gleiche Prinzip wie mit dem Wasserschluck – wer es länger schafft (und dabei durch die Nase atmet), hat gewonnen.
  • Mit dem Strohhalm trinken (ohne dabei die Zunge vorzustrecken).
  • Tröte oder Blasinstrument spielen.
  • Watte pusten. Kerze ausblasen.
  • Lieder mit geschlossenem Mund summen oder Geräusche nachmachen.
  • Weniger Fernsehkonsum, wenn Ihr Kind mit offenem Mund vor der Glotze sitzt.
  • Beim älteren Kind: Spiegel vorhalten und bewusste Wahrnehmung der Mundstellung inklusive korrigierendem Verhalten vermitteln.

Bei Bedarf professionelle Unterstützung holen

Beziehen Sie ggf. die Kindergärtnerin mit ein, die unterstützend tätig werden kann. Möglicherweise kann kurzfristig auch eine logopädische oder krankengymnastische Therapeutin helfen.

Auch der (frühzeitige) Besuch beim Kieferorthopäden ist sinnvoll. Neben einer fachgerechten Untersuchung und Beratung kann er Ihrem Kind ggf. eine zur individuellen Kieferstellung passende Mundvorhofplatte verordnen. Und dabei mithelfen, Ihr Kind von der Notwendigkeit zu überzeugen, diese auch zu tragen.

Schluckauf

Wie kann man einen Schluckauf beim Kind und beim Säugling vorzeitig beenden?

Beim Schluckauf handelt es sich um einen Zwerchfellkrampf. Der verschwindet zwar irgendwann von selbst wieder, nervt aber meistens. Kleine Kinder finden ihn zwar oft zunächst lustig, aber irgendwann dann auch nicht mehr. Das Standardrezept – heftiges Erschrecken – ist aber bei einem kleinen Kind keine gute Wahl (und hilft im übrigen auch bei uns Erwachsenen meistens nicht).

Geeignetere Alternativen zur Beendigung des Schluckaufs sind:

  • Ablenkung
  • Luftanhalten mit erhobenen Armen (bei älteren Kindern)
  • Trinken oder Essen von Zucker

Beim Säugling können Sie versuchen, durch Nasekitzeln mit einer Vogelfeder oder Watte den Niesreflex auszulösen, woraufhin das Zwerchfellzucken meist sofort aufhört.

Weitere Fragen zur Kindergesundheit

Kann Elektrosmog (Handys & Co) bei Kindern Leukämie auslösen?

Können Handys und all die anderen elektronischen Geräte in unserer Umgebung Krebs verursachen? Womöglich gerade bei Kindern? Diese durchaus wichtige Frage bleibt leider trotz einiger Studien dazu unbeantwortet. Zwar konnten Wissenschaftler einen statistischen Zusammenhang zwischen häuslichen Magnetfeldern von mehr als 0,4 Mikrotesla und dem Auftreten von Leukämie ermitteln. Ob dies allerdings auf einem biologischen Wirkprinzip beruht oder anderen Kausalfaktoren geschuldet ist, konnte mit diesen Studienergebnissen offenbar auch nicht endgültig geklärt werden.

Unsere Meinung dazu: Seien Sie misstrauisch! Bei den Milliarden, die mit diesen Geräten verdient werden, muss man bei Fragen der Wahrheitssuche das Schlimmste befürchten. Wir jedenfalls bewundern die Wissenschaftler, die sich trotzdem mit kritischem Geist an diese Themen herantrauen.

Und noch etwas: Dass ernsthaft über einen Führerschein ab 16 Jahre nachgedacht wird und Verkehrssünder (Tempo 90 in Kinder-Wohngebieten) so milde bestraft werden, hat wenig mit Vernunft zu tun, sehr viel aber mit den Unsummen, die mit Autos verdient werden. Und ähnlich viel wird eben auch mit Smartphones verdient.

Wie hoch ist die Säuglingssterblichkeit?

In Deutschland sterben 4,1 von 1.000 Lebendgeborenen, bevor sie ihr erstes Lebensjahr vollendet haben. Zwei Jahrzehnte zuvor waren es noch 8,1.

Im internationalen Vergleich liegt Island (2,9) ganz vorne und der Kongo (116,8) ganz hinten auf einer von den Vereinten Nationen im Jahr 2009 publizierten Liste („World Population Prospects: The 2008 Revision“).

Auch bei uns lässt sich eine erhöhte Säuglingssterblichkeit bei sozial benachteiligten Gruppen nachweisen, etwa bei armen Menschen und solchen mit Migrationshintergrund. Eine mangelhafte Gesundheitsvorsorge während der Schwangerschaft, Fehlernährung und die unzureichende Inanspruchnahme von präventiven Gesundheitsleistungen werden als mögliche Gründe vermutet.

Wie wird mit der KiGGS-Studie die Kindergesundheit untersucht?

Die KiGGS-Studie (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland) ist eine Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts (RKI), mit der die gesundheitliche Lage unseres Nachwuchses im Alter von 0-17 Jahren bundesweit repräsentativ und möglichst aussagekräftig erfasst werden soll.

Der erste Anlauf wurde in den Jahren 2003-2006 mit der KiGGS-Basis-Erhebung unternommen, für die über ganz Deutschland verteilt in 167 Orten Daten gesammelt wurden. Das Studienprogramm umfasste vor allem Befragungen, aber auch medizinische Untersuchungen und Tests sowie Laboranalysen (Blut- und Urinproben). Insgesamt wurden 17.641 repräsentativ ausgewählte Jungen und Mädchen mit ihren Eltern in die Studie einbezogen.

Eine Art Dauerstudie

Nach Auskunft des RKI sind die Ergebnisse „in der Fachwelt und in der allgemeinen Öffentlichkeit auf reges Interesse gestoßen“. Auf der KiGGS-Website können Sie sich übrigens auch selbst die an Eltern gerichtete Ergebnisbroschüre downloaden.

Da eine einzelne Studie, so umfassend sie auch angelegt sein mag, immer nur eine Momentaufnahme des Gesundheitsgeschehens abbilden kann, wird die KiGGS-Studie als Langzeitstudie im Rahmen des RKI-Gesundheitsmonitorings fortgeführt.

Quellen:

  • DAK, BVKJ, Verein Paulinchen
  • British Medical Journal

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Kommentare: Archiv

Wir plädieren nicht für Frieren
Donnerstag, den 17. September 2015 um 21:39 Uhr, Navigator-Medizin
Hallo Franzi, Ihre Einschätzung teilen wir weitgehend, aber wieso schreiben Sie, wir würden für "ruhig mal Frieren" plädieren? Wie kommen Sie darauf? Viele Grüße Das Navigator-Team
 
Wettergerechte Kleidung
Donnerstag, den 17. September 2015 um 15:59 Uhr, Franzi
Ich habe hier auf der Seite gelesen, dass Kinder nicht zu warm angezogen werden sollen und es sogar besser wäre, sie einmal am Tag frieren zu lassen. Ich bin Erzieherin in einer Kinderkrippe und erlebe das Zusammenspiel aus "wie ist ein Kind angezogen" und "wann wird es krank" daher hautnah mit. Ich habe mich mehrere Jahre, vor allem in den kühleren Monaten, mit genauen Beobachtungen aus genau diesem Zusammenspiel beschäftigt und habe festgestellt, dass Kinder im Alter von 1-3 Jahren immer 2-3 Tage, nachdem sie gefroren haben (kühle Hände/Arme), den ersten Schnupfen bekamen und dann mehr oder minder schlimm erkrankt sind. Meine Erfahrungen zeigen mir, dass die Kinder leider häufig viel zu leicht von ihren Eltern angezogen werden. Ich erlebe es selten, dass Eltern sich genug Gedanken machen. Ich habe es häufig erlebt, dass Kinder selbst im Winter ohne Handschuhe, Schuhe oder Mützen "transportiert" werden. "Wir sind ja nur schnell mit dem Auto gefahren." (Diese Ansicht zieht sich durch alle Elternmilieus. Leider) Es würden sich sicher einige Infekte, die dann immer die ganze Gruppe durchlaufen, vermeiden lassen, wenn Eltern ihre Kinder anhand der tatsächlichen Temperatur und nicht anhand von Jahreszeiten kleiden. (Bei 6 Grad am Morgen im September braucht man halt mehr als einen Sonnenhut und eine Strickjacke.) Daher würde ich nicht raten Kinder frieren zu lassen und immer ein Zwiebelsystem empfehlen!
 
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