Das Fäustchen im Kindermund ist ein typisches Anzeichen für das Einschießen der ersten Zähne. Lange bevor diese sichtbar werden, machen sie sich für Ihr Baby schmerzhaft bemerkbar. Mit dem Herumbeißen auf der eigenen Hand lindert es seine Beschwerden. Es kann dann allerdings noch eine ganze Weile dauern, bis die Beißerchen sichtbar werden.
Natürlich gibt es aber auch noch viele andere mögliche Gründe für ein Baby, die Hand in den Mund zu stecken. Zum Beispiel einfach nur aus Lust und Laune. Solange Ihr Kleines keine sonstigen Anzeichen für eine ernste Erkrankung hat, müssen Sie sich wegen der Fäustchen keine großen Sorgen machen.




Er hat vor 3 Monaten ein Schwesterchen bekommen. Die Eltern sind sehr einfühlsam und tun ALLES, dass der Bube nicht eifert. Er liebt seine Schwester sehr.
Können Sie mir sein Verhalten erklären? Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort.
Liebe Grüße, Edith P.
das ist aus der Ferne natürlich nur sehr schwierig zu beurteilen, ohne Ihren Enkel zu kennen. Deshalb bitte das Folgende nicht als "Erklärung" betrachten, sondern nur als Einschätzung.
Das Verhalten ist in diesem Alter nicht unbedingt anormal. Kinder mit 3 Jahren regulieren Gefühle oft über den Mund (ähnlich wie früher beim Schnuller), besonders in Situationen von Anspannung, Unsicherheit oder Müdigkeit. Das „Faust-in-den-Mund-Stecken“ kann daher eher ein Selbstberuhigungsversuch sein als ein Zeichen von etwas Krankhaftem.
Die Geburt eines Geschwisterchens ist trotz aller Bemühungen der Eltern eine große Umstellung. Auch wenn er seine Schwester liebt, bedeutet das unbewusst Stress, mehr Reize und neue Anforderungen. Solche Verhaltensweisen können dann vorübergehend auftreten, ohne dass eine Eifersucht offen sichtbar ist.
Solange er sich sonst altersgerecht entwickelt, normal spricht, spielt und Kontakt aufnimmt, ist das in der Regel unbedenklich. Sollte das Verhalten sehr häufig, zwanghaft oder auch in ruhigen Situationen auftreten oder weitere Auffälligkeiten dazukommen, wäre eine kinderärztliche Einschätzung sinnvoll.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn