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Wie lange bin ich mit Herzrhythmusstörungen krankgeschrieben?

Diese Frage ist gar nicht so leicht und pauschal zu beantworten. Wie lange Sie mit einer Herzrhythmusstörung arbeitsunfähig und krank sind, hängt unter anderem davon ab, welche Rhythmusstörung genau vorliegt, ob sie Herzkraft und Kreislauf beeinträchtigt und wie stark sie Sie persönlich belastet. Im folgenden Text finden Sie detaillierte Informationen zur Krankschreibung bei einzelnen Rhythmusproblemen.

Von Stolpern und Herzrasen

Es stolpert, es rumpelt, es rast. Schwindel, Unsicherheit, Angst und in schweren Fällen sogar Luftnot und Herzbeschwerden können dazu kommen: die Rede ist von Herzrhythmusstörungen. Das Bild dieser Krankheitsgruppe ist insgesamt bunt und vielfältig. Es reicht von harmlosen Extraschlägen, die bei auch bei Gesunden auftreten, über Vorhofflimmern bis hin zu bösartigen Rhythmusstörungen, die im Rahmen von schweren Herzerkrankung auftreten können.

Da es viele verschiedene Formen von Rhythmusproblemen gibt, lässt sich die Frage, wie lange Ihr Arzt Sie voraussichtlich krank bzw. arbeitsunfähig (AU) schreibt, pauschal nicht beantworten. Diverse Faktoren spielen eine Rolle. Im Folgenden besprechen wir mögliche AU-Zeiten für einzelne, häufige Rhythmusstörungen. 

AU-Zeiten bei Extraschlägen

Extraschläge (Extrasystolen) sind nicht selten und treten auch bei herzgesunden Menschen auf. Meist führt Ihr Arzt ein paar Untersuchungen durch, um sicher zu sein, dass kein medizinisches Problem hinter dem Stolpern steckt. Zu den Tests zählen EKG (Herzkurve), 24-Stunden-Langzeit-EKG, gegebenenfalls ein Ultraschall des Herzens (Echokardiographie) und Blutkontrollen, zum Beispiel der Schilddrüsenwerte.

Solange Herzmuskel und Herzklappen gesund sind und die Extraschläge in Form und Anzahl unauffällig erscheinen – das kann nur Ihr Arzt einschätzen –, sind einzelne Extrasystolen zwar unangenehm, aber in der Regel völlig unbedenklich. Eine (längere) Krankschreibung ist hier meist nicht notwendig.

AU-Zeiten bei Vorhofflimmern

Ein anderes Beispiel für eine häufig vorkommende Rhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. Bis zu 15% aller Menschen über 70 Jahre leiden daran. Es kann dauerhaft da sein oder nur gelegentlich auftreten und sich mit dem "normalen" (Sinus-) Rhythmus abwechseln. Dabei sind die verschiedenen Formen des Vorhofflimmerns gar nicht so schlimm, solange der Puls im Normbereich liegt und das Herz gut pumpt.  

Allerdings haben Betroffene bei diesem Rhythmusleiden ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall und müssen, abhängig von ihrem persönlichen Schlaganfallrisiko, gegebenenfalls starke Blutverdünner einnehmen. Das kann nur ein Mediziner einschätzen.

Ist ein Vorhofflimmern gut und stabil eingestellt, können Sie arbeiten gehen. Etwas anderes ist es, wenn Puls oder Herzkraft Probleme bereiten oder Luftnot, Ohnmachtsanfälle und Brustschmerzen auftreten. In solchen Fällen ist der Herzschlag oft zu schnell oder zu langsam oder gar beides. Solange Ihr Herzschlag unkontrolliert abläuft und derartige Beschwerden macht, schreibt Ihr Arzt Sie in der Regel krank. Die Dauer kann zwischen ein paar Tagen und mehreren Wochen liegen. In schweren Fällen müssen Sie Unter Umständen sogar ein paar Tage in die Klinik.

AU-Zeiten bei AV-Knoten-Reentry-Tachykardie bei jungen Menschen

Neben Extrasystolen und Vorhofflimmern gibt es Rhythmusstörungen wie die sogenannte AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT), bei der starkes Herzrasen aus heiterem Himmel auftritt. Sie kommt typischerweise bei jüngeren Menschen vor. Eine Extraleitungsbahn ermöglicht schnelle, kreisende Erregungen im Herzen.

Betroffene können eine AVNRT durch bestimmte Manöver unterbrechen. Hierzu gehören zum Beispiel das Trinken von kaltem Wasser oder Pressversuche gegen die Bauchdecke nach tiefer Einatmung. Reicht dies nicht aus, gibt es Medikamente, die das Kreisen stoppen. Sie werden in die Vene gespritzt. Wenn solche Episoden regelmäßig auftreten, können Mediziner mit einer Katheterablation die verantwortliche Extrabahn im Herzen veröden und die Rhythmusstörung langfristig heilen.

Sobald das Herzrasen stoppt, verschwinden meist auch die Beschwerden, so dass eine Krankschreibung hier selten notwendig ist. Nach einer Katheterablation hingegen sind Betroffene gewöhnlich ein paar Tage bis Wochen arbeitsunfähig und müssen womöglich eine Zeit auf Sport und schweres Tragen verzichten.

AU-Zeiten bei potentiell gefährlichen Rhythmusstörungen der Herzkammern

Eine weitere Gruppe der Rhythmusstörungen bilden die Kammertachykardien. Sie sind potentiell gefährlich, weil sie in sogenanntes Kammerflimmern und Kreislaufversagen münden können und unter Umständen sogar zum plötzlichen Herztod führen. Menschen mit Kammerflimmern (sowie Kammerflattern) sind oft schwer herzkrank. Sie leiden häufig an einer fortgeschrittenen Herzschwäche oder haben einen schweren oder mehrere Herzinfarkte durchgemacht. Im Rahmen einer Herzmuskelentzündung können ebenfalls Kammertachykardien auftreten.

Nach der Klinik muss man häufig noch zuhause bleiben

Wenn Sie an akuten oder gehäuft auftretenden Kammertachykardien leiden, geht in der Regel leider kein Weg an einem Klinikaufenthalt vorbei. In der Zeit danach bleiben Sie weiter arbeitsunfähig, bis sich Ihre Situation hoffentlich gebessert hat. Eventuell benötigen Sie vielleicht sogar einen internen Defibrillator, der wie ein Schrittmacher langfristig im Körper verbleibt und bei bösartigen Rhythmusstörungen eingreifen kann. Manche von Ihnen erhalten möglicherweise für ein paar Monate eine sogenannte Life-Vest, eine Art abnehmbare Schwimmweste mit integriertem Defibrillator. Sie dient als Übergang, wenn Ärzte noch nicht sicher einschätzen können, ob ein Defibrillator dauerhaft nötig ist.

Falls Sie zu den Menschen gehören, die für eine Weile eine Life-Vest tragen, werden Sie für diese Zeit in der Regel krankgeschrieben. Sollten Sie hingegen schon länger einen Defibrillator haben, können Sie unter Umständen teilweise auch arbeiten gehen, wenn Sie mit Medikamenten stabil eingestellt sind und psychisch gut mit Ihrer Situation zurecht kommen. Berufe mit schwerer körperlicher Arbeit fallen jedoch weg und einige Jobs wie zum Beispiel Busfahrer bleiben tabu. Neben den medizinischen Befunden spielt immer die individuelle, persönliche Belastungsgrenze eine große Rolle bei der Entscheidung, ob und wie viele Stunden Sie am Tag einer Arbeit nachgehen können und dürfen.

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