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Ernährung mit Colitis ulcerosa

Wie soll ich mich mit Colitis ulcerosa ernähren? Brauche ich eine künstliche Ernährung? Was, wenn es zu einem Nährstoffmangel kommt? Im folgenden Beitrag finden Sie Fragen und Antworten zur Ernährung bei Colitis ulcerosa.

Ernährungsempfehlungen

Worauf muss ich mit Colitis ulcerosa bei der Ernährung achten?

Leicht und gut verträglich

Generell ist bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eine leichte und gut verträgliche Vollkost zu empfehlen. Dazu gehört unter anderem ein sparsamer Umgang mit Fett.

Anfangs sollten Sie eher ballaststoffarme Nahrungsmittel essen. Vertragen Sie diese gut, können Sie Schritt für Schritt mehr Ballaststoffe, zum Beispiel über Obst und Gemüse, hinzufügen. Allerdings ist es ratsam, auf stark blähendes Obst oder Gemüse wie Hülsenfrüchte oder rohes Obst zu verzichten. Ebenso kann es sinnvoll sein, Gemüse und Obst zu dünsten, bevor Sie es verzehren.

Wohl temperiert und in kleinen Portionen

Außerdem sollten Sie versuchen, Extreme zu umgehen, also nicht zu heiß, zu kalt oder zu stark gewürzt essen. Weiterhin wird empfohlen, lieber sechs bis sieben kleinere Portionen pro Tag zu sich zu nehmen statt drei große Mahlzeiten zu essen. Vielleicht ist es auch hilfreich, die Nahrung zu pürieren.

Last but not least: Trinken Sie ausreichend. Das können bis zu drei Liter pro Tag sein, vor allem wenn anhaltender Durchfall besteht, möglichst aber keine kohlensäurehaltigen Getränke.

Gut essen und trinken mit Colitis ulcerosa

Warum sollte man bei Colitis ulcerosa auf Touren immer genug zu trinken bei sich haben?

Etwas zu trinken bei sich zu haben, ist auf Touren aller Art ohnehin empfehlenswert, aber besonders wichtig für den Fall, dass Durchfälle auftreten. Und das kann bei Colitis ulcerosa ja durchaus auch mal als Folge der chronischen Darmentzündung vorkommen.

Warum ist Vitamin D bei Colitis ulcerosa so wichtig?

Vitamin D beeinflusst die Abwehrkräfte unseres Körpers und unterstützt die Aufnahme von Kalzium sowie Magnesium aus der Nahrung. Beides sind Effekte, die sehr wichtig für unsere Gesundheit sind.

Gefährdete Knochen

Vielen Menschen mit Colitis ulcerosa mangelt es an Vitamin D, da sie über die Nahrung zu wenig aufnehmen können. Das kann negative Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel haben. Mögliche Folgen sind eine geringere Knochendichte und Knochenschwund (Osteoporose). Dabei nimmt die Gefahr von Knochenbrüchen zu.

Können Präbiotika bei Colitis ulcerosa sinnvoll sein?

Präbiotika sind unverdauliche Substanzen bzw. Bestandteile von Nahrungsmitteln, die im Darm die Aktivität und das Wachstum bestimmter Mikroorganismen (Keime) anregen. Zu den Präbiotika gehören auch die Ballaststoffe. Die Frage, ob Präbiotika bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sinnvoll sind, ist noch nicht endgültig geklärt.

Weniger Entzündung, weniger Durchfälle

In einigen Untersuchungen konnten positive Effekte von Präbiotika nachgewiesen werden. So hemmen wasserlösliche Ballaststoffe die Entzündungsvorgänge. Sie binden außerdem viel Flüssigkeit, was häufigen Stuhlgang bremsen kann.

Schutz für die Darmschleimhaut

Bestimmte der durch Präbiotika angeregten Darmbakterien bilden außerdem Butyrat. Diese kurzkettige Fettsäure entsteht im Darm beim bakteriell gesteuerten Abbau von Ballaststoffen. Butyrat wirkt, so wird vermutet, schützend auf die Schleimhaut des Dickdarms.

Gibt es besondere Diätempfehlungen für Kinder mit Colitis ulcerosa?

Eine spezielle Colitis-Diät gibt es nicht. Ihr Kind darf grundsätzlich alles essen, was ihm schmeckt – mit der für alle Kinder geltenden Einschränkung, dass die Ernährung im Großen und Ganzen möglichst ausgewogen und gesund sein sollte.

Wichtig ist aber auch bei den Kleinen, die einzelnen Mahlzeiten in Grenzen zu halten und grundsätzlich lieber auf mehrere kleinere Mahlzeiten zu setzen. Übermäßig viel Zucker, gehärtete Fette und blähende Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte sollten Sie außerdem vermeiden, ebenso alles andere, worauf Ihr Sprössling mit beobachtbarer Unverträglichkeit reagiert. Auch mit Ballaststoffen sollten Sie eher zurückhaltend sein, außer, Ihr Kind leidet gerade an Verstopfung.

Besonderheiten in akuteren Krankheitsphasen

Achten Sie bei einem akuten Entzündungsschub auf leichte Kost. Wenn es zu einem Gewichtsverlust kommt, ist eine nährstoffreiche Astronautendiät empfehlenswert, die es auch in schmackhafter Trinkform gibt. Gestalten Sie bei entzündungsbedingter Verstopfung den Speiseplan Ihres Kindes ballast- und faserstoffreicher, beispielsweise mit Getreideprodukten, Obst und Gemüse.

Ernährung in bestimmten Krankheitsphasen

Wie ernähre ich mich am besten im akuten Schub?

Befinden Sie sich gerade im Akutstadium der Colitis ulcerosa oder haben sich in Folge der Krankheit Engstellen im Darm entwickelt, gelten besondere Ernährungsempfehlungen für Sie:

Kost in der Akutphase und bei Darmstenosen

Worauf ist bei der Ernährung zu achten, wenn Verengungen im Darm bestehen?

Wenn bei Ihnen Darmstenosen vorliegen, sollten Sie eine Nahrung zu sich nehmen, die arm an Ballaststoffen und leicht verdaulich ist. So meiden Sie am besten faserreiche und sehr kernhaltige Lebensmittel. Dazu gehören zum Beispiel:

Nüsse, Trauben oder Zitrusfrüchte. Aber auch grobe Lebensmittel aus Vollkorn oder Spargel sollten dann nicht auf dem Speiseplan stehen.

Welchen Effekt hat eine künstliche Ernährung beim akuten Schub?

Prinzipiell ist die künstliche Ernährung natürlich kein Behandlungsersatz, sondern dient nur der ausreichenden Zufuhr an Nährstoffen. Die Behandlung des akuten Schubs mit entzündungshemmenden Glukokortikoiden (Kortison) kann sie also nicht ersetzen. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Bei Kindern und Jugendlichen, wenn Glukokortikoide nicht gegeben werden dürfen, kann die künstliche enterale Ernährung das Wachstum der jungen Betroffenen positiv beeinflussen und ist dann auch ein therapeutischer Ansatz.

Wie funktioniert eigentlich die künstliche Ernährung?

Bei der enteralen Form der künstlichen Ernährung gelangt die Nahrung in den Magen-Darm-Trakt, bei der parenteralen Form unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts über Tröpfe (Infusionen) direkt ins Blut.

Wann enteral und wann parenteral?

Generell sollte im akuten Schub soweit möglich eher enteral (Nahrung in den Magen) als parenteral (Nährstoffe direkt ins Blut) ernährt werden. Denn mit der parenteralen Ernährung steigt das Risiko für Komplikationen an, unter anderem kann es zu Verschlüssen der großen Venen kommen.

Offizielle Empfehlungen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, im akuten Schub zunächst eine Trinknahrung zu geben, die etwa 600 Kalorien enthält. Kann jedoch darüber nicht genügend Energie aufgenommen werden, steigt das Kaloriendefizit also an, ist eine Ernährung über Sonden sinnvoll.

Ernährungsprobleme

Können Nahrungsmittel einen Schub der Colitis ulcerosa auslösen?

Das scheint nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht möglich zu sein. Die Entstehung eines akuten Schubs wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Eventuell spielt dabei auch die Ernährung eine Rolle.

Bislang gibt es aber keine gesicherten Kenntnisse darüber, ob bestimmte feste oder flüssige Nahrungsmittel einen Schub auslösen oder ob eine angepasste Ernährung beschwerdelose Phasen verlängert.

Gute Kost zahlt sich aus

Allerdings zeigen erste Forschungsergebnisse, dass zum Beispiel Präbiotika die Ruhephasen bei Colitis ulcerosa positiv beeinflussen könnten. Empfehlungen lassen sich daraus jedoch (noch) nicht ableiten.

Dennoch spielt eine ausreichende Versorgung mit den wesentlichen Nährstoffen in den beschwerdefreien Abschnitten eine wichtige Rolle, da der Ernährungszustand mit der Aktivität der Erkrankung verbunden ist.

Nährstoffmangel bei Colitis ulcerosa

Welche Nährstoffmangelzustände können bei Colitis ulcerosa auftreten?

Bei Colitis ulcerosa kann eine sogenannte Hypalbuminämie auftreten. Dabei ist die Menge eines speziellen Eiweißes, des Albumins, im Blut zu niedrig. Daneben sind Blutarmut (Anämie) sowie zu geringe Konzentrationen an Zink, Vitamin D und B12, Selen, Folsäure und Eisen mögliche Folgen.

Wie kommt es bei Colitis ulcerosa zu einem Nährstoffmangel?

Dahinter können verschiedene Ursachen stehen. So fällt es einigen Betroffenen schwer, genügend zu essen, weil sie erbrechen müssen, an Geschmacksstörungen leiden, vermehrt Durchfall oder keinen Appetit haben. Bei Anderen kommt die Angst vor einer Zunahme der Symptome nach dem Essen hinzu.

Es kann auch an der Behandlung liegen

Seltener kann auch die Nährstoffaufnahme über die Darmwand gestört sein. Ursachen hierfür sind zum Beispiel die operative Entfernung von Darmabschnitten oder auch Medikamente. Daneben tragen auch Blutungen im Magen-Darm-Trakt zu einem Verlust an Nährstoffen bei.

Wenn der Körper mehr braucht

Der Bedarf an Nährstoffen kann in einigen Situationen auch größer sein, so dass Mangelzustände eher auftreten. Das ist zum Beispiel der Fall bei Fieber oder erregerbedingten Entzündungen.

Colitis ulcerosa: Wie entsteht ein Eisenmangel?

Das Risiko für einen Eisenmangel und eine eventuell nachfolgende Blutarmut (Anämie) ist bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen etwas erhöht. Das gilt übrigens auch für viele andere chronische Erkrankungen.

Vor allem drei Ursachen kann der Eisenmangel haben:

  • verminderte Eisenaufnahme über den Darm und eingeschränkte Eisenspeicherung in der Leber und der Milz (verursacht durch die entzündlichen Prozesse)
  • Blutungen oder Störungen der Blutbildung (Eisenverluste)
  • zu geringe Eisenzufuhr über die Nahrung

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

Kommentare  

# TippsTina mi Fragezeichen 06.08.2022 20:19
Hallo Leute,
bei mir wurde Colitis ulcerosa festgestellt. Wollte euch mal fragen, wie ihr so mit der Krankheit umgeht, und wie ihr euren Alltag so meistert? Habt ihr auch eure Ernährung umgestellt? Könnt ihr mir bitte Tipps und Tricks geben. Im Moment bin ich etwas fertig und durch den Wind. Über eure Nachrichten und Ratschläge würde ich mich freuen.
Liebe Grüße Tina
Antworten
# TippsKaya 27.10.2022 22:43
Hallo Tina,
wie geht es dir denn heute, einige Wochen nach der Diagnose?
Mein Tipp an dich: Ließ nicht so viel im Internet. Bei jedem verläuft die Krankheit anders und im Internet findet man häufig Beiträge, wenn es schlecht läuft.
Ich habe meine Diagnose bereits im Juni 2015 erhalten. Nach 6 Monaten sehr schlimmer Beschwerden. Ich gehöre zu denjenigen, die wohl Glück haben. Denn seit der Diagnose (totale Entzündung) und medikamentöser Therapie (nur ein einziges Medikament, nicht ein Cocktail aus allem, um zu sehen, was anschlägt), hatte ich keinen Schub mehr. Gerade bahnt sich ein bisschen was an. Allerdings hatte ich nach ärztlicher Absprache die Dosis des Medikamentes reduziert. Jetzt steigere ich sie wieder und hoffe, dass alles gut bleibt.
Ich habe in den letzten Jahren alles gegessen und getrunken, was ich wollte. Hatte auch stressige Zeiten und habe ein Kind bekommen. Das Einzige, was für ein Zwicken im Darm gesorgt hat, war langes Sitzen - z.B. 6 Stunden im Zug. Und ich habe immer relativ viel Luft im Bauch. Vielleicht eine Begleiterscheinung.
Alles Gute für dich, Kaya.
Antworten
# Fodmap hilftNina 26.10.2022 10:59
Hallo Tina,
ich habe meine Diagnose seit Mai 2022 und weiß, wie es einem damit erstmal geht. Mir hilft FODMAP-Ernährung sehr gut. Und Pfefferminztee ist der Retter für kleine Symptome, wie Bauchschmerzen oder leichtere Krämpfe. Ansonsten viel Stress vermeiden und einfach darauf hören, was der Körper braucht. Alkohol größtenteils weglassen. Der reizt nur unnötig. Und stark fettige Sachen wie Frittiertes, sind auch nicht so gut bei mir. Vielleicht helfen dir ja die Tipps. Gute Besserung!
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Autoren unseres Artikels
 

Dr. med. Anne-Kristin Schulze
Ärztin / medizinische Fachautorin

    Berufliche Stationen:
  • Onko-Internetportal www.krebsgesellschaft.de
  • Schulze, A-K Entgif­tungs­be­hand­lung www.tk.de

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Dr. Hubertus Glaser, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V. (DEUGE) und medizinischer Fachautor

Dr. Hubertus Glaser
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V. (DEUGE) und medizinischer Fachautor

    Studium:
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag
  • freiberuflich als Entwickler, Berater und Publizist

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Medizinische Prüfung
des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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