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Symbicort: Wirkung und Nebenwirkungen

Symbicort® ist ein Kombinationsspray, das bei Asthma und COPD eingesetzt wird. Es enthält zwei unterschiedliche Wirkstoffe und kann Atemwegsbeschwerden damit effektiv lindern. Wie genau Symbicort® wirkt und was Sie bei der Einnahme beachten sollten, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Wie wirkt Symbicort gegen Asthma und COPD?

Symbicort® enthält die Wirkstoffe Formoterol und Budesonid. Formoterol ist ein Betamimetikum und erweitert die Atemwege. Budesonid ist ein Kortison-Abkömmling und wirkt der Entzündung der Schleimhaut entgegen.

Kurzprofil von Formoterol und Budesonid

Und nun etwas genauer: Formoterol ist ein langwirksamer Bronchienerweiterer (Bronchodilatator). Es wirkt auf Rezeptoren des sympathischen Nervensystems, einem Teil des Nervensystems, das der Mensch nicht willkürlich steuern kann. Dadurch kommt es zur Erschlaffung der glatten Muskulatur in den Atemwegen, die in der Folge weniger verengt sind. Sowohl bei Asthma als auch bei COPD wirkt Formeterol damit der krankhaften Verengung der Atemwege entgegen und erleichtert die Atmung.

Der andere in Symbicort® enthaltene Wirkstoff, Budesonid, ist ein Entzündungshemmer aus der Gruppe der Kortikosteroide. Budesonid vermindert die entzündlichen Reaktionen in der Bronchialschleimhaut, macht die Schleimhaut weniger reizbar und bewirkt deren Abschwellung. Außerdem führt Budesonid zu einer Entspannung der glatten Muskulatur der Atemwege und erleichtert so zusätzlich die Atmung.

Welche Stärke von Symbicort wirkt bei COPD am besten?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Es kommt auf verschiedene Faktoren wie Ihr Alter, die Schwere der Beschwerden und das Therapieziel an. Auch die sonstige Behandlung spielt dabei eine Rolle. Entscheiden können Sie das also nur zusammen mit Ihrem behandelnden Arzt.

Exakte Dosierung hängt von individuellen Faktoren ab

Zum Hintergrund: Symbicort® enthält zwei Wirkstoffe:

  • einen Atemwegs-Weitsteller (Formoterol)
  • und einen Entzündungshemmer aus der Kortison-Gruppe (Budesonid)

Zur Behandlung der COPD empfiehlt der Hersteller die Anwendung von Symbicort® 200/6, und zwar 2mal täglich. Wie oben erläutert, ist das aber nur eine Richtgröße.

Es gibt auch Symbicort® 100/6, bei dem der Kortison-Anteil nur halb so hoch ist, was aber eher bei Asthma und Kindern eine Option ist. Und es gibt ein Symbicort® 400/12, in dem beide Wirkstoffe doppelt so hoch dosiert sind.

Was oben drauf steht, kommt nicht zwingend unten an

Übrigens: Bei sehr vielen Anwendern von Asthma- oder COPD-Sprays kommt von den enthaltenen Wirkstoffen ein viel zu geringer Anteil in den unteren Atemwegen an. Der Grund liegt in der oft fehlerhaften Anwendung der Sprays oder – um es anders zu formulieren – in der viel zu komplizierten Bedienbarkeit der Inhalatoren. Insofern ist die Dosis, die man verordnet bekommt, nicht das alleinige Maß für eine Beschwerdefreiheit.

Wie oft muss man das Symbicort®-Spray anwenden?

Das wird immer individuell entschieden und muss mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Unterschiede zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

Bei Kindern unter 12 Jahren mit Asthma empfiehlt der Hersteller, das Spray Symbicort® 100/6 1-2mal täglich anzuwenden, um das Auftreten von Asthma-Anfällen zu vermeiden. Kommt es dennoch zu Anfallsperioden, darf das Spray nicht öfter als 8mal täglich mit einem einmaligen Hub angewendet werden.

Bei Jugendlichen ab 12 Jahren und Erwachsenen mit Asthma empfiehlt der Hersteller je nach Dosierung des verwendeten Präparats eine 1-2mal tägliche Anwendung und maximal 12 Hübe pro Tag.

Bei COPD zweimal am Tag

Bei der Therapie der COPD empfiehlt der Hersteller die Anwendung von Symbicort® 200/6 zweimal täglich.

Sollte Ihr Arzt Sie dazu angehalten haben, das Spray aus individuellen Gründen anders anzuwenden, sollten Sie sich an seine Empfehlungen halten.

Kann man Symbicort® einfach absetzen?

Absetzen von Symbicort muss langsam und schrittweise erfolgen

In der Regel ist Symbicort® auch bei längerer Anwendung gut verträglich und sollte täglich angewendet werden, um eine dauerhafte Linderung der Beschwerden zu gewährleisten. Da der Körper mit einer Gewöhnung auf die in Symbicort® enthaltenen Wirkstoffe reagiert, sollte das Medikament niemals abrupt, sondern immer schrittweise abgesetzt werden. Nach einem plötzlichen Absetzen kann es zu starken Entzündungserscheinungen kommen, die sich zum Beispiel in Hustenanfällen und Atemnot äußern.

Symbicort® darf nur dann sofort abgesetzt werden, wenn es zu allergischen Reaktionen durch das Medikament kam, da ein anaphylaktischer Schock lebensbedrohlich sein kann und bereits geringste Mengen ausreichen können, um allergische Reaktionen auszulösen.

Welche Nebenwirkungen können unter Symbicort® auftreten?

Körper wird angeheizt

Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Herzklopfen und Zittern. Diese Nebenwirkungen sind darauf zurückzuführen, dass der enthaltene Wirkstoff Formoterol auf das unwillkürliche Nervensystem Einfluss nimmt und so auch andere, vor allem aktivierende Wirkungen zeigen kann. Häufig bedeutet hier bei 1-10% der Anwender.

Pilzinfektionen und Schleimhautreizung

Ebenfalls häufig sind Pilzinfektionen in Mund und Rachen (Soor), da Budesonid durch seine entzündungshemmende Wirkung die Abwehr der Schleimhaut schwächt. Auch Reizungen der Rachenschleimhaut mit Husten und Heiserkeit sind dadurch möglich. Deshalb sollten Sie, wenn Sie Symbicort® sprühen, nach der Anwendung des Sprays Ihren Mund gründlich mit Wasser ausspülen oder sich die Zähne putzen.

Vorsicht bei Mix von Symbicort und Allergiemittel Terfenadin

Wer zur Kontrolle seines Asthma bronchiale Symbicort® verwendet, sollte folgendes beachten: Einige Medikamente können in der Kombination mit Symbicort® gefährliche Herzrhythmusstörungen verursachen.

Asthma und Allergien gehen häufig Hand in Hand

Dies kann z.B. bei Antihistaminika, also Mitteln gegen Allergien wie Terfenadin AL® der Fall sein. Der Wirkstoff Terfenadinum (eher bekannt unter den Präparatenamen Terfenadin AL®, Hisfedin®, Terfedura®, Terfemundin® u.a.) wird z.B. bei Heuschnupfen oder allergischer Bindehautentzündung verschrieben und lindert die typischen Allergiesymptome wie tränende Augen, Niesen, Schwellung, Juckreiz etc.

Wenn Sie also – was recht häufig ist – nicht nur unter Asthma, sondern auch unter Allergien leiden, besprechen Sie eine eventuell zusätzliche antiallergische Medikation bitte unbedingt mit Ihrem Arzt. Gerade auch, wenn diese nur bei Bedarf verwendet werden soll oder, wenn sie rezeptfrei ist.

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Kommentare: Archiv

Symbicort absetzen
Montag, den 12. November 2018 um 18:40 Uhr, Stefan
Abruptes Absetzen führt zu Schmerzen im Nierenbereich links, zu Schüttelfrost, Müdigkeit - und in der Nacht liegt man schweißgebadet im Bett.
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