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Asthma-Anfall: Auslöser und Selbsthilfe

Woran erkennt man einen Asthma-Anfall? Was ist dann zu tun? Alle wichtigen Fragen zu den Symptomen und zur Behandlung des Asthma-Anfalls beantworten wir im folgenden Beitrag.

Entstehung

Was passiert bei einem Asthma-Anfall in den Atemwegen?

Bei einem Asthma-Anfall reagieren die Atemwege auf einen auslösenden Reiz besonders ausgeprägt. Die ohnehin schon gereizte Schleimhaut in den Bronchien schwillt stark an und produziert viel zähen Schleim. Zusätzlich verkrampfen sich die Muskeln der Atemwege in den Bronchien und der Lunge.

Bei einem Asthma-Anfall passiert in den Atemwegen also folgendes:

  • Die verdickten Atemwegswände ziehen sich zusammen.
  • Die Schleimhaut schwillt an (Ödembildung).
  • Es bildet sich ein zäher Schleim.

Typische Beschwerden

Durch diese drei Faktoren kommt es zu einer akuten Verengung der Atemwege. Vor allem die Ausatmung wird dabei behindert.

Ein Asthma-Anfall ist, soweit er nicht selbst sofort mit einem Spray gemildert werden kann, ein medizinischer Notfall. Sie sollten also unmittelbar ärztliche Hilfe suchen.

Anzeichen für einen Asthma-Anfall

Was sind Hinweise auf einen nahenden Asthma-Anfall?

Klassische Warnsignale des Asthma-Anfalls sind beginnende Atemnot und Husten. Wenn das bei Ihnen auftritt, messen Sie am besten Ihren Peak-Flow-Wert. Ist er niedriger als sonst, ist das in Kombination mit Atemnot und Husten ein weiterer Hinweis auf einen nahenden Asthma-Anfall.

Mit welchen Symptomen geht ein Asthma-Anfall einher?

Beim Asthma-Anfall kommt es zu akuter Atemnot, oft verbunden mit Husten und pfeifender Atmung (Giemen). Vor allem die Ausatmung ist erschwert.

Weitere Symptome sind:

  • schnappende Atmung
  • aufgeblähter Brustkorb mit hochgezogenen Schultern
  • bläulich gefärbte Haut (Sauerstoffmangel)
  • Angst und Verwirrtheit
  • Herzjagen

Wie erkenne ich einen Asthma-Anfall bei einem Kind?

Das ist für Eltern oft gar nicht so leicht zu erkennen. Typische Zeichen eines Asthma-Anfalls beim Kind sind:

  • plötzliche, anfallsartige Atemnot
  • anfangs trockener Reizhusten, später oft glasiger, zäher Schleim

Weitere Symptome sind:

  • verlängerte, pfeifende oder keuchende Ausatmung
  • Unruhe, Blässe, Schwitzen
  • Kind sitzt aufrecht, ringt nach Luft
  • eventuell blaue Lippen

Wann sollte ich den Notarzt rufen?

Wenn Ihr Kind unter starker Atemnot leidet, möglicherweise nicht mehr sprechen kann oder gar bläulich verfärbte Lippen hat, müssen Sie sofort den Notarzt rufen. Auch steigende Atemfrequenz und schneller Puls sprechen für einen schweren Anfall. Sagen Sie unbedingt am Telefon, dass Ihr Kind eine „akute Atemnot“ hat, damit der Notarzt gleich vorbereitet ist.

Was ist ein Status asthmaticus?

Der Status asthmaticus ist per definitionem ein Asthma-Anfall, der auch nach mehreren Stunden nicht wieder abklingt. Dies ist ein schwerer, lebensbedrohlicher Zustand, der in einer Klinik intensivmedizinisch behandelt werden muss.


Warum ist beim Asthma-Anfall vor allem die Ausatmung behindert?

Bei einem asthmatischen Anfall verkrampft sich die Muskulatur der Atemwege. Zudem schwellen die Schleimhäute der Bronchien an und produzieren mehr Schleim. Die daraus resultierende Verengung der Atemwege hat die Wirkung eines Ventils: Während der Einstrom von Luft noch gelingt, kommt die Luft beim Ausatmen nicht mehr vollständig durch.

Volle Lunge ohne Sauerstoff

Aus diesem Grund bläht sich die Lunge bei einem Asthma-Anfall immer mehr auf (weil mehr Luft rein- als rausströmt), der Sauerstoff-Anteil wird aber immer dünner, weil so viel verbrauchte Luft (die sauerstoffarme Luft, die eigentlich raus soll) in der Lunge verbleibt. Daraus entstehen dann die typische Atemnot und der Husten bei einem Asthma-Anfall.

Auslöser eines Asthma-Anfalls

Wodurch kann es zu einem Asthma-Anfall kommen?

Auslöser eines akuten Asthma-Anfalls sind oft unspezifische Reize, z.B.:

  • Stress
  • körperliche Anstrengung
  • Kälte
  • Tabakqualm

Solche nicht-allergischen Reize können auch bei allergischen Asthma einen Anfall auslösen. Hinzu kommen beim allergischen Asthma noch die Stoffe, gegen die eine Allergie besteht (Allergene), z.B. Pollen, Tierhaare, Hausstaub, Schimmel oder bestimmte Lebensmittel.

Auch Entzündungen der Atemwege (Bronchitis) oder der Gebrauch von Schmerzmitteln (z.B. Acetylsalicylsäure = ASS) kann bei einigen Asthmatikern zum Asthma-Anfall führen.

Medikamente als Auslöser eines Asthma-Anfalls

Können Medikamente einen Asthma-Anfall auslösen?

Am ehesten passiert so etwas bei manchen Schmerzmitteln und Rheuma-Medikamenten (ASS, Ibuprofen, Diclofenac u.a.). Aber auch bei Betablockern oder ACE-Hemmern, mit denen Bluthochdruck oder Herzschwäche behandelt wird, kann es zu Asthma-Anfällen kommen, ebenso bei einer Reihe von Augentropfen.

Kann Diclofenac einen Asthma-Anfall auslösen?

Ja. Diclofenac kann bei Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma allergische Reaktionen hervorrufen, die sich in Form eines Asthma-Anfalls äußern können. Ärzte sprechen hier von einem sogenannten Analgetika-Asthma. Wenn Sie Asthma haben, sollten Sie das Präparat daher möglichst meiden – zumindest die innere Einnahme in Form von Tabletten.

Darf ich mit Asthma meine Blutdruckmittel noch einnehmen?

Ja, das sollten Sie. Allerdings können Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer die Atemwege reizen. Wenn Sie damit Probleme haben, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Er kann Ihnen andere Medikamente verschreiben.

Was soll ich machen, wenn ich Asthma habe und noch andere Medikamente einnehme?

Bemerken Sie einem zeitlichen Zusammenhang Ihrer asthmatischen Beschwerden mit der Einnahme von Medikamenten, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an.

Gegebenenfalls lässt sich eine Alternative zu finden. Grundsätzlich sollte er über alle Medikamente, die Sie einnehmen, Bescheid wissen.


Stimmt es, dass auch körperliche Belastung einen Asthma-Anfall auslösen kann?

Ja. Bei einigen Menschen kann auch körperliche Anstrengung zu heftigen asthmatischen Beschwerden führen. Man nennt das Anstrengungsasthma. Typischerweise treten diese Beschwerden nicht währenddessen, sondern kurze Zeit nach der Anstrengung auf. Durch die immer noch schnelle Atmung kühlen sich die Atemwege ab und trocknen aus. Das löst dann in den chronisch empfindlichen Atemwegen die Überreaktion aus – im schlimmsten Fall einen richtigen Asthma-Anfall.

Empfehlenswert: schwimmen

Für Menschen mit dem sogenannten Anstrengungsasthma empfehlen Ärzte als Sport häufig Schwimmen. Denn in der feucht-warmen Umgebung des Schwimmbades kommt es deutlich seltener zu asthmatischen Beschwerden.

Und auch die Psyche ist wichtig: Um so mehr man einen Asthma-Anfall erwartet, um so häufiger tritt er auch auf. Denn die Angst führt zu einer noch höheren Anspannung der Atemwege. Die Angst einfach beiseite zu schieben, ist freilich leichter gesagt als getan. Im Zweifel kann hier auch eine psychotherapeutische Behandlung viel bringen, in der man lernt, die Angstgefühle erfolgreich in den Griff zu bekommen.

Kann ich bei sehr langen Flugreisen einen Asthma-Anfall bekommen?

Das kommt darauf an. Bei einer normalen Flughöhe von etwa 10.000 Metern lässt die Sauerstoffkonzentration der Luft nach. Der Kabineninnendruck entspricht dann ungefähr dem Sauerstoffdruck in einer Höhe von etwa 2.500 m über dem Meeresspiegel – wie hoch in den Alpen. Das erschwert die Sauerstoffaufnahme aus den Lungenbläschen ins Blut.

Gesunde Menschen atmen dann schneller und tiefer. Asthmatiker können das nicht immer so ohne weiteres, so dass bei einem Langstreckenflug der Sauerstoffgehalt des Blutes deutlich sinken kann. Klären Sie vorab mit dem Arzt, ob Sie für eine lange Flugreise zusätzliche Medikamente brauchen.

Vorbeugung

Wie kann man sich vor einem Asthma-Anfall schützen?

Einen endgültigen Schutz gibt es nicht, aber mit regelmäßigen Peak-Flow-Messungen lässt sich die Gefahr, einen Asthma-Anfall zu bekommen, zumindest deutlich reduzieren. Als Richtschnur gilt dabei das sogenannte Peak-Flow-Ampelsystem.

Therapieschema einhalten und regelmäßig messen

Empfohlen wird, dass Sie routinemäßig regelmäßig Ihren Peak-Flow messen. Peak-Flow-Werte von 80% bis 100% bedeuten dabei, alles im Lot ("grün"). Werte von 50% 80% sind unzureichend, aber noch nicht akut gefährlich ("gelb"). Bei Werten unter 50% besteht die Gefahr eines Asthma-Anfalls, und Sie sollten (nach einer Wiederholungsmessung) sofort einen Arzt rufen ("rot").

Wichtig ist, dass Sie sich je nach Schweregrad Ihrer Erkrankung an das Therapieschema halten, dass Ihnen der Arzt verordnet hat. Dadurch lässt sich das Asthma meist gut unter Kontrolle bringen und das Risiko für schwere Anfälle senken.

Wenn Sie unter einem allergischen Asthma leiden, sollten Sie zudem Stoffe und Situationen meiden, auf die Sie sensibel reagieren. Wenn Sie kalte, trockene Luft nicht gut vertragen, sollten Sie für ein entsprechendes Raumklima sorgen. Und wenn Sie Probleme bei starker körperlicher Belastung haben (Anstrengungsasthma), müssen Sie Ihr Sportprogramm ein wenig zurückfahren.

Meist nicht aus heiterem Himmel

Oft gibt es einen bestimmten Auslöser für einen Asthmaanfall. Daher ist es wichtig, dass Sie, wenn es Ihnen in der akuten Situation gelingt, sich bzw. Ihr Kind genau beobachten und darauf achten bzw. im Nachhinein überlegen, was dem Anfall vorausging.

Vielleicht fällt Ihnen auf, dass Sie in bestimmten Situationen regelmäßig Probleme beim Atmen bekommen. Dann lässt sich vielleicht ein sogenanntes Allergen ausfindig machen, auf das Sie übermäßig reagieren. Ein Asthmaanfall wird aber auch durch einen Atemwegsinfekt begünstigt, wenn die Bronchien ohnehin schon gereizt sind. Oder er wird durch eine starke körperliche Belastung ausgelöst.

Was Sie noch tun können

Und schließlich gibt es neben der medikamentösen Behandlung noch viele weitere Möglichkeiten, wie Sie Ihre Atemwege offen und frei halten können. Mit einer gezielten Physiotherapie etwa können Sie Ihre Atemmuskulatur stärken und die Atmung insgesamt verbessern. Auch moderate körperliche Aktivität und Lungensportgruppen können helfen, sich fit gegen das Asthma zu halten.

Das eine oder andere Laster ist bei Asthma leider gleich doppelt schädlich. Sowohl Rauchen als auch starkes Übergewicht können die Beschwerden verstärken und einen Asthmaanfall begünstigen. Versuchen Sie daher, Ihr Körpergewicht zu normalisieren und auf die Zigaretten gänzlich zu verzichten. Unterm Strich werden Sie dadurch erheblich an Lebensqualität gewinnen, wenn Sie merken, dass Sie Ihre Beschwerden damit besser im Griff haben.

Und überhaupt ist es ein sehr gutes Gefühl, wenn man merkt, dass man der Erkrankung nicht völlig ausgeliefert ist, sondern selbst etwas dagegen tun kann. Das stärkt die Selbstsicherheit und nimmt die Angst vor unkontrollierten Ausbrüchen.

Körperhaltung und Atemtechniken

Ein großes Problem beim Asthma ist der erhöhte Atemwegswiderstand. Betroffene bekommen das besonders deutlich bei einem Asthmaanfall zu spüren. Das Schlimme dabei ist, dass sie in dieser beklemmenden und angstbesetzten Situation die Atmung oft noch mehr erschweren. Hier helfen bestimmte Stellungen und Atemtechniken, die die Atmung erleichtern und den Teufelskreis aus Atemnot, Panik und falscher Atemtechnik durchbrechen.

Damit die gereizten Atemwege erst gar nicht verkrampfen, kann man manchmal schon im Vorfeld vorbeugende Maßnahmen treffen. Wenn die Luft draußen kalt ist, was oft ein Auslöser für einen Krampf der Bronchialmuskulatur ist, kann man sich z.B. einen Schal vors Gesicht halten und/oder langsam durch die Nase einatmen, so dass die Einatemluft durch die gut durchblutete Nasenschleimhaut angewärmt wird, bevor sie auf die unteren Atemwege trifft.

Ausreichend Vitamin D

Und noch ein kurzer Blick in die Welt der Studien:

Eine Metaanalyse von November 2017, in der mehrere Studien mit rund 1000 Teilnehmern ausgewertet wurden, zeigt eine weitere Möglichkeit auf, wie man einem Asthma-Anfall vorbeugen kann: mit ausreichend Vitamin D.

Menschen mit schwerem Asthma, die mit Kortison-Tabletten behandelt werden, könnten demnach von einer vorsorglichen Vitamin-D-Einnahme profitieren. Vor allem, wenn der Vitaminspiegel im Blut von vorne herein niedrig ist, ist die Prophylaxe sinnvoll. Die Rate an Asthma-Anfällen und damit verbundenen Klinikeinweisungen war bei diesen schwer betroffenen Asthmatikern deutlich geringer, wenn sie Vitamin D erhielten.

Selbsthilfe

Was kann ich bei einem Asthma-Anfall selbst tun?

Wenn Sie einen Asthma-Anfall bekommen, gibt es eine ganze Reihe an Dingen, die Sie selbst tun können, damit er wieder abklingt.

Grundsätzlich gilt:

  • Versuchen Sie, ruhig zu bleiben. Das ist nicht einfach, aber es hilft Ihnen.
  • Wenn der Asthma-Anfall nach den unten beschriebenen Maßnahmen nicht abklingt, rufen Sie einen Notarzt.

Mit folgenden Maßnahmen können Sie sich bei einem Asthma-Anfall gut selbst helfen:

  • Notfallspray sprühen: Von Ihrem Arzt haben Sie ein Asthma-Medikament bekommen, das speziell für diese Situationen gedacht ist (Notfallspray). Inhalieren Sie einen Sprühstoß dieses Sprays und wiederholen Sie das zwei bis viermal (je nach Angaben auf Notfall-Spray).
  • Befreien Sie sich von einengender Kleidung.
  • Versuchen Sie mit speziellen Atemtechniken, die Atmung zu beruhigen.
  • Lippenbremse: Erst einatmen, dann Lippen locker schließen, und dann so langsam wie möglich gegen den Druck der geschlossenen Lippen ausatmen. Wenn sich dabei Ihre Wangen etwas aufblähen, machen Sie es genau richtig.
  • Kutschersitz: Arme auf Tischplatte oder auch auf Ihren Oberschenkeln fest abstützen. Damit bringen Sie Ihren Brustkorb als Verstärker in die Atmung ein.
  • Wenn sich der Anfall nicht legt, wiederholen Sie noch einmal die Inhalation des Notfallsprays.
  • Sollten Sie von Ihrem Arzt auch Notfallmedikamente zum Schlucken bekommen haben, nehmen Sie davon eines ein (ist in der Regel ein Kortison-Präparat).

Und wie gesagt: Wenn der Asthma-Anfall trotz dieser Maßnahmen nicht abklingt, rufen Sie zur Sicherheit auf jeden Fall einen Arzt.

Weitere Fragen und Antworten zur Soforthilfe

Welches Spray hilft bei einem Asthma-Anfall?

Es gibt verschiedene Asthma-Sprays, die bei einem akuten Anfall gut helfen. Dazu gehören etwa Medikamente aus der Gruppe der sogenannten Betamimetika, wie z.B. Salbutamol.

Spray muss immer griffbereit sein

Welches dieser Sprays für Sie persönlich am besten geeignet ist, müssen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt besprechen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass Sie es immer bei sich tragen, damit Sie es im Falle eines Asthma-Anfalls gleich zur Hand haben.

Kann ich das Spray auch vorbeugend benutzen?

Ja. Am besten ist natürlich, wenn es gar nicht erst zum Asthma-Anfall kommt. Wenn Sie auf eine Situation zusteuern, in der Sie mit einem Anfall rechnen müssen (z.B. körperliche Belastung, Pollenkontakt), können Sie Ihr Asthma-Spray ruhig schon direkt davor anwenden.

Oft lindert das den Asthma-Anfall oder mildert ihn zumindest ab. Allerdings sollten Sie die maximale Dosis des Sprays nicht überschreiten. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Spray nicht genügt, um eine solche Situation gut zu überbrücken, sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt über erweiterte Möglichkeiten.

Was kann ich tun, wenn ich bei einem Asthma-Anfall mein Medikament nicht griffbereit habe?

Versuchen Sie, ruhig zu bleiben. Mit den richtigen Atemtechniken können Sie Ihre Atmung wieder ins Lot bringen (klicken Sie einfach weiter). Es kann auch hilfreich sein, ein bis zwei Tassen starken Kaffee zu trinken. Das Koffein wirkt bronchienerweiternd – allerdings nur kurzzeitig.

Sollte die Atemnot stärker werden oder nicht rasch wieder abklingen, suchen Sie bitte im Zweifel immer lieber einen Arzt auf. Und ganz wichtig für die Zeit danach: Sorgen Sie dafür, dass Sie zügig wieder Ihre Medikamente bei sich haben.

Wozu dient der Kutscher-Sitz beim Asthma-Anfall?

Der Kutscher-Sitz ist eine Atemtechnik, die Ihnen bei einem Asthma-Anfall hilft, die Atmung wieder zu beruhigen. Die Methode ist simpel:

Stützen Sie Ihre Arme auf der Tischplatte oder auch auf Ihren Oberschenkeln ab. Die Arme dabei nicht zu nah beieinander, im Falle der Oberschenkel also am besten breitbeinig sitzen. Bleiben Sie in dieser Haltung und versuchen Sie einfach nur ruhig zu atmen. Durch die Position wird Ihr Brustkorb optimal in die Atmung eingebunden und die Atmung wird ruhiger.

Wozu dient die sogenannte Lippenbremse beim Asthma-Anfall?

Die Lippenbremse ist eine Atemtechnik, die Ihnen bei einem Asthma-Anfall hilft, die Atmung wieder zu beruhigen. Vom Prinzip her atmen Sie dabei gegen den leicht geschlossenen Mund aus:

Schließen Sie Ihre Lippen locker und versuchen Sie, so langsam wie möglich gegen den Druck auszuatmen. Es sollte schon etwas Luft hinausgelangen, aber eben nur wenig. Wenn sich Ihre Wangen etwas aufblähen, machen Sie es genau richtig.


Wie kann ich jemandem helfen, der einen Asthma-Anfall hat?

Wenn in Ihrer Umgebung jemand einen Asthma-Anfall hat, sollten Sie generell immer versuchen zu helfen. Sorgen Sie zuallererst dafür, dass er seine Notfallmedikamente zu sich nehmen kann. Die Notfallsprays müssen in der Regel zwei- bis viermal gesprüht/inhaliert werden.

Darüber hinaus können Sie mit folgenden Maßnahmen helfen:

  • Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung. Bleiben Sie ruhig und wirken Sie beruhigend ein. Versuchen Sie, Anstrengungen und Stress von dem Betreffenden fernzuhalten.
  • Sorgen Sie für frische Luft. Ausnahme: Der Anfall ist durch Pollen oder Abgase entstanden (der Betreffende weiß das in der Regel), dann davon entfernt bleiben.
  • Erinnern Sie den Betreffenden daran, seine speziellen Atemtechniken gegen Asthma-Anfälle anzuwenden. In der Aufregung vergessen das die Betroffenen oft.
  • Lassen Sie ihn das Inhalieren des Notfallsprays ggf. noch einmal wiederholen.
  • Wenn keine Besserung eintritt: Rufen Sie einen Notarzt!

Notfallmaßnahmen

Asthma-Anfall: Wann muss man ins Krankenhaus?

Bei einem schweren Anfall, der sich mit Medikamenten nicht unterbrechen lässt, muss der Betroffene unverzüglich ins Krankenhaus und ggf. sogar intensivmedizinisch behandelt und beatmet werden.

Bei einem Asthmaanfall ist eine Einweisung ins Krankenhaus in folgenden Situationen notwendig:

  • wenn ein Asthmaanfall überhaupt nicht abklingt, sondern mehrere Stunden anhält (Status asthmaticus)
  • wenn Sie einen sehr schweren, möglicherweise lebensbedrohlichen Asthmaanfall haben
  • bei Kindern unter 12 Jahren, die unter starker Atemnot leiden und nicht mehr sprechen können

Im Krankenhaus wird die notwendige Diagnostik und Therapie eingeleitet. Hier können Sie die Medikamenten auch direkt über die Vene bekommen und werden ggf. mit Sauerstoff versorgt. Außerdem werden Sie an einen Monitor angeschlossen und kontinuierlich überwacht. Entlassen werden Sie erst, wenn Sie auf die Behandlung gut ansprechen, sich Ihre Lungenfunktion stabilisiert hat und Sie wieder problemlos atmen können.

Nachsorge

Was tun nach dem Asthma-Anfall?

Nach einem Asthmaanfall ist es sinnvoll, an einer Asthmaschulung teilzunehmen. Hier bekommen Sie nützliche Hintergrundinformationen, damit Sie verstehen, was eigentlich genau passiert, wenn Sie Beschwerden beim Atmen bekommen, und wie Sie sich davor schützen können. Außerdem erlernen Sie für den Notfall nützliche Selbsthilfemaßnahmen. Ihre Medikamente und Inhalationstechniken werden überprüft und ggf. optimiert. Außerdem werden Sie motiviert, ein Asthmatagebuch zu führen, um Ihre Symptome besser im Blick zu haben und steuern zu können.

Ggf. ist auch eine Rehabilitation in Form einer sogenannten Anschlussheilbehandlung (AHB) sinnvoll. Sie kann noch im Krankenhaus organisiert und eingeleitet werden.

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