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Oxcarbazepin: Wirkung und Nebenwirkungen

Was für ein Medikament ist Oxcarbazepin (Timox®, Trileptal®)? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Und wann sollte man besser auf das Medikament verzichten? Mehr dazu in diesem Beitrag.

Wirkung

Wie wirkt Oxcarbazepin (Timox®, Trileptal®) gegen Epilepsie?

Oxcarbazepin ähnelt chemisch einem anderen Epilepsie-Medikament, dem Carbamazepin, das unter zahlreichen verschiedenen Handelsnamen seit vielen Jahren zu den Standardtherapeutika bei Epilepsie gehört. Im Gegensatz zu Carbamazepin ist Oxcarbazepin nach bisheriger Datenlage aber besser verträglich und zeigt auch weniger Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Nur bei bestimmten Epilepsie-Formen sinnvoll

Oxcarbazepin wird in Deutschland als Timox®, Trileptal® und unter dem Eigennamen vertrieben. Der Wirkstoff wird als Dauermedikation verordnet, dient also vor allem der Anfallsvorbeugung. Er kann prinzipiell bei Erwachsenen und Kindern eingesetzt werden, allerdings nur bei folgenden Epilepsie-Formen:

  • einer fokalen Epilepsie, bei der sich die Anfälle auf das gesamte Gehirn ausgebreitet haben (sekundär-generalisierte Anfälle, auch Grand-Mal-Anfälle)
  • einer fokalen Epilepsie (organisch nur ein Hirnareal betroffen)

Was wichtig zu wissen ist: Bei anderen Epilepsie-Formen wie z.B. Absencen oder primären Grand-Mal-Anfällen kann Oxcarbazepin die Situation sogar verschlechtern.

Wirkung nachgewiesen, Art der Wirkung nicht

Der genaue Wirkmechanismus von Oxcarbazepin ist – wie bei vielen anderen Epilepsie-Medikamenten auch – noch nicht abschließend geklärt. Es kommt jedenfalls zu einer geringeren Krampfneigung, die Übererregbarkeit der Nervenzellen wird durch den Wirkstoff eingedämmt. Vermutlich beruht dieser Effekt auf einem verminderten Einstrom von Natrium-Ionen in die Gehirnzellen. Andere Wissenschaftler postulieren einen Zusammenhang mit der Konzentration an Calcium und Kalium in den Nervenzellen. Einzig sicher ist, dass dieser krampflösende Effekt auf einem Stoffwechselprodukt von Oxcarbazepin beruht: dem Hydroxycarbamazepin, in das der Wirkstoff nach Aufnahme im Körper umgewandelt wird.

Fest steht aber, dass Oxcarbazepin die Zahl der epileptischen Anfälle tatsächlich verringern kann. Bei neu festgestellter Epilepsie gelang in Studien etwa bei 60% der Patienten eine Anfallsfreiheit. Bei schwer behandelbaren Epilepsien konnte die Anfallshäufigkeit durch die zusätzliche Gabe von Oxcarbazepin halbiert werden. Dazu muss man aber anmerken, dass in diesen Studien die Höchstdosis gegeben wurde.

Anwendung

Wie wird Oxcarbazepin (Timox®, Trileptal®) eingenommen?  

Oxcarbazepin (Trileptal®, Timox®) wird zweimal täglich in Tablettenform eingenommen – am besten zusammen mit etwas Wasser. Die Dosierung ist von Person zu Person unterschiedlich, hier sollten Sie sich also nach den Verordnungen Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin richten. Das hängt unter anderem davon ab, wie lange das Medikament schon eingenommen wird und wie zuverlässig mit der aktuellen Dosis epileptische Anfälle verhindert werden.

Welche Dosierung ist üblich?

Übliche Dosierungen von Oxcarbazepin sind zweimal täglich 300 mg oder zweimal täglich 600 mg. Auch zweimal 1.200 mg werden häufiger verschrieben. Entsprechend gibt es im Handel zum Beispiel Trileptal 300 und Trileptal 600, das gilt ähnlich auch für die Oxcarbazepin-Präparate mit anderem Namen. Handelt es sich um eine Suspension, halten Sie sich bei der Einnahmemenge bitte exakt an die Anordnungen Ihres Arztes oder Apothekers.

Wenn Sie die Einnahme mal vergessen haben sollten, fahren Sie am nächsten Tag einfach mit der normalen Dosierung fort. Also bitte keine "Nachhol-Tablette" extra!

Wie wird zu Beginn der Einnahme und bei Kindern dosiert?

Bei Oxcarbazepin ist es wie bei anderen Epilepsie-Mitteln wichtig, nicht gleich mit der vollen Zieldosierung zu beginnen. So fängt man zum Beispiel häufig mit 300 mg am Tag an (also je einer halben Tablette morgens und abends) und steigert das dann auf 600 mg am Tag. Im Vergleich mit anderen Antiepileptika kann bei Trileptal & Co aber recht schnell hinaufdosiert werden. Auch eine Umstellung von einem früheren Epilepsie-Medikament auf Oxcarbazepin gelingt in der Regel ohne große Umgewöhnungszeit.

Bei Kindern gelten andere Dosierungsempfehlungen, die sich nach dem Körpergewicht richten. In der Regel werden vom Arzt zunächst 8-10 mg/kg Oxcarbazepin verschrieben. Bei einem 30 kg schweren Kind also knapp 300 mg pro Tag. Im weiteren Verlauf wird diese Dosierung dann oft auf etwa 30 mg/ kg gesteigert.

Wann besondere Vorsicht geboten ist

Im Großen und Ganzen wird Oxcarbazepin gut vertragen und macht auch in Verbindung mit anderen Medikamenten kaum Probleme. Das gilt sowohl für andere Epilepsie-Mittel als auch für Medikamente gegen andere Erkrankungen. Aufpassen müssen aber Frauen, die mit der Pille verhüten. Oxcarbazepin kann nämlich die Wirkung der Antibabypille verringern, so dass andere Verhütungsmaßnahmen empfohlen werden.

Empfohlen wird auch, während der Einnahme auf den Genuss von Alkohol komplett zu verzichten.

Besteht zusätzlich zur Epilepsie eine Nierenschwäche, muss evtl. die Dosis von Oxcarbazepin reduziert oder zumindest langsamer gesteigert werden.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können unter Oxcarbazepin (Timox®, Trileptal®) auftreten?

Auch wenn Oxcarbazepin als relativ gut verträglich gilt, können auch bei diesem Epilepsie-Medikament Nebenwirkungen auftreten. Denn wie bei anderen Antiepileptika auch wird über dieses Arzneimittel in den Hirnstoffwechsel eingegriffen, um die Krampfneigung zu senken – und das hat immer auch Einfluss auf andere Gehirnprozesse.

Zu den sehr häufigen Nebenwirkungen (bei mehr als 10% der Anwender) von Oxcarbazepin zählen:

  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Sehstörungen (Doppelbilder)
  • Übelkeit und Erbrechen

Weitere häufigere Nebenwirkungen (bei 1-10% der Anwender) sind u.a.:

  • Konzentrationsstörungen, Unruhegefühl, Verwirrtheit
  • depressive Stimmungslage, Lustlosigkeit, Teilnahmslosigkeit
  • Gedächtnisstörungen
  • Magen-Darm-Probleme wie Durchfall, Bauchdrücken oder Verstopfung
  • Bewegungsstörungen
  • Augenzittern, Muskelzittern
  • Hautprobleme wie Akne oder Hautentzündungen

Achtung bei depressiver Verstimmung

Die oben genannte mögliche Nebenwirkung einer depressiven Verstimmung scheint mit einer leicht erhöhten Gefahr für Suizide einherzugehen. Daher ist bei einem veränderten Stimmungsbild eine genaue Beobachtung und auch ein kritisches Hinterfragen der weiteren Einnahme wichtig.

Quellen:

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