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Nebivolol (Nebilet): Wirkung und Nebenwirkungen

Nebivolol, vor allem unter dem Handelsnamen Nebilet bekannt, gehört zur Gruppe der Betablocker und wird unter anderem bei Bluthochdruck oder Herzschwäche eingesetzt. Welche Nebenwirkungen können auftreten und was muss ich bei der Einnahme beachten? Im folgenden Beitrag beantworten wir diese und viele andere Fragen für Sie rund um das Thema Nebivolol.

Wie wirkt Nebivolol?

Nebivolol senkt den Blutdruck, verringert die Herzfrequenz und führt zu einer verbesserten Durchblutung kleiner und großer Gefäße. Der Wirkstoff gehört zu den sogenannten selektiven Betablockern der 3. Generation und verfügt als Besonderheit über zwei Wirkmechanismen.

  • Wirkmechanismus 1: Nebivolol blockiert unsere Beta-Rezeptoren am Herzen. Auf diese Weise sorgt das Medikament dafür, dass die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin dort nicht mehr anbinden können. Ihre Wirkung am Herzen wird somit aufgehoben. Dadurch sinkt der Blutdruck, der Puls wird ruhiger und das Herz wird entlastet.
  • Wirkmechanismus 2: Nebivolol wirkt zudem noch an den Endothelzellen (innerste Zellschicht) der Blutgefäße. Hier führt die durch Nebivolol provozierte Freisetzung von Stickstoffmonoxid zu einer zusätzlichen Erweiterung der Blutgefäße.

Auch unter Stress gut versorgt

Wenn wir uns körperlich oder psychisch stak anstrengen, hat unser Körper u.a. einen erhöhten Bedarf an Sauerstoff und Nährstoffen. Um zu gewährleisten, dass unser Organismus in solch einer Situation auch optimal versorgt wird, werden Stresshormone wie Adrenalin ausgeschüttet. Das kann jedoch bei manchen Menschen, wenn sie z.B. unter Bluthochdruck oder einer Herzschwäche leiden, zu einer zusätzlichen unnötigen Belastung des Herzens und der Gefäße führen. Und genau hier setzt das Medikament Nebivolol an.

Wann wird Nebivolol verordnet?

Klassische Anwendungsgebiete für den Betablocker Nebivolol sind:

Eine wirksame Senkung des Blutdrucks erkennt man oft bereits nach ein bis zwei Wochen Therapie. Gelegentlich wird der blutdrucksenkende Effekt aber auch erst nach etwa vier Wochen deutlich.

Wie wird Nebivolol eingenommen?

Der Wirkstoff Nebivolol ist in Deutschland als 5 mg-Tablette verfügbar, die in vier gleiche Dosen (à 1,25 mg) geteilt werden kann. Das Arzneimittel wird in der Regel einmal täglich eingenommen, entweder zu oder unabhängig von einer Mahlzeit. Achten Sie bitte darauf, das Medikament möglichst immer zur gleichen Tageszeit, am besten mit einem Glas Wasser, einzunehmen.

Nebivolol ist in Deutschland u.a. unter folgenden Medikamentennamen verfügbar:

  • Nebilet®
  • diverse andere Medikamente mit dem Wirkstoff Nebivolol

Dosis abhängig von der Erkrankung

Die empfohlene Dosierung für Nebivolol zur Therapie des Bluthochdrucks liegt meist bei 5 mg pro Tag. Sollten Sie allerdings eine Nierenschwäche haben oder über 65 Jahre alt sein, wird zunächst eine Startdosis von lediglich 2,5 mg einmal täglich empfohlen.

Deutlich niedriger liegen die Dosierungen für Nebivolol übrigens bei der Behandlung der chronischen Herzschwäche. Hier wird meist mit 1,25 mg (ein Viertel der Tablette) gestartet. Je nach Verträglichkeit erfolgt dann eine Dosissteigerung alle ein bis zwei Wochen. Die Maximaldosis von 10 mg Nebivolol sollte dabei nicht überschritten werden.

Welche Nebenwirkungen kann Nebivolol haben?

Unter Nebivolol kann es zu folgenden häufigen Nebenwirkungen (1 bis 10% der Betroffenen) kommen:

  • Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit
  • Atembeschwerden
  • niedriger Blutdruck, reduzierte Herzfrequenz
  • Missempfindungen (Parästhesien)
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Verstopfung, Durchfall

Wann darf man Nebivolol nicht nehmen?

Sollten Sie unter einer Leberfunktionsstörung und/oder einer akuten Herzschwäche leiden, dürfen Sie das Arzneimittel Nebivolol auf keinen Fall einnehmen. Außerdem müssen Sie bei auch bei einigen anderen Herzerkrankungen vorsichtig sein.

Weitere Gründe, die gegen eine Therapie mit Nebivolol sprechen, sind u.a. folgende:

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Nebivolol sowie weiteren Bestandteilen des Medikaments oder anderen Betablockern
  • Erregungsleitungsstörungen des Herzens (AV-Block II. oder III. Grades, sinuatrialer Block)
  • Sinusknoten-Syndrom (Sick-Sinus-Syndrome)
  • Bradykardie (langsamer Herzschlag mit einem Ruhepuls unter 50)
  • Hypotonie (niedriger Blutdruck)
  • Bekanntes Asthma bronchiale bzw. Bronchospasmus (Verkrampfung der Atemmuskulatur)
  • schwere Durchblutungsstörungen der Arm- und/oder Beinarterien
  • Phäochromozytom (hormonell aktiver Tumor, meist des Nebennierenmarks)

Diabetiker müssen besonders aufpassen

Obwohl Nebivolol den Blutzuckerspiegel von Diabetikern nicht beeinflusst, kann es jedoch passieren, dass bestimmte Symptome einer Unterzuckerung (Herzklopfen, Herzrasen) durch den Betablocker verschleiert werden. Das gleiche gilt für Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion. Sollten Sie zu einer dieser Personengruppen gehören, ist also besondere Aufmerksamkeit geboten. Sprechen Sie am besten nochmal mit Ihrem behandelnden Arzt über diese möglichen Nebenerscheinungen.

Außerdem sollte man als Sportler beachten, dass eine Behandlung mit Nebivolol bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen kann.

Wenn sich Medikamente nicht vertragen…

Nebivolol ist ein Wirkstoff, der vom Enzym CYP2D6 (eine Art Katalysator) verstoffwechselt wird. Mögliche Wechselwirkungen bestehen daher vor allem zu solchen Arzneimitteln, die dieses spezielle Enzym hemmen (z.B. Antidepressiva wie Paroxetin und Fluoxetin). Dadurch kann das Risiko für unerwünschte Wirkungen steigen.

Es gibt aber noch einige andere Medikamente, deren gleichzeitige Anwendung mit Nebivolol nicht empfohlen wird. Eine detaillierte Auflistung hierzu finden Sie im entsprechenden Beipackzettel. Halten Sie im Zweifelsfall aber immer nochmal Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt – insbesondere, wenn sich eine Medikamentenänderung durch einen anderen Facharzt ergeben sollte.

Ist Nebivolol in der Schwangerschaft und Stillzeit erlaubt?

Der Wirkstoff Nebivolol sollte in der Schwangerschaft nur wenn wirklich notwendig bzw. nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Nebivolol kann u.a. vorzeitige Wehen auslösen, zu einer Fehlgeburt führen sowie unerwünschte Wirkungen auf das Ungeborene haben (vorgeburtliche Wachstumsverzögerung, verlangsamter Herzschlag).

Das Stillen während einer Behandlung mit Nebivolol wird nicht empfohlen.

Quellen:

  • Rote Liste Service GmbH, Fachinformation Nebivolol.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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