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Ixekizumab (Taltz): Wirkung und Nebenwirkungen

Wie wirkt Taltz®? Welche Nebenwirkungen können auftreten und was muss ich bei der Therapie beachten? Im folgenden Beitrag finden Sie Fragen und Antworten rund um das moderne Psoriasis-Medikament.

Wirkung

Wie wirkt Taltz®?

Der bereits seit 2016 zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis zugelassene Wirkstoff Ixekizumab wird seit 2018 auch erfolgreich in der Therapie der Psoriasis-Arthritis eingesetzt. Seit 2020 besteht zudem die Zulassung für die Behandlung von Kindern ab 6 Jahren und 25 kg Körpergewicht, die unter einer mittelschweren bis schweren Form der Psoriasis leiden.

Antientzündlich und immunsuppressiv

Ixekizumab ist ein sogenannter humanisierter monoklonaler Antikörper, der in unserem Körper an einen Botenstoff namens Interleukin 17A (IL-17A) bindet und diesen neutralisiert. Üblicherweise ist dieser entzündungsfördernde Botenstoff u.a. an der Aktivierung und Vermehrung von hornbildenden Zellen (Keratinozyten) in unserer Haut beteiligt und somit unmittelbar mit der Entstehung der Psoriasis verbunden.

Das Arzneimittel Taltz® hemmt gezielt den Botenstoff IL-17A und punktet so mit seinen entzündungshemmenden und das Immunsystem unterdrückenden Eigenschaften.

Schnell & langanhaltend wirksam

In der Behandlung der Psoriasis vulgaris verbessert das Medikament dabei deutlich typische Symptome wie Schuppung, Rötung, Schmerz und Juckreiz. Und zwar laut Studien nicht nur besonders schnell, sondern auch mit einer zuverlässigen, langanhaltenden Wirksamkeit.

Wann wird Taltz® verordnet?

Haut und Gelenke

Typische Anwendungsbereiche des Antikörpers Ixekizumab sind:

  • die mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen,
  • die mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen ab dem 6. Lebensjahr mit einem Körpergewicht von mindestens 25 kg,
  • die aktive Psoriasis-Arthritis bei Erwachsenen, die u.a. unzureichend auf sogenannte krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARD) angesprochen hat – Taltz kann hierbei entweder allein oder zusammen mit Methotrexat (MTX) gegeben werden,
  • die axiale Spondyloarthritis bei Erwachsenen.

Das Arzneimittel Taltz® ist für die Langzeittherapie der Psoriasis vorgesehen. Neben den zuvor genannten Einsatzgebieten, zeigte sich in den Studien zudem eine entsprechende Effektivität des Medikaments bei besonderen Formen und Lokalisationen der Psoriasis: bei Befall der Kopfhaut, bei einer Nagelbeteiligung, bei einer Psoriasis im Genitalbereich sowie einem Befall der Handinnenflächen und Fußsohlen.

Anwendung

Wie wird Taltz® angewendet?

…bei der erwachsenen Plaque-Psoriasis

Der Wirkstoff Ixekizumab wird subkutan verabreicht, d.h. unter die Haut gespritzt. Gestartet wird im Falle der Plaque-Psoriasis mit zwei Injektionen à 80 mg Ixekizumab. Im Anschluss werden dann über drei Monate alle zwei Wochen 80 mg gegeben. Ab der 12. Woche muss man sich das Medikament nur noch alle vier Wochen geben lassen bzw. selbst unter die Haut spritzen.

…bei der Psoriasis-Arthritis

Sollten Sie gleichzeitig unter einer Psoriasis-Arthritis leiden, gilt übrigens das gleiche Therapieschema. Betroffene mit einer aktiven Psoriasis-Arthritis ohne bzw. mit nur minimaler Hautbeteiligung haben dagegen ein etwas anderes Therapieschema: nach einer identischen Initialdosis von zwei Injektionen à 80 mg Ixekizumab, geht es in der 4. Woche bereits direkt in die Erhaltungsphase mit nur einer Spritze alle 4 Wochen.

…bei Kindern & Jugendlichen

Je nach Gewichtsgruppierung ergeben sich ab dem 6. Lebensjahr folgende Dosierungen mit Ixekizumab:

  • über 50 kg Körpergewicht: Startdosis 160 mg Ixekizumab gefolgt von 80 mg alle vier Wochen
  • 25-50 kg Körpergewicht: Start-Dosis 80 mg Ixekizumab gefolgt von 40 mg alle vier Wochen

Kleiner Hinweis hierzu: Dosierungen für Kinder mit 25 bis 50 kg Körpergewicht müssen durch medizinisches Fachpersonal zubereitet werden, da Taltz derzeit nur in einer 80 mg-Dosierung zur Verfügung steht.

Spritze oder Pen?

Das Arzneimittel Taltz® steht Ihnen sowohl als Fertigpen als auch als Fertigspritze zur Verfügung. Für welche Anwendungsmethode Sie sich letztendlich entscheiden, ist Geschmackssache. Beide Varianten sind nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen.

Wenn Sie sich das zutrauen, ist es übrigens überhaupt kein Problem, sich das Medikament (nach einer entsprechenden Schulung) zuhause selbst zu spritzen. Achten Sie in diesem Zusammenhang lediglich auf folgende Lagerungshinweise:

  • Bewahren Sie Taltz® in der Originalverpackung im Kühlschrank auf.
  • Das Arzneimittel darf nicht geschüttelt werden.
  • Taltz® sollte etwa 30 Minuten vor der geplanten Gabe aus dem Kühlschrank genommen werden.

Wann darf Taltz® nicht genommen werden?

In folgenden Fällen sollte man von einer Behandlung mit Taltz® absehen:

  • bei einer schwerwiegenden Überempfindlichkeit gegenüber Ixekizumab oder einer der weiteren Bestandteile des Arzneimittels
  • bei einer aktiven Tuberkulose

Vorsicht bei entzündlichen Darmerkrankungen

Sollten Sie unter einer bekannten entzündlichen Darmerkrankung (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosat) leiden, wird Ixekizumab ebenfalls nicht empfohlen. Aber auch bei anderen chronischen Infektionen oder neu entstandenen Infekten ist Vorsicht geboten.

Der Wirkstoff Ixekizumab sollte auch nicht gleichzeitig mit Lebendimpfstoffen gegeben werden. Zudem sollte bei Personen mit einer latenten Tuberkulose vor Therapiebeginn mit Taltz® ggf. eine Anti-Tuberkulose-Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Da keine ausreichenden Daten vorliegen, sollte man von einer Anwendung des Arzneimittels Taltz® in der Schwangerschaft und Stillzeit absehen.

Frauen im gebärfähigen Alter wird deshalb empfohlen, sowohl während als auch für mindestens zehn Wochen nach der Behandlung mit Taltz® sicher zu verhüten.

Taltz®: Muss ich regelmäßig zur Blutabnahme?

Regelmäßige Kontrollen werden empfohlen

Laut Hersteller sind, ausgenommen vom Tuberkulose-Screening, weder vor noch während der Behandlung mit dem Medikament Taltz® bestimmte Laboruntersuchungen vorgeschrieben.

Experten empfehlen dennoch, vor Einleitung einer biologischen Therapie wie mit Ixekizumab, immer eine routinemäßige Blutuntersuchung durchzuführen und diese auch alle drei Monate zu wiederholen.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können unter Taltz® auftreten?

Meist betrifft es die oberen Atemwege

Insgesamt weist Taltz® bislang eine gute Langzeit-Verträglichkeit auf. Zu den häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen von Ixekizumab gehören hierbei:

  • Reaktionen an der Injektionsstelle
  • Infektionen der oberen Atemwege (v.a. die Nasopharyngitis – eine kombinierte Entzündung der Nase und des Rachens)

Gelegentlich (weniger als 1% der Behandelten) kann es zudem zu einer Pilzinfektion der Mundhöhle sowie zu Bindehautentzündungen kommen. Etwas häufiger (bei 1 bis 10% der Behandelten) können dagegen Hautpilz- und Herpes-Infektionen auftreten.

Kinder häufiger von Nesselsucht und Grippe betroffen

Insgesamt ist das beobachtete Sicherheitsprofil bei Kindern und Jugendlichen mit Plaque-Psoriasis übereinstimmend mit dem bei Erwachsenen. Allerdings scheinen Nesselsucht, Bindehautentzündungen, die Influenza-Grippe und auch entzündliche Darmerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu Erwachsenen etwas häufiger aufzutreten.

Wechselwirkungen nicht auszuschließen

Da entsprechende Studien fehlen, lassen sich keine hinreichenden Aussagen zu möglichen Wechselwirkungen von Taltz® mit anderen Arzneimitteln machen.

Man kann allerdings nicht ausschließen, dass Ixekizumab einen gewissen Effekt auf Wirkstoffe hat, die über einen ganz bestimmten Mechanismus (Cytochrom P450) in unserem Körper verstoffwechselt werden und dabei nur einen sehr engen Dosierungsbereich aufweisen (z.B. Marcumar). Aus diesem Grund sollten diese betroffene Personen insbesondere während der Einleitung von Taltz® sicherheitshalber engmaschiger überwacht werden.

Noch ein Extra-Tipp:
Mit den richtigen Mikronährstoffen können Sie viel für Ihre Gesundheit tun.
Unsere Empfehlungen dazu finden Sie hier.

Quellen:

  • Aktuelle Taltz® Fachinformation, Stand 06/2020.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

Kommentare  

# @TinaEvangelina 26.10.2021 06:06
@Tina, ich kann nachempfinden, was du mitmachst. Leide seit meinem 14. Lebensjahr an PsA und habe so ziemlich alles versucht. Bitte nimm dir nicht das Leben!! Ich suche jeden Tag nach den schönen Dingen und wenn sie nur ganz klein sind und schaue bewusst auf die Menschen und Dinge, die mir gut tun und mich glücklich machen. Dann sind die Schmerzen zwar nicht weg, aber ich kann sie ein bisschen besser ertragen. Bleib stark!
Antworten
# TaltzTina 13.10.2021 03:03
Ich nehme dieses Medikament seit über einem Jahr wegen PsA. Null Wirkung, soll es aber lt. Rheumatologen "unbedingt" weiternehmen. Weiß nicht, warum es so gehypt wird. Für mich steht fest: Für mich kommt keine Therapie mehr in Frage. Nach 20 ihrer Therapien ohne jegliche Wirkung trotz sämtlicher Medikamenten ist Schluss. Macht nur die Pharmaindustrie und die Ärzte reich. Lieber nehme ich mir das Leben . Ich hab die Schnauze voll von dieser Scheiße und den unfähigen Ärzten und den unerträglichen Schmerzen!
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