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Was ist die Tuberkulose für eine Erkrankung? Welche Organe können betroffen sein? Wirken Antibiotika gut gegen Tuberkulose? Im folgenden Beitrag finden Sie Antworten auf diese Fragen.

Grundwissen zur Erkrankung

Ist die Tuberkulose eine reine Lungenerkrankung?

Nein. Normalerweise befallen die Tuberkulose-Bazillen nur die Lungen. In fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung können sich die Erreger aber auch über die Blutbahn in andere Körperregionen ausbreiten. Bei einer HIV-Infektion und ausgeprägter Abwehrschwäche kann die Tuberkulose mitunter einen solchen Verlauf nehmen.

Zum Hintergrund: Primärer Aufenthaltsort der Tuberkulose-Erreger (Mycobacterium tuberculosis) ist die Lunge. Unbehandelt oder bei ausgeprägter Abwehrschwäche können sich die Keime dort stark vermehren, bis sie Anschluss an die Atemwege gewinnen und dann abgehustet werden. Damit beginnt die Ansteckungsgefahr.

Der Anschluss an die Blutbahn dauert in der Regel sehr viel länger, ist aber auch möglich. Typische Ansiedlungsgebiete sind dann die Gelenke, die Knochen und die Haut.

Was ist eine latente Tuberkulose-Infektion?

Etwa 10% der Menschen, die sich mit einem Tuberkulose-Keim anstecken, erkranken an einer manifesten Tuberkulose. Bei 90% dieser Personen ist das Immunsystem in der Lage, die eingedrungenen Keime dauerhaft in Schach zu halten oder sie sogar zu eliminieren. Bei ihnen zeigt zwar der Bluttest zum Nachweis einer Tuberkulose-Infektion (IGRA) an, dass das Immunsystem Gedächtniszellen gegen den Tuberkulose-Keim gebildet hat, es entwickeln sich jedoch keine Krankheitszeichen. Auch in der Röntgenaufnahme der Lunge können dann keine Zeichen einer Tuberkulose festgestellt werden. Dieser Zustand wird latente Tuberkulose-Infektion genannt.

Aus latenter Infektion kann richtige Infektion werden

Wurde eine latente Tuberkulose-Infektion festgestellt, kann sich daraus eine Tuberkulose-Erkrankung entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist in den ersten beiden Jahren nach Ansteckung am größten. Aber auch später noch kann es vorkommen, dass eine Tuberkulose entsteht. Das beobachtet man zum Beispiel in Fällen, in denen der Körper aufgrund einer anderen Erkrankung immungeschwächt ist.

Bei latenter Infektion evtl. vorsorglich Antibiotika

Am häufigsten wird eine latente Tuberkulose-Infektion diagnostiziert, wenn die Kontaktpersonen eines Tuberkulose-Erkrankten vorsorglich untersucht werden. Dies wird nach dem Infektionsschutzgesetz von der Tuberkulose-Fürsorgestelle des örtlich zuständigen Gesundheitsamtes veranlasst, wenn dort ein Tuberkulose-Fall gemeldet wird.

Wird eine latente Tuberkulose-Infektion kurz nach der Ansteckung diagnostiziert, sollte mit einem Lungenfacharzt die Möglichkeit einer präventiven Therapie mit einem oder zwei antibiotischen Medikamenten besprochen werden. Sie kann die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch der Erkrankung deutlich reduzieren. Diese Prävention ist für betroffene Kinder besonders wichtig, da eine Tuberkulose-Erkrankung bei Kindern häufig einen schweren Verlauf nimmt.

Behandlung

Ist Tuberkulose mit Antibiotika gut behandelbar?

Normalerweise ja. Allerdings treten auch immer wieder Tuberkulose-Erreger auf, die gegen alle etablierten Antibiotika-Kombinationen resistent sind, also nicht mehr auf die Medikamente ansprechen. Der medizinische Fachbegriff für diese Form der Tuberkulose ist Multidrug-resistant tuberculosis (MDR-TB).

Bei einer HIV-Infektion ist die Situation dadurch komplizierter, dass die körpereigene Abwehr so beeinträchtigt ist. Das erleichtert den Erregern nämlich nicht nur das Eindringen in die Lungen, sondern erschwert auch den Gegenschlag der Antibiotika. Das heißt nicht, dass sie nicht wirken, aber sie haben es ohne die körpereigenen Abwehrmaßnahmen trotzdem etwas schwerer.

Warum sollte eine Tuberkulose auch dann behandelt werden, wenn sie gar nicht aktiv ist (also keine Symptome verursacht)?

Weil die Tuberkulose hochansteckend ist, und zwar auch dann, wenn der Infizierte selbst keinerlei Symptome hat. Husten oder Niesen in der Nähe anderer Personen können genügen. Vor allem für andere HIV-Positive ist die Ansteckungsgefahr naturgemäß sehr groß.

Quellen:

  • Robert-Koch-Institut, RKI-Ratgeber Tuberkulose. Online unter www.rki.de (zuletzt aufgerufen am 19. Dezember 2019).

Autoren unseres Artikels
 
Dr. med. Jörg Zorn, Arzt

Dr. med. Jörg Zorn
Arzt

    Studium:
  • Universitätsklinik Marburg
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag

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Dr. med. Claudia Eichhorn
Fachärztin für Allgemeinmedizin / medizinische Fachautorin

    Studium:
  • Technische Universität Chemnitz
  • Universität Ulm
    Berufliche Stationen:
  • Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
  • Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München

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Medizinische Prüfung
des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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Dr. med. Jörg Zorn, Arzt / medizinischer Fachautor

Haupt-Autor
Dr. med. Jörg Zorn
Arzt / medizinischer Fachautor

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Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

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