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GnRH-Analoga: Wirkung und Nebenwirkungen

Was sind GnRH-Analoga? Wie wirken sie, und welche Nebenwirkungen sind möglich? Im folgenden Beitrag finden Sie Antworten auf diese Fragen.

Wie wirken GnRH-Analoga bei Brustkrebs?

GnRH-Analoga werden zur Hormontherapie bei Brustkrebs eingesetzt. Sie unterdrücken die Bildung von Östrogenen in den Eierstöcken und sind eine Option bei jüngeren Frauen vor der Menopause.

Eierstöcke werden lahmgelegt

Hinter dem sperrigen Begriff GnRH-Analoga verbergen sich künstlich hergestellte Substanzen, die ähnlich (analog) wirken wie das körpereigene Gonadotropin-Releasing-Hormon. Dieser Botenstoff wird im Gehirn produziert und regt über eine komplizierte Kaskade die Geschlechtsdrüsen an, Sexualhormone zu bilden.

Die von außen zugeführten Wirkstoffe treten an die Stelle von GnRH, ohne jedoch die Wirkung auf die Drüsen zu entfalten. In der Folge stellen die Eierstöcke die Produktion von Östrogen und Progesteron ein. Allerdings nicht auf Dauer. In der Regel erholen sie sich nach der Behandlung wieder und nehmen ihre Funktion ganz normal wieder auf.

Meist nach der OP, allein oder in Kombination

Da GnRH-Analoga auf eine primär intakte Funktion der Eierstöcke angewiesen sind, bieten sie sich bei Frauen an, die vor den Wechseljahren stehen und noch regelhaft Hormone bilden. Sie werden oft nach einer Operation verabreicht, um zu verhindern, dass sich der Krebs danach aus kleinsten Überresten erneut bildet. Aber auch in späteren Stadien der Erkrankung können sie das Tumorwachstum wirksam eindämmen.

GnRH-Analoga werden allein oder zusammen mit anderen antihormonell wirkenden Substanzen (Antiöstrogene wie Tamoxifen, Aromatasehemmer) gegeben. Bei jungen Frauen, die bereits eine Chemotherapie erhalten und ein hohes Risiko für einen Rückfall haben, kann eine kombinierte Hormontherapie sinnvoll sein, wenngleich zu beachten ist, dass in dieser Konstellation vermehrt Nebenwirkungen auftreten können.

Welche Nebenwirkungen können GnRH-Analoga haben?

Man kann sich vorstellen, dass der Eingriff in den Hormonhaushalt durch GnRH-Analoga nicht ohne Folgen bleibt und zum Teil auch unerwünschte Wirkungen mit sich bringt. Wenn die Hormonproduktion infolge der Behandlung ausbleibt, entspricht das in etwa der Situation in den Wechseljahren. Daher können auch ganz ähnliche Beschwerden auftreten.

Klassisch: Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen

Am häufigsten, d.h. bei mehr als einer von zehn Behandelten, kommt es unter GnRH-Analoga zu Hitzewallungen, Schwitzen, einer trockenen Scheide und abnehmender Libido. Außerdem können Hautausschläge auftreten. Etwas seltener (bei 1-10 von 100 Behandelten) verändert sich der Blutdruck und/oder treten Missempfindungen, Gelenk- und Kopfschmerzen auf. Auch Stimmungsschwankungen sind möglich.

Andere Nebenwirkungen wie schwere allergische Reaktionen oder Veränderungen an den Eierstöcken treten hingegen nur selten auf.

Übrigens: Gerade zu Beginn der Behandlung können sich manche Beschwerden, die Sie bereits zuvor hatten (wie z.B. Schmerzen), verstärken. Der Tumor kann sogar erstmal weiter wachsen. Das liegt daran, dass die Hormonspiegel durch die Gabe von GnRH-Analoga zunächst ansteigen, bevor sie wie gewünscht abfallen. Die Beschwerden sind deshalb nur vorübergehend und können mit anderen Medikamenten behandelt werden.

Brüchige Knochen

Bei einer längeren Einnahme von GnRH-Analoga steigt das Risiko einer Osteoporose. Das bedeutet, die Dichte und damit die Stabilität der Knochen nimmt ab, so dass sie leichter brechen können.

Erschrecken Sie außerdem nicht, wenn Ihre Regelblutung durch die Behandlung ausbleibt. Meistens nehmen die Eierstöcke nach Absetzen der Spritzen ihre Funktion wie gehabt wieder auf. Bei Frauen, die kurz vor der Menopause stehen, kann es jedoch sein, dass sie nach der Behandlung direkt in die Wechseljahre kommen und die Periode fortan ausbleibt.

Genauso bilden sich auch andere Nebenwirkungen nach der Behandlung meist wieder vollständig zurück. Bis dahin lassen sie sich oft ganz gut in den Griff bekommen, so dass die Behandlung deswegen nicht abgesetzt werden muss. Dennoch sollten Sie Ihrem Arzt mögliche Beschwerden mitteilen. Er kann die Behandlung ggf. anpassen oder mit Ihnen gemeinsam überlegen, was Sie gegen die Nebenwirkungen tun können.

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