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Estradiol-Gel (Gynokadin): Wirkung und Nebenwirkungen

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Wie wirkt Gynokadin® Gel in den Wechseljahren? Wann sollte man besser auf das Präparat verzichten? Mehr dazu in diesem Beitrag.

Basiswissen

Wann wird Gynokadin® Gel verschrieben?

Gynokadin® Gel (Hersteller: Kade/Besins Pharma GmBH) dient zur Behandlung bei nachlassender Östrogenproduktion in und nach den Wechseljahren. Auch kann es bei Östrogen-bedingten Rückbildungserscheinungen an Harn und Geschlechtsorganen eingesetzt werden.

Das Gel enthält als Wirkstoff Estradiol, das ist die wirksamste Form der Östrogene.

Gynokadin® Gel sollte wie alle Hormonpräparate nur für begrenzte Zeit angewendet werden, um die bekannten Risiken der Hormontherapie zu minimieren. Sprechen Sie darüber aber auch mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Anwendung

Wie wird Gynokadin® Gel angewandt und was ist dabei zu beachten?

In der Regel wird das Gel zyklisch angewendet. Das heißt: Sie beginnen mit der Behandlung am 5. Tag des Menstruationszyklus und tragen das Gel dann drei Wochen lang einmal täglich auf. Dabei sollten zum Einreiben großflächige Hautpartien gewählt werden, wie Arme und Schultern.

Frauen, die keine Regelblutungen mehr haben, können den Beginn der dreiwöchigen Behandlung beliebig wählen und dann eine Woche mit der Einreibung aussetzen. Machen sich in der behandlungsfreien Woche jedoch Symptome von Östrogenmangel bemerkbar, kann man das Gel auch kontinuierlich verwenden.

Wenn Sie zuvor bereits Östrogen-Tabletten eingenommen hatten, sollten Sie das Gel erst eine Woche nach Absetzen der Tabletten verwenden, oder sobald die Beschwerden wieder einsetzen.

Sprechen Sie über das Für und Wider einer Hormontherapie auf jeden Fall auch mit Ihrem Frauenarzt.

Gegenanzeigen

Wann wird von der Anwendung von Gynokadin® Gel abgeraten?

Bei folgenden Begleitumständen muss die Behandung mit dem Östrogen-Gel kritisch abgewogen werden uns ist nur unter engmaschigen Kontrolluntersuchungen zu empfehlen:

  • bestehende oder früher durchgemachte Venenentzündung (Thrombophlebitis)
  • Risikofaktoren für eine venöse Verschlusserkrankung (beispielsweise persönliche oder familiäre Vorgeschichte, Fettleibigkeit, längere Immobilisierung)
  • Wenn mit einer längeren Immobilisierung zu rechnen ist (v.a. nach einer Operation im Bauchraum oder orthopädischen Eingriffen an den Beinen), sollte eine Hormontherapie vier bis sechs Wochen vor der Operation unterbrochen und erst nach vollständiger Mobilisierung wiederaufgenommen werden

Engmaschige Untersuchungen sind zudem ratsam, wenn folgende Situationen bzw. Erkrankungen vorliegen, früher vorlagen, neu auftreten oder sich verschlechtern:

  • Migräne oder (schwere) Kopfschmerzen
  • Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) aufgrund einer Endometriose
  • Funktionsstörungen des Herzens oder der Nieren
  • Gallenwegserkrankungen
  • Ödeme (Wassereinlagerungen)
  • Durchblutungsstörungen
  • Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (Antikoagulanzientherapie)
  • Tetanie oder Multiple Sklerose
  • Leiomyom (Uterusmyom) oder Endometriose
  • Risikofaktoren für östrogenabhängige Tumoren, z.B. Auftreten von Brustkrebs bei Verwandten 1. Grades
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Lebererkrankungen (z.B. Leberadenom)
  • Diabetes mellitus
  • Gallensteine (Cholelithiasis)
  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
  • Endometriumhyperplasie (Wucherung der Gebärmutterschleimhaut) in der Vorgeschichte
  • Epilepsie
  • Asthma
  • Otosklerose

Komplett verboten ist die Anwendung u.a. in folgenden Fällen:

  • bekannter oder früher aufgetretener Brustkrebs bzw. ein Verdacht auf Brustkrebs
  • bekannter östrogenabhängiger Tumor (z.B. Endometriumkarzinom) bzw. ein entsprechender Verdacht
  • Blutung im Genitalbereich, deren Ursache nicht abgeklärt wurde
  • unbehandelte Endometriumhyperplasie (Wucherung der Gebärmutterschleimhaut)
  • frühere idiopathische (d.h. ohne erkennbare Ursache entstanden) oder bestehende Venenverschlusskrankheit (tiefe Venenthrombose, Lungenembolie)
  • bestehende oder erst kurze Zeit zurückliegende arterielle Verschlusskrankheit (z.B. Angina pectoris, Herzinfarkt)
  • akute oder zurückliegende Lebererkrankung, solange sich die relevanten Leberenzym-Werte nicht normalisiert haben
  • Porphyrie
  • Thrombophilie bei Frauen, die nicht mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten (Antikoagulanzien) behandelt werden
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Wichtig zu wissen: Umgehend abbrechen sollte man die Behandlung bei Gelbsucht (Ikterus) oder Verschlechterung der Leberfunktion, relevanter Erhöhung des Blutdrucks oder wenn migräneartige Kopfschmerzen erstmalig auftreten.

Quellen:

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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