Navigator-Medizin.de
   X   

[Krankheiten von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Medikamente von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Diagnostik & Laborwerte von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Therapieverfahren von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Gesundheitsthemen von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Symptome von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   
Suche

Kann es bei einem plötzlichen Absetzen von Betablockern zu Entzugssymptomen kommen?

Ja, ein zu plötzliches Absetzen von Betablockern kann Symptome wie Unruhe, Angst, Schlaflosigkeit und Schwitzen hervorrufen. Der Blutdruck kann steigen, der Puls in die Höhe schnellen, oder es können Herzrhythmusstörungen auftreten. 

Schnelles Absetzen geht nach hinten los

Die Entzugserscheinungen treten vor allem auf, wenn Sie Betablocker von heute auf morgen absetzen. Besprechen Sie daher am besten mit Ihrem Arzt, ob und über welchen Zeitraum Sie die Therapie beenden können.

Soll der Betablocker abgesetzt werden, da Beschwerden oder Nebenwirkungen aufgetreten sind, so sollte dies vorsichtig und langsam erfolgen. Der Betablocker muss, wie Mediziner das nennen, "ausgeschlichen" werden, da der Organismus sich bereits an ihn gewöhnt hat.

Blockierte Hormone toben sich aus

Mit einem Entzug wie bei einer Sucht hat das aber nichts zu tun. Der Grund für diese Beschwerden ist ein anderer: Betablocker senken den Blutdruck und die Herzfrequenz, in dem sie die Arbeit von Adrenalin und Noradrenalin behindern. Diese Hormone sind dafür da, den Kreislauf anzukurbeln. Durch die Betablocker werden aber die Andockstellen (Rezeptoren) besetzt, über die sie ihre Signale weiterleiten.   

Nach dem zu raschen Absetzen sind diese Stresshormone plötzlich im Übermaß aktiv. Denn die Rezeptoren, die von den Betablockern blockiert wurden, stehen plötzlich alle wieder frei – und haben sich zudem während der Behandlung vermehrt. Wen das näher interessiert, findet weiter unten eine detailliertere Erklärung. 

In der Regel gut verträglich

Eingesetzt werden Betablocker bei Menschen mit Bluthochdruck, Herzrhythmusstörung, Herzstolpern, Herzschwäche oder nach einem Herzinfarkt. Aber auch zur Migräneprophylaxe oder bei starkem Lampenfieber etwa bei Schauspielern können sie helfen.

Betablocker schützen aus medizinischer Sicht Ihr Herz. Dennoch haben sie keinen guten Ruf. Oft sorgen sich Betroffene, dass Beschwerden wie zum Beispiel Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Stimmungsschwankungen durch die Betablocker ausgelöst werden.

In der Tat können sie Nebenwirkungen wie einen zu niedrigen Puls, einen zu niedrigen Blutdruck oder starke Asthmabeschwerden verursachen. In diesen Fällen müssen die Ärzte vorsichtig sein. Auch Durchfall, Schwindel, verstärkte Schmerzen beim Gehen bei Menschen mit stark verkalkten Beingefäßen oder Probleme mit der Zuckereinstellung bei Diabetikern können auftreten. In den allermeisten Fällen werden Betablocker aber gut vertragen. 

Der Körper reagiert auf Betablocker mit einer Überproduktion 

Nun zur oben angekündigten Erklärung: Dass sich die Rezeptoren für Adrenalin und Noradrenalin während der Betablocker-Einnahme vermehren, ist die wesentliche Ursache für die Absetz-Symptome. 

Betablocker sind Medikamente, die an kleinen Rezeptoren der Zelloberfläche andocken und darüber den Blutdruck und Puls senken können. Die heißen Beta-1- und Beta-2-Adreno-Rezeptoren, daher der Name der Betablocker. Diese Rezeptoren sitzen unter anderem an den Herzzellen, den Wänden der Blutgefäße und auch in den Bronchien der Lunge. Normalerweise docken körpereigene Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin hier an. Beide Hormone kurbeln den Kreislauf an.

Der Betablocker passt nach demselben Schlüssel-Schloss-Prinzip in diese Rezeptoren. Er kommt den Botenstoffen somit zuvor und belegt deren Ankerstellen. So kann er die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin hemmen und dadurch Blutdruck und Herzfrequenz senken.

Aber der Körper empfindet das als Fehler – und produziert als Gegenregulation vermehrt Beta-Rezeptoren. Wird der Wirkstoff dann plötzlich abgesetzt, gibt es für die Hormone Adrenalin und Noradrenalin viel mehr Ankerstellen als vor der Therapie. Sie können all diese Rezeptoren gleichzeitig aktivieren und den Kreislauf so überstimulieren. Es ist wie bei Kindern in der Grundschule, die nach zwei Stunden Stillsitzen wie wild in die Hofpause stürmen: Die beiden Hormone, die den Kreislauf ankurbeln, finden nach ihrer erzwungenen Sperre endlich wieder Raum für Aktivität. 

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

Kommentare  

# Wann ist Bisoprolol 2,5 aus dem KörperKerstin 14.11.2020 22:04
Hallo!
Ich nehme seit Jahren u.a. den Betablocker Bisoprolol 2,5 mg.
Wegen einer Immunisierung (Allergie) darf ich diesen jedoch nicht gleichzeitig einnehmen.
Wie lange dauert es, bis die Wirkung nicht mehr da ist? Also wenn ich z.B. am Freitag die letzte Tablette genommen habe, wann ist der Wirkstoff raus aus meinem Körper?
Antworten
# Bisoprolol 2,5mgSimone 03.11.2020 11:25
Habe 20 Jahre Bisoprolol gegen Bluthochdruck genommen, Hausarzt gewechselt, sollte sofort absetzen, Blutdruck war unter 120, Puls ca. 55.
Habe von mir aus ca. 10 Tage halbe Dosis genommen, dann abgesetzt.
Das ist jetzt ca. 4 Wochen her und seit 1 Woche bin ich wegen einer Angststörung krankgeschrieben. Bin in psychiatrischer Behandlung, aber mir geht es noch nicht wirklich besser.
Wie lange soll dieser Zustand anhalten, Medikamente helfen nur bedingt.
Mein Vertrauen zu meinem Hausarzt ist weg.
Antworten
# BetablockerLaura 29.10.2020 07:55
Hey Sven, wie geht es dir jetzt? Ich mache aktuell Ähnliches durch und frage mich, wie lange diese innere Unruhe noch da sein wird. Habe Biso 2,5 mg 3 Jahre täglich genommen und soll jetzt wegen einer Schwangerschaft ko..ett weglassen. Blutdruck und Puls sind gut, aber das Herzklopfen. Manchmal bis in den Hals spürbar. Ich hoffe, bei dir hat es sich irgendwann gebessert. Erzähl mal!
Antworten
# Josch 29.12.2019 05:40
Ich habe 28 Jahre Metoprolol retard 200 eingenommen, dabei 40 kg zugenommen, häufig müde gewesen, jetzt Erektionsstörungen. Mein Arzt hat kurzfristig umgestellt auf Moxonidin. Sei..r Schweißausbrüche, Angstzustände, Schlafstörungen und Gedankenkarussell. Der Puls hält sich in Grenzen, da das Moxonidin auch auf den Pulsschlag einwirkt. Blutdruckwerte sind aber schlecht, ständig 160l100. Nehme jetzt erstmal wieder Metoprolol morgens und abends 50 mg dazu und schleiche dann über einen längeren Zeitraum aus.
Antworten
# Kay 14.12.2019 20:01
Nehme seit einem Jahr Metoprolol 47,5 mg. Werde ab morgen mit dem ausschleichen beginnen, da es bei körperlichen Belastungen wie Treppen steigen, joggen oder Fahrrad fahren ... zu sehr zur Atemnot kommt. Werde erst mal die Hälfte der Tablette ein paar Wochen lang einnehmen und beobachten wie es mir ergeht und ob sich die Herzrhythmusstörungen wieder melden. Und da ich am 16.01.2020 den nächsten Termin (nach einem halben Jahr Wartezeit) beim Kardiologen habe, kann man dort alles weitere besprechen.
Antworten
# Harwie 20.10.2019 21:54
Wer einmal nach solch einem Pulsrasen (160 Schläge in der Minute) erlebt hat und sich dann auf der Intensivstation wieder findet, wird die Angst vor dem Säbelzahntiger schwer wieder los.
Einfach so von selbst, ohne Ärztlichen Beistand, den Betablocker abzusetzen,
davon kann ich nur abraten.
Antworten
# Anonymous 25.07.2019 20:56
Kann ich nach 3 Tagen Betablockerteinnahme, jeweils nur eine halbe pro Tag, diese einfach wieder absetzen?
Antworten
# Redaktion 21.08.2019 10:01
Normalerweise dürfte das kein Problem sein. Aber es kommt - wie leider immer - auch ein wenig auf die Umstände an (sonstige Medikamente, Grund für die Einnahme, etc.), deshalb bitte so oder so noch einmal mit Ihrem Arzt sprechen.
Antworten

Kommentar schreiben

Kommentare: Archiv

Betablocker
Sonntag, den 19. Mai 2019 um 11:55 Uhr, Sven
Bin vor ca.3 Wochen ins KH gekommen, da ich einen zu schwachen Puls hatte. Daraufhin wurde Bisoprolol 5mg von der 4-jährigen Einnahme mit einem Tag auf 2,5 mg und danach auf Null abgesetzt. Kein Ausschleichen. Nichts. Infolgedessen unheimliche innere Unruhe, Blutdruckspitzen, erhöhter Puls. Nachdem die Medikamente abgesetzt wurden, hatte ich drei Wochen derart heftigen Schwindel, dass ich kaum laufen konnte. Mache fast täglich Sport. Es wird - denke ich zumindest - jeden Tag ein bisschen besser. Falls noch jemand solch ein Problem hat, wäre ich über einen Austausch darüber, wann die Symptome nachlassen, sehr, sehr dankbar.
 
Betablocker
Donnerstag, den 02. August 2018 um 13:05 Uhr, Nicole
Ich nehme Metohexal 95 mg - und die Nebenwirkungen sind: Durchfall Haarausfall und Gewichtsabnahme. Die Ärztin hat daraufhin die Betablocker abgesetzt, und ich bin heute in der Notaufnahme gelandet. Mit zu hohem Blutdruck, erhöhtem Puls und Herzrasen. Welche Alternativen gibt es denn zu diesem Betablocker? Denn die Nebenwirkungen kann man nicht ertragen.
 
Absetzen von Bisoprolol
Samstag, den 26. August 2017 um 22:39 Uhr, Monika Hanutko
Ich habe 10 Jahre Bisoprolol genommen. Nachdem ich endlich mehr als 40kg abgenommen habe und mich regelmäßig bewege, ist mein Blutdruck super eingestellt, ja beinahe zu niedrig.
Deshalb riet mir mein Hausarzt, Bisoprolol stufenweise abzusetzen. Im Abstand von 3 Wochen bin ich von einer halben Dosis auf NULL runter und habe grausige Nebenwirkungen.
Mein BD ist zwar immer noch gut, was sicher auch an der regelmäßigen Bewegung liegt, aber mein Ruhepuls liegt bei 100 und mehr. Dazu bin ich unruhig, habe Schlafstörungen und spüre meinen eigenen Herzschlag.
Nach einem Anruf bei einem recht unwirschen Notarzt nehme ich ab morgen früh wieder eine halbe Bisoprolol und bleibe vorerst auch dabei. Immer in der Hoffnung, dass sich die "Entzugserscheinungen" dadurch etwas abmildern.
Weiß jemand, wie lange es dauern kann, bis man keine Nebenwirkungen vom Absetzen des Medikamentes mehr hat?
 
Betablocker absetzen
Dienstag, den 17. Mai 2016 um 11:23 Uhr, WolfgangO
Ich bekam 20 Jahre Betablocker nur gegen zu hohen Blutdruck und habe ihn endlich abgesetzt - vor allem wegen der Nebenwirkungen - die Positionen der Fachärzte dazu waren katastrophal. Nun habe ich vier Wochen lang reduziert und habe 3 Wochen danach noch Entzugserscheinungen - Blutdruck geht hoch und runter, Puls um die 100 bis 105, es soll Monate dauern und man muss durch. Darauf weist einen kein Arzt hin - darum kann ich nur raten, Betablocker nur unter enger Indikationsstellung zu nehmen - der Entzug ist schlimm!
 
Entzugssymptome...
Dienstag, den 13. Januar 2015 um 11:14 Uhr, E. Oll
sind von Betroffenen recht leicht zu erkennen. Ich selbst schleiche den BB langsam aus und bin jetzt bei 1 x 12,5 mg. Dafür nehme ich Strophantin. Tropfen, die mir erst ein Leben wieder ermöglicht haben.
Inhaltsverzeichnis Top