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Kann es bei einem plötzlichen Absetzen von Betablockern zu Entzugssymptomen kommen?

Ja, ein zu plötzliches Absetzen von Betablockern kann Symptome wie Unruhe, Angst, Schlaflosigkeit und Schwitzen hervorrufen. Das liegt daran, dass die Rezeptoren, die von den Betablockern blockiert wurden, plötzlich alle wieder frei stehen – und sich zudem während der Behandlung vermehrt haben.

Der Körper reagiert auf Betablocker mit einer Überproduktion 

Vermehrt haben? Das klingt vielleicht eigenartig – und soll kurz erklärt werden. 

Betablocker sind Medikamente, die an kleinen Rezeptoren der Zelloberfläche andocken und darüber den Blutdruck und Puls senken können. Die heißen Beta-1- und Beta-2-Adreno-Rezeptoren, daher der Name der Betablocker. Diese Rezeptoren sitzen unter anderem an den Herzzellen, den Wänden der Blutgefäße und auch in den Bronchien der Lunge. Normalerweise docken körpereigene Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin hier an. Beide Hormone kurbeln den Kreislauf an.

Der Betablocker passt nach demselben Schlüssel-Schloss-Prinzip in diese Rezeptoren. Er kommt den Botenstoffen somit zuvor und belegt deren Ankerstellen. So kann er die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin hemmen und dadurch Blutdruck und Herzfrequenz senken. Aber der Körper empfindet das als Fehler – und produziert als Gegenregulation vermehrt Beta-Rezeptoren. 

Schnelles Absetzen geht nach hinten los

Wird der Wirkstoff dann plötzlich abgesetzt, gibt es für die Hormone Adrenalin und Noradrenalin viel mehr Ankerstellen als vor der Therapie. Sie können all diese Rezeptoren gleichzeitig aktivieren und den Kreislauf so überstimulieren. Der Blutdruck kann steigen, der Puls in die Höhe schnellen, oder es können Herzrhythmusstörungen auftreten.

Diesen Mechanismus bezeichnet man dann als Rebound- oder Absetzphänomen. Auch Unruhe, Angst, Schlaflosigkeit und Schwitzen können Sie quälen, wenn Sie Betablocker von heute auf morgen absetzen. Besprechen Sie daher immer mit Ihrem Arzt, ob und über welchen Zeitraum Sie die Therapie langsam absetzen können.

Soll der Betablocker im Verlauf abgesetzt werden, da Beschwerden oder Nebenwirkungen aufgetreten sind, so muss dies deshalb vorsichtig und langsam erfolgen. Der Betablocker muss, wie Mediziner das nennen, "ausgeschlichen" werden, da der Organismus sich bereits an ihn gewöhnt hat.

In der Regel gut verträglich

Eingesetzt werden Betablocker bei Menschen mit Bluthochdruck, Herzrhythmusstörung, Herzstolpern, Herzschwäche oder nach einem Herzinfarkt. Aber auch zur Migräneprophylaxe oder bei starkem Lampenfieber etwa bei Schauspielern können sie helfen.

Betablocker schützen aus medizinischer Sicht Ihr Herz. Dennoch haben sie keinen guten Ruf. Oft sorgen sich Betroffene, dass Beschwerden wie zum Beispiel Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Stimmungsschwankungen durch die Betablocker ausgelöst werden.

In der Tat können sie Nebenwirkungen wie einen zu niedrigen Puls, einen zu niedrigen Blutdruck oder starke Asthmabeschwerden verursachen. In diesen Fällen müssen die Ärzte vorsichtig sein. Auch Durchfall, Schwindel, verstärkte Schmerzen beim Gehen bei Menschen mit stark verkalkten Beingefäßen oder Probleme mit der Zuckereinstellung bei Diabetikern können auftreten. In den allermeisten Fällen werden Betablocker aber gut vertragen. 

Autoren:  & Dr. med. Julia Hofmann

Kommentare: Archiv

Betablocker
Sonntag, den 19. Mai 2019 um 11:55 Uhr, Sven
Bin vor ca.3 Wochen ins KH gekommen, da ich einen zu schwachen Puls hatte. Daraufhin wurde Bisoprolol 5mg von der 4-jährigen Einnahme mit einem Tag auf 2,5 mg und danach auf Null abgesetzt. Kein Ausschleichen. Nichts. Infolgedessen unheimliche innere Unruhe, Blutdruckspitzen, erhöhter Puls. Nachdem die Medikamente abgesetzt wurden, hatte ich drei Wochen derart heftigen Schwindel, dass ich kaum laufen konnte. Mache fast täglich Sport. Es wird - denke ich zumindest - jeden Tag ein bisschen besser. Falls noch jemand solch ein Problem hat, wäre ich über einen Austausch darüber, wann die Symptome nachlassen, sehr, sehr dankbar.
 
Betablocker
Donnerstag, den 02. August 2018 um 13:05 Uhr, Nicole
Ich nehme Metohexal 95 mg - und die Nebenwirkungen sind: Durchfall Haarausfall und Gewichtsabnahme. Die Ärztin hat daraufhin die Betablocker abgesetzt, und ich bin heute in der Notaufnahme gelandet. Mit zu hohem Blutdruck, erhöhtem Puls und Herzrasen. Welche Alternativen gibt es denn zu diesem Betablocker? Denn die Nebenwirkungen kann man nicht ertragen.
 
Absetzen von Bisoprolol
Samstag, den 26. August 2017 um 22:39 Uhr, Monika Hanutko
Ich habe 10 Jahre Bisoprolol genommen. Nachdem ich endlich mehr als 40kg abgenommen habe und mich regelmäßig bewege, ist mein Blutdruck super eingestellt, ja beinahe zu niedrig.
Deshalb riet mir mein Hausarzt, Bisoprolol stufenweise abzusetzen. Im Abstand von 3 Wochen bin ich von einer halben Dosis auf NULL runter und habe grausige Nebenwirkungen.
Mein BD ist zwar immer noch gut, was sicher auch an der regelmäßigen Bewegung liegt, aber mein Ruhepuls liegt bei 100 und mehr. Dazu bin ich unruhig, habe Schlafstörungen und spüre meinen eigenen Herzschlag.
Nach einem Anruf bei einem recht unwirschen Notarzt nehme ich ab morgen früh wieder eine halbe Bisoprolol und bleibe vorerst auch dabei. Immer in der Hoffnung, dass sich die "Entzugserscheinungen" dadurch etwas abmildern.
Weiß jemand, wie lange es dauern kann, bis man keine Nebenwirkungen vom Absetzen des Medikamentes mehr hat?
 
Betablocker absetzen
Dienstag, den 17. Mai 2016 um 11:23 Uhr, WolfgangO
Ich bekam 20 Jahre Betablocker nur gegen zu hohen Blutdruck und habe ihn endlich abgesetzt - vor allem wegen der Nebenwirkungen - die Positionen der Fachärzte dazu waren katastrophal. Nun habe ich vier Wochen lang reduziert und habe 3 Wochen danach noch Entzugserscheinungen - Blutdruck geht hoch und runter, Puls um die 100 bis 105, es soll Monate dauern und man muss durch. Darauf weist einen kein Arzt hin - darum kann ich nur raten, Betablocker nur unter enger Indikationsstellung zu nehmen - der Entzug ist schlimm!
 
Entzugssymptome...
Dienstag, den 13. Januar 2015 um 11:14 Uhr, E. Oll
sind von Betroffenen recht leicht zu erkennen. Ich selbst schleiche den BB langsam aus und bin jetzt bei 1 x 12,5 mg. Dafür nehme ich Strophantin. Tropfen, die mir erst ein Leben wieder ermöglicht haben.
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