Unter Schirmherrschaft der
Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V.
Navigator-Medizin.de
   X   

[Krankheiten von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Medikamente von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Diagnostik & Laborwerte von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Therapieverfahren von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Gesundheitsthemen von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Symptome von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   
Suche

Berodual: Wirkung und Nebenwirkungen

Berodual® ist ein Lungen-Spray, das bei Asthma und anderen Lungenerkrankungen eingesetzt wird. Es enthält zwei unterschiedliche Wirkstoffe. Beide entspannen die Muskulatur und erweitern dadurch die Atemwege. Das Medikament hilft bei akuter Atemnot, kann aber auch langfristig zur Vorbeugung eingesetzt werden.

Mehr zum Kombinationspräparat Berodual® erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Wirkung

Wie wirkt Berodual?

Berodual® enthält die Wirkstoffe Fenoterol und Iptratropiumbromid. Fenoterol ist ein bronchienerweiternder Wirkstoff aus der Gruppe der β2-Sympathomimetika. Ipratropiumbromid hat ebenfalls bronchienerweiternde (bronchospasmolytische) Eigenschaften, gehört jedoch zur Gruppe der sogenannten kurzwirksamen Muskarinrezeptor-Antagonisten.

Beide Wirkstoffe ergänzen sich gegenseitig in ihrer spasmolytischen (krampflösenden) Wirkung auf die Bronchialmuskulatur – was dazu führt, dass sich diese entspannt, sich infolgedessen die Bronchien öffnen und die Atmung wieder leichter fällt.

Verschiedene Darreichungsformen

Im Handel finden Sie derzeit folgende Präparate-Varianten, die die Wirkstoffe Ipratropiumbromid und Fenoterol in Kombination enthalten:

  • Berodual® N Dosier-Aerosol
  • Berodual® Respimat® 20/50 Mikrogramm/Dosis (Lösung zur Inhalation)
  • Berodual® LS (Lösung für Vernebler)

Wann wird Berodual eingesetzt?

Berodual® enthält die Wirkstoffkombination Fenoterol plus Iptratropiumbromid. Das Arzneimittel wird inhaliert und kann sowohl in der Akut- als auch in der Bedarfs- und Dauerbehandlung diverser Atemwegserkrankungen eingesetzt werden.

Es wird allerdings darauf hingewiesen, dass im Falle einer Dauerbehandlung stets auch eine begleitende entzündungshemmende Therapie (z. B. mit einem Kortison-Präparat) erfolgen sollte.

Klassische Anwendungsgebiete von Berodual® sind die Vorbeugung und Behandlung von Atemwegserkrankungen wie:

  • Asthma bronchiale – sowohl allergischer als auch nicht­allergischer Ursache
  • Anstrengungs- bzw. Belastungsasthma
  • COPD (chronisch obstruktive Atemwegserkrankung) mit und ohne Emphysem (Lungenblähung)
  • chronische Bronchitis

Anwendung

Wie und wie oft wird Berodual angewendet?

Das zur inhalativen Behandlung von chronischen Atemwegserkrankungen (Asthma bronchiale, COPD, Bronchitis) eingesetzte Berodual® steht Ihnen in drei Varianten (Berodual® N Dosier-Aerosol, Berodual® LS – Lösung für Vernebler, Berodual® Respimat® – Lösung zur Inhalation) zur Verfügung.

Für das nachfolgend beispielhaft angeführte, sehr beliebte Berodual® N Dosier-Aerosol gelten dabei folgende Anwendungs- und Dosierempfehlungen.

Berodual® N in der Vorbeugung, Akut- und Dauertherapie

Zur Akutbehandlung plötzlich auftretender Bronchialkrämpfe bzw. von Atemnot:

  • Inhalieren Sie zunächst 2 Hübe des Medikaments.
  • Sollte nach etwa fünf Minuten keine Besserung eintreten, können weitere 1 bis 2 Hübe inhaliert werden.
  • Bei unverändert bestehenden Beschwerden sollten Sie unverzüglich einen Arzt kontaktieren.

Im Falle einer Dauerbehandlung:

  • Inhalieren Sie 1 bis 2 Hübe drei- bis viermal pro Tag.
  • Zwischen den einzelnen Inhalationen sollte mindestens ein Abstand von drei Stunden eingehalten werden.
  • Die Gesamttagesdosis sollte 12 Hübe nicht überschreiten.
  • Bei Asthma bronchiale sollten Sie Berodual® nur bei Bedarf anwenden.

Zur Prophylaxe bei Belastungsasthma oder vorhersehbarem Allergenkontakt:

  • Inhalieren Sie 2 Hübe, wenn möglich etwa 10 bis 15 Minuten vor einer körperlichen Anstrengung (regelmäßiges Joggen) bzw. absehbarem Allergenkontakt (z. B. Besuch einer Reitveranstaltung bei bekannter Pferdehaarallergie).

Korrekte Anwendung ist das A und O

Egal für welche Darreichungsform Sie sich bei Berodual® letztendlich entscheiden – wichtig ist, dass Sie sich bereits vor der ersten Anwendung hinreichend mit der korrekten Handhabung des verordneten Medikaments vertraut gemacht haben.

Keine falsche Scheu! Lassen Sie sich im Zweifelsfall dabei ruhig von Ihrem behandelnden Arzt oder auch von einem Apotheken-Mitarbeiter beraten und anleiten.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können unter Berodual auftreten?

Am häufigsten (bei 1 bis 10% der Behandelten) wird unter Anwendung von Berodual® Husten angegeben. Gelegentlich (bei 0,1 bis 1%) berichten Betroffene zudem über folgende unerwünschte Arzneimittelwirkungen von Berodual®:

  • Kopfschmerzen
  • Nervosität, Zittern, Schwindel
  • Herzklopfen, Herzrasen
  • Blutdruckanstieg
  • Mundtrockenheit, Entzündungen im Rachenbereich (Pharyngitis)
  • Störung der Stimmbildung (Dysphonie)
  • Übelkeit, Erbrechen

Selten schwere Nebenwirkungen

Deutlich seltener (bei weniger als 0,1 % der Behandelten) kann es unter Berodual® u. a. zu folgenden Symptomen kommen:

  • allergische Sofort-Reaktionen bzw. Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Juckreiz, Nesselsucht, Hautausschlägen, großflächigen Schwellungen von Haut und Schleimhäuten
  • Anstieg des Augeninnendrucks, diverse Formen von Sehstörungen
  • Unruhe, psychische Veränderungen, vermehrte Schweißbildung
  • Absinken des Kaliumspiegels im Blut, Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie)
  • Herzrhythmusstörungen, andere Herzbeschwerden
  • Verkrampfung der Kehlkopfmuskulatur und der Atemwege (Bronchospasmus)
  • Magen-Darm-Beschwerden (Sodbrennen, Durchfall, Verstopfung)
  • Muskelschwäche, -krämpfe, -schmerzen
  • Harnverhalt

Schadet Berodual den Augen?

Wenn Sie Berodual® N Dosier-Aerosol verwenden, achten Sie bitte streng darauf, dass das Medikament keinesfalls in Ihre Augen gelangt. Versehentlicher Kontakt kann hier zu Sehstörungen führen und sollte ärztlich behandelt werden.

Aber auch die sachgemäße Anwendung kann als Begleiterscheinung in seltenen Fällen Augenbeschwerden zur Folge haben. Wenn Sie bei Verwendung Ihrer Asthma-Medikation also unter Augenschmerzen, Verschwommensehen, verändertem Farbempfinden oder geröteten Augen leiden, wenden Sie sich bitte unverzüglich an Ihren Arzt oder Augenarzt. Diese Symptome können ggf. durch Druckerhöhung und damit Blutstau verursacht sein.

Wann darf ich Berodual auf keinen Fall nehmen?

Es gibt Umstände, die eine inhalative Therapie mit Berodual® definitiv ausschließen – dazu gehören:

  • eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Fenoterol und/oder Ipratropiumbromid sowie gegenüber atropinähnlichen Substanzen
  • eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber weiteren Bestandteilen der jeweils eingesetzten Darreichungsform
  • Personen mit einer hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie (genetisch bedingte Herzmuskelerkrankung)
  • Personen mit Tachyarrhythmie (Kombination aus Herzrhythmusstörung (und schnellem Herzschlag)

Wann ist bei Berodual Vorsicht geboten?

Neben den bereits erwähnten absoluten Kontraindikationen (Gegenanzeigen) gibt es noch einige andere Umstände und Erkrankungen, die eine inhalative Therapie mit Berodual® ggf. ebenfalls ausschließen bzw. bei denen besondere Vorsicht geboten ist.

Mögliche Gegenanzeigen

In folgenden Fällen sollten Sie Berodual® nur mit besonderer Vorsicht bzw. unter ärztlicher Kontrolle einnehmen:

  • bei Herzerkrankungen (kürzlich stattgefundener Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung, Rhythmusstörungen, ausgeprägte Herzschwäche etc.)
  • bei schweren Gefäßerkrankungen (z. B. einer Koronaren Herzkrankheit, bedingt durch atherosklerotische Veränderungen der Herzkranzgefäße, Aneurysma)
  • bei Bluthochdruck
  • bei Nieren- und Leberfunktionsstörungen
  • bei bekannter Prostatavergrößerung oder Harnblasenhalsverengung
  • bei schlecht eingestelltem Diabetes mellitus
  • bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • bei (einer Neigung zum) Engwinkelglaukom
  • bei bekanntem Phäochromozytom (Adrenalin produzierender Tumor)

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie z. B. unter einem chronischen Asthma bronchiale leiden und einer regelmäßigen Asthmatherapie bedürfen, sollten Sie sich bezüglich der Behandlungsalternativen in Schwangerschaft und Stillzeit von Ihren behandelnden Ärzten ausführlich beraten lassen.

Grundsätzlich (und unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen) ist die Fortführung einer bereits bestehenden inhalativen Therapie mit Berodual® auch während der Schwangerschaft und Stillzeit möglich. Dennoch gibt es besser untersuchte Behandlungsoptionen, die in Erwägung gezogen werden sollten.

Vorsicht im Verkehr und bei der Arbeit

Da es unter einer Behandlung mit Berodual® durchaus zu Nebenerscheinungen wie Schwindel, Zittern und Sehstörungen kommen kann, sollten Sie (insbesondere zu Beginn der Therapie) sowohl beim Autofahren als auch beim Bedienen von Maschinen besonders achtsam sein und bestimmte Tätigkeiten ggf. vermeiden.

Verträgt sich Berodual mit meinen anderen Medikamenten?

Es gibt einige Arzneimittel, die die Wirkung, die Verstoffwechslung und somit auch die Nebenwirkungen von Berodual® abschwächen oder auch verstärken können.

Da eine detaillierte Auflistung sämtlicher in Frage kommender Medikamente aufgrund der individuellen Erkrankungssituation an dieser Stelle allerdings kaum machbar ist, möchten wir Sie nochmal darauf hinweisen, dass Sie im Einzelfall immer Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt und/oder Apotheker halten sollten.

Wechselwirkungen berücksichtigen

Zu beachten ist, dass einige kritische Kandidaten, die eine Wirkverstärkung provozieren und somit auch das Nebenwirkungsrisiko von Berodual® erhöhen können, vor allem Arzneimittel sind, die klassischerweise in der Therapie des Asthma bronchiale und der COPD eingesetzt werden. Vorsicht also bei einer möglichen Parallelmedikation.

Medikamente, die mit Berodual® in Wechselwirkung treten können, sind u. a.:

Quellen:

  • Rote Liste Service GmbH, Fachinformation Berodual®.
  • www.embryotox.de (Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Berlin), Abruf Juli 2019.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

Kommentar schreiben

Inhaltsverzeichnis Top