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Tennisarm: Ursachen, Symptome und Behandlung

Wie entsteht ein Tennisarm? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und was wird von Betroffenen häufig falsch gemacht? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir in folgendem Beitrag zum Thema Tennisarm.

Einführung

Ist der Tennisarm etwas anderes als der Tennisellenbogen?

Nein, beide Begriffe bezeichnen dasselbe Beschwerdebild: Schmerzen im Ellenbogenbereich, die auf einer Überlastung vor allem der Unterarm-Muskeln beruhen. Die Schmerzen gehen dabei von den Sehnenansätzen dieser Muskeln im Ellenbogen aus.

Allerdings ist beim Tennisarm längst nicht immer nur der Ellenbogenbereich betroffen. Die Schmerzen strahlen häufig bis in die Hand aus, so dass einem mehr oder weniger der ganze Unterarm wehtut. Insofern greift die Bezeichnung Tennisellenbogen etwas zu kurz.

Nicht nur Tennis oder Golf die Auslöser

Selbiges gilt für den (selteneren) Golferarm und Golferellenbogen. Hier sind bei einem ganz ähnlichen Beschwerdebild die Beugermuskeln am Unterarm (Innenseite) betroffen und nicht die Streckermuskeln wie beim Tennisarm. Deshalb schmerzt beim Golferarm vor allem die Innen- statt der Außenseite.

Beide Beschwerdebilder entstehen übrigens nicht nur durch Tennis oder Golf, sondern weitaus häufiger durch andere körperliche Tätigkeiten mit starker Unterarmbelastung.

Begriffe: Tennisarm und Golfer-Ellenbogen

Was unterscheidet den Tennisarm vom Golfer-Ellenbogen?

Beim Tennisarm sind andere Strukturen betroffen als beim Golfer-Ellenbogen (auch Golferarm genannt). Beim Tennisarm findet sich der dafür verantwortliche Entzündungs- bzw. Verschleißprozess an der Außenseite des Ellenbogens. Genauer gesagt an einem Knochenvorsprung (Epicondylus radialis humeri), der außen über dem Ellenbogen sitzt und zur Verankerung Sehnenansatzes der langen Hand- und Fingerstreckmuskeln dient.

Auslöser des Geschehens beim Tennisarm ist normalerweise eine mechanische Überlastung. Die erfolgt nur in der Minderzahl durch Tennisspielen, häufiger durch Arbeiten in Haus und Garten. Typische Auslöser sind Arbeiten beim Renovieren oder ähnliche Tätigkeiten bei falscher Haltung bzw. starker Beanspruchung von Muskeln und Ellenbogen.

Golfer-Ellenbogen entsteht meist am Schreibtisch

Beim Golferarm entsteht die Reizung an der Innenseite des Ellenbogens. Dort ist auch so ein Knochenvorsprung (Epicondylus ulnaris humeri), der dem Sehnenansatz der langen Hand- und Fingerbeugemuskeln Halt gibt. Noch öfters als das Golfen löst Schreibtischarbeit diese Beschwerden aus.

In beiden Fällen tut nicht selten der ganze Arm weh, da die vom Ellenbogen ausgehenden Schmerzen häufig in den Unterarm und/oder in den Oberarm ausstrahlen. Deshalb sind auch die Begriffe Tennisarm und Tennis-Ellenbogen gleichbedeutend im Umlauf, beim Golferarm und Golfer-Ellenbogen verhält es sich ebenso.

Da beim Tennisarm die Streck- und beim Golferarm die Beugemuskeln betroffen sind, können beide Krankheitsbilder durch eine genaue Schmerzdiagnostik vom Arzt (oder auch von Ihnen selbst) unterschieden werden. Übrigens kann es auch zu einer Kombination von Tennis- und Golferarm kommen.

Tennisarm oder Golfer-Ellenbogen: Was tritt häufiger auf?

Neben der genauen Lokalisation der Beschwerden bzw. ihres Ursprungs unterscheiden sich Tennisarm und Golfer-Ellenbogen zudem in der Häufigkeit. Der Tennisarm tritt zehn- bis zwanzigmal häufiger auf als der Golferarm. Mit einer stärkeren Verbreitung des Tennissports dürfte das allerdings weniger zu tun haben. Denn die meisten Menschen mit diesen Schmerzsyndromen spielen weder Tennis noch Golf.

Ursachen

Wodurch kommt es zum Tennisarm?

Der Tennisarm beruht auf einer Überlastung oder Fehlbeanspruchung der Unterarmmuskulatur. Das führt zur Reizung des Sehnenansatzes am Ellenbogen. Also dort, wo die langen Hand- und Fingerstreckmuskeln über ihre Sehnen am äußeren Knochenvorsprung des Oberarmknochens verankert sind.

Für die Schmerzen werden Entzündungszustände verantwortlich gemacht. Die entstehen infolge der Überlastung an feinen Einrissen, die sich an den Sehnenansätzen bilden können. Im Gegensatz zur Muskulatur ist das Sehnengewebe schlecht durchblutet und weniger anpassungsfähig.

Sehnenansatzentzündung durch Überlastung der Unterarmmuskulatur

Medizinisch spricht man beim Tennis- und Golferarm von einer Epikondylitis. Das bedeutet erstmal nichts anderes, als dass im Bereich der Knochenvorsprünge am unteren Ende des Oberarmknochens ein Entzündungs- bzw. Verschleißprozess im Gange ist.

Strukturell handelt es sich wie oben beschrieben um eine Entzündung an den Sehnenansätzen. Ähnlich wie bei der Sehnenscheidenentzündung am Unterarm sind die Ursache meist einseitige, gleichförmige und ständig wiederholte Bewegungen. Zumindest nimmt man das an, denn so hundertprozentig geklärt ist das noch gar nicht.

Handwerk und Hausarbeiten häufiger die Ursache als Tennis

Nur bei einem Zehntel der Patienten ist die Überlastung durch sportliche Betätigungen bedingt, wie etwa beim namensgebenden Tennisspielen, Golfen (Golferarm) oder bei anderen Sportarten mit starkem Zugriff von Fingern und Hand. Häufiger sind berufliche Tätigkeiten (Handwerk, PC-Arbeit etc.) und Arbeiten in Haus und Garten (u.a. Unkrautzupfen, Schneiden mit der Heckenschere, Ausmisten, Sensen) der Auslöser für einen Tennisarm.

Neben der Dauer und Gleichförmigkeit kann auch die Ungewohntheit der Beanspruchung, die falsche Haltung bzw. Technik und ein ungenügender Trainingszustand der Muskulatur den Überlastungseffekt begünstigen. Auch eine falsche Schlafhaltung mit stark gebeugtem Arm als Kopfstütze zählt zu den möglichen Ursachen. Allerdings lässt sich keineswegs immer ein Auslöser identifizieren.

Weitere Faktoren: Alter, Vererbung, Verletzungen, rheumatische Erkrankungen

Es werden noch eine Reihe weiterer Faktoren angeführt, die beim Tennisarm eine Rolle spielen können. So nimmt mit zunehmendem Alter die gewebliche Qualität ab, Reizzustände werden nicht mehr so leicht kompensiert. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei 35-50 Jahren, bei (ehemals) professionellen Tennisspielern zwischen 50 und 60 Jahren.

Außerdem spielt die Veranlagung eine Rolle. Die Stärke bzw. Schwäche der Sehnen wird wohl vererbt. Das gilt auch für die Sehnenansätze. Zur Familie der Sehnenansatz-Erkrankungen gehören neben dem Tennisarm auch die Kalkschulter, die Achillessehnen-Entzündung und der Fersensporn. Wer eine dieser Erkrankungen erlitten hat, trägt auch ein erhöhtes Risiko für die anderen.

Schließlich zählen auch unfallbedingte Verletzungen sowie rheumatische Erkrankungen wie Fibromyalgie oder Rheumatoide Arthritis zu begünstigenden Faktoren für das Beschwerdebild des Tennisarms.

Gründe für den Tennisarm

Welche Tätigkeiten führen am häufigsten zu einem Tennisarm?

Jedenfalls nicht das Tennisspielen. Zwar tritt der Tennisarm gehäuft bei Tennisspielern auf, daher ja auch die Namensgebung. Die Sportler machen aber nur etwa 10% der orthopädischen Kundschaft mit diesem gängigen Beschwerdebild aus.

Typische berufsbedingte Ursachen

Häufiger entwickelt sich das Überlastungssyndrom in der Ausübung bestimmter beruflicher Tätigkeiten, etwa bei

  • Handwerkern,
  • Mechanikern,
  • Musikern,
  • Straßen- und Bauarbeitern,
  • Kellnern
  • und – als mittlerweile größte Berufsgruppe – PC-Arbeitern, zu denen heute wohl auch die immer eigens aufgeführten Sekretärinnen zählen. Hier ist dann auch vom Mausarm die Rede.

Doch nicht nur in Beruf oder Sport, auch bei scheinbar harmlosen Freizeitaktivitäten droht das Ungemach: Ungewohnte, falsch ausgeführte oder einfach zu intensiv betriebene Werkeleien in Haus und Garten stehen in der Erhebungsstatistik des ärztlichen Praxisalltags weit oben.

Erhöhtes Risiko bei Schlagsportarten, Krafttraining und Klettern

Nochmal zum Sport: Etwa jeder zweite Tennisspieler soll im Laufe seines Lebens eine Epicondylitis radialis humeri erleiden, wie der Tennisarm medizinisch genannt wird. Gefährdet sind vor allem Amateure. Falsche Technik und unangemessenes Material sind häufig ausschlaggebend.

Jenseits des Tennis besteht ein erhöhtes Tennisarm-Risiko generell bei Sportarten, die ein starkes Zugreifen erfordern. Neben allen Schlagsportarten gilt das demnach etwa auch fürs Fitnessstudio, wenn mit hohen Gewichten gearbeitet wird. Und fürs Sportklettern. Die Belastung liegt zwar auf den Fingermuskeln, deren Sehnen setzen aber am Ellenbogen an. Die Überlastungsbeschwerden treten also dort auf. Beim Tennisarm an der äußeren Streckseite, beim Golferarm an der inneren Beugeseite.

Handelt es sich beim Tennisarm wirklich um eine Entzündung?

Der medizinische Fachbegriff Epicondylitis und viele Informationsquellen legen nahe, dass es sich beim Tennisarm um eine Entzündung handelt. Die Endung „-itis“ bedeutet im Medizinjargon immer Entzündung. Fest steht aber nur, dass beim Tennisarm die Sehnenansätze der Unterarmmuskeln stark gereizt sind. Der genaue Entstehungsmechanismus ist nicht bekannt.

Ursache meist eine Überlastung

Das Tennisarm-Phänomen ist wohl in erster Linie ein akuter oder chronischer, schmerzhafter Reizzustand. In den meisten Fällen führt dabei eine mechanische Überbeanspruchung zum Verkrampfen der Muskulatur, wodurch sich auch eine Sehnenverkürzung ergeben kann. Möglicherweise kommt es zudem zu kleinsten Gewebeschäden, die in selteneren Fällen auch verletzungsbedingt entstehen. Sie können der Ausgangspunkt für einen entzündlichen Prozess sein.

Es gibt für dieses Beschwerdebild übrigens auch andere Bezeichnungen wie Epikondylopathie, Epikondylose oder Epikondyalgie, also ohne "itis".

Intensives Dehnen trägt zur Heilung bei

Wichtig ist die feine Unterscheidung zwischen Reizzustand und Entzündungsprozess wegen der Schlussfolgerungen für die Behandlung. Entscheidend ist eine Verringerung der erhöhten Grundspannung in Muskel und Sehne auf Normalmaß. Das ist die Voraussetzung für die Ausheilung und dauerhafte Beschwerdefreiheit.

Das Stichwort heißt dabei "aktive Entlastung". Das bedeutet nicht nur Schonung und Schmerzvermeidung, sondern vor allem eine konsequente Eigenbehandlung durch regelmäßige und intensive Dehnübungen. Das macht zwar etwas mehr Arbeit als das passive Behandeltwerden mit Medikamenten oder anderen ärztlichen Maßnahmen, ist aber auf Dauer sinnvoller und hilfreicher.

Symptome

Welche Symptome verursacht ein Tennisarm?

Typisch für den Tennisarm sind Schmerzen im Ellenbogenbereich. Sie äußern sich als lokaler Druckschmerz über dem Muskelansatz oder beim Bewegen des Ellenbogens, der Hand oder der Finger. Bei Betätigung bzw. maximaler Dehnung der einzelnen Muskelgruppen verstärken sich die Beschwerden erheblich.

Die Schmerzen können stechend sein, sehr stark werden und in den Unterarm sowie bis in die Hand ausstrahlen. Es können sich schließlich auch Taubheitsgefühle in den Fingern entwickeln.

Typische Beschwerden im Überblick

Beim Tennisarm geht die Problematik von den außen liegenden Sehnenansätzen der Hand- und Fingerstreckmuskeln aus. Die Kennzeichen dafür sind:

  • Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, die in die Streckseite des Unterarms ausstrahlen (die Streckseite des Unterarms ist die obere, beim Mann die behaarte Seite);
  • ein Druckschmerz, der sich an der Außenseite des Ellenbogens auslösen lässt und häufig auch entlang der Streckmuskulatur am Unterarm verläuft;
  • Schmerzen beim Drehen des Unterarms, Ballen der Faust und beim Festhalten eines Gegenstands mit durchgestrecktem Arm;
  • eine Zunahme der Schmerzen, wenn das Handgelenk und die Finger gegen Widerstand gestreckt werden;
  • eine Zunahme der Schmerzen, wenn Handgelenk und Finger passiv gebeugt werden.

Mit fortschreitendem Verlauf nehmen die Schmerzen zu und die Griffstärke nimmt ab. Selbst einfachste Alltagstätigkeiten wie das Händeschütteln oder das Tragen und Halten leichter Gegenstände fallen dann immer schwerer. Spätestens dann besteht dringender Behandlungsbedarf, der unter anderem in Schonung besteht.

Welche Symptome verursacht ein Golferarm?

Die Beschwerden beim Golferarm entsprechen denen beim Tennisarm, nur dass sie an der Innen- statt Außenseite des Ellenbogens entstehen. Der Grund: Statt der Streckmuskeln sind die innen liegenden Hand- und Fingerbeugemuskeln bzw. deren Sehnenansätze betroffen.

Wie beim Tennisarm tut das Faustballen und Drehen des Unterarms weh. Ein Druckschmerz lässt sich aber innen am Ellenbogen auslösen. Die Druck- oder Bewegungsschmerzen strahlen häufig über die Beugemuskulatur bis zur Hand aus. Sie nehmen beim Beugen des Handgelenks und der Finger gegen Widerstand sowie beim passiven Überstrecken zu.

Übrigens erkranken auch Golfspieler häufiger an einem Tennisarm als an einem Golfer-Ellenbogen. Und zwar üblicherweise auf der dem Gebrauchsarm gegenüberliegenden Seite. Beim Rechtshänder treten die Tennisarm-Symptome also links auf, beim Linkshänder dagegen rechts.

Untersuchungen

Welche Untersuchungen führt der Arzt bei einem Tennisarm durch?

Die Diagnose des Tennisarms wird in erster Linie ohne Hilfe von Geräten gestellt, also durch Befragen, Anschauen und Betasten. Weiterführende Maßnahmen wie eine Laboruntersuchung oder bildgebende Verfahren (Röntgen, Ultraschall etc.) sind normalerweise nicht notwendig. Außer es liegen spezielle Fragestellungen vor oder Verdachtshinweise, die den Ausschluss anderer möglicher Ursachen für die Beschwerden erfordern.

Druckschmerz und Widerstandstests

Das "Betasten" ist allerdings intensiver als man vielleicht denkt: Es geht darum, einen Druckschmerz an den einschlägigen Stellen zu prüfen. Außerdem gehören sogenannte Widerstands- bzw. Provokationstests dazu. Dabei lässt Sie der Arzt am betroffenen Arm eine Faust bilden und diese nach oben oder unten drücken, während er dagegen hält. Wenn Sie tatsächlich am Tennisarm leiden, verstärken sich Ihre Schmerzen am Ellenbogen.

Die Funktionsprüfung sollte sinnvollerweise den ganzen Arm umfassen. Manchmal sind auch Blockierungen der Halswirbelsäule, Probleme mit der Gelenkmechanik im Schulter- oder Handgelenk oder auch ein muskuläres Ungleichgewicht zwischen Bizeps und Trizeps am Oberarm die eigentlichen Schmerzverursacher.

Behandlung

Wie wird ein Tennisarm am besten behandelt?

Eine pauschale Leitlinie, wie der Tennisarm behandelt werden sollte, gibt es leider nicht. Der erfahre Orthopäde oder Sportmediziner wird die Dauer der Erkrankung, die Intensität der Beschwerden, die sonstigen (z.B. beruflichen) Belastungsfaktoren für den Ellenbogen und den Schädigungsgrad in seine Therapieempfehlung miteinbeziehen.

Am wichtigsten: Schonung, Schmerzvermeidung und Dehnen

Zur Behandlung des Tennisarms wird Vieles angeboten und unternommen, aber nicht alles davon ist wirklich sinnvoll. Die wichtigste Maßnahme besteht zunächst in konsequenter Schonung (Sportpause!) und Schmerzvermeidung. Im akuten Entzündungszustand tut meistens Kühlung gut, bei chronischen Beschwerden eher Wärme. Probieren Sie es aus.

Basis der Behandlung sind jedenfalls physiotherapeutische, möglichst schmerzfreie Übungen zum Dehnen und Trainieren der Unterarmmuskeln. Bandagen können vorübergehend hilfreich sein und auch bei der Arbeit getragen werden. Eine komplette Ruhigstellung durch Eingipsen ist zwar noch verbreitet, gilt aber mittlerweile eher als Rückfall-fördernd statt heilungsfördernd.

Kortison nicht wirklich empfehlenswert, Operation nur als letzte Option

Ist der Schmerz sehr stark oder schon zur dauerhaften Beschwerde geworden, kommen schmerzstillende Medikamente in Frage. Die werden häufig in Form von Salbenverbänden aufgetragen oder in den Ellenbogenbereich gespritzt. Die immer noch häufig eingesetzten Kortison-Spritzen nehmen zwar kurzfristig den Schmerz. Auf den Erkrankungsverlauf haben sie aktuellen Studien zufolge aber, anders als die Krankengymnastik, keinen günstigen Einfluss. Im Gegenteil: Aufgrund seiner auf Dauer sehnenschädigenden Wirkung sollte das beliebte Kortison lieber öfter in der Ampulle bleiben.

Für fortgeschrittene Fälle soll sich die Stoßwellentherapie mittlerweile als wirksames und nebenwirkungsarmes Verfahren in der orthopädischen Praxis etabliert haben. Auch die Akupunktur wird als hilfreich beim Tennisarm angesehen. Dieses Beschwerdebild zählt zu den Anwendungsgebieten, bei denen sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Akupunktur empfiehlt. Neben diversen weiteren, techniklastigen Methoden runden Empfehlungen der orthomolekularen Medizin, der Pflanzenheilkunde und der Homöopathie das nicht-operative Therapiespektrum ab.

Die Operation gilt in den etwa 3% der Fälle als letzter Ausweg, in denen die beschriebenen Methoden über einen längeren Zeitraum versagt haben. Eine Garantie auf Heilung besteht leider auch bei dieser im wörtlichen Sinne einschneidenden Maßnahme nicht.

Hier ein Überblick über das vielfältige therapeutische Angebot für Tennisarm-Patienten:

  • Abstellen der Ursachen (falls bekannt und möglich)
  • Abwarten
  • Akupunktur
  • Armschlinge
  • Bandage
  • Blutegel
  • Botulinumtoxin
  • Diclofenac, Ibuprofen & Co
  • Elektrostimulation
  • Epicondylitis-Spange (speziell gefertigte Bandage zur Entlastung des Muskelansatzes am Ellenbogen)
  • Ergonomische Maßnahmen (Tastatur-, Mauspad am PC; Schlägergriffstärke etc.)
  • Hochvolt-Therapie
  • Homöopathie (z.B. Arnika D4 oder D6, Bryonia D4 oder D6)
  • Injektion von Medikamenten im Sehnenansatzbereich (z.B. Kortison, ggf. gemischt mit örtlichem Betäubungsmittel)
  • Interferenztherapie
  • Iontophorese (ultraschallgestützte Wärmetherapie)
  • Kälte
  • Kinesio-Tapes (elastische Klebebänder)
  • Kortison
  • Krafttraining (z.B. exzentrisch mit Thera-Band)
  • Krankengymnastik (= Physiotherapie; Dehn- und Kräftigungsübungen)
  • Laser
  • Lidocain (örtliches Betäubungsmittel)
  • Manuelle Therapie (Querfriktion)
  • Medikamente (zur Schmerzstillung und Entzündungshemmung)
  • Mikrowelle
  • Nitroglyzerin (Spray)
  • Oberarmgipsschiene
  • Operation (verschiedene Verfahren; auch minimal-invasiv)
  • Orthomolekulare Medizin (Vital- bzw. Nährstoffe)
  • Quermassage der Handgelenksmuskulatur (Querfriktion)
  • Pferdesalbe (beliebt bei Sportlern)
  • Pflanzenheilmittel (z.B. Arnika, Johanniskraut, ätherische Öle)
  • Salbenverbände (z.B. mit Diclofenac oder Kortison, ggf. gemischt mit lokalen Betäubungsmitteln)
  • Schonung
  • Stoßwellentherapie (ggf. fokussiert und radial in Kombination)
  • Strahlentherapie (Röntgenreizbehandlung)
  • Ultraschall
  • Unterarmgipsschiene
  • Wärme

Sie sind der Chef!

Es scheint fast schon für jeden Patienten eine eigene Behandlungsform zu geben. Oder besser gesagt für jeden Arzt. Eine objektive und vergleichende Bewertung ist schwierig, die Studienlage vielfältig. Bringen Sie ruhig Ihre persönlichen Präferenzen ins Spiel.

Vor allem für die anspruchsvolleren medizinischen Behandlungsoptionen gilt zudem (natürlich), dass es auch auf den Arzt ankommt, der sie durchführt. So mancher Misserfolg eines Verfahrens wurde bei erneuter Durchführung durch einen anderen Doktor noch in einen Erfolg gewendet.

Der wichtigste Faktor für die Genesung aber bleiben Sie selbst und Ihre Selbstheilungskräfte. Die müssen gefördert statt behindert werden. Gefühl und Verstand helfen Ihnen dabei, das richtige Vorgehen in Ihrem Fall herauszufinden.

Wie kann ich einen Tennisarm selbst behandeln?

Die Eigenbehandlung ist beim Tennisarm nicht nur möglich, sie ist sogar der wichtigste Schritt zur dauerhaften Heilung. Dazu gehören vor allem zwei Dinge:

  • Erstens, dass Sie Tätigkeiten, die die Schmerzen auslösen, meiden.
  • Und zweitens, dass Sie Ihre Unterarmmuskulatur regelmäßig intensiv dehnen. Immer wieder zwischendurch und erst recht vor und nach Aktivitäten, die Sie als Auslöser im Verdacht haben.

Täglich mehrfache Dehnübungen

Eine Dehnübung kann beispielsweise so aussehen:

  • Strecken Sie Ihren Tennisarm am Körper entlang nach unten aus.
  • Bilden Sie eine Faust und kippen Sie sie seitlich zum Körper hoch.
  • Nehmen Sie die Faust in die andere Hand und ziehen Sie die Faust mit dem gesunden Arm gegen den Körper nach oben, während der Tennisarm und sein Ellenbogen vollständig durchgestreckt bleiben.
  • Halten Sie die Position mindestens 20-30 Sekunden lang und ziehen Sie laufend ein bisschen nach, so dass Sie die Dehnung richtig spüren.

Nicht übertreiben!

Wie man das macht, können Sie sich auch im Internet anschauen, z.B. auf YouTube ((https://www.youtube.com/watch?v=E7ZtYobW5uA)). Ein Ziehen sollten Sie zu Beginn spüren, auch leichte Schmerzen sind normal. Die lassen aber bald nach und sollten nach der Dehnübung nicht stärker sein als vorher. Vermeiden Sie extremes Ziehen und extreme Schmerzen. Die Heilung erfolgt dadurch nicht schneller, im Gegenteil. Wenn Ihre Schmerzen generell stärker werden, dehnen Sie zu stark. Reduzieren Sie die Übungen dann etwas.

Mit der Häufigkeit der Dehnübungen können Sie es dagegen nicht übertreiben. Mehrere Male täglich sollten es schon sein, so dass Sie etwa auf eine 10- bis 20-minütge Tagesdehnzeit kommen. Wie schnell das Training anschlägt, ist individuell unterschiedlich. Häufig stellt sich eine deutliche Besserung bereits nach einer Woche ein. Nach mehreren Wochen der Selbstbehandlung kann eine völlige Schmerzfreiheit erreicht werden, und das nach monatelanger vorheriger Behandlung beim Arzt oder Physiotherapeuten.

Verbesserte Durchblutung durch Eis

Die Selbstheilung wird zudem durch eine verbesserte Durchblutung der gereizten, schmerzenden Gewebebereiche gefördert. Eine Möglichkeit dazu besteht im Abreiben mit Eis, ein- bis zweimal pro Tag für jeweils etwa 10 Minuten. Also nicht zu kurz, denn zu Beginn der Kälteanwendung stellen sich die Gefäße eng und die Muskelspannung erhöht sich. Erst nach längerer Einwirkung kommt es zur gewünschten Gefäßweitstellung mit Mehrdurchblutung und reduzierter Muskelspannung.

Das funktioniert wie beim Schnellballwerfen ohne Handschuhe. Da glühen dann auch die Hände nach ein paar Minuten. Wenn Sie gerade keinen Schnee oder "Crushed Ice" zur Hand haben, können Sie auch auf ein Eispack zurückgreifen oder sich Ihren Eislolly selbst basteln (Wasser und Stäbchen als Stiel im Plastikbecher gefrieren lassen, anschließend den Becher entfernen).

Warum ist das Dehnen beim Tennisarm so wichtig?

Im breitgefächerten Behandlungsspektrum des Tennisarms nimmt die Selbstbehandlung mit täglich mehrmaligen Dehnübungen einen besonderen Platz ein. Vielleicht nicht unbedingt für die Therapeutenzunft, die naturgemäß ihr eigenes Angebot in den Vordergrund rückt, mit dem sie schließlich auch ihr Geld verdient. Für Ihre Unterarmmuskulatur sind die gezielten Dehnungen – neben ausreichender Schonung – aber sehr bedeutsam.

Muskelentspannung im Fokus

Das Wirkprinzip: Durch das Dehnen werden die angespannten Muskelbündel entkrampft, gelockert und in ihrer Regeneration gefördert. Viele Menschen kennen das beispielsweise vom Wadenkrampf.

Mit der Entspannung der muskulären Situation kommen auch die gereizten Sehnenansätze, die für die Schmerzen beim Tennisarm verantwortlich gemacht werden, zur Ruhe. Möglicherweise trägt die Muskelverkrampfung durch eine Sehnenverkürzung mit verstärkter Zugwirkung am Knochenansatz zum Beschwerdebild bei.

Kortison greift zu kurz

Ganz genau kennt man die Krankheitsprozesse beim Tennisarm noch nicht, obwohl es sich um die weltweit häufigste Arm-Erkrankung handeln soll. Von einer Sehnenansatzentzündung spricht das Gros der Mediziner. Die Entzündung und deren Beseitigung nach üblichem Schema, beispielsweise mit einer bzw. mehreren Kortison-Spritzen, sind aber nicht der springende Punkt bei einer erfolgreichen Tennisarm-Behandlung. Das zeigen die täglichen Praxiserfahrungen mit der nachlassenden Kortison-Wirkung einerseits und die Erfolge nach operativer Durchtrennung der Sehnenansätze (und teilweise auch der schmerzleitenden Nerven) andererseits.

Dehnen ja, aber nicht übertreiben

Für die Selbstbehandlung (und Vorbeugung) des Tennisarms mit täglich mehrmaligen Dehnübungen sprechen einerseits die positiven Erfahrungen, die viele Betroffene damit gemacht haben. Übrigens auch ablesbar in diversen Beiträgen im Internet einschließlich YouTube. Und andererseits die Tatsache, dass Sie damit keinen Schaden anrichten können. Was man von einigen medizinischen Behandlungsangeboten leider nicht behaupten kann. Sollten Sie es mit der Heftigkeit des Dehnens etwas übertreiben, geben Ihnen die resultierenden Schmerzen das Signal zum Reduzieren.

Was wird beim Tennisarm häufig falsch gemacht?

Beim Tennisarm handelt es sich wohl in erster Linie um einen überlastungsbedingten Reizzustand. Deshalb wäre es falsch, die Situation durch eine Fortsetzung der Fehl- und/oder Überbelastung weiter zu verschärfen. Schonung ist also erstmal angesagt und die fällt sowohl den beruflich als auch den sportlich Aktiven häufig nicht leicht.

Gips und Kortison im Regelfall ungeeignet

Komplette Ruhigstellung ist damit allerdings nicht gemeint. Unter funktionellen Gesichtspunkten – mit Blick auf die weitere Funktionsfähigkeit also – gilt das mitunter mehrwöchige Eingipsen als „out“. Ungeachtet dessen, dass es in medizinischen Kreisen immer noch verbreitet sein soll.

Noch deutlich beliebter, sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten, sind die Kortison-Spritzen, die eine schnelle Schmerzlinderung verschaffen. Ihrem Arm tun Sie damit allerdings nichts Gutes, vor allem nicht auf Dauer. Denn abgesehen von der Warnfunktion der Schmerzen vor falschen Bewegungen entfaltet das Kortison mit der Zeit eine schädliche Wirkung auf das Sehnengewebe. Gleiches gilt übrigens für das Knorpelgewebe bei den ebenfalls beliebten Gelenkinjektionen.

Das Richtige für sich selbst herausfinden

Gefühlt gibt es noch mindestens hundert, jedenfalls viele weitere Behandlungsmöglichkeiten. Deren (gefühlte) Wirksamkeit wird individuell recht unterschiedlich erlebt. Versuchen Sie also am besten, das richtige Vorgehen für sich selbst herauszufinden, unterstützt durch die ärztliche Beratung. Neben akuten schmerzlindernden Maßnahmen bei Bedarf sollte eine Analyse der auslösenden Ursachen und eine daraus abgeleitete Vermeidungs- bzw. Vorbeugungsstrategie dazu gehören. Ebenso ein angemessenes Schonverhalten und eine gezielte Regeneration und Stärkung der Unterarmmuskulatur inklusive Dehnübungen.

Epicondylitis-Spange und Stoßwellentherapie

Was bringt die Epicondylitis-Spange beim Tennisarm?

Eine Epicondylitis-Spange oder kurz Epi-Spange ist eine Druckbandage, die beim Tennisarm und beim Golferellenbogen eingesetzt wird. Und zwar sowohl zur Behandlung als auch zur Vorbeugung.

Die Epicondylitis-Spange besteht üblicherweise aus einem elastischen Band mit ein oder zwei kleinen, ballonförmigen Druckpolstern (Pelotten). Eines davon wird direkt auf der schmerzenden Muskelansatzstelle unterhalb des Ellenbogens platziert. Mithilfe eines geeigneten Verschlusssystems (v.a. Klettverschluss) kann der Druck auf die Reizstelle variiert und individuell abgestuft werden. Das Anbringen muss also sorgfältig erfolgen, geht aber schneller als bei der Gelenkbandage. Diesen Vorteilen steht der Nachteil des leichteren Verrutschens gegenüber, der sich bei vielen Mikrobewegungen bemerkbar macht, z.B. bei der PC-Arbeit mit der Maus.

Gezielter Druck entlastet Muskeln und Sehnen

Durch die gezielte Kompression sollen die überlasteten Muskel- und Sehnenstränge des Unterarms entlastet, beruhigt und stabilisiert werden. Außerdem kann damit der Schmerz gelindert und der Heilungsprozess gefördert werden. Wie gut das tatsächlich klappt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Zu erwägen ist ihr Einsatz aber allemal, wenn Sie bereits einen Tennisarm hatten oder beruflich bzw. sportlich einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, einen zu bekommen. Sei es bei der bereits erwähnten PC-Arbeit oder beim Tennis, Volleyball, Handball, Golfen etc..

Das Form-, Farb- und Größenangebot ist vielfältig und wird über Apotheken, Sanitätshäuser, Sportfachgeschäfte und Online-Shops vertrieben.

Auf weitere Maßnahmen nicht verzichten

Die Epicondylitis-Spange kann während der Akutphase des Tennis- oder Golferarms wochenlang und auch anschließend bei belastenden Tätigkeiten unterstützend getragen werden. Auf die empfohlene Schonung und weitere (Selbst-) Behandlungsmaßnahmen, wie z.B. intensive Dehnübungen, sollten Sie deshalb aber nicht verzichten.

Wie wirksam ist die Stoßwellentherapie beim Tennisarm?

Die Wirksamkeit der Extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) gilt für die Zertrümmerung von Nierensteinen als anerkannt, zur Heilung des Tennisarms dagegen nicht. Die Studienlage zum Nutzen ist uneinheitlich, die genaue Wirkungsweise nicht vollständig geklärt.

Die behandelnden Ärzte finden's gut, die Krankenkassen nicht

Zumindest sehen das die Krankenkassen und ihr Medizinischer Dienst so, der das Verfahren als „tendenziell negativ“ einstuft. Deshalb müssen Sie als gesetzlich Versicherter auch in den eigenen Geldbeutel greifen, um diese IGeL-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung) zu bezahlen, Kostenpunkt: etwa 100 bis über 200 Euro.

Gängige Medizinportale und viele ärztliche Websites preisen die Stoßwellentherapie dagegen als eine schnell wirksame und für den Patienten angenehme Therapiemaßnahme. Aber die betreffenden Ärzte verdienen natürlich auch Geld damit und sind vor einer tendentiösen Betrachtungsweise sicherlich nicht gefeit.

Abgesehen von der fraglichen Wirkung gibt es auch mögliche unerwünschte Nebenwirkungen wie brennende Schmerzen, Taubheitsgefühl und Schwellungen. Von längerfristigen Schäden ist immerhin nichts bekannt.

Ob Sie es versuchen, ist auch Glaubenssache

Die Stoßwellentherapie ist damit ein typisches Beispiel dafür, dass Vieles, was in der Medizin gemacht wird, letztlich eine Glaubensfrage ist: Glaube ich – als Patient oder Arzt – an die Wirksamkeit der jeweiligen Maßnahme? Glaube ich – als Patient oder Arzt – an die Seriosität und Objektivität von Informationsgebern und deren Informationen, die mir dazu raten oder davon abraten? Kenne ich deren (eigentliche) Interessen?

Die Spreu vom Weizen zu trennen ist oft eine knifflige Angelegenheit. Denn auch die Entscheidungen, welche Verfahren in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen werden, beruhen selten auf rein objektiven Kriterien. Verschiedene, unter anderem finanzielle Interessen spielen dabei eine Rolle. Zudem gilt das biologische Prinzip: Verschiedene Menschen reagieren auf die gleiche Behandlung unterschiedlich.

Oft ist es auch im sprichwörtlichen Sinne die Zeit, gepaart mit unserer Selbstheilungskraft, die die Wunden heilt. Spontanheilung nennt man das medizinisch, wenn es sich – z.B. in Studien – nicht vermeiden lässt. Wer aber im Praxisalltag gerade behandlungstechnisch am Zug war, wird den Erfolg eher für sich verbuchen.

Prognose und Vorbeugung

Wie kann ich einem (erneuten) Tennisarm vorbeugen?

Vermeiden Sie akute oder chronische Überbelastungen Ihrer Armmuskulatur. Die ergeben sich vor allem durch einseitige, gleichförmige, sich ständig wiederholende Bewegungen. Das erscheint banal und selbstverständlich, die Beherzigung kommt im Alltagsgetriebe aber schon mal leicht unter die Räder.

Ansonsten gibt es keine einzelne Vorbeugemaßnahme, die sicheren Schutz vor einem Tennisarm und seine Rückkehr gewährt. Hatten Sie bereits einen Tennisarm und sind Ihnen die Ursachen bekannt, sollten Sie diese natürlich nach Möglichkeit meiden.

Bandagen ...

Sollten belastende Bewegungen des Arms im Alltag unvermeidbar sein, kommen auch mechanische Maßnahmen einen gewissen Schutz, z.B.:

  • das Tragen einer Epicondylitis-Spange bzw. Tennisarmbandage;
  • oder ein elastisches Funktionstape (Medical Taping).

... und Dehnübungen

Am ehesten sichern Sie sich Ihre Beschwerdefreiheit wohl mit gezielten Dehnübungen, insbesondere vor und nach kritischen Bewegungsabläufen. Auch die Krankengymnastik-Übungen, die im Akutfall eingesetzt werden, können zu seiner Vorbeugung nützlich sein. Etwa Massagen, isotonisch exzentrische Kräftigungsübungen der Armmuskulatur und Haltungstraining.

Tipps für Sportler

Für Sportler mit erhöhtem Tennisarm-Risiko (z.B. Tennis, Squash, Golf, Volleyball, Handball, Wurfsportarten) gilt: Achten Sie auf

  • eine korrekte Schlag- bzw. Wurftechnik,
  • eine optimale Ausrüstung,
  • einen langsamen Trainingsaufbau und
  • eine ausreichende Aufwärmphase mit Stretch-Übungen.

Für Tennisspieler kann es zudem hilfreich sein, auf einen flexibleren und weniger kopflastigen Schläger zu wechseln.

Wissenswertes

Tennisarm: Gymnastik besser als Spritzen?

Beim sogenannten Tennisarm greifen Ärzte gern zur Spritze. Mit gutem Grund: Eine Kortison-Spritze in den Bereich des Ellenbogens verschafft meist schnelle Linderung. Doch schwedische Wissenschaftler haben jetzt nachgewiesen, dass eine gezielte Gymnastik längerfristig sehr viel besser hilft.

In Studie besser als Kortison-Spritzen

Die Göteborger Forscher erprobten das spezielle Trainingsprogramm bei rund 300 Personen mit den typischen Tennisarm-Beschwerden. Wobei der Tennisarm meistens gar nicht vom Tennis kommt. Viel häufiger handelt es sich bei der Sehnenscheidenentzündung im Ellenbogen um eine berufsbedingte Überlastung, oft z.B. bei Handwerkern, aber auch bei Menschen mit überwiegender Computerarbeit.

In der schwedischen Untersuchung jedenfalls kam es bei den krankengymnastischen Übungen zu einer besseren Heilung als unter Kortison-Spritzen - sowohl was die Beweglichkeit des Arms als auch was die Zahl der Krankheitstage anging. In dem Trainingsprogramm wurden die Muskeln im Arm und vor allem im Ellenbogenbereich durch regelmäßige Übungen gezielt gestärkt. Nachts wurde der Arm zusätzlich bandagiert, um die Heilung zu unterstützen.

Quellen:

  • Leitlinie S2k - Epicondylopathia radialis humeri. Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie. www.awmf.org.
  • Lateral epicondylalgia A new structured treatment program with an inter-disciplinary approach, Universität Göteborg

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