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Botulinumtoxin (Botox): Wirkung und Nebenwirkungen

Wie wirkt Botox® bei Falten? Was muss ich bei der Therapie beachten? Welche Nebenwirkungen können eintreten? Im folgenden Beitrag finden Sie Fragen und Antworten rund um das Medikament Botox®.

Basiswissen

Was muss ich zum Thema Botox® wissen?

Botox® ist beim Thema Faltenreduktion in aller Munde und bereits seit Längerem auf dem Vormarsch: Allein in den USA gibt es jährlich rund 6 Millionen Anwendungen – weltweit über 10 Millionen. Man mag diesen Trend – wie viele andere rein kosmetische Eingriffe – kritisch sehen und ihn dem allgemeinen „Jugendwahn“ zuschreiben.

Und tatsächlich ist die Frage berechtigt, ob nur ein optimiertes, straffes Gesicht schön ist... Oder, ob zu einer lebendigen Anmut nicht auch Lachfältchen und Co gehören... Letztlich bleibt es eine individuelle Entscheidung, ob und inwieweit man die heutigen medizinischen Möglichkeiten in diesem Fall für sich nutzen möchte.

Kontrollierte Muskel-Lähmung für glatte Haut

Botulinumtoxin ist der Wirkstoff der eher unter dem Handelsnamen Botox® bekannten Substanz. Es handelt sich um einen vom Bakterium Clostridium botulinum abgesonderten Giftstoff, der stark auf die Nerven wirkt und muskuläre Lähmungen hervorruft. Manchem mag Botulismus als lebensbedrohliche Gefahr bei verdorbenen Fleisch oder unsachgemäß hergestellten Lebensmittel-Konserven bekannt sein. Der pharmazeutisch gereinigte Grundstoff wird bei der Faltenreduktion nun genutzt, um eine kontrollierte Lähmung der mimischen Muskulatur hervorzurufen, die wiederum eine Entspannung und Glättung der Haut zur Folge hat.

Botox®, das medizinische Allzweckmittel

Neben der ästhetische Dermatologie wird Botulinumneurotoxin in den sogenannten Typklassen A und B übrigens auch in vielen anderen medizinischen Fachgebieten angewandt: beispielsweise in der Augenheilkunde zur Linderung von Lidkrämpfen und bestimmten Schiel-Arten, in der Neurologie zur Behandlung spezieller Bewegungsstörungen und bei Migräne oder in der Urologie zur Therapie von Reizblase oder Harninkontinez. Eine häufige Nutzung findet Botox® auch in der nichtoperativen Therapie der fokalen Hyperhidrose, also einer exzessiven Schweißbildung speziell im Achselbereich. In der Medizin wird Botox® mindestens seit den frühen 80er Jahren genutzt – die Anti-Falten-Behandlung begann 1992 in den USA.

Laut Fachinformation ist Botox in der Dermatologie für Patienten zwischen 18 und 65 Jahren zugelassen. Auch darüber hinaus kann es natürlich verwendet werden. Da aber im höheren Alter oft andere, nicht-muskulär bedingte Prozesse die Haut erschlaffen lassen, müsste hier – wenn explizit gewünscht – eine komplexere Behandlung erfolgen.

„Botoxen“ gehört in Ärztehand

Die Kosten für eine Faltenreduktion müssen natürlich aus eigener Tasche bezahlt werden – Sie liegen je nach Anwendungsgebiet und individuell nötiger Dosierung bei etwa 200 - 500 Euro. In jedem Fall ist anzuraten, den Eingriff in einer Arztpraxis machen zu lassen. Die gelegentlich angebotene Behandlung in Kosmetikstudios ist illegal und kann bei unprofessionellem Vorgehen die Gesundheit – und natürlich auch das Aussehen – gefährden.

Übrigens sollte man nicht enttäuscht sein, wenn man unmittelbar nach der Anwendung noch keine relevante Verbesserung des Hautbildes sieht. Der Prozess geht kontinuierlich über mehrere Tage voran und hält dann aber etwa 3 - 4 Monate an – in manchen Fällen auch bis zu einem halben Jahr. Wer sich für ein spezielles Ereignis, wie etwa eine Hochzeit, noch mal „auffrischen“ möchte, sollte den Behandlungs-Termin also rechtzeitig, das heisst mindestens 1 - 2 Wochen vorher einplanen.

Vor der Behandlung

Was sollte vor einer Botox-Behandlung abgeklärt werden?

Vor Beginn einer rein kosmetischen Therapie mit Botulinumtoxin A muss sichergestellt sein, dass Botox® – so der Handelsname – auch wirklich das richtige Mittel ist. Nicht jede unerwünschte Runzelung spricht hier an.

Denn aufgrund der speziellen Wirkweise müssen die Falten notwendigerweise einen muskulären Ursprung haben und nicht beispielsweise durch reine Hautalterung bedingt sein!

Gegen Zornesfalte und Krähenfüße

Die beiden häufigsten und bestbewährten Anwendungsgebiete sind heutzutage:

  • die Minimierung der sogenannten „Zornesfalte“, also einer senkrecht verlaufenden Linie zwischen den Augenbrauen – auch Glabella-Region genannt.
  • die Reduzierung sogenannter „Krähenfüße“, d.h. der mit zunehmenden Alter sternförmig zulaufenden Fältchen im äußeren Augenwinkel

Auch der Stirnbereich wird häufig und erfolgreich unterspritzt – allerdings sind nur die oben genannten Regionen offiziell für Botox® zugelassen und somit besonders sicher und erprobt.

Botox ist in einigen Fällen tabu

Bei einem ärztlichen Vorab-Gespräch wird auch geklärt, ob generell etwas gegen die Anwendung von Botulinumtoxin A spricht: Selbst wenn bisher keine negativen Auswirkungen auf Babys bekannt sind, sollte das Mittel in Schwangerschaft und Stillen vorsichtshalber nicht verwendet werden – letztlich handelt es sich ja um ein Nervengift. Auch wenn aktuell bestimmte Antibiotika – die sogenannten Aminoglykoside – eingenommen werden, muss eine Botox®-Behandlung erst mal warten. Sonst kann es zu einer unvorhersehbaren Verstärkung des Toxins kommen. Patienten mit bestimmten Nervenkrankheiten (Lambert-Eaton-Syndrom oder Myasthenia gravis) sollten in jedem Fall auf diese Art Anti-Falten-Methode verzichten!

Wichtig ist desweiteren, dass der betreffende Körperbereich zum Zeitpunkt der Behandlung entzündungsfrei ist und möglichst auch keine blutverdünnenden Medikamente (z.B. auch Aspirin) eingenommen wurden – sonst drohen Infektionen und Einblutungen in den Einstichstellen.

Weniger ist hier meist mehr

Eine realistische Einschätzung des Therapieeffekts muss ein weiteres Ziel des Erstgesprächs sein. Zwar können mit einem erfahrenen Arzt und günstigen Gesamtbedingungen oft hervorragende Ergebnisse erzielt werden. Allerdings ist Botox® nicht automatisch gleichzusetzen mit „ewigem Jungbrunnen“ und natürlicher Anmut. Zum einen muss die Prozedur zur Erhaltung des Effekts nach spätestens 3 - 4 Monaten wiederholt werden. Zum anderen können falscher Ehrgeiz und Überdosierung auch leicht zu einem maskenhaften und somit alles andere als ästhetischen Aussehen führen.

Ansonsten gilt die kosmetische Behandlung mit Botulinumtoxin A heute allerdings als weitgehend risikoarmes und effektives Verfahren der Hautglättung.

Wirkung

Wie wirkt Botulinumtoxin A (Botox®)?

Botulinumtoxin A (Handelsname: Botox®) hemmt die Weiterleitung von Impulsen der Nervenzellen zu den Muskeln. Dadurch wird die Kontraktion des Muskels schwächer, oder wird – wenn das Gift entsprechend hoch dosiert wurde – vollständig ausgeschaltet.

Aufgrund dieser Fähigkeit eignet sich das Nervengift zur Behandlung von mimischen Falten. Denn es dämpft die Mimik und trägt dazu bei, dass Falten sich nicht weiter eingraben. Allerdings baut der Körper das Toxin mit der Zeit wieder ab. Um einen dauerhaften Effekt zu erzielen, sind jährlich zwei bis vier Behandlungen nötig.

Das Neurotoxin (Neurotoxin = Nervengift) wird von verschiedenen Stämmen der Bakterienspezies der Clostridien (Clostridium botulinum, Clostridium butyricum, Clostridium baratii und Clostridium argentinens) ausgeschieden.

Wie lange hält die Wirkung von Botulinumtoxin A (Botox®) an der Haut an?

Nach der Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin A (Botox®) sind erste Effekte nach etwa ein bis drei Tagen sichtbar. Die maximale Wirkung wird in der Regel nach rund zwei Wochen erreicht. 

Der Effekt hält vier bis sieben Monate lang an. Zwar kann bereits nach ungefähr zwei Monaten die Aktivität der Gesichtsmuskulatur wieder langsam einsetzen. Meist wirft sich die Haut zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wieder in Falten.

Anwendung

Wie genau wird Botox® zur Faltenreduktion angewendet?

Das vakuumgetrocknete Botulinumtoxin-Pulver (Botox®) wird kurz vor der Anwendung vom Arzt mit Kochsalzlösung frisch angerührt. Die entsprechenden Hautpartien werden desinfiziert. Anschließend wird der Wirkstoff mit einer sehr feinen Nadel vorsichtig eingespritzt.

Im äußeren Augenwinkel – zur Behandlung von Krähenfüßen – sind meist je drei dicht nebeneinander gesetzte Injektionen nötig. Zur Reduktion von Falten zwischen den Augenbrauen oder entlang der Stirn bedarf es hingegen etwa fünf bis sieben Einstiche.

Mit Kühlpad auf die Coach!

Wer sehr schmerzempfindlich ist, dem kann mit einer Narkosecreme, einem zu injizierenden Lokalanästhetikum (Narkosespritze), oder der Verwendung von Kühlelementen geholfen werden. Eis oder Kühlauflagen können auch nach der Botox-Anwendung verwendet werden, um eventuelle kleine Einblutungen (Hämatome) oder Schwellungen (Ödeme) zu lindern.

Nach dem Eingriff sollte man sich etwa 24 Stunden etwas schonen, also beispielsweise keinen Sport treiben. Damit das Botulinumtoxin an der gewünschten Stelle wirkt und nicht vorschnell vom Organismus resorbiert wird, sollte die behandelte Gesichtspartie etwa einen Tag lang nicht massiert, gerieben oder übermäßig oft berührt werden. Aus demselben Grund ist anzuraten, sich in dem Zeitraum möglichst auch nicht vornüberzubeugen – Kopfstand und Co sind folglich tabu :-)

Kunstfehler beim Botoxen: frozen face

Bis auf Einstichschmerzen und kleine Blutergüsse gibt es bei der Anti-Falten-Behandlung mit Botox kaum nennenswerte Nebenwirkungen und nur sehr selten wirkliche Komplikationen. Gelegentlich kann es zu leichten Kopfschmerzen kommen, wobei Fachleute dieses weniger auf den Wirkstoff selbst als vielmehr auf die Injektion zurückführen.

Ein optisch sehr unschönes Phänomen tritt bei – versehentlicher oder vermeintlich gut gemeinter – Überdosierung auf: das sogenannte frozen face, eine Art Mimikstarre, die unbedingt vermieden werden sollte.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können nach Botox®-Behandlung auftreten?

Durch Botulinumtoxin A können unwillentlich Areale gelähmt werden, die wichtig sind für eine natürlich wirkende Mimik. In der Praxis kann es dadurch zu unerwünschten Veränderungen kommen. 

Gerät zum Beispiel bei der Behandlung von Krähenfüßen das Botulinumtoxin zu tief in die Haut, kann dies einen Lachmuskel lähmen, so dass ein Mundwinkel herabhängt. Werden horizontale Stirnfalten unterspritzt, kann eine zu hohe Toxindosis – vor allem bei Frauen mit schwacher Muskulatur – eine oder beide Augenbrauen nach unten fallen lassen. Manchmal lassen sich nur noch die seitlichen Bereiche der Augenbrauen anheben. Da dieser Effekt „teuflisch“ wirken kann, nennt man diese Erscheinung „Mephisto-Phänomen“.

Zu unerwünschten Veränderungen des Gesichtsausdrucks und der Mimik kann es ebenfalls kommen, wenn die Behandlung im Bereich von Narben erfolgt und sich das Botulinumtoxin A demzufolge anders verteilt als in gesundem Gewebe. Solche Veränderungen halten so lange an, wie die Wirkung des Toxins – zwischen zwei und sechs Monate.

Als unerwünschte Wirkung nach Einspritzungen unter die Haut (subkutane Injektion) werden relativ häufig vorübergehende Muskelschwäche, an der Injektionsstelle örtlich auftretende Schmerzen, Mundtrockenheit, Störungen bei der Anpassung der Brechkraft (Akkommodation) des Auges sowie Blutergüsse (Hämatome) genannt. Zu Infektionen an den Injektionsstellen kann es infolge unsteriler Arbeitsweise kommen.

Noch ein Extra-Tipp:
Mit den richtigen Mikronährstoffen können Sie viel für Ihre Gesundheit tun.
Unsere Empfehlungen dazu finden Sie hier.

Quellen:

  • S1-Leitlinie Ästhetische Botulinumtoxin-Therapie (2018). Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG) und Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD). Website: AWMF. www.awmf.org

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