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Psoriasis (Schuppenflechte): Behandlung und Prognose

Welche äußere Behandlung mit Salben & Co hilft bei der Schuppenflechte? Welche systemischen Medikamente gibt es und wie wirken sie? Ist Psoriasis heilbar? Die Antworten finden Sie im folgenden Beitrag.

Behandlung

Auch wenn bislang immer noch nicht heilbar, so hat sich in den letzten Jahrzehnten doch einiges in der Therapie der Schuppenflechte getan. Innovative Medikamente sowohl in der äußerlichen als auch in der innerlichen Behandlung der Psoriasis sorgen zunehmend dafür, dass Betroffene weniger Leidensdruck bzw. eine höhere Lebensqualität empfinden.

Behandlung der Schuppenflechte: kurze Einführung

Zur Behandlung der Schuppenflechte steht ein Sammelsurium unterschiedlichster Therapieoptionen zur Verfügung, die alle ein gemeinsamer Nachteil eint: Heilbar ist die Psoriasis mit ihnen nicht. Zurückdrängen lassen sich die unschönen Hautveränderungen bei konsequenter Anwendung aber schon, im ein oder anderen Fall sogar dauerhaft.

Die Wahl des Behandlungsverfahrens hängt von den befallenen Körperregionen und dem Schweregrad der Erkrankung ab. Verschiedene Therapieformen können prinzipiell auch miteinander kombiniert werden, wobei bestimmte Faktoren wie etwa Dauer und Dosierung der jeweiligen Maßnahme zu beachten sind.

Therapieformen je nach Schweregrad

Je nach Schweregrad und Lokalisation Ihrer Schuppenflechte sowie unter Berücksichtigung möglicher Begleiterkrankungen stehen Ihnen grundsätzlich verschiedenste Therapieformen zur Verfügung. 

Eine orientierende Empfehlung zur stadiengerechten Behandlung der Psoriasis sehen Sie nachfolgend:

Topische Therapie

Topisch heißt hier nichts anderes als "örtlich" oder "äußerlich". Wenn man also bei einer Schuppenflechte nur die Haut direkt behandelt, zum Beispiel mit Salben, dann ist das eine topische Therapie. Demgegenüber steht die systemische (innerliche) Behandlung, bei der man einen Wirkstoff schluckt oder spritzt.

Bei der Psoriasis kommen u. a. folgende topische Therapievarianten zum Einsatz:

Leitlinienempfehlungen zur topischen Therapie

Die Behandlung der Schuppenflechte hat sich in den letzten 20 Jahren stark verändert – auch in der äußerlichen Therapie. Im folgenden geben wir Ihnen einen Überblick, welche Behandlungsoptionen in den aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften empfohlen werden und wie sie zu bewerten sind.

Calcineurin-Inhibitoren

Calcineurin-Inhibitoren beeinflussen das Immunsystem und wirken antientzündlich. Ursprünglich für die Transplantationsmedizin entwickelt, haben sie ihren Platz auch in der Dermatologie gefunden. Zu ihnen gehören die topischen (äußerlichen) Wirkstoffe

  • Tacrolimus (Protopic®) und
  • Pimecrolimus (Elidel®).

Pilze liefern hochwirksame Substanzen, die für die Medizin nutzbar gemacht werden können. Bekanntestes Beispiel ist sicherlich das aus Pilzen stammende Antibiotikum Penicillin. Auch Pimecrolimus ist ein Wirkstoff, der aus Pilzen gewonnen wurden. Tacrolimus stammt dagegen aus einem Bakterium (Streptomyces tsukubaensis).

Schnellkurs: Calcineurin-Inhibitoren bei der Schuppenflechte

Dithranol

Dithranol, ein synthetisches Teerderivat, war vor dem Aufkommen der Glukokortikoide (Kortison) und Vitamin-D3-Analoga bis in die frühen 1980er Jahre europaweit das führende Lokaltherapeutikum gegen Psoriasis vulgaris. Heute wird es vor allem im stationären Bereich als Rezeptur angewendet und dafür auch in der Leitlinie empfohlen. Für den ambulanten Bereich stehen die Präparate Psoralon®, Psoradexan®, Micanol® zur Verfügung. Die Handhabbarkeit für den Betroffenen limitiert allerdings den ambulanten Einsatz, den die Leitlinie lediglich für erwägenswert hält.

Dithranol wird auch als Anthralin oder Cignolin bezeichnet.

Schnellkurs: Dithranol bei der Schuppenflechte

Glukokortikosteroide (Kortison)

Seit über einem halben Jahrhundert werden Glukokortikoide zur Behandlung von Hautkrankheiten wie u.a. der Schuppenflechte topisch angewandt. Die gute Wirksamkeit ist auf höchstem Evidenzniveau belegt. Die Leitlinie zur Psoriasis verzeichnet eine starke Empfehlung für die Kortikoide der Wirkstoffklasse III und eine Kann-Empfehlung für die Wirkstoffklasse IV, die zwar stärker wirksam, dafür aber (zumindest theoretisch) auch risikoträchtiger für unerwünschte Arzneimittelwirkungen sind.

Schnellkurs: Kortison bei der Schuppenflechte

Vitamin D3 und Analoga

Vitamin-D3-Analoga sind seit über zwei Jahrzehnten in Deutschland zur lokalen Behandlung der leichten bis mittelschweren Plaque-Psoriasis zugelassen. Der erste Vertreter dieser Wirkstoffgruppe war das Calcipotriol (Psorcutan®, Daivonex®). Tacalcitol (Curatoderm®) und das natürliche Vitamin-D3-Molekül Calcitriol (Silkis®) folgten.

Die Leitlinienempfehlung beruht auf einem starken Konsens. Das gilt für die Monotherapie ebenso wie für die fixe Kombination mit Glukokortikoiden bzw. Betamethason, das gleichzeitig die Verträglichkeit verbessert (Daivobet®, Psorcutan® Beta).

Schnellkurs: Vitamin D3 bei der Schuppenflechte

Tazaroten

Der S3-Leitlinie zufolge kann die topische Anwendung von Tazaroten zur Behandlung von leichter bis mittelschwerer Psoriasis erwogen werden. Sein Einsatz ist allerdings durch die Tatsache limitiert, dass dieses sogenannte Retinoid der dritten Generation in Deutschland zwar zugelassen ist, aber nicht mehr vertrieben wird. Der Bezug muss also über eine Auslandsapotheke erfolgen.

Die Wirkung beginnt rasch nach 1-2 Wochen und führt nach zwölf Wochen bei der Hälfte der Betroffenen zu einer mindestens 50%igen Verbesserung der Hautläsionen. Der Therapieerfolg hält bis zu drei Monate nach Behandlungsende an. Optimiert wird er durch die Kombination mit topischen Kortikoiden, die sich gleichzeitig mildernd auf die häufig zu beobachtenden Hautirritationen auswirken.

Systemische Nebenwirkungen sind, anders als bei oralen Retinoiden, nicht zu befürchten. Schwangerschaft und Stillzeit sind absolute Kontraindikationen. Auf ausreichenden UV-Lichtschutz während der Behandlung ist zu achten.

Steinkohlenteer

Ungeachtet der Tatsache, dass sich auf dem deutschen Arzneimittelmarkt gegenwärtig noch zahlreiche Fertigpräparate mit Steinkohlenteer befinden, ist dessen Bedeutung eher von historischer Natur. Die Leitlinienautoren halten den Einsatz dieser Substanz zur Monotherapie der Psoriasis vulgaris jedenfalls für obsolet und allenfalls in Kombination mit UV-Licht für ausnahmsweise erwägenswert.

Der genaue Wirkmechanismus von Steinkohlenteer ist unklar. Der Evidenzgrad der wissenschaftlichen Beurteilung ist der schlechteste unter allen in der Leitlinie aufgeführten Therapeutika. Auch bei seiner belegten Wirksamkeit schneidet das Teerprodukt vergleichsweise schlechter ab. Sein effektiver Zusatznutzen bei kombinierter gegenüber einer alleinigen Phototherapie ist nicht gesichert.

Farbe und Geruch dieses Kohle-Destillationsproduktes sind für den Patienten tendenziell abschreckend und die Gefahren einer Photosensibilisierung und des karzinogenen Risikos tendenziell bedrohlich. Das macht eine entsprechende Aufklärung und Vorsichts- bzw. Kontrollmaßnahmen während und nach der Behandlung erforderlich. Eine Langzeitanwendung über vier Wochen hinaus verbietet sich ebenso wie der Einsatz in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei speziellen Hautsituationen.

Was hilft gegen den Juckreiz?

Weitere Behandlungsformen

Ergänzend zu einer pflegenden Basisbehandlung in Kombination mit einer medikamentösen topischen Therapie werden gerne bedarfsgerecht noch weitere Therapieverfahren eingesetzt.

Zu den weiteren Behandlungsoptionen der Schuppenflechte gehören demnach u. a.:

  • UV- bzw. Phototherapie: Bestrahlung mit UV-Licht, allein oder in Kombination mit verschiedenen Medikamenten (Photo-Chemotherapie, PUVA) oder mit einem Solebad (Balneo-Phototherapie)
  • systemische Therapie (per Tabletteneinnahme, Spritzen oder Infusion): Als Wirkstoffe kommen u. a. Fumarsäure, Methotrexat, Cyclosporin A, Retinoide und sogenannte Biologicals (z.B. Adalimumab) zum Einsatz.
  • Klimatherapie: Salzwasser in Kombination mit natürlicher UV-Strahlung an geeigneten Orten wie z. B. der Nordsee; alternativ in einer spezialisierten Behandlungseinrichtung
  • psychosoziale Therapie: begleitend bei starker seelischer Belastung bzw. Komponente

Systemische Behandlung

Die Behandlung der Schuppenflechte hat sich vor allem in der inneren Therapie in den letzten Jahren stark verändert. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick, welche Behandlungsoptionen in den aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften empfohlen werden und wie sie zu bewerten sind.

Schnellkurs: Adalimumab (Humira®)

Er wird vor allem für die Anfangstherapie der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis empfohlen. Hier finden Sie das Wichtigste zum Wirkstoff Ciclosporin im Überblick:

Schnellkurs: Ciclosporin (CellCept®)

Die Behandlung gilt als praktikabel und einfach. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Fakten zum Wirkstoff Etanercept vor:

Schnellkurs: Etanercept (Enbrel® u.a.)

Zu den Fumarsäureester gehören die Arzneimittel Fumaderm®, Skilarence® und Tecfidera®. Der enthaltene Wirkstoff ist Dimethylfumarat (DMF). Mehr dazu finden Sie hier:

Schnellkurs: Fumarsäureester

Infliximab ist eines der stärksten Antipsoriatika in der Anfangsphase. Alle wichtigen Informationen rund um diesen Wirkstoff haben wir für Sie zusammengefasst:

Schnellkurs: Infliximab (Remicade®)

Methotrexat ist auch unter dem Kürzel „MTX“ bekannt. Den aktuellen Wissensstand zu diesem Wirkstoff finden Sie hier:

Schnellkurs: Methotrexat

Das Arzneimittel Neotigason® beinhalten Retinoide. Die wichtigsten Informationen sowie Vor-und Nachteile haben wir für Sie gesammelt:

Schnellkurs: Retinoide (Neotigason®)

Der Wirkstoff Ustekinumab wird als Spritze verabreicht. Was Sie außerdem darüber wissen sollten, finden Sie hier:

Schnellkurs: Ustekinumab (Stelara®)

Neue Wirkstoffe

In den letzten Jahren sind mehrere neue Wirkstoffe zur Behandlung der Psoriasis auf den Markt gekommen oder stehen kurz vor der Zulassung. Auch wenn sie noch nicht Bestandteil der offiziellen Therapieleitlinien sind, werden sie von den Dermatologen bereits eingesetzt. Grund genug also, darüber Bescheid zu wissen. Der folgende Beitrag liefert eine Übersicht.

Was sind Biologika in der Therapie der Schuppenflechte?

Zahlreiche der oben genannten Wirkstoffe gegen die Schuppenflechte sind sogenannte Biologika. Den Namen "biologische Medikamente" erhielten sie, weil es sich um gentechnisch hergestellte Eiweiße handelt, die aus lebenden Zellkulturen gewonnen werden und den körpereigenen Stoffen sehr ähneln. Zudem greifen sie gezielt und direkt in das biologische Geschehen ein. Im Falle der Psoriasis und der Psoriasisarthritis schreiten sie gezielt in die überschießenden Abläufe des Immunsystems ein und hemmen damit auch die Entzündungsreaktionen.

Die Kampfstrategie bei der Psoriasis

Die unterschiedlichen Psoriasis-Biologika haben verschiedene Ansätze beim Kampf gegen die Schuppenflechte:

  • Bei einigen Biologika handelt es sich um die sogenannten TNF-α-Antagonisten. Sie unterdrücken die entzündungsfördernde Wirkung des Zytokins Tumornekrosefaktor α.
  • Andere Biologika hemmen gezielt die Wirkung ganz bestimmter Interleukine, die die Kommunikation zwischen den Immunzellen steuern-

Biologika kommen in der Behandlung der Schuppenflechte in der Regel erst zum Einsatz, wenn die konventionellen Mittel der ersten Wahl keinen ausreichenden Therapieerfolg erbracht haben bzw. erwarten lassen, bei Unverträglichkeiten oder bei bestehenden Gegenanzeigen. Inzwischen haben einzelne Biologika aber auch die Zulassung für den Einsatz in der Erstlinientherapie.

Vorteile und Nachteile

Das Risiko, schwerwiegende Nebenwirkungen unter einer Therapie mit Biologika zu entwickeln, ist nicht höher als bei einer konventionellen innerlichen Therapie mit anderen Psoriasis-Medikamenten. Die Nebenwirkungen entstehen oft durch das gezielte verändernde Einwirken in das Immunsystem. Dadurch kann auch die Infektanfälligkeit steigen. Generell kann man aber sagen, dass Biologika weniger Nebenwirkungen haben als herkömmliche Immunsuppressiva, da sie den körpereigenen Stoffen sehr ähneln und viel spezifischer wirken.

Schnellkurs: Apremilast (Otezla®)

Neben Apremilast gilt auch Secukinumab als „neuer Wirkstoff“ zur Behandlung der Psoriasis. Hier finden Sie alles Wichtige dazu:

Schnellkurs: Secukinumab (Cosentyx®)

Ixekizumab

Ixekizumab ist ebenfalls ein Antikörper. Die bisherige Datenbasis ist noch sehr schmal. In einer Phase-II-Studie erhielten 142 Betroffene, die an mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis litten, sechs Injektionen in verschiedenen Dosen. Nach zwölf Wochen reduzierte der Antikörper den PASI-Score bei bis zu 80% der Betroffenen dosisabhängig um mindestens 75% (Placebogruppe: unter 10%). Zur fast vollständigen Symptomfreiheit (PASI 90) reichte es bei über 70% der Behandelten.

Schwere Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. Für verlässliche Aussagen zur Sicherheit und Wirksamkeit dieses Biologikums ist es mit einem Beobachtungszeitraum von zwölf Wochen aber noch viel zu früh. Weitere Studien und längerfristige Beobachtungen sind dafür erforderlich.

Brodalumab

Auch bei diesem Antikörper ist die bisherige Datenbasis noch sehr schmal. In einer Phase-II-Studie erhielten 198 Betroffene, die an mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis litten, sieben subkutane Injektionen in verschiedenen Dosen. Eine Reduktion der Beschwerden um mindestens 75% wurde nach zwölf Wochen bei bis zu 82% der Behandelten erreicht. Über 70% der Studienteilnehmer wiesen sogar eine fast vollständige Symptomfreiheit auf. In der Plazebogruppe war dies bei keinem der Fall.

Als häufige Nebenwirkungen der Brodalumab-Behandlung wurden eine Nasen-Rachen-Entzündung, Infektionen der oberen Atemwege und Rötungen an der Einstichstelle verzeichnet. In zwei Fällen kam es unter der Höchstdosis zu schweren Blutbildveränderungen. Mit dem bisherigen Beobachtungszeitraum von zwölf Wochen lassen sich natürlich noch keine belastbaren Aussagen zu Wirksamkeit und Sicherheit dieses Biologikums machen. Weitere Studienergebnisse bleiben abzuwarten.

UV-Therapie 

Die Phototherapie ist eine Domäne des Hautarztes, die hohe Ansprüche an seine klinische Erfahrung stellt. Seit über einem halben Jahrhundert werden Erfahrungen mit dieser Behandlungsmethode gesammelt. Die sind teilweise so gut, dass sie trotz des beträchtlichen Aufwands für Arzt und Betroffene auch heute noch ihre Anhänger hat. Auf jeden Fall auch auf Seiten der Kostenträger, aus deren Perspektive sich ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis ergibt.

Was bringt die UV-Therapie bei der Schuppenflechte?

Klimatherapie

Klinische Erfahrungen mit der Klimatherapie gibt es in Deutschland seit über 200 Jahren. Ihre heilsame Wirkung auf die Psoriasis vulgaris beruht auf den bekannten Effekten von UV-Licht. Die Wirkungsweise der häufig kombinierten Balneotherapie ist dagegen noch weithin unbekannt. Chemische, thermische und mechanische Effekte mit immunologischer Relevanz werden diskutiert.

Schnellkurs: Klimatherapie bei Psoriasis

Psychologische Betreuung

Die psychosoziale Therapie der Psoriasis vulgaris dient nach Leitlinienauffassung in erster Linie zur Verbesserung der Lebensqualität. Systematisch untersucht wurde dieser Aspekt bisher aber offenbar noch nicht.

Im Rahmen eines Psoriasis-Symptom-Managements bzw. einer Patientenschulung erfolgt die psychosoziale Behandlung (aus dermatologischer Sicht) grundsätzlich in Kombination mit einer topischen oder systemischen Pharmakotherapie. Eine positive Wirkung kann sich durch direkte Effekte auf die Hautsymptomatik und durch indirekte Effekte über eine verbesserte Selbstwirksamkeit ergeben. Die direkte Wirkung – etwa durch Stressreduktion – ist zwar empirisch noch nicht belegt, vom Wirkmechanismus her aber gut nachvollziehbar.

Wann ist eine psychosoziale Therapie bei Schuppenflechte angebracht?

Zwar ist die Schuppenflechte nur in Ausnahmefällen eine bedrohliche Erkrankung, dennoch können die Hautveränderungen für die Betroffenen aufgrund ihres stigmatisierenden Charakters mitunter zu einer gravierenden Belastung werden – nämlich im psychischen bzw. sozialen und emotionalen Bereich.

Durch den seelischen Stress kann sich das Beschwerdebild der Psoriasis wiederum weiter verschärfen. Deshalb wird in der Behandlungsleitlinie der dermatologischen Fachgesellschaft (DDG) auch ausdrücklich auf die Möglichkeit einer begleitenden psychosozialen Therapie hingewiesen.

Bei Bedarf beraten lassen

Lassen Sie sich von Ihrem Hautarzt dazu beraten und Angebote und Adressen nahegelegener Selbsthilfegruppen nennen. Möglicherweise kommt für Sie die Teilnahme an einem strukturierten Schulungsprogramm nach den Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft dermatologische Prävention der DDG in Betracht.

Bei Bedarf sollten Sie sich an einen geeigneten Spezialisten überweisen lassen. Das kann beispielsweise ein Arzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sein, ein Psychiater (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) oder ein Arzt mit dem Zusatztitel Psychotherapie. Auch ein psychologischer (nichtärztlicher) Psychotherapeut kommt dafür in Frage.

Alternativmedizin

Akupunktur und Homöopathie gegen Schuppenflechte

Prognose

Ist Schuppenflechte heilbar?

Wenn wir "heilen" als nachweisbaren Erfolg der modernen Medizin verstehen: Nein! Wenn wir mit "heilen" die Möglichkeit meinen, dass die Erkrankung wieder komplett verschwindet: Ja!

Und nun noch einmal etwas verständlicher: Bei etwa einem Viertel aller Menschen mit Psoriasis verschwindet die Erkrankung nach dem ersten Ausbruch komplett und kehrt nie zurück. Würde man tief in den Körper hineinsehen, würde man auf zellulärer Ebene nach wie vor eine "Neigung zu einem Schuppenflechte-Schub" entdecken. Aber dazu kommt es nie.

Sichere Vorhersagen unmöglich – ein kompletter Stopp jederzeit möglich

Aber auch bei den übrigen 75%, bei denen die Erkrankung "normal" verläuft, also schubweise immer wieder auftritt, ist die Varianz enorm. Bei einigen kommt es noch ein- bis zweimal zu einem heftigeren Schub, danach ist Ruhe. Bei anderen kommt es zwar über lange Zeit immer wieder zu Schüben, aber sie werden immer schwächer. Und selbst ein zunächst sehr hartnäckig und schwierig anmutender Verlauf (häufige Schübe, ausgeprägte Symptomatik) muss diese Charakteristik nicht zwingend behalten.

Grund zur Hoffnung besteht also immer. Und solange wir nicht verstehen, wie es überhaupt zur Schuppenflechte kommt, besteht auch kein Grund zu resignieren. Denn der Verlauf bei vielen Psoriasis-Betroffenen zeigt ja immer wieder, dass es praktisch keine Gesetzmäßigkeiten gibt, dass also auch ein Krankheitsstopp jederzeit möglich ist.

Wie häufig kommt es vor, dass eine Schuppenflechte von allein wieder verschwindet?

Bei etwa 25% aller Menschen mit Schuppenflechte verläuft die Erkrankung lediglich als Episode und verschwindet nach einmaligem Auftreten von selbst wieder.

In anderen Fällen kann es nach dem typisch schubweisen Verlauf irgendwann zu jahrelanger bis jahrzehntelanger Beruhigung kommen. Leider lässt sich der Verlauf individuell kaum vorhersagen. Aber auf jeden Fall gibt es bei fast allen Menschen mit Psoriasis gute Chancen, dass die Erkrankung irgendwann einfach verschwindet, oder sich zumindest deutlich abschwächt oder einen langen Winterschlaf einlegt.

Komplikationen

Ist die Schuppenflechte gefährlich?

Im Normalfall nicht. Die Schuppenflechte (Psoriasis) hat weder etwas mit Krebs noch mit einer Allergie zu tun, und ansteckend ist sie auch nicht. In Einzelfällen kann die Schuppenflechte aber dennoch zu einer größeren Belastung werden.

Psychische & körperliche Belastung

Die mitunter unschönen Hautveränderungen können für die betroffenen Menschen nicht nur störend wirken, sondern führen bei einigen auch zu erheblicher seelischer Belastung, vor allem dann, wenn die Reaktion der Mitmenschen als stark stigmatisierend empfunden wird. In diesem Fall ist unter Umständen auch eine psychologische Betreuung als Behandlungskomponente empfehlenswert.

Aber auch in körperlicher Hinsicht kann sich eine Psoriasis in seltenen Fällen zu einem ernsten Krankheitszustand entwickeln, etwa dann, wenn ein sehr ausgedehnter Hautbefall zu starken Entzündungsprozessen führt oder die Gelenke mitbetroffen sind.

Psoriasis und das Metabolische Syndrom

Heutzutage ist außerdem bekannt, dass das metabolische Syndrom bei Menschen mit Psoriasis zwei- bis dreimal häufiger vorkommt als in der übrigen Bevölkerung. Das durch Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Störungen des Fett- und Zuckerstoffwechsels gekennzeichnete Syndrom stellt einen besonders hohen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar.

Deshalb gilt natürlich für uns alle und für Psoriatiker im Besonderen: Ernähren Sie sich gesund, bewegen Sie sich ausreichend und lassen Sie das Rauchen bleiben.

Wann muss man mit einer Schuppenflechte ins Krankenhaus?

Was hat die Schuppenflechte mit dem Herz zu tun?

Eine ganze Menge. Was auf den ersten Blick unsinnig erscheint, ist mittlerweile wissenschaftlich untermauert: Menschen mit Psoriasis haben ein erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens einen Herzinfarkt zu erleiden.

Am meisten ausgeprägt ist dieser Zusammenhang bei Personen, die ihre Schuppenflechte schon in jungen Jahren bekommen und schwere Hautsymptome haben.

Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt

Wie es zu dem erhöhten Risiko kommt, ist indes noch ungeklärt. Die Experten vermuten, dass die Entzündungsreaktionen bei Psoriasis negative Auswirkungen auf Gefäße (Arteriosklerose) und Herzgewebe haben. Dazu passt, dass nach einer Studie jüngeren Datums auch das Risiko für Schlaganfall und Herzrhythmusstörungen leicht erhöht ist.

Stimmt es, dass Alkoholmissbrauch unter Psoriasis-Patienten häufiger vorkommt?

Ja. Bei Menschen mit Schuppenflechte ist Alkoholismus deutlich häufiger anzutreffen als in der sonstigen Bevölkerung. Das haben epidemiologische Studien ergeben.

Ungeklärt ist allerdings die Henne-oder-Ei-Frage: Es konnte noch nicht ermittelt werden, ob der gehäufte Alkoholmissbrauch Folge der Erkrankung ist (seelische Belastung) oder sogar Mitauslöser (unspezifischer Reiz auf die Haut). Ersteres ist wahrscheinlicher, möglicherweise kommen aber auch beide Effekte zusammen.

Quellen:

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