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Pfeiffersches Drüsenfieber: Symptome und Behandlung

Das Pfeiffersche Drüsenfieber (medizinisch: Infektiöse Mononukleose) ist eine recht häufige Infektionserkrankung, die oftmals ganz ohne Symptome verläuft. Die Übertragung erfolgt durch Speichelkontakt, weshalb Kleinkinder und junge Erwachsene besonders häufig betroffen sind. Der folgende Beitrag soll die wichtigsten Fragen zum Pfeifferschen Drüsenfieber beantworten.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Was ist das?

Das Pfeiffersches Drüsenfieber wird durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) ausgelöst. Einmal erkrankt, ist man ein Leben lang immun gegen das EB-Virus.

Herpesvieren als Verursacher

Das Epstein-Barr-Virus gehört zur Gruppe der Herpesviren und wird deswegen auch Humanes Herpesvirus 4 (HHV 4) bezeichnet. Die Übertragung des Epstein-Barr-Virus erfolgt über den direkten und indirekten Austausch von Speichel. Kommt es zu einer Infektion, befällt das Virus zunächst die Mund-, Nasen- und Rachenschleimhaut. Später kommt es zum Ausschwemmen der Viren über das Blut in Mandeln, Milz und Lymphknoten sowie in die Leber. Durch den Befall von Schleimhäuten und Organen des lymphatischen Systems entstehen die typischen Beschwerden.

Woher kommt der Name Pfeiffersches Drüsenfieber?

Erstmals beschrieben wurde die Erkrankung 1889 durch den Kinderarzt Emil Pfeiffer (1846-1921), der die Beschwerden der infektiösen Mononukleose entdeckte und ihr, aufgrund des oft hohen, anhaltenden Fiebers und der geschwollenen Lymphknoten, den Namen „Drüsenfieber“ gab.
Heute ist das Pfeiffersche Drüsenfieber daneben noch durch eine ganze Reihe an Synonymen bekannt. Die wichtigsten darunter sind:

  • infektiöse Mononukleose“ (Mononucleosis infectiosa)
  • kissing disease (Kusskrankheit oder auch Studenten-Kuss-Krankheit).

Epidemiologie: Wo ist das Ebstein-Barr-Virus hauptsächlich verbreitet?

EBV ist weltweit verbreitet. In Westeuropa infizieren sich über 95% der Menschen bis zum 30. Lebensjahr mit EBV, der Erkrankungsgipfel liegt dabei im Jugendalter um das 15. Lebensjahr. In anderen Breitengraden, beispielsweise in Zentralafrika, sind die meisten Kinder schon bis zum 3. Lebensjahr durch das Virus infiziert.

Wie kommt es zur Übertragung?

EBV wird in den meisten Fällen durch Speichelkontakt, also oral, übertragen. Aus diesem Grund trägt die Erkrankung auch den Namen kissing disease oder Kusskrankheit, da das Virus über Küssen vielfach weitergegeben wird. Möglich ist aber auch die Übertragung beim Teilen von Besteck oder Geschirr, seltener auch über andere Körperflüssigkeiten wie etwa beim Geschlechtsverkehr.

Inkubationszeit: Falscher Frieden

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion mit dem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome beträgt bei EBV im Durchschnitt zwei Wochen, kann in einzelnen Fällen aber auch bis zu 50 Tage andauern. Eine Inkubationszeit von 10 Wochen ist selten und tritt in den meisten Fällen im Erwachsenenalter auf.

Wie für einige Herpesviren typisch, verbleibt der Erreger nach einmal durchgemachter Infektion ein Leben lang im Köper. Dies sichert einerseits die Immunität. Andererseits kann es immer wieder zu erhöhten Konzentrationen des Virus im Speichel und damit auch zur Übertragung auf andere Menschen kommen.

Welche Symptome sind typisch?

Die Symptome beim Pfeifferschen Drüsenfieber können sehr unterschiedlich sein. Während es im Kleinkindalter unter fünf Jahren in den meisten Fällen asymptomatisch verläuft oder sich lediglich in Form einer leichten Erkältung zeigt, kommt es bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen oftmals zu ausgeprägten Beschwerden. Die akute Infektion kann dabei über mehrere Wochen andauern und zeigt klassischerweise folgendes Beschwerdebild:

  • Fieber, oft über mehrere Wochen
  • Halsschmerzen
  • gerötete Mandeln mit weißlich-gelben Belägen, die einer bakteriellen Mandelentzündung ähneln
  • geschwollene, schmerzhafte Lymphknoten am gesamten Körper, jedoch vor allem im Bereich des Halses
  • anhaltende Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Bauchschmerzen durch Milz- und Leberschwellung
  • Nachtschweiß
  • Hautausschlag (in ca. 10% der Fälle)

Fieber und Lymphknotenschwellungen

Fieber und Lymphknotenschwellungen sind die Kardinalsymptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Fieber tritt oftmals während des gesamten Krankheitsverlaufs auf. Typisch für das Fieber ist, dass es zeitweise auf über 40°C ansteigen, zwischenzeitlich jedoch auch fast vollständig abklingen kann. Die Lymphknotenschwellungen treten am gesamten Körper auf, sind im Halsbereich aber betont. Durch das schnelle Anschwellen können Lymphknoten sehr schmerzhaft werden. In Einzelfällen wachsen sie auf die Größe eines Tischtennisballs heran und sind von prall-elastischer Konsistenz.

Weitere Symptome:

  • Milzschwellung: Beim Pfeifferschen Drüsenfieber kann es zu einer starken Schwellung der Milz kommen, die um die dritte Krankheitswoche ihr Maximum erreicht und sich anschließend wieder zurück bildet. Das Anschwellen der Milz kann ohne Symptome verlaufen, es kann jedoch auch zu einem Druckgefühl im linken Oberbauch kommen.
  • Leberschwellung: Auch eine Größenzunahme der Leber ist nicht untypisch für die Erkrankung. Ein Druckgefühl im rechten Oberbauch sowie eine Gelbfärbung der Haut können als Begleiterscheinungen der Lebervergrößerung auftreten.
  • Mandelschwellung: Neben geschwollenen Lymphknoten kann es auch zum Anschwellen der Rachenmandeln kommen. Diese zeigen sich dann schmerzhaft, hochrot und häufig weiß-gelblich belegt. Die Mandelentzündung, die im Rahmen des Pfeifferschen Drüsenfiebers auftritt, bildet sich in der Regel von selbst nach ca. zwei Wochen zurück und bedarf, anders als eine bakterielle Mandelentzündung, keiner antibiotischen Behandlung.
  • Hautausschlag: Ein generalisierter Hautausschlag tritt in ungefähr 3-5% der Fälle und meistens im Kindesalter auf. Dieser präsentiert sich sehr unterschiedlich. Von kleinen punktförmigen Rötungen bis hin zu großflächigen Quaddeln mit starkem Juckreiz ist alles möglich. Besonders in Kombination mit dem Antibiotikum Amoxicillin wird das Auftreten solcher Ausschläge beobachtet.

Können psychische Symptome auftreten?

Neben Müdigkeit und starker Erschöpfung, kann es bei einer Infektion mit EBV zu Konzentrationsschwäche und Niedergeschlagenheit kommen. Diese Symptome treten nicht immer auf und sind, kommen sie doch einmal vor, nicht sicher auf das Pfeiffersche Drüsenfieber zurückzuführen. Sollten Sie länger als zwei Wochen unter gedrückter Stimmung, Interessenverlust oder Antriebshemmung leiden, wenden Sie sich, unabhängig von der vermuteten Ursache, an den Arzt Ihres Vertrauens.

Wie lange dauert Pfeiffersches Drüsenfieber?

Die Dauer der Erkrankung ist sehr unterschiedlich. In der Regel verschwinden die akuten Symptome innerhalb von zwei bis drei Wochen, spätestens jedoch nach zwei Monaten von allein. Etwa einer von zehn Betroffenen leidet auch nach einem halben Jahr immer noch unter Beschwerden: Vor allem eine ausgeprägte Müdigkeit sowie starke Erschöpfungszustände sind hierbei zu nennen. Dabei handelt es jedoch nicht um eine verschleppte oder chronische Infektion, sondern um einen andauernden Heilungsprozess. Die Erkrankung heilt in nahezu 100% der Fälle folgenlos aus.

Wie lange bin ich ansteckend?

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist bereits während der Inkubationszeit ansteckend. Das heißt, dass bereits eine Ansteckungsgefahr vorliegen kann, obwohl noch keine Symptome vorhanden sind. Auch nach einer Erkrankung bleiben Sie noch über einen langen Zeitraum ansteckend. Wie lange das im Einzelnen der Fall ist, kann nicht genau vorhergesagt werden. Studien haben jedoch gezeigt, dass noch Monate nach einer Infektion erhöhte Konzentration von EB-Viren im Speichel nachweisbar sind, was folglich mit einer erhöhten Übertragungswahrscheinlichkeit in diesem Zeitraum einhergehen kann.

Chronische Verläufe möglich

In unseren Breitengraden tritt eine chronische Aktivierung des Herpes-Virus nur in sehr seltenen Fällen auf. Die chronische Erkrankungsform darf dabei nicht mit einem anhaltenden Erschöpfungszustand nach einer durchgemachten akuten Infektion verwechselt werden. Typisch für die chronische Infektion sind immer wiederkehrende Symptome wie Fieber, geschwollene und schmerzhafte Lymphknoten sowie teilweise auch das Anschwellen von Leber und Milz. Chronische Verläufe treten häufiger in asiatischen Ländern, wie beispielsweise Japan, auf.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Wie wird die Diagnose gestellt?

Der Arzt führt zur Diagnosefindung zu Beginn eine ausführliche Anamnese sowie eine körperliche Untersuchung durch. Oftmals können dabei schon erste Hinweise auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Eppstein-Barr-Virus festgestellt werden.

Wichtig ist eine Überprüfung des Lymphknotenstatus am gesamten Körper, da die infektiöse Mononukleose wie eine gewöhnliche Mandelentzündung erscheinen kann. Bei Letzterer treten typischerweise aber keine generalisierten Lymphknotenschwellungen auf.

Im Anschluss an die körperliche Untersuchung sollte eine Untersuchung des Blutbildes erfolgen. Diese zeigt typischerweise eine deutliche Erhöhung der weißen Blutkörperchen und insbesondere der Lymphozyten (Lymphozytose). Weiterhin kommt es klassischerweise zum Anstieg der Entzündungsparameter BSG und CRP sowie zeitweise auch zu einer Erhöhung der Leberwerte (Transaminasen).

EBV-Schnelltest

Durch eine Blutuntersuchung lassen sich weiterhin bestimmte Antikörper gegen das Virus nachweisen. Während der akuten Phase der Infektion treten sogenannte IgM-Antikörper gegen EBV auf. Diese verschwinden nach einigen Wochen und werden durch IgG-Antikörper ersetzt, die eine Auseinandersetzung des Körpers mit dem Virus anzeigen und im Rahmen der Heilung entstehen.

Bei unklaren Symptomen bzw. atypischen Verläufen des Pfeifferschen Drüsenfiebers können weitere Antikörper bestimmt werden, die zur Diagnosefindung beitragen. Der wichtigste Parameter ist dabei das EBV-spezifische nukleäre Antigen (EBNA), das erst 6 bis 12 Wochen nach Beginn der Infektion auftritt und auf eine kürzlich durchgemachte Erkrankung hindeutet.

Welche anderen Erkrankungen könnten es auch sein?

Klinisch kann das Pfeiffersche Drüsenfieber einer Reihe anderer Erkrankungen ähneln. Bei unklarer Symptomkonstellation müssen diese daher immer mit abgeklärt werden. Die wichtigsten Differentialdiagnosen sind dabei:

Pfeiffersches Drüsenfieber: Wie wird es behandelt?

Die Behandlung erfolgt symptomatisch. Das bedeutet, dass es kein Medikament gibt, welches die Infektion ursächlich behandelt, also das Virus angreift. Vielmehr werden durch eine umfassende Therapie die Beschwerden gelindert. Dies geschieht unter anderem durch Allgemeinmaßnahmen sowie durch medikamentöse Optionen.

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Allgemeinmaßnahmen: Schonung ist wichtig

Allgemein sollte auf viel Schlaf, Ruhe und eine Reduktion von körperlicher und psychischer Anstrengung geachtet werden. Ausreichend Flüssigkeit und leichte Kost stellen weiterhin wichtige Allgemeinmaßnahmen zur Stärkung der Selbstheilungskräfte dar.

Welche Hausmittel helfen zusätzlich?

Auch Hausmittel können dabei helfen, die Selbstheilungsprozesse im Körper zu unterstützen und eine schnelle Genesung zu fördern. Bei hohem Fieber können Holunder- oder Lindenblütentees die Regulation der Körpertemperatur unterstützen, bei starken Halsschmerzen, wie sie im Rahmen der Mandelentzündung auftreten können, sind Tees aus Thymian, Efeu oder Eibischwurzel heilsam. Auch Hals- oder Brustwickel können durch eine Steigerung der Durchblutung Linderung verschaffen.

Hühnersuppe ist ein altes Hausmittel, das auch bei Grippe und Erkältung vielfach zum Einsatz kommt. Ihre Inhaltsstoffe wirken antimikrobiell und durchwärmend. Weiterhin wird der Magen-Darm-Trakt nicht durch eine schwere Mahlzeit belastet. Zur Zubereitung kann ein Suppenhuhn zusammen mit Suppengemüse (beispielsweise Sellerie, Kartoffeln, Karotten), Lorbeerblättern und Wacholderbeeren in Gemüsebrühe erhitzt und über eine bis zwei Stunden gekocht werden.

Gibt es eine medikamentöse Behandlung?

Wie oben erwähnt gibt es kein Medikament, das direkt gegen das Virus wirkt. Bei starken Beschwerden wie beispielsweise hohem Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen, können Ibuprofen oder Paracetamol zum Einsatz kommen. Die Einnahme von Medikamenten sollte stets in Rücksprache mit einem Arzt erfolgen, da höhere Dosen von Paracetamol Leberschäden hervorrufen können, während Ibuprofen die Nieren angreifen kann.

Kein Amoxicillin!

Das Antibiotikum Amoxicillin kann das Auftreten eines Hautausschlags bei einer Infektion mit EBV provozieren. Normalerweise wird bei einer viralen Infektion kein Antibiotikum verschrieben, da dieses keine Wirkung gegen Viren, sondern nur gegen Bakterien besitzt. Das Pfeiffersche Drüsenfieber kann aufgrund sehr ähnlicher Symptome jedoch leicht mit einer eitrigen Mandelentzündung verwechselt werden, die üblicherweise mit einem Penicillin-Antibiotikum wie Amoxicillin behandelt wird. Aus diesem Grund kommt es immer wieder zu arzneimittelinduzierten Ausschlägen bei EBV-Infektion, die ihrerseits nicht mit einer Penicillin-Allergie verwechselt werden sollten.

Welche Hygienemaßnahmen sollten eingehalten werden?

Bei einer gesicherten Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus sollte auf Händehygiene geachtet werden. Regelmäßiges, gründliches Händewaschen, vor allem vor und nach Mahlzeiten, ist eine wichtige Allgemeinmaßnahme. So kann eine Übertragung des Virus über die Hände eingeschränkt werden. Weiterhin sollte auf zu engen Körperkontakt, insbesondere auf Küssen, verzichtet werden. Da auch die gemeinsame Nutzung von Besteck und Geschirr zu einer Übertragung des Virus führen kann, sollten keine Teller, Tassen, Gläser, Gabeln oder Löffel geteilt werden.

Wie lange wird man mit Pfeifferschem Drüsenfieber krankgeschrieben?

Die Dauer der Krankschreibung hängt von der Schwere der Erkrankung sowie von der Einschätzung des behandelnden Arztes ab. In vielen Fällen wird zunächst eine Krankschreibung von einer Woche gewährt. Sollte sich danach keine Besserung eingestellt haben, kann eine Folgebescheinigung über einen individuellen Zeitraum ausgestellt werden. Dies gilt auch für Kindergarten- und Schulkinder.

Wie lange darf man keinen Sport treiben?

Auf anstrengende körperliche Aktivitäten sollte so lange verzichtet werden, bis die Erschöpfungssymptomatik gänzlich abgeklungen ist. Als Faustregel kann auch die Anzahl fieberhafter Tage betrachtet werden: Pro Tag Fieber sollte eine Woche auf Sport verzichtet werden. Leichte körperliche Aktivitäten wie Spazierengehen sind hingegen unproblematisch und können je nach Beschwerdegrad unternommen werden.

Heilt das Pfeiffersche Drüsenfieber wieder komplett aus?

Ja. 95% aller Infektionen mit EBV verlaufen sogar symptomlos, nahezu 100% heilen von allein und folgenlos aus. Körperliche Schonung, die Vermeidung von Stress und der Verzicht auf Sport, können die Prognose verbessern.

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Pfeiffersches Drüsenfieber: Was sind mögliche Folgen?

Das Pfeiffersche Drüsenfieber heilt in nahezu 100% der Fälle folgenlos aus. Dennoch steht das EB-Virus im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen und im Verdacht, diese zu begünstigen.

Auslöser von Krebs?

Eine Infektion mit EBV kann die Entstehung bestimmter Krebsformen begünstigen. Hierzu zählen unter anderem:

  • Morbus Hodgkin: häufige Form des Lymphdrüsenkrebs, die gehäuft um das 25.-30. Lebensjahr auftritt. EBV-assoziiert tritt der Morbus Hodgkin vor allem bei Immunsuppression, beispielsweise nach einer Organtransplantation, auf.
  • Burkitt-Lymphom: seltene Form des Lymphdrüsenkrebs, die vor allem den Gesichtsbereich bei Kindern betrifft und hauptsächlich in Afrika zu finden ist.
  • Nasopharynxkarzinom: Krebsform der Nasen- und Rachenschleimhaut, die nur selten vor dem 40. Lebensjahr auftritt und mit den Risikofaktoren Alkohol- und Nikotinkonsum vergesellschaftet ist.

Weitere Spätfolgen

Neben verschiedenen Formen der Krebserkrankung scheint das Auftreten von Pfeifferschem Drüsenfieber im Zusammenhang mit Multipler Sklerose (MS) zu stehen. Darauf deuten Bevölkerungsstudien hin, die zeigen konnten, dass Menschen ohne Antikörper gegen EBV fast nie an einer MS erkranken. Dahingegen scheint das Risiko einer MS-Erkrankung zu steigen, je später im Leben die Infektion mit EBV erworben wird.

Eine tödliche Erkrankung?

In fast allen Fällen ist eine asymptomatische Infektion mit EBV, aber auch der Ausbruch des Pfeifferschen Drüsenfiebers für immunkompetente Menschen nicht tödlich. Eine folgenlose Ausheilung der Infektion wird in mehr als 95% der Fälle angenommen.

Bei Immunschwäche hingegen kann es zu sehr schweren Verläufen kommen, die in seltenen Fällen auch tödlich enden können. Ebenso kann es in extremen Ausnahmefällen auch zu einer so starken Schwellung der Milz kommen, dass diese einreißt (Milzruptur). Auch in einer solchen Situationn kann das Pfeiffersche Drüsenfieber einen tödlichen Ausgang nehmen.

Besteht wirklich Meldepflicht?

In Deutschland besteht für viele Infektionserkrankungen namentliche oder nicht-namentliche Meldepflicht. Die Meldung einer Erkrankung geschieht in der Regel durch den Arzt beim zuständigen Gesundheitsamt. Die Daten werden dort gebündelt gesammelt und teilweise dem Robert-Koch-Institut (RKI) zu epidemiologischen Zwecken übermittelt.

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist in Deutschland laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) nicht meldepflichtig.

Autoren: 

Quellen:

  • G. Herold: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde: Therapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln – Tonsillitis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 017/024 (Stand: August 2015)
  • J. Strutz et al.: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Deutsches Ärzteblatt: Epstein-Barr Virus erhöht MS-Risiko in allen Ethnien, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ 77972/ Epstein-Barr-Virus- erhoeht-MS-Risiko-in-allen-Ethnien, zuletzt aufgerufen am 10.07.2019

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