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Muskelfaserriss: Was tun für eine rasche Heilung und gegen die Schmerzen?

Ein Muskelfaserriss ist sehr schmerzhaft und oft auch langwierig. Deshalb sollten Sie alle Maßnahmen ergreifen, um den Muskel zu schonen. Das gilt auch schon bei Verdacht auf einen Muskelfaserriss.

Ist es überhaupt ein Muskelfaserriss?

Die meisten Muskelfaserriss-Verletzungen entstehen an der Wade und am Oberschenkel. Nicht so häufig dagegen in der Schulter und den Oberarmmuskeln. Ob es sich wirklich um einen Faserriss handelt (denkbar wäre auch ein Muskelbündelriss oder eine Zerrung) kann nur ein Arzt feststellen. Er kann auch das Ausmaß der Verletzung erkennen (Muskelfaserriss ist nicht gleich Muskelfaserriss, es gibt verschiedene Schweregrade) und die weiteren Maßnahmen entsprechend anordnen. Daher ist ein Arztbesuch bei unklaren Schmerzen unbedingt notwendig.

Zunächst zur Erstversorgung:

Eine schnelle Erstversorgung ist enorm wichtig. Wenn es zu plötzlichen Schmerzen im Bereich eines Muskels kommt, z.B. beim Sport, hören Sie sofort mit allen Aktivitäten auf und lagern Sie den betroffenen Muskel in erhöhter Position.

Legen Sie anschließend eine kalte Kompresse auf den Muskel oder lassen Sie sehr kaltes Wasser über die betroffene Stelle laufen. Dann abtrocknen und einen elastischen Verband anlegen. Die Kälte verengt die Gefäße und verhindert, dass sich ein großes Hämatom bildet. Durch diese kalte Anwendung haben Sie schon einiges getan, um den Heilungsprozess zu beschleunigen.

Muskelfaserriss: Warum muss ich mich komplett schonen?

Direkt nach einem Muskelfaserriss ist absolute Schonung die beste Therapie. Wenn Sie zusätzlich den Muskel kühlen und einen Kompressionsverband anlegen, ist für den Moment alles perfekt.

Der Arzt wird Ihnen mitteilen, wie lange eine komplette Schonung sinnvoll ist und wann Sie den Muskel wieder belasten können. Dabei spielt auch Ihr Alter eine Rolle. Grundsätzlich ist am Anfang eine komplette Schonung notwendig, aber nicht über den gesamten Heilungsprozess. Der Grund:

  • Während der Heilung entstehen im verletzten Gebiet kleine Narben. Fangen Sie zu früh mit Bewegungen und Belastungen an, können die Vernarbungen wieder reißen. Der Heilungsprozess verlängert sich. Auch die Gefahr, dass ein erneuter Muskelfaserriss entsteht, ist dann hoch.
  • Wird die komplette Schonung hingegen zu lange ausgedehnt, baut sich Muskulatur ab und muss mühsam wieder aufgebaut werden.

Heilungsdauer und Abbau des Hämatoms

Je nach Schweregrad kann ein Muskelfaserriss innerhalb einer Woche abheilen oder auch mehrere Wochen dauern. Erst nachdem der Muskelfaserriss geschlossen ist, kann ggf. mit physiotherapeutischen Maßnahmen begonnen werden. Dabei geht es in erster Linie darum, das Hämatom abzubauen, die Muskulatur zu mobilisieren und zu kräftigen.

Stichwort Hämatom: Bei einem Muskelfaserriss werden auch kleinere Blutgefäße im Muskel verletzt. Das austretende Blut lagert sich in der Muskulatur ab und wandert im Muskelverlauf weiter. Das können Sie deutlich als Bluterguss (Hämatom) erkennen. Bis sich der Bluterguss wieder abgebaut hat, können einige Wochen vergehen. Das kommt auf das Ausmaß der Verletzung an.

Was hilft gegen die Schmerzen?

Es gibt viele Möglichkeiten für eine schnelle Schmerzfreiheit. Die einfachste und wirksame Methode ist Kälte, die auch gleichzeitig eine schnellere Heilung bewirkt.

Außerdem:

  • Hochlagern:
    • Durch das Hochlagern werden Blutungen und Schwellungen eingedämmt.
  • Kompressionsverband:
    • Ein breiter elastischer Verband wirkt schmerzlindernd und verhindert weitere Blutungen.
  • Kalte Kompressen:
    • Durch die Kälte ziehen sich auch die kleinsten Blutgefäße (Kapillaren) zusammen und verhindern eine weitere Blutung.
  • Essigsaure Tonerde:
    • Eine kalte Kompresse mit essigsaurer Tonerde wirkt schmerzlindernd, stoppt größere Einblutungen und fördert den Heilungsprozess.
  • Tabletten:
    • Die am meisten verordneten Tabletten gegen die Schmerzen enthalten den Wirkstoff Ibuprofen oder Diclofenac und wirken auch einer Entzündung entgegen.
  • Salben:
    • Die besten Salben haben einen kühlenden Effekt und enthalten den Wirkstoff Heparin oder Aescin. Zusätzlich helfen auch entzündungshemmende und schmerzlindernde Salben, z.B. mit Diclofenac.
  • Lymphdrainage:
    • Eine Lymphdrainage baut das Hämatom ab, fördert den Heilungsprozess und wirkt schmerzlindernd.
  • Tape-Verband
    • Durch die Ruhigstellung wirkt ein Tape-Verband schmerzlindernd und fördert den Heilungsprozess durch die Annäherung der Muskelfasern.

Unser abschließender Rat:

Es ist sehr wichtig, dass der Muskel ruhig gehalten und nicht zu früh belastet wird. Unterlassen Sie auch Dehnungen oder sonstige leichte Übungen, bevor Sie grünes Licht vom Arzt erhalten haben. Sonst verlängert sich die Heilung und Spätfolgen können nicht ausgeschlossen werden.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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Autor unseres Artikels
 
Dr. med. Jörg Zorn, Arzt

Dr. med. Jörg Zorn
Arzt

    Studium:
  • Universitätsklinik Marburg
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag

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Medizinische Prüfung
des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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