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Lungenhochdruck: Ursachen, Symptome, Behandlung

Ein Lungenhochdruck ist ein erhöhter Blutdruck im Lungenkreislauf. Also in dem Abschnitt des Blutgefäßsystems, der vom rechten Herzen zur Lunge und dann zurück zum linken Herzen läuft. Im folgenden Beitrag beantworten Ärzte die wichtigsten Fragen zu den Ursachen und Symptomen.

Was kann die Ursache eines Lungenhochdrucks (pulmonale Hypertonie) sein?

Ist der Druck im Lungenkreislauf zu hoch, ist nicht immer eine Ursache auszumachen. Im Ärzte-Jargon spricht man dann von idiopathischer pulmonal arterieller Hypertonie ("idiopathisch" heißt im Mediziner-Deutsch, dass man nicht weiß, woher es kommt).

Darüber hinaus gibt es eine erbliche Form der Krankheit sowie eine Variante, bei der der Lungenhochdruck mit anderen Störungen wie Bindegewebserkrankungen einhergeht. Auch angeborene Herzfehler können die Ursache eines erhöhten Drucks in den Lungengefäßen sein.

Lungenhochdruck kommt außerdem bei Krankheiten des linken Herzens vor, etwa bei Herzklappenerkrankungen oder einer Herzschwäche. Eine andere Ursache sind Lungenkrankheiten wie COPD oder eine Lungenembolie.

Welche Beschwerden verursacht ein Bluthochdruck des Lungenkreislaufs?

Je nach Schwere des Lungenhochdrucks können verschiedene Beschwerden bestehen. Dazu gehören Luftnot, eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, Schwindel, Schmerzen im Brustkorb und Kreislaufstörungen. Diese Beschwerden nehmen unter Belastung zu und können bis zur Ohnmacht führen.

Da das rechte Herz gegen den erhöhten Gefäßwiderstand in der Lunge anpumpen muss, wird dieses dauerhaft zu stark belastet, bis es das Blut nicht mehr in ausreichendem Maße in die Lungengefäße pumpen kann. Das Blut staut sich dann vor dem Herzen zurück. Es kommt zu Wassereinlagerungen und Schwellungen in den Beinen und in der Leber.

Kann man einen Lungenhochdruck anhand der Beschwerden sicher feststellen?

Nein, leider sind die Beschwerden eines Lungenhochdrucks (pulmonale Hypertonie) nicht so charakteristisch, dass man die Krankheit immer auf den ersten Blick erkennt. Beispiel Atemnot bei Belastung: Da kann enorm viel hinter stecken, unter anderem eben auch ein Bluthochdruck in den Lungengefäßen.

Die frühzeitige Diagnose ist allerdings bedeutsam, um auch früh mit einer Behandlung ansetzen zu können. Jede Verzögerung kann sowohl die Lungen als auch andere Organe und das Herz-Kreislauf-System insgesamt weiter schädigen. Deshalb gilt: Bei jeder unklaren, anhaltenden Atemnot und Leistungsschwäche am besten sofort zum Arzt.

Welche Untersuchungen sind notwendig, um einen Lungenhochdruck festzustellen?

Besteht Verdacht auf einen Lungenhochdruck, sind primär natürlich Untersuchungen der Lunge notwendig. Aber auch das Herz und diverse Laborwerte müssen unter die Lupe genommen werden.

Folgende Untersuchungen werden häufig angesetzt:

  • Lungenfunktionstests
  • Analyse der Blutgase (Laborwerte der Ausatmungsluft): Die Blutgase geben Auskunft über die Sauerstoffversorgung des Körpers.
  • Bestimmung der körperlichen Leistungsfähigkeit (z.B. mit Fahrrad-Ergometrie)
  • diverse Laboruntersuchungen
  • Herzuntersuchungen wie Elektrokardiographie (EKG) und Ultraschall (Echokardiographie)
  • Szintigraphie (spezielle Röntgenuntersuchung) der Lungen zur Feststellung einer möglichen Lungenembolie als Ursache des Lungenhochdrucks

Zur sicheren Diagnose eines Lungenhochdrucks ist eine Katheteruntersuchung des rechten Herzens notwendig.

Wie kommt es zu einem Lungenhochdruck nach einer Embolie?

Der chronische Lungenhochdruck (chronisch pulmonale Hypertonie) nach einer Lungenembolie kommt durch langfristig verstopfte Lungenarterien zustande. Dies ist der Fall, wenn körpereigene Mechanismen nicht ausreichen, das Blutgerinnsel (den Embolus) abzubauen.

Die Folge ist ein erhöhter Gefäßwiderstand in den Arterien der Lunge und im Lungenkreislauf. Nimmt der Druck weiterhin chronisch zu, kann dies zu einer Schädigung des rechten Herzens führen, was sich in einer Herzschwäche bemerkbar macht.

Ein Lungenhochdruck liegt definitionsgemäß vor, wenn der arterielle Mitteldruck der Lungengefäße um 25 mmHg oder darüber beträgt. Bei Werten zwischen 21 und 24 mmHg spricht man von einem grenzwertigen Bluthochdruck der Lungen.

Wie wird ein Lungenhochdruck behandelt?

Die Behandlung des Lungenhochdrucks ist von der Ursache der Krankheit anhängig. Geht der erhöhte Druck in den Lungengefäßen auf eine Lungenembolie zurück, muss der Thrombus (das verstopfende Blutgerinnsel) medikamentös oder chirurgisch entfernt werden.

Bei anderen Ursachen des Lungenhochdrucks gibt es eine Basisbehandlung. Diese besteht aus der Gabe eines Blutgerinnungshemmers, Entwässerungsmitteln, der Zufuhr von Sauerstoff und einer kontrollierten körperlichen Belastung.

Je nach Ursache der Erkrankung können auch noch weitere Medikamente zum Einsatz kommen.

Studie: Auch Bewegung ist Therapie

Schon die geringste Anstrengung kann Patienten mit Lungenhochdruck in arge Luft- und Atemnot bringen. Doch wie jetzt eine Studie der Universitätsklinik Heidelberg zeigt: Mit einem kontrollierten Bewegungsprogramm gelingt es häufig, die Belastbarkeit und damit die Lebensqualität wieder zu steigern.

Die Heidelberger Ärzte entwickelten gemeinsam mit Krankengymnasten ein spezielles Trainingsprogramm für Patienten, die unter einem Lungenhochdruck leiden. Das Training wurde im Krankenhaus unter Anleitung begonnen und dann zuhause fortgeführt. Laut Studienleiter Dr. Ekkehard Grünig gelang es damit, bei vielen der Betroffenen die körperliche Leistungsfähigkeit relevant zu steigern.

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Auch wenn natürlich trotzdem gewisse Leistungsgrenzen akzeptiert werden müssten, sei das ein klarer Fortschritt, so Grünig. Erleichtert wurde diese Bewegungstherapie allerdings auch durch neue Medikamente, die das rechte Herz gezielt entlasten und damit den Druck von der Lunge nehmen (z.B. Iloprost, Bosentan und Sildenafil).

Viagra gegen Lungenhochdruck?

Das Potenzmittel Viagra (Sildenafil) erzielt seine Wirkung über eine Weitstellung von Blutgefäßen und dadurch bessere Durchblutung. Genau mit diesem Wirkmechanismus scheint es auch bei Lungenhochdruck helfen zu können. Seit 2006 ist Sildenafil unter bestimmten Voraussetzungen auch für diese Erkrankung zugelassen. 

In Untersuchungen von Wissenschaftlern der Universität Gießen führte Sildenafil nicht nur zu einer Erweiterung der Lungengefäße, sondern sogar zu einer Regeneration des krankhaft veränderten und vernarbten Gefäßgewebes.

Autoren: 

Quellen:

  • Universitätsklinikum des Saarlandes (www.uniklinikum-saarland.de)

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