Was sieht der Arzt im Echokardiogramm (Herz-Ultraschall)?

Das Echo (Echokardiogramm) zeigt das gesamte Herz mit all seinen Strukturen. Zudem können Mediziner Herzfunktionen ausmessen und bestimmen.

Im Echokardiogramm werden folgende Strukturen und Funktionen des Herzens deutlich:

  • Größe der Herzhöhlen
  • Pumpkraft des Herzmuskels (LVEF, left ventricular ejection fraction)
  • Entspannung des Herzmuskels
  • Wanddicke der linken Hauptkammer
  • Wandbewegung und Wandbewegungsstörungen, die auftreten, wenn ein Teilbereich des Muskels nicht ausreichend durchblutet wird
  • Herzklappen
  • Druckwerte in Lunge und rechtem Herzen
  • Herzbeutel

Herzhöhlen und Pumpkraft LVEF

Die Untersuchung beginnt in der Regel mit den vier Herzhöhlen. Zu ihnen gehören zwei Hauptkammern (Ventrikel) und zwei kleine Vorhöfe. Zunächst wird ihre Größe ausgemessen. Prinzipiell kann sich jede der vier Höhlen vergrößern, so zum Beispiel die linke Hauptkammer im Rahmen einer Herzschwäche.

Als nächstes folgt die Bestimmung der Pumpfunktion (LVEF, left ventricular ejection fraction). Sie gibt an, wie kräftig Ihr Herzmuskel arbeitet. Von 100 ml sauerstoffreichem Blut, die sich in der Regel in der linken Hauptkammer befinden, pumpt ein gesunder Herzmuskel mit jedem Schlag circa 60 ml, also 60 %, in den Körper. Dies ist der Wert, den die LVEF angibt. Bei einer Herzschwäche hingegen fördert es zum Beispiel nur 30 ml pro Schlag, die LVEF ist dann erniedrigt und liegt bei 30 %.

Auch der erste Abschnitt der Hauptschlagader (Aorta thorakales) kann im Ultraschall eingesehen und ausgemessen werden.

Wanddicke und Muskelentspannung

Da die linke Hauptkammer das Blut in den Körperkreislauf pumpt, ist hier die Muskulatur etwas kräftiger, während die Vorhöfe zum Beispiel dünne Wände haben. Bis zu maximal 11 mm sind für den linken Ventrikel normal. Die Muskelwand kann jedoch an Dicke zunehmen, zum Beispiel wenn das Herz viele Jahre gegen einen erhöhten Blutdruck arbeiten muss. Daneben gibt es andere, teils angeborene Gründe für eine verdickte Wand.

Auch die diastolische Funktion wird im Echo gemessen, die Entspannung des Herzmuskels in der Füllungsphase. Hier spielen Veränderungen der Muskelstruktur durch Bluthochdruck oder andere Herzerkrankungen eine Rolle. Die Entspannung wird eingeschränkt, wenn der Druck in der linken Kammer steigt, sie kann mit Luftnot und anderen Beschwerden einhergehen.

Wandbewegungsstörungen und Herzklappen

Wenngleich das Echokardiogramm das Herz nur in zwei Dimensionen bildlich darstellt, werden durch das Drehen und Kippen des Ultraschallkopfes doch alle Muskelbereiche der linken Hauptkammer sichtbar. Wenn an einer Stelle die Muskulatur nicht richtig arbeitet, sprechen Mediziner von Wandbewegungsstörungen. Sie können darauf hindeuten, dass ein Gefäß verkalkt und verengt ist und den entsprechenden Abschnitt nicht ausreichend mit Blut versorgt.

Neben der Wandbewegung werden natürlich auch die Herzklappen untersucht. Es gibt insgesamt vier Stück, die wie Ventile die Blutflussrichtung regeln. Sie können zu eng oder undicht sein. Engstellen nennen Mediziner Stenosen, Undichtigkeiten Insuffizienz.

Lungenkreislauf und Herzbeutel

Bevor Blut von der rechten Herzhälfte in die linke fließt, passiert es die Lunge und nimmt hier frischen Sauerstoff auf. Da die Höhlen und Gefäße alle miteinander verbunden sind, können Messungen auf der rechten Herzseite wiedergeben, wie groß der Druck im Lungenkreislauf ist. Bei Lungenarterienembolien oder anderen Lungenerkrankungen kann er nämlich ansteigen.

Wasseransammlungen im Herzbeutel lassen sich ebenfalls im Echo erkennen.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres