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Verhalten sich Borderliner absichtlich aggressiv und verletzend?

Nein, mit Sicherheit nicht. Bei Menschen mit Borderline-Störung kann die Stimmung sehr schnell umschlagen, ohne dass sie dies beeinflussen können. Das ist für das Umfeld, aber auch für die Betroffenen selbst oft nicht einfach.

Den eigenen Gefühlen ausgeliefert

Es ist wichtig zu verstehen, dass Borderline-Betroffene ihre Emotionen nicht regulieren und steuern können, wie dies Gesunde im Umgang mit anderen Menschen tun. Sie geraten durch ihre stark empfundenen Emotionen unter großen Druck und können mit ihren Gefühlen nicht angemessen umgehen.

Das führt oft zu Verzweiflung und heftigen, völlig unangemessenen Reaktionen gegenüber Mitmenschen, insbesondere engen Bezugspersonen. Obwohl das eigentlich genau die sind, die ein "Borderliner" auf keinen Fall vergraulen möchte. Denn auch wenn er sich oft taff und unabhängig gibt, ist die Angst, verlassen zu werden, sehr groß. Gerade deshalb ist einem Menschen mit Borderline sicherlich keine Absicht zu unterstellen, wenn er sein Umfeld immer wieder vor den Kopf stößt.

Eher Opfer als Täter

Ein weiteres Kennzeichen der Borderline-Störung ist eine herabgesetzte Impulskontrolle. Zusammen mit den wechselnden, kaum kontrollierbaren Gefühlen kann dies mitunter neben verbalen Aggressionen auch Handgreiflichkeiten zur Folge haben und Betroffene beispielsweise leicht in Prügeleien verwickeln. Aber auch hier geht es ihnen mit Sicherheit nicht darum, Randale zu machen. Vielmehr werden sie dadurch nicht nur zum Opfer ihrer eigenen Gefühle, sondern auch der Personen, mit denen sie sich anlegen.

Doch neigt nicht jeder Borderline-Betroffene dazu, gegen andere aggressiv zu werden. Im Gegenteil: Häufig richten sich körperliche Aggressionen primär gegen die eigene Person. Selbstverletzungen und andere selbstschädigende Verhaltensweisen kommen weitaus häufiger vor als Tätlichkeiten anderen gegenüber.

Nicht aus der Verantwortung entlassen

Aber auch, wenn Menschen mit Borderline-Störung manchmal gar nicht anders können, als ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen, können sie die Verantwortung für ihr Verhalten nicht einfach abgeben. Und Bezugspersonen sollten ihnen diese Verantwortung auch nicht abnehmen. Es ist nicht leicht, eine angemessene Haltung zu finden, die dem Kranken, aber auch sich selbst gerecht wird.

Für Bezugspersonen ist es deshalb sicher wichtig, sich selbst immer wieder abzugrenzen. Wenn Situationen und Konflikte großes Leid mit sich bringen, kann auch eine professionelle Unterstützung oder der Austausch mit anderen Betroffenen hilfreich sein.

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Autoren unseres Artikels
 

Eva Bauer
Ärztin

    Studium:
  • Universitätsklinik Erlangen
    Berufliche Stationen:
  • Universitätsklinik Freiburg
  • Amtsärztin im Gesundheitsamt Haßberge

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Dr. med. Julia Hofmann
Ärztin und medizinische Fachautorin

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Medizinische Prüfung
des Artikels
Dr. med. Jörg Zorn, Arzt

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Jörg Zorn
Arzt / Chefredakteur

    Studium:
  • Universitätsklinik Marburg
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag

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Haupt-Autorin
Eva Bauer
Ärztin / medizinische Fachautorin

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