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Narbenpflege, Narben entfernen, hypertrophe Narben behandeln

Autorin: 

Warum sollte man mit frischen Narben die Sonne meiden? Wie kann man einer verstärkten Narbenbildung vorbeugen? Und welche Hausmittel und Methoden gibt es, um unschöne Narben zu behandeln? Mehr zu diesen Themen lesen Sie in diesem Beitrag.

Basiswissen

Wie lange ist eine Narbe eigentlich „frisch“?

Generell kann man eine Narbe die ersten zwei Jahre nach einer Verletzung als „frisch“ bezeichnen. Die Narbe benötigt diese Zeit, um sich vollständig regenerieren und entwickeln zu können.

Der Wundheilungsprozess einer Narbe hängt immer auch von der Größe der Verletzung ab. Je mehr die Haut geschädigt ist, desto länger dauert es, bis das verletzte Gewebe heilt. Die meisten Wunden heilen meist innerhalb weniger Wochen von alleine ab. Bei diesem Heilungsprozess entstehen Narben. Bis die Narbe „ausreift“, können weitere Monate bis Jahre vergehen. In der Regel bildet sich die Narbe langsam von ganz alleine zurück.

Frische Narbe erkennen

Eine frische „unreife“ Narbe erkennt man daran, dass sie gerötet ist und manchmal leicht über das Hautniveau hinausragt. Zudem bereitet eine frische Narbe oft schmerzen und kann zu jucken beginnen. Diese Symptome sind allerdings völlig normal und sind Anzeichen dafür, dass sich die Narbe im Heilungsprozess befindet. Eine „reife“ Narbe hingegen ist blass, flach und fühlt sich weich an. Zudem bereitet sie keinerlei Beschwerden mehr.

Frische Narben sollte man in den ersten Monaten nach einer Operation besonders gut pflegen, denn sie reagieren besonders empfindlich auf negative, aber auch positive Einflüsse. Für eine unauffällige Narbenbildung gilt folgendes:

  • Setzen Sie die Narbe in den ersten Wochen möglichst keiner Zugbelastung aus.
  • Tragen Sie keine einschnürende oder reibende Kleidung.
  • Meiden Sie die Sonne in den ersten Monaten und gehen Sie nicht ins Solarium. Verwenden Sie eine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor. Am besten Sie verdecken die Narbe zusätzlich mit einem Pflaster.
  • Spezielle Narbengele oder Wundsalben können die Heilung unterstützen. Massieren Sie die Creme mehrmals täglich sanft in die Haut ein.
  • Bei überschießender Narbenbildung empfiehlt es sich spezielle Narbenpflaster aus Silikon zu verwenden.

Warum jucken oder schmerzen Narben häufig bei Wetterumschwung?

Das Phänomen „Wetterfühligkeit“ ist zwar vielen bekannt, die genaue Ursache jedoch bisher ungeklärt.

Ein Temperatursturz oder ein kräftiges Gewitter zum Beispiel kann sich schon Tage zuvor durch ein unangenehmes Kribbeln oder Jucken im Narbenbereich äußern.

Als Hauptauslöser gelten Luftdruckschwankungen. Fällt der Druck in der Atmosphäre, ändern sich Puls und Blutdruck, das vegetative Nervensystem wird gereizt, der Hormonhaushalt kann plötzlich durcheinandergeraten, und sogar das Immunsystem wird beeinflusst.

Das Wetter wirkt sich allerdings nicht auf jeden Menschen gleich aus. Auffallend ist, dass besonders ältere, kranke oder sensible Menschen sehr empfindlich auf Wetterveränderungen reagieren.

Veränderte Nervenfasern

Dass Narben plötzlich Beschwerden verursachen, kann ferner auch daran liegen, dass die geschädigten Nervenfasern in der Haut nach einer Verletzung anders verlaufen als zuvor. Zudem können die Nervenfasern durch das nachwachsende Bindegewebe der Narbe beeinträchtigt sein.

Außerdem könnte eine weitere dafür Ursache sein, dass unser Körper die Fähigkeit verlernt hat, sich schnell genug auf die neuen Wetterbedingungen einzustellen.

Damit der Köper weniger empfindlich auf Wetterumschwünge reagiert kann es helfen den Organismus zu trainieren, zum Beispiel durch Wechselduschen und/oder regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Gegen den Juckreiz wiederum können wirkstoffhaltige Narbengele (z.B. Contractubex®) oder kühle Umschläge helfen.

Darf ich mit meiner Narbe in die Sonne?

Eine frische Narbe sollte so gut wie möglich vor der Sonneneinstrahlung geschützt werden. Denn die Selbstschutzzeit von Narben ist wegen der geringen oder fehlenden Pigmentierungsfähigkeit der Haut sehr niedrig.

In Folge können UV-Strahlen das empfindliche Narbengewebe schädigen (Schwulstbildungen sind möglich) und die Regeneration stören. Zudem besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Das gleiche gilt natürlich auch für künstliche Sonnenstrahlen (UVA-Strahlen) wie im Solarium. Außerdem können sich Narben bei starker UV-Strahlung bräunlich verfärben, wodurch sich die Narbe deutlich vom umliegenden Gewebe abhebt, anstatt zu verblassen.

Ab wann in die Sonne?

Bevor man die Narbe der Sonnenstrahlung aussetzt, sollte man mindestens zwei bis drei Monate lang warten. Juckt die Narbe noch stark oder ist sie leicht rötlich und erhaben, sollte man die Sonne auf jeden Fall meiden. Denn dies sind Anzeichen dafür, dass die Wunde noch nicht vollständig verheilt ist. Der Heilungsprozess ist sozusagen noch aktiv.

Darüber hinaus sollte man Folgendes beachten:

Eine Narbe braucht etwa ein bis zwei Jahre um sich vollständig zu regenerieren. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, das Narbengewebe vor der UV-Strahlung zu schützen. Das heißt, auf die Narbe sollte immer eine Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor (50+) aufgetragen werden. Zudem kann die Narbe auch mit einem wasserfesten Pflaster geschützt werden. Außerdem wichtig: Bevor man die Narbe mit Sonnenschutzmittel eincremt, sollte man darauf achten, dass die Narbensalbe vollständig in die Haut eingezogen ist.

Hypertrophe Narben

Was sind hypertrophe Narben?

Hypertrophe Narben sind Folge einer überschießenden Bildung von Bindegewebe. Meistens treten sie kurz nach der Wundheilung auf.

Die Narben sind dann wulstig und ragen über das umliegende Hautniveau hinaus, bleiben allerdings auf das ursprüngliche Verletzungsgebiet beschränkt. Sie können stark gerötet sein. Außerdem können sie schmerzen und jucken.

Hypertrophe Narben entstehen häufig, wenn die Wunde zu wenig bzw. nicht geschont wird. Durch die ständige Zugkraft, der die Wunde ausgesetzt ist, richten sich die Kollagenfasern in Richtung des Zugreizes aus. Die andauernde Spannung führt zu einer vermehrten Bildung von Blutgefäßen und Bindegewebe. Wulstartige, stark gerötete hypertrophe Narben sind die Folge.

Erhabene Narben können aber auch durch eine Wundinfektion oder durch eine größere Verletzung mit großem Gewebeverlust (z. B. nach einer Verbrennung oder Bisswunde) begünstigt werden. Vor allem junge Menschen zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr sind häufig davon betroffen. Sie neigen besonders häufig zu einer vermehrten Bildung von Bindegewebe.

Spontane Rückbildung ist nicht ausgeschlossen

Es kann vorkommen, dass sich eine hypertrophe Narbe ohne Behandlung nach ein bis zwei Jahren von selbst wieder vollständig oder teilweise zurückbildet. Um erhabene Narben vorzubeugen, ist es wichtig schon bei der Operation darauf zu achten, dass die Wunde möglichst spannungsfrei vernäht wird. Zudem sollte der Operationsschnitt wenn möglich entlang der natürlichen Hautspaltlinien gesetzt werden. Das ist unter anderem auch Grund dafür, warum der Bauchschnitte von Operationen, z. B. beim Kaiserschnitt, quer angesetzt wird.

Welche Ursachen hat eine verstärkte Narbenbildung?

Eine verstärkte Narbenbildung kann mehrere Ursachen haben. Sie hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Größe und Art der Wunde
    Die Narbenheilung hängt zum einen davon ab, wie schwerwiegend (Größe und Tiefe der Wunde) eine Verletzung ist. Glatte Wundränder, die zum Beispiel durch einen Skalpellschnitt entstehen und durch eine Naht verschlossen werden, bilden sich meist problemlos zurück. Größere Verletzungen hingegen wie z. B. Verbrennungen oder Bisswunden, bei denen viel Gewebe verloren geht und die offen (d. h. ohne Naht) abheilen, hinterlassen meist großflächige und auffällige Narben.
  • Infektionen und Entzündungen
    Treten während des Heilungsprozesses Infektionen auf, kommt es häufig zu einer auffälligen Narbenbildung. Aber auch die Dauer der Entzündungsphase im Bereich der Wunde bestimmt die Entwicklung des Narbengewebes. Denn ein längerer Entzündungsprozess kann eine verstärkte Bildung von Bindegewebe begünstigen.
  • Alter & Hormone
    Jüngere Menschen (im Alter von 10 bis 30 Jahren) neigen bei Verletzungen zu einer vermehrten Bildung von Bindegewebe. Dickere und oft größere Narben sind die Folge. Das Risiko einer verstärkten Narbenbildung nimmt mit zunehmenden Alter ab. Zudem gibt es Hinweise, dass Narben auch unter hormonellen Einfluss stärker wachsen können (z. B. während einer Schwangerschaft).
  • Vererbung
    Die Neigung zu einer verstärkten Narbenbildung kann auch vererbt sein. Oft treten hypertrophe Narben (= verdickte Narben) und Keloide (= wulstige Gewebewucherungen) familiär gehäuft auf.
  • Körperstelle
    Es gibt bestimmte Körperstelle (z. B. Gelenke, Dekolleté oder Schultern) an denen Narben schlechter abheilen, da sie häufig angespannt und bewegt werden. Die Narbe steht sozusagen unter einer ständigen Zugspannung. Diese Spannung kann zu einer auffälligen Narbenbildung führen. Daher kann auch zu viel Bewegung (und Sport) eine überschießende Narbenbildung begünstigen.
  • Gestörte Narbenbildung
    Verschiedene Störungen in der Narbenbildung können dazu führen, dass es zu einer auffälligen Narbenbildung (Keloide, atrophe oder hypertrophe Narben) kommt.
  • Störung der Bindegewebsbildung
    Außerdem kann eine gestörte Bindegewebsbildung, bei der minderwertiges Bindegewebe entsteht, Ursache für eine verstärkte Narbenbildung sein. Diese Störung kann letztlich zur Bildung auffälliger Narben führen.

Wie kann man einer verstärkten Narbenbildung vorbeugen?

Folgende Maßnahmen lassen sich zur Vorbeugung einer verstärkten Narbenbildung ergreifen:

  • Sorgfältige Wundversorgung
    Die Bildung auffälliger Narben lässt sich durch eine sorgfältige Wundversorgung vorbeugen. Die Wunde sollte durch einen sterilen Verband zum Schutz vor Verschmutzungen (Wundinfektionen) geschützt werden.
  • Kein UV-Licht
    Frische Narben sollten nach der Operation mindestens ein halbes Jahr lang vor der Sonne (gilt auch für UV-Licht in Solarien) geschützt werden. Denn durch die Sonnenstrahlen kann es zu einer Pigmentverschiebung im Wundbereich kommen. Das heißt, die Narbe kann sich dauerhaft heller oder dunkler färben. Zudem sollte eine Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor auf die vernarbte Haut aufgetragen werden.
  • Narbensalben
    Um eine Verhärtung des nachwachsenden Bindegewebes vorzubeugen und, um die Narbe elastischer und weicher zu machen, sollten rückfettende Hautpflegepräparate (also Salben und Cremes, die der Haut viel Feuchtigkeit zuführen), auf die betroffenen Hautareale einmassiert werden. Kombinationspräparate, die pflanzliche Öle enthalten und zusätzliche Wirkstoffe wie Hyaluronsäure, Zwiebelextrakt oder Harnstoff beinhalten, haben sich besonders bewährt.
  • Narben- und Silikonpflaster
    Bei Menschen mit einem erhöhten Narbenbildungsrisiko (oder bei ersten Anzeichen für eine auffällige Narbenbildung) kann zudem ein Narbenpflaster oder eine Silikongel-Folie auf die Wunde aufgeklebt werden. Die Behandlung mit dem Narbenpflaster sollte mindestens zwei Monate lang erfolgen.
  • Ordnungsgemäße Schnittführung
    Wie stark Narben später zu sehen sind, hängt auch von der Operationstechnik ab. Der Arzt sollte darauf achten, dass die Schnittführung möglichst parallel zu den Hautspannungslinien erfolgt. Zudem sollten die Schnitte möglichst gewebeschonend angesetzt werden. Um eine Narbenverbreiterung zu vermeiden, ist es außerdem wichtig, die Wunde möglichst spannungsfrei zu vernähen.

Atrophe Narben

Wodurch entstehen eingesunkene (atrophe) Narben?

Atrophe Narben sind meist das Ergebnis schlecht heilender Wunden. Sie entstehen, wenn bei der Wundheilung zu wenige Bindegewebsfasern hergestellt werden.

Die Wunde ist zwar geschlossen aber um sie auszufüllen, ist insgesamt zu wenig Gewebe vorhanden. In der Folge entstehen eingesunkene Narben, die tiefer liegen als die Haut, die sie umgibt.

Atrophe Narben sind meist flach und breit. Häufig treten sie auch in Form kleiner eingesunkenen Grübchen auf, als Folge einer Windpocken-Infektion oder schwerer Akne (sog. Akne conglobata).

Akne conglobata ist die schwerste Form der Akne vulgaris (auch „gewöhnliche Akne“). Bei dieser Erkrankung kommt es zu äußerst schmerzhaften Entzündungen. Aus den Mitessern bilden sich eitrige Knoten, die bis in die Unterhaut reichen können. Im Verlauf der Erkrankung entstehen häufig Fistelgänge, über die der Eiter abfließen kann. Während dem Heilungsprozess der entzündeten Knoten kommt es sehr oft zur Bildung atropher Narben.

Was hilft bei eingesunkenen Narben?

Atrophe Narben lassen sich zum Beispiel durch eine Dermabrasion verschönern – eine Art „operatives Peeling“, bei der die scharf abfallenden Narbenränder mittels hochtouriger Schleifgeräte abgeschliffen werden, sodass der Übergang gleichmäßiger wird.

Zudem können atrophe Narben durch eine Narbenunterspritzung z. B. mit Kollagen, Hyaluronsäure oder Eigenfett aufgefüllt werden. Die Behandlung muss allerdings immer wieder aufgefrischt werden, da diese Füllsubstanzen vom Körper abgebaut werden kann und die Narben allmählich wieder einsinken.

Narbenpflege

Wie verheilen frische Narben am besten?

Als Patient kann man sehr viel Einfluss auf den Heilungsverlauf von Narben nehmen. Das heißt: Für eine möglichst unauffällige Narbenbildung ist schon in den ersten Wochen nach einer Operation das richtige Verhalten wichtig.

Folgende Regeln sind dabei zu beachten:

  • Narben nicht unter Zug setzen
    Unmittelbar nach der Operation sollte die betreffende Körperstelle ruhiggestellt werden. Das heißt: Verzichten Sie mindestens drei bis vier Wochen lang auf Sport. Das gilt vor allem dann, wenn die Narbe in einem Bereich liegt (z. B. Schulter, Kniegelenk, oberer Rücken) der oft und viel bewegt wird.
  • UV-Strahlung meiden
    Frische Narben sollten mindestens drei Monate lang vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Das gilt auch für künstliches UV-Licht, wie im Solarium. Denn durch die UV-Strahlung kann es zu einer Pigmentverschiebung im Wundbereich kommen und die Narben können sich dauerhaft verfärben. Um hässliche Narben vorzubeugen, sollte man die vernarbte Haut immer mit einem Sonnenschutzmittel (am besten LSF 50 +) eincremen. Zudem kann man frische Narben mit einem Pflaster vor der UV-Strahlung schützen.
  • Narbengele und Silikonpflaster verwenden
    Für ein gutes kosmetisches Narbenergebnis empfiehlt es sich die betroffene Stelle regelmäßig mit einem Narbengel (z. B: Contratubex) einzucremen. Präparate mit den Wirkstoffen Allantoin, Vitamin A und E, Zwiebelextrakt oder Heparin haben sich zur Nachbehandlung frischer Narben besonders gut bewährt, da sie den Heilungsprozess positiv unterstützen.
  • Wichtig
    Narbengele- und salben sollten über mehrere Monate hinweg zweimal täglich in Form von kreisenden Bewegungen einmassiert werden. Zudem können Pflaster mit Silikongel oder Cortison auf die vernarbte Haut aufgelegt werden, damit die vernarbte Haut schön feucht bleibt und besser abheilt.
  • Druck tut gut
    Neben regelmäßigen Massagen kann sich auch das Tragen von Kompressionsanzügen positiv auf die Narbenbildung auswirken. Durch den Druck wird verhindert, dass ein unschöner Narbenwulst entsteht.
  • Zeit und Geduld haben
    Selbst wenn die Fäden schon gezogen sind und die Wunder gut verheilt ist, bedeutet das nicht, dass der Heilungsprozess vollständig abgeschlossen ist. Eine frische Narbe braucht in etwa ein Jahr, bis sie vollkommen verheilt und gereift ist. Eine „reife“ Narbe erkennt man daran, dass sie blass, weiß und schmerzlos ist.

Worauf muss man bei der Narbenpflege achten?

Generell gilt: Je früher man mit der Narbenpflege beginnt, desto besser. Sind die Wundränder geschlossen, kann mit der Narbennachbehandlung begonnen werden.

Folgendes sollte man berücksichtigen, um die Narbenbildung günstig zu beeinflussen:

Sonne, Solarium & Kälte meiden

Frische Narben sollte man mindestens zwei bis drei Monate nach der Operation vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Denn durch die UV-Strahlung kann sich die vernarbte Haut dauerhaft heller oder dunkler färben. Das Gleiche gilt für künstliche UV-Strahlen im Solarium.

Zudem sollten die Narben keinen starken Temperaturreizen ausgesetzt werden. Denn sehr hohe Temperaturen (Saunabesuche z. B.) und Kälte können die Narbenbildung negativ beeinflussen, indem sie den Regenerationsprozess des Gewebes stören. Wichtig: Die Narbe sollte möglichst immer mit einem besonders lichtstarken Sonnenschutzmittel vor der UV-Strahlung geschützt werden. Die Narbe kann auch mit einem Verband abgedeckt werden.

Keine enge Kleidung

Das dünne Narbengewebe reagiert sehr empfindlich auf äußere Reize. Auf das Tragen enger oder scheuernder Kleidungsstücke sollte man daher besser verzichten. Reizungen mit Rötungen und Verhärtungen könnten die Folge sein und die Narbenbildung negativ beeinflussen.

Dehnung vermeiden

Nach einer Operation sollte man einige Tage komplett auf Sport verzichten. Wie lange man sich schonen muss, hängt natürlich in erster Linie von der Operationsstelle ab. Narben, die nahe am Knochen liegen (z. B. am Ellenbogen, Schienbein oder am Fußknöchel) sind besonders empfindlich. Sie können durch einen Sturz (Aufprall, Zusammenstoß) beim Sport relativ leicht aufplatzen. Auf jeden Fall sollten alle Bewegungen, die die Haut im Narbenbereich dehnen könnten, in den ersten Monaten vermieden werden.

Narbengele & Massagen

Narbencremes oder -gele (z. B. Contractubex) enthalten spezielle Wirkstoffe, die den Heilungsprozess der vernarbten Haut positiv beeinflussen. Sie machen das neue Gewebe elastischer und verringern die Wahrscheinlichkeit, dass sich erhöhte Narben bilden. Außerdem beugen sie Rötungen und Juckreiz vor. Am besten ist es, wenn man die Präparate in die Narbe sanft einmassiert, um die Durchblutung des Narbengewebes zu fördern und, um Verklebungen im Bindegewebe aufzulockern. Wichtig: Die Cremes sollten zwei- bis dreimal täglich über mehrere Wochen in die Haut einmassiert werden. Nur dann können diese Präparate auch wirklich zu einer besseren Narbenheilung beitragen.

Silikongel-Folien

Bei überschießender Narbenbildung oder auch zur Behandlung älterer Narben können Silikongele und Silikongel-Folien verwendet werden. Sie wirken hydrierend und unterstützen die Rückbildung des Narbengewebes.

Wie kann man Narben kosmetisch verschönern?

Narben lassen sich am besten mit einem Camouflage Make-up kaschieren. Damit die Narbe schön geschmeidig und weich bleibt, empfiehlt es sich das verletzte Gewebe als Erstes mit einer speziellen Narbencreme (z. B: Contractubex® Narbengel) zu behandeln.

Die Creme sollte dafür mit kreisenden Bewegungen einmassiert werden, denn dadurch wird die Durchblutung des Narbengewebes verbessert.

Wichtig

Warten Sie, bis das Gel vollständig eingezogen ist. Anschließend können Sie das Camouflage Make-up auftragen.

Camouflage mit grünen Pigmenten

Bei frischen rötlichen Narben sollte eine Camouflage mit grünen Pigmenten verwendet werden, da Grün komplementär zu Rot wirkt. Bevor man die Camouflage aufträgt, sollte man die Paste auf den Handrücken verteilen, damit sich diese erwärmen kann. Anschließend tupft man das Make-up mit einem Schwämmchen (oder Pinsel) leicht in die Haut ein, bis die Narbe nicht mehr zu sehen ist. Zum Abschluss kann man noch ein Puder über die Grundierung geben, um das Make-up zu fixieren.

Ist die Narbe schon verheilt, sollte man eine Farbe wählen, die einen halben Farbton dunkler ist. Helle Narben können sehr gut mit einer Bräunungscreme abgedeckt werden.

Mikropigmentierung

Narben an der Lippe oder Augenbrauen, die durch eine Narbe nicht mehr wachsen, können mit Permanent Make-up gut nachgezeichnet werden. Das hat unter anderem den Vorteil, dass die Narbe nicht jeden Tag neu überschminkt werden muss. Bei der Mikropigmentierung wird eine Naturfarbe mit einer ultradünnen Nadel in die oberste Hautschicht eingebracht. Befindet sich die Narbe an einer glatten Stelle, wird ein hautfarbener Ton gewählt, sodass die Wunde anschließend nicht mehr sichtbar ist.

Wichtig: Mediziner raten dazu, die Methode frühestens erst nach sechs bis zwölf Monaten nach der Verletzung durchzuführen. Zudem muss die Mikropigmentierung alle zwei Jahre erneuert werden.

Selbsthilfe und Hausmittel

Welche rezeptfreien Medikamente gegen Narben gibt es?

Zur Narbenbehandlung steht eine breite Palette von verschiedenen Medizinprodukten (Gele, Cremes, Sprays, Öle, Narbenpflaster oder Silikongelplatten) zur Verfügung.

Viele davon sind rezeptfrei erhältlich. Außerdem werden Narbenpflegeprodukte häufig auch in Form von Kosmetika angeboten.

Folgende Präparate zur Narbenbehandlung sind rezeptfrei erhältlich:

Medizinprodukte & Arzneimittel

  • Bepanthen® Narben Gel mit Massage-Roller
  • Dermatix® Ultra Gel
  • Hansaplast® med Narbenreduktion-Pflaster
  • Kelo-cote® Silikon Gel
  • Kelo-cote® Spray Silikonspray
  • Newgel® Narben Gel
  • Pro-sil® Narbenpflegestift
  • Scarsil® Silikon Narben Gel
  • Octenisept® Wunddesinfektion
  • Tyrosur® Gel
  • Betaisodona Salbe
  • Contractubex® Gel
  • Wala® Narbengel
  • Wasserstoffperoxid Lösung 3%

Kosmetika

  • Agiskin® Narbenpflege Gel
  • BJH® Anti Narben Creme
  • Chilfluin® Narben Creme
  • Hebako® Narben-9-Öl
  • Juzo® ScarPad extra Silikon-Narbenpflaster
  • Kelofibrase® Sandoz Creme
  • Scarmed® Gel Narbenpflege
  • Tetesept® Narben Gel

Wirkung der Narbenpflegeprodukte

Für eine bessere Wundheilung und, um hässlichen Narben vorzubeugen, empfiehlt es sich in den ersten Wochen nach einer Operation oder Verletzung spezielle Narbenpflegeprodukte zu verwenden. Sie können dabei helfen Rötungen, Juckreiz sowie Spannungsgefühle zu lindern. Zudem begünstigen sie ein ästhetisches Abheilen der Narbe.

Fachleute raten vor allem dazu, Narbensalben und Narbenpflastern mit Silikon zu verwenden. Denn deren gute Wirksamkeit wurde bereits in zahlreichen wissenschaftlichen Studien belegt. Narbenpflegeprodukte auf Silikonbasis lassen die Temperatur im Gewebe ansteigen (wärmeisolierende Wirkung) und regen so das Zellwachstum an, was die Bildung von neuem, elastischem Narbengewebe begünstigt.

Welche Hausmittel helfen gegen Narben?

Es gibt einige natürliche Heilmittel, die zur Behandlung von Narben verwendet werden können. Folgende Hausmittel können die Heilung fördern und Linderung verschaffen:

  • Zitronensaft (Vitamin C)
    Die im Zitronensaft enthaltene Fruchtsäure (Alphahydroxysäure, kurz AHA) stimuliert die Zellerneuerung der Haut und wirkt straffend. Zudem wirkt Zitronensäure wie ein natürliches Bleichmittel, mit dem dunkle Narben aufgehellt werden können. Da Zitronen reich an Vitamin C sind, schützt ihr Saft die Hautzellen vor freien Radikalen.
  • Zwiebelextrakt
    Wirkt entzündungshemmend und hilft dabei, Kollagen zu produzieren. Die Narben sind dadurch weniger auffällig. Der Wirkstoff ist meist in Gel-Form erhältlich und gilt als besonders effektiv bei der Verbesserung von hypertrophen Narben und Keloiden.
  • Aloe Vera
    Wirkt entzündungshemmend und soll dabei helfen Hautirritationen zu reduzieren. Zudem hat Aloe Vera abschwellende, regenerierende und durchblutungsfördernde Eigenschaften. Aloe Vera ist in vielen Formen erhältlich, etwa als Gel, Salbe und Lotion. Wichtig: Es sollten keine chemischen Stoffe zugemischt sein.
  • Honig
    Spendet Feuchtigkeit und stimuliert zudem die Regeneration des Gewebes. Honig kann auch dafür verwendet werden, um die Narben schneller verblassen zu lassen.
  • Teebaumöl
    Wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Wichtig: Das Öl darf nicht unverdünnt benützt werden. Bevor man es auf die Haut aufträgt, sollte man das Öl (2-3 Tropfen) mit lauwarmem Wasser vermengen.
  • Natron
    Fördert die Hautregeneration und wirkt wie ein natürliches Peeling, indem es die Haut von Schmutz und abgestorbenen Hautzellen befreit.
  • Olivenöl
    Natives Olivenöl hat entzündungshemmende und antiseptische Eigenschaften, wodurch der Heilungsprozess unterstützt wird. Aufgrund des höheren Säuregehalts besitzt es eine aufhellende Wirkung.
  • Ringelblumensalbe
    Macht die Narbe geschmeidiger und kann dabei helfen, die Farbe der Narbe etwas aufzuhellen.
  • Gurke
    Wirkt feuchtigkeitsspendend und hilft dabei die Haut weicher und geschmeidiger zu machen. Da sie kaum Säure enthält, eignet sie sich selbst zur Behandlung sensibler und überempfindlicher Haut.

Kann man Narben "wegmassieren"?

Massagen in Form von kreisenden Bewegungen bewirken eine starke Durchblutung im Narbengebiet und können Verklebungen im Bindegewebe auflockern bzw. auflösen.

Dies wiederum bewirkt, dass die Narbenhaut nicht austrocknet und elastisch bleibt. Die Narbe kann besser verheilen. Im besten Fall wird die Narbe mit der Zeit blass, weich und flach.

Zum Massieren sollten spezielle Narbensalben (wie z. B. Contractubex®-Gel) verwendet werden. Cremes oder Gelkombinationen mit den Wirkstoffen Allantoin, Dexpanthenol, Heparin, Zwiebelextrakt oder Harnstoff machen das Gewebe weich und geschmeidig. Um die Narbenbildung zu verringern, können auch spezielle Heilsalben eingesetzt werden, die ionisierte Spurenelemente und Elektrolyte enthalten (z. B: Nawa® Elektrolyt-Salbe).

Mit dem Einmassieren der Narbensalbe sollte begonnen werden, sobald sich die Wunde geschlossen hat (etwa zwei bis drei Wochen nach einer Operation). Folgendes ist dabei zu beachten, damit die Salbe besser in das Gewebeinnere eindringen kann.

  • Die Salbe oder das Gel sollte mehrmals täglich (ca. ein- bis dreimal) auf die Narbe aufgetragen und einmassiert werden.
  • Wichtig beim Einmassieren ist nur leichten Druck auszuüben und die Narben mindestens fünf Minuten lang zu bearbeiten.
  • Mit dem Massieren sollte man immer von innen (der Narbenmitte) nach außen beginnen. Außerdem ist es wichtig, die Narbe nicht quer, sondern nur in ihrem Längsverlauf zu massieren.
  • Die Narbenpflege sollte konsequent über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten erfolgen. Denn je regelmäßiger und langfristiger die Narbe mit Narbenbalsam einmassiert wird, umso größer ist die Chance auf Erfolg! Erste Ergebnisse sollten nach ca. drei Monaten sichtbar sein.

Übrigens

Spezielle Narbensalben und -cremes sind auch bei älteren Narben wirksam und können bewirken, dass die Narbe optisch unauffälliger wird. Zudem empfiehlt sich bei älteren oder verhärteten Narben, zusätzlich einen Salbenverband über Nacht anzulegen.

Behandlung auffälliger Narben

Welche Verfahren zur Narbenbehandlung gibt es?

Je nach Narbenreife und Narbenausprägung sind verschiedene Verfahren möglich. Folgende Behandlungstherapien kommen häufig zum Einsatz:

  • „Medical Needling“
    Dabei handelt es sich um ein relativ neues Verfahren. Es wird meist zur Behandlung großflächiger tiefer Narben (z. B. Brand- oder Aknenarben) angewandt. Das Prinzip: Bei der Behandlung wird die vernarbte Haut durch viele winzig kleine Nadelstiche erneut verletzt. Die winzigen Wunden in der oberen Hautschicht regen nun die Hautzellen an Kollagen zu produzieren, wodurch die Narbenhaut straffer und glatter wird. In der Medizin wird diese Methode deshalb auch "Percutane Collagen-Induktion" (PCI) genannt. Außerdem werden Wachstumsfaktoren freigesetzt und die Haut kann sich besser regenerieren.
  • Unterspritzung mit Eigenfett
    Bei dieser Methode wird aus den Fettdepots (z. B. am Bauch, der Hüfte oder den Oberschenkeln) Eigenfett gewonnen und dazu verwendet, eingesunkene Narbe aufzufüllen. Eine weitere Möglichkeit die Narben von innen aufzupolstern ist die Unterspritzung mit Hyaluronsäure oder Kollagen.
  • Silikongele und Silikongelfolien
    Können zur Behandlung hypertropher, also wulstiger Narben und großflächigen Wucherungen (Keloiden) eingesetzt werden. Sie „wässern“ (Hydratation) das Narbengewebe und bewirken, dass weniger Kollagen gebildet wird. Infolge werden die Narben flacher und weicher. Zudem wirken sie beruhigend und nehmen der Haut das Spannungsgefühl.
  • Kryotherapie
    Bei der Kälte- oder Kryotherapie wird das Narbengebiet mit speziellen Sonden oder durch Besprühen mit flüssigem Stickstoff vereist.
  • Spezielle Druckanzüge
    Kompressionsverbände, die gezielt Druck auf den Narbenbereich auswirken, unterbinden die Sauerstoffversorgung des Gewebes. Durch diesen Prozess wird die Bildung von Bindegewebe (Kollagen) gehemmt.
  • Dermabrasion
    Durch das Abschleifen der obersten Hautschichten kann das optische Erscheinungsbild der Narbe verbessert werden. Die Narben werden ebenmäßiger und passen sich dem umliegenden Gewebe besser an. Bei stark eingesunkenen Aknenarben kann auch ein „Chemical Peeling“ gute Erfolge erbringen.
  • Chirurgische Verfahren
    Gespannte Narben können durch einen chirurgischen Eingriff behandelt werden. Dabei wird die umliegende Haut mit einem Expander langsam gedehnt. Der daraus resultierende Gewebeüberschuss wird dazu verwendet, die Haut nach einer Narbenausschneidung wieder zu verschließen.

Wie kann man eine Narbe glätten?

Es gibt unterschiedliche Methoden, um das Erscheinungsbild auffälliger Narben zu verbessern. Folgende Behandlungstherapien sind möglich:

  • Kombinationstherapie
    Eine Möglichkeit ist die Narbe mit einem speziellen Narbengel (z. B. Contractubex-Gel) und Ultraschall zu behandeln. Da die Ultraschallwellen den Zellstoffwechsel anregen, können die Wirkstoffe noch tiefer in die Haut eindringen und noch besser aufgenommen werden. Zudem bewirken die Schallwellen eine Art Tiefenmassage, wodurch das Gewebe gelockert wird. Dieses wirkt sich positiv auf die Rückbildung der Narbe aus. Es kommt zu einem Abschwellen im Narbenbereich. Sogar ältere, verhärtete Narben lassen sich mit dieser Methode sehr gut behandeln.
  • Unterspritzen mit Cortison
    Wuchernde, erhabene oder eingesunkene Narben, können z. B. mit Kortikoiden oder Hyaluronsäure unterspritzt werden. Die Narbenunterspritzung mit Cortison bewirkt eine Reduzierung des Bindegewebes. Narbenvertiefungen werden wiederum mit Kollagen oder Hyaluronsäure unterspritzt (aufgefüllt). Die Methode ist allerdings sehr schmerzhaft und nur bei frischen Narben Erfolg versprechend.
  • Vereisen (Kryotherapie)
    Bei der sogenannten Kryotherapie werden Narbenwucherungen oder -wülste mit flüssigem Stickstoff vereist und abgetragen. Die Methode ist allerdings sehr schmerzhaft und nur für kleinere Narben geeignet.
  • Abschleifen per Laser (Dermabrasion)
    Diese Behandlungsform ist vor allem für Patienten geeignet, die an einer überschießenden Narbenbildung leiden. Mit dem Laser wird das übermäßige Narbengewebe (z. B. erhabene Ränder einer Narbe) einfach entfernt und abgeflacht. Um eine Narbe mit dem Laser abzuschleifen, gibt es allerdings unterschiedliche Techniken. Zudem wird je nach Narbenart ein spezieller Laser eingesetzt.

Wie kann man auffällige Narben behandeln?

Zur Behandlung auffälliger Narben steht eine breite Palette von Möglichkeiten zur Verfügung.

Welche Therapie zum Einsatz kommt, hängt von verschiedenen Faktoren wie zum Beispiel Art, Ort oder auch Ursache der Narbe ab.

Generell kann man zwischen hypertropher (wulstartiger), atropher (eingesunkener) oder keloidförmiger (Gewebewucherungen) Narben unterscheiden.

Je nach Narbentyp kommen unterschiedliche Therapien infrage. Außerdem können auch mehrere Behandlungsmethoden miteinander kombiniert werden. Folgende Möglichkeiten bieten sich zur Behandlung auffälliger Narben an:

  • Therapie mit Narben- und Silikongel
    Massagen mit speziellen Narbensalben fördern die Durchblutung des verletzten Gewebes und sorgen dafür, dass die Narbenhaut nicht austrocknet und geschmeidig bleibt. Die Narbe wirkt dadurch unauffälliger. Besonders gute Wirkung erzielen Salben mit dem Wirkstoff Dexpanthenol oder Gelkombinationen, die Heparin, Zwiebelextrakt und Alantoin enthalten (z. B. Contractubex-Gel). Eine Nachbehandlung mit Narbensalbe eignet sich vor allem für „frische“ Narben sowie für ältere, wulstartige Narben und großflächiger Wucherungen.
  • Kompressionsbehandlung
    Druckverbände können zur Behandlung großflächiger Verletzungen (wie Brandverletzungen) eingesetzt werden, um die Entstehung von Narbenmissbildungen zu vermeiden. Durch entsprechende Verbände oder Druckanzüge wird die Sauerstoffversorgung des Gewebes in diesem Bereich unterbunden und die Bildung von Bindegewebe geht zurück. Eine Druck- oder Kompressionsbehandlung kommt vor allem bei Menschen infrage, die zu einer „überschießenden“ Narbenbildung neigen.
  • Narbenunterspritzungen (z. B. mit Kortikoiden, Hyaluronsäure)
    Die Unterspritzung von Narben bewirkt, dass das Bindegewebe zurückgeht und die Narbe flacher wird. Narbenvertiefungen können mit Kollagen oder Hyaluronsäure „aufgefüllt“ werden.
  • Kryotherapie
    Die Kältetherapie eignet sich zur Behandlung von Narbenwucherungen oder –wülste. Dabei werden die betroffenen Regionen mit flüssigem Stickstoff vereist und abgetragen.
  • Operative Verfahren (Laser, Mikrodermabrasion etc.)
    Eingesunkene Narben (z. B. im Gesicht) lassen sich durch eine Lasertherapie behandeln. Störende Narben können entweder komplett entfernt (sozusagen „herausgestanzt“) werden oder durch eine Dermabrasion (Hautabschleifen) gezielt abgeflacht und geglättet werden.
  • Chemical Peeling
    Wird vor allem bei eingesunkenen Narben (wie Aknenarben) angewendet. Dabei wird Trichloressigsäure auf die Narben aufgetragen, wodurch sich die oberste Hautschicht löst.
  • Ultraschall
    Eine Kombinationstherapie von Ultraschall und Narbensalbe kann Erfolg versprechend sein. Durch eine Ultraschallbehandlung können die Wirkstoffe der Narbensalbe besonders gut in die tieferen Hautschichten eindringen. Die Therapie erzielt vor allem bei älteren oder frischen Narben gute Erfolge.

Kann man dunkle Narben aufhellen?

Ja das ist möglich. Dunkle Narben können durch verschiedene Methoden aufgehellt werden.

Welche Behandlungsmöglichkeit dabei zum Einsatz kommt, hängt von der Art der Narbe (Größe und Form) ab.

Laser-Behandlung

Eine effektive Methode um die Farbe der Narben aufzuhellen, ist die Behandlung mit dem Laser (wie Rubin- oder Neodym:YAG-Laser). Dabei werden die betroffenen Hautregionen mit einem stark gebündelten Lichtstrahl (monochromatisches Licht) bestrahlt. Nd:YAG und Rubin-Laser können auch zur Entfernung von dunklen Hautflecken, Altersflecken und zur Tattoo-Entfernung verwendet werden. Je nach Narbe und Hauttyp können unterschiedliche Laser wie der KTP-Laser, Fraxel-Laser, Laserskinresurfacing mit CO2-Laser oder Erbium-Laser infrage kommen.

Die Behandlung kleiner Narben ist nahezu schmerzfrei (meist ist nur ein leichtes Brennen zu spüren) und erfolgt meist ohne Betäubungsmittel. Bei größeren Narben kann vor dem Eingriff auch ein Lokalanästhetikum gespritzt oder eine Betäubungscreme auf die Haut aufgetragen werden.

IPL-Lichttechnik

Eine weitere Methode, um unerwünschte Pigmentierungen aufzuhellen, ist die IPL-Lichttechnik (Intensed-Pulsed-Light oder Blitzlichtbehandlungen). Dabei wird ähnlich wie bei der Laserbehandlung, hochenergetisches Licht auf die Haut gelenkt. Im Unterschied zur Lasermethode, bei der Licht mit einer einzigen Wellenlänge (sog. monochromatisches Licht) produziert wird, arbeitet die IPL-Technik mit Licht aus vielen unterschiedlichen Wellenlängen (sog. polychromatischem Licht). Bei der Behandlung wird intensiviertes, gepulstes Licht über einen Applikator auf die Pigmentansammlungen projiziert. Die Farbpigmente werden anschließend vom Körper abgebaut und ausgeschieden. Die IPL-Technologie eignet sich vor allem für die Behandlung großer Flächen und roter Narben.

Wichtig

Informieren Sie sich vor Behandlungsbeginn ausführlich über Risiken und Nebenwirkungen. Die Behandlungstechniken können von einem Dermatologen oder einem Kosmetiker durchgeführt werden und bedürfen mehrerer Sitzungen. In der Regel sind drei bis fünf Behandlungen in einem Abstand von drei bis sechs Wochen notwendig. Eine deutliche Verbesserung ist meist erst nach drei Monaten zu sehen.

Wissenswertes

Was bedeutet Cicatrix?

Cicatrix ist der medizinische Fachbegriff für Narbe. Die Narbe zählt in der Dermatologie zu den sogenannten sekundären Hauteffloreszenzen.

Quellen:

  • Sterry W, Paus R. Venerologie, Allergologie, Phlebologie, Andrologie. Thieme Verlag (2000).
  • Moll I. Dermatologie. Thieme Verlag (2005).

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Kommentare: Archiv

Narbenbildung
09. Mai 2020 um 05:05 Uhr, Dackellady
Meine beste Erfahrung bei Narbenbildung: hochwertiges Rizinusöl mehrmals täglich auf die Narbe geben und einreiben. Wulst bildet sich zurück, die Narbe ist blass und geschmeidig.
 
Keloide
18. April 2018 um 18:42 Uhr, Wilhelm Standl
Wegen ganz etwas anderes nahm ich kolloidales Siberwasser zu mir. Jetzt nach ca einem Jahr ist mein Keloid verschwunden.
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