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FSME-Impfung (Zecken-Impfung)

Eine Impfung gegen die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) richtet sich gegen die krankheitsauslösenden Viren. Übertragen werden diese durch Zecken, weshalb oft fälschlicherweise von einer Zeckenimpfung gesprochen wird. Die häufigsten Fragen zur FSME-Impfung werden in diesem Beitrag beantwortet.

Wogegen schützt die FSME-Impfung?

Zecken können das FSME-Virus übertragen. Die Folge einer solchen Infektion ist die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute (Meningoenzephalitis) verläuft und nicht ursächlich behandelt werden kann.

Eine Übertragungsgefahr besteht in den zeckenaktiven Monaten März bis November vor allem in den Regionen, in denen die FSME-Viren endemisch (andauernd in gehäufter Zahl) verbreitet sind.

FSME-Viren unmittelbar nach Zeckenbiss im Körper

Da sich die Erreger in den Speicheldrüsen der Zecken befinden und sofort beim Stich über die Wunde in den menschlichen Körper gelangen, schützt auch die sofortige Zeckenentfernung nicht sicher vor einer Erkrankung. Die FSME-Impfung dagegen tut es. In Österreich ist sie mit einer Impfrate von 90% so erfolgreich, dass trotz der hohen FSME-Verbreitung in diesem Land nur verhältnismäßig wenige Menschen an der vor allem für Erwachsene gefährlichen Virusinfektion erkranken.

Schützt die "Zeckenimpfung" gegen Zecken?

Nein. Die FSME-Impfung, die fälschlicherweise oft als "Zecken-Impfung" bezeichnet wird, schützt gegen die Übertragung der viralen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch Zecken, aber nicht gegen die Zecken selbst und die ebenfalls von ihnen übertragene Borreliose. Gegen diese gefürchtete bakterielle Erkrankung hilft bislang keine Impfung, sondern nur eine rechtzeitige Behandlung mit Antibiotika.

Sie sollten also Ihr Kind und sich selbst in jedem Fall gegen Zecken schützen – ob mit oder ohne FSME-Impfung!

Soll man sein Kind gegen Meningokokken und FSME impfen lassen?

Sowohl FSME-Viren als auch Meningokokken können zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) führen. Gegen beide Infektionserreger ist jeweils eine schützende Impfung verfügbar. Im regulären Impfplan der STIKO (Ständige Impfkommission) ist allerdings nur die Meningokokken-C-Impfung vorgesehen.

Wann ist eine Impfung gegen Meningokokken ratsam?

Die Impfung gegen Meningokokken gehört in Deutschland seit 2006 zum Standardimpfprogramm. Die STIKO empfiehlt dazu die Impfung gegen Meningitis C ab dem vollendeten 12. Lebensmonat.

Darüber hinaus wird eine Impfung gegen Meningokokken-Meningitis allen Reisenden in Hochrisikogebiete (z.B. der sogenannte Meningitisgürtel in Afrika) dringend empfohlen, insbesondere Entwicklungshelfern und medizinischem Personal sowie in allen anderen Fällen, in denen ein engerer Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung vorgesehen ist.

Meningokokken gefährlicher als FSME

Die durch Zecken übertragene FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) ist nur in speziellen Risikogebieten verbreitet und verläuft bei Kindern unter sechs Jahren nie tödlich. Dagegen weist die durch C-Meningokokken verursachte Meningitis eine Sterblichkeit von 10% auf. 2009 gingen 18 Meningitis-Fälle bei Kindern unter fünf Jahren auf das Konto der Meningokokken im Vergleich zu 6 wegen FSME. In puncto Häufigkeit und Gefährlichkeit der Hirnhautentzündung erscheint also die Meningokokken-Impfung bei den Kleinen als die relevantere und eine Kombination nicht unbedingt notwendig.

Profitieren Kinder von einer FSME-Impfung?

Ein erhöhtes Risiko für Ihr Kind, an FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) zu erkranken, besteht, wenn mindestens drei der folgenden Punkte zutreffen:

  • Sie leben in Bayern, Baden-Württemberg oder besonders gefährdeten Landkreisen im Süden von Hessen oder Thüringen.
  • Ihr Kind ist drei Jahre oder älter.
  • Sie sind häufig in der Natur unterwegs oder auf dem Spielplatz bzw. haben einen Garten, in dem Ihr Kind oft spielt.
  • Sie machen Wander- oder Campingurlaub in Bayern, Baden-Württemberg, Estland, Lettland, Litauen, Österreich, in der Schweiz, im Nordosten Polens, Russland, Slowenien, Südschweden, Weißrussland, Ungarn oder in der Tschechischen Republik

Wenn drei dieser Punkte zutreffen, wird auch in der Regel eine Impfung empfohlen.

Auch nach der Impfung auf Zecken achten

Übrigens: Die Impfung wird von den Krankenkassen bezahlt, wenn Sie in einem als FSME-Risikogebiet ausgewiesenen Landkreis wohnen.

Aber selbst nach einer Impfung (bei Ihrem Kind oder bei Ihnen selbst) sollten Sie auf Schutzmaßnahmen gegen die Zecken und das Absuchen am Körper nach dem Aufenthalt im Freien nicht verzichten. Schließlich wirkt die manchmal irreführend als "Zeckenimpfung" bezeichnete Immunisierung wie bereits erwähnt nicht gegen die Zecken selbst. Außerdem ist die FSME nicht die einzige Gefahr, die von den kleinen Blutsaugern ausgeht.

Ist die FSME-Impfung bei Kindern unter 3 Jahren sinnvoll?

Zwar ist die Impfung für Kinder ab dem 1. Lebensjahr möglich, Kinder unter 3 Jahren sollten aber wegen ihrer erhöhten Fieberanfälligkeit nur geimpft werden, wenn in Absprache mit dem Arzt eine dringende Notwendigkeit dafür besteht.

Grundsätzlich erfolgt die Impfempfehlung bei Kindern im Vorschulalter (unter 6 Jahren) aufgrund der bei ihnen milde verlaufenden Krankheit und den deutlich erhöhten Impfnebenwirkungsraten in diesem Alter eher zurückhaltend.

Für wen wird die FSME-Impfung empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) als vorbeugende Maßnahme für alle Personen, die sich in offiziellen Risikogebieten mit einer hohen (endemischen) Verbreitung des FSME-Virus aufhalten.

Dazu zählen weite Teile Bayerns, Baden-Württembergs und vereinzelt Gebiete in Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Auch in vielen anderen Ländern Europas ist eine verstärkte Präsenz des FSME-Virus anzutreffen, beispielsweise in der  Schweiz, im Elsass und in Norditalien.

Prinzipiell gilt: Je weiter im Osten, desto höher das FSME-Risiko.

Wie funktioniert die FSME-Impfung?

Bei der Impfung gegen FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) findet eine aktive Immunisierung mit inaktiven, nicht mehr vermehrungsfähigen FSME-Viren statt. Der Impfstoff wird gespritzt, am besten bereits im Winter, um den Impfschutz schon zu Beginn der Zeckenaktivität im Frühjahr sicherzustellen.

3 Impfungen und regelmäßige Auffrischungen

Für einen langjährigen Schutz ist eine Grundimmunisierung mit drei Impfungen notwendig. Der erste Impfschutz stellt sich mit der zweiten Impfung nach vier Wochen ein. Den Abschluss bildet 9-12 Monate später eine dritte Impfung. Auffrischungsimpfungen werden nach drei bis fünf Jahren empfohlen. Neueren Studien zufolge hält der Impfschutz vermutlich wesentlich länger an. In der Schweiz hält man deshalb Auffrischungsimpfungen alle zehn Jahre für ausreichend.

Wenn es schnell gehen muss, kann die zweite Dosis bereits nach einer und die dritte Dosis nach drei Wochen verabreicht werden. Eine einmalige Wiederholungsimpfung nach einem Jahr sorgt dann für den langfristigen Schutz.

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