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INR-Wert und Quick-Wert: Messung der Blutgerinnung

Auf einen Blick

  • Der Quick-Wert misst die Geschwindigkeit der Blutgerinnung. Ein Wert von 70-100 % ist normal, bei der Behandlung mit Gerinnungshemmern wie Marcumar® sinkt er auf 15-36 %.
  • Der INR-Wert ist mit dem Quick-Wert vergleichbar. Der Normwert liegt bei 0,90 bis 1,15. Bei Behandlung mit Marcumar® & Co. steigen die Werte auf 2,0 bis 3,5.
  • Ein selbstständiges Messen der Gerinnung ist mithilfe von Gerinnungsmonitoren möglich.

Alle Fragen zur Messung der Blutgerinnung beantworten wir im folgenden Beitrag.

Quick-Wert

Was besagt der Quick-Wert?

Der Quick-Wert ist ein Laborwert zur Bestimmung der Blutgerinnung. Etwas genauer: gemessen wird die Geschwindigkeit der Blutgerinnung. Der Quick-Wert wird auch Thromboplastinzeit (TPZ) genannt.

Quick-Wert von 70-100% ist normal

Der Quick-Wert wird bestimmt, in dem Blut mit Gerinnungsfaktoren versetzt und dann die Zeit bestimmt wird, die bis zur Gerinnung vergeht. Als Vergleich gilt normales Blut ohne Gerinnungsfaktoren. Die Angabe des Quick-Wertes erfolgt in Prozent. Ein Quickwert von 20% bedeutet, dass die Gerinnungsaktivität nur 20% oder ein Fünftel der eines Gesunden beträgt.

Die Normalwerte des Quick-Wertes bewegen sich in einem Bereich von 70-120%. Bei einer Behandlung mit den gerinnungshemmenden Cumarin-Derivaten (Marcumar®) sinkt der Quick-Wert auf Werte zwischen 15-36%.

Für Alle, die es es noch genauer wissen möchten:

Die Thromboplastinzeit, also der Quick-Wert, gibt Auskunft über die Funktion verschiedener Gerinnungsfaktoren:

  • Prothrombinkomplex (Faktoren II, VII, X)
  • Faktor V
  • Fibrinogen

Die überprüften Gerinnungsfaktoren werden unter Mithilfe von Vitamin K in der Leber produziert. Mit dem Quick-Wert lassen sich also Gerinnungsstörungen erkennen, deren Wirkmechanismus auf einer Vitamin-K-Hemmung beruhen. Somit kann damit eine gerinnungshemmende Behandlung mit Medikamenten wie Marcumar® oder Warfarin (Coumadin®) überprüft werden, denn deren Wirkung beruht auf einer Vitamin-K-Blockade.

INR-Wert

Was ist der INR-Wert?

Auch der INR-Wert ist ein Maß der Blutgerinnung. Da je nach Untersuchungsmethode und Labor der Quick-Wert zur Messung der Blutgerinnung verschieden hoch ausfallen kann, wird heutzutage häufig zusätzlich der INR bestimmt.

Der INR-Wert dient zur Kontrolle und Grundlage der Dosierung von Blutgerinnungshemmern. INR steht dabei für "International Normalized Ratio" oder auch "Prothrombin-Ratio".

Die Normwerte des INR-Wertes liegen im Bereich von 0,90 bis 1,15. Bei abnehmender Gerinnbarkeit des Blutes steigt der INR-Wert und verhält sich umgekehrt proportional zum Quick-Wert. Erhöhte Werte von 2,0 bis 3,5 finden sich z.B. bei einer gerinnungshemmenden Behandlung mit Marcumar® & Co.

Wie bestimmt man den INR-Wert?

Der INR-Wert ist im Prinzip ein standardisierter Quick-Wert. Im Vergleich zum Quick-Wert ermöglicht der INR eine bessere Vergleichbarkeit der in verschiedenen Untersuchungslaboren gemessenen Blutgerinnung. Denn er ist unabhängig von den jeweils verwendeten Testmaterialien.

Und für die, die es ganz genau wissen wollen: Gemessen wird wie beim Quick-Wert die Thrompoplastinzeit. Die INR ist der Quotient aus der Thromboplastinzeit des Patientenplasmas und der Thromboplastinzeit eines Kontrollplasmas.

Bei welchen Blutverdünnern kann auf die Quick-/INR-Kontrolle verzichtet werden?

Seit etwa dem Jahr 2000 sind Medikamente erhältlich, die auch die Blutgerinnung hemmen, bei denen aber die regelmäßige Quick- bzw. INR-Kontrolle wegfällt. Hierzu gehören unter anderem:

Mehr zur Wirkung der neuen Generation von Blutverdünnern lesen Sie hier.

Einflussfaktoren

Beeinflussen Stress und seelische oder körperliche Belastung die Gerinnungswerte?

Ja, das ist möglich und mehrfach wissenschaftlich beschrieben. Stress kann zu erhöhten INR-Werten (= geringere Blutgerinnung) führen, die mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden sind.

Deshalb lohnt es sich, bei unerklärlich "falschen" INR-Werten auch an die "Ursache Stress" zu denken und diesen wenn möglich auszuschalten. Wichtig ist dann zudem eine engmaschige Kontrolle der Werte und gegebenenfalls eine Dosisanpassung der Blutverdünner.

Selbstmessung

Wie funktioniert die Selbstmessung der Gerinnungswerte (INR-Wert)?

Will man seine Blutgerinnung selbst messen oder hat sich ein Angehöriger dazu bereit erklärt, gibt es dafür kleine transportable elektronische Geräte (Gerinnungsmonitor). Diese sind batteriebetrieben und können den aktuellen Gerinnungswert bestimmen.

Voraussetzung für die Anwendung von INR-Selbsttests mit dem Ziel der eigenverantwortlichen Anpassung der Dosis des Gerinnungshemmers ist eine mehrstündige Schulung. In dieser wird die korrekte Messung wie auch die Interpretation der Ergebnisse erlernt.

Kurzanleitung der INR-Messung

Und so funktioniert es: Auf einen vorgefertigten Teststreifen gibt man einen Tropfen kapillares Blut. Das bekommt man am besten durch einen Mini-Piekser in die Fingerkuppe (die dafür geeigneten kleinen Pieks-Nadeln liegen den Geräten in der Regel bei, lediglich ein vorheriges Aufwärmen ist nötig). Der mit Blut versetzte Teststreifen wird dann in das Gerät eingelegt, das den Wert misst und auf einer digitalen Anzeige ausspielt.

Das Testergebnis liegt bereits nach kurzer Zeit (eine Minute) vor. Das Gerät verfügt über einen Speicher, die Werte können mittels einer PC-Übertragung auch an den Arzt weitergeleitet werden. Daneben müssen die Werte und Dosisanpassungen protokolliert und vierteljährlich überprüft werden.

Kann ich mich einfach so für eine Selbstmessung der Gerinnungswerte entscheiden oder muss diese genehmigt werden?

Nein, das allgemeine Vorgehen vor einer geplanten Selbstüberwachung des INR-Wertes ist:

  • eine Verordnung durch den behandelnden Arzt,
  • die Bewilligung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse,
  • die Anmeldung in einer Schulungseinrichtung und
  • die Schulung selbst.

Nach erfolgreicher Schulung erhält man ein entsprechendes Zertifikat.

Noch ein Extra-Tipp:
Mit den richtigen Mikronährstoffen können Sie viel für Ihre Gesundheit tun.
Unsere Empfehlungen dazu finden Sie hier.

Quellen:

  • Hua, T D et al. Orale Antikoagulation in der Hausarztpraxis. DOI 10.3238/zfa.2010.0382. www.allgemeinmedizin.med.uni-goettingen.de.
  • Nationale Versorgungsleitlinie: Chronische KHK - Kapitel 7: Medikamentöse Therapie. Herausgeber: Bundesärztekammer, Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Ärztekammern, Kassenärztliche Bundesvereinigung und Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. www.leitlinien.de.
  • DEGAM-Leitlinie „Kardiovaskuläre Prävention“ Gerinnungshemmung. Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin. www.degam.de.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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Kommentare: Archiv

Teststreifen zur INR Bestimmung
19. Januar 2020 um 09:52 Uhr, Rolf v. Polheim
Die INR Selbstbestimmung funktioniert gut. Vorraussetzung ist, dass die Teststreifen nicht über dem Verfallsdatum liegen, dann erfolgt eine Fehlermeldung. Abhilfe: das Datum im Messgerät um ein Jahr zurück stellen. MfG Rolf
 
Messung Gerinnungswerte
11. Januar 2019 um 10:05 Uhr, Fritz Meier
Als erstes ist es nach meiner Erfahrung notwendig eine Schulung mitzumachen, um die Zusammenhänge der Gerinnung, die Anwendung des Gerätes und - besonders wichtig - die anschließende Dosierung des Medikamentes zu verstehen. Die Teststreifen werden zuerst in das Gerät geschoben, dann muss man die Erkennung des Streifens bestätigen und nach einer kurzen Zeit muss man Blut auf den Streifen geben. Nach kurzer Zeit kommt das Ergbnis der Messung.
 
Schulung?
15. November 2018 um 15:51 Uhr, Pali
Schade, dass man dazu eine Schulung benötigt. Nicht jeder hat das nötig. Auch, dass es verordnet werden muss, find ich Unsinn. Sowas sollte sich jeder privat kaufen können.
 
Blut auf Teststreifen tröpfeln
14. Juni 2015 um 06:59 Uhr, Redaktion Navigator-Medizin
Hallo Herr Steppuhn, ja, genau wie oben beschrieben. Sollte aber auch in der Gebrauchanweisung ausführlicher beschrieben sein. Beste Grüße Ihr Navigator-Team
 
INR Messung
13. Juni 2015 um 14:22 Uhr, wolfgang steppuhn
Kann ich das Blut auf den Teststreifen geben und dann in das Gerät legen?
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