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Einige Medikamente gegen erhöhte Blutfette wirken, indem sie die körpereigene Produktion von Cholesterin in der Leber hemmen. Sie werden als Cholesterin-Synthese-Hemmer (= CSE) oder Statine bezeichnet. Diese Arzneimittel gehören zu den meist verschriebenen Cholesterinsenkern in der Praxis.

Lesen Sie auch: Kommentar: das zweifelhafte Geschäft mit Cholesterinsenkern

Mehr zum Thema: Statine – Schaden sie mehr als sie nutzen?

Wirkung

Statine hemmen die Aktivität eines bestimmten Enzyms (HMG-CoA-Reduktase). Damit wird ein entscheidender synthetischer Schritt der Cholesterinproduktion in der Leber unterbunden. Es wird also weniger Cholesterin hergestellt.

Zugleich kommt es durch eine recht komplexe Signalkette zu einer stärkeren Aufnahme des LDL-Cholesterins (des "schlechten" Cholesterins) in die Leberzellen. Eine Erhöhung von LDL gilt als Risikofaktor für die Arteriosklerose. Außerdem werden mit Statinen höhere Werte des guten Cholesterins, des "High Density Lipoprotein" (HDL), erreicht, dem eine Gefäßschutzfunktion zugesprochen wird. Auch die Triglyceride nehmen unter der Behandlung mit Statinen ab.

Soweit zu Theorie. Natürlich gibt es in der Praxis auch immer wieder die Fälle, in denen Statine so gut wie gar nicht wirken. Man muss sich dabei immer klar machen, dass der Cholesterinspiegel im Blut das Resultat vieler Einflussfaktoren ist: dazu gehört auch die genetische Veranlagung und noch viel mehr die Ernährung und das sonstige Gesundheitsverhalten.

Effekt bei erhöhten Cholesterin- und Triglyceridwerten

Wie weit bekommt man den Cholesterinwert mit Statinen runter?

In normaler Dosierung können Statine je nach Wirkstoff den LDL-Cholesterin-Wert um bis zu 40 % senken. Höhere Dosierungen steigern die Wirksamkeit noch um einige Prozent. Allerdings nimmt mit höheren Dosierungen auch das Risiko von Nebenwirkungen zu.

Wichtig ist bei jeder medikamentösen Therapie erhöhter Cholesterinwerte, dass man auch sein Leben umstellt. Wichtig sind hier vor allem mehr Bewegung und Gewichtsreduktion, eine fettarme Ernährung und der Verzicht aufs Rauchen. Tut man das nicht, kann man zwar auch mit den Medikamenten allein den Cholesterinspiegel senken, wirklich gesünder wird man aber nur, wenn man auch die unbequemeren Dinge angeht und sein Leben etwas umstellt.

Eignen sich Statine auch, um erhöhte Triglyceridwerte im Blut zu senken?

Statine sind zwar Medikamente, die vor allem dadurch bekannt sind, den Cholesterinwert zu senken. Sie senken aber auch die Triglyceride im Blut.

Statine entfalten ihre Wirkung, in dem sie direkt die Cholesterin-Synthese hemmen. Der Effekt auf die Triglyceride entsteht eher indirekt, weil unter der Behandlung die cholesterin-ärmeren Zellen mehr Triglyceride aus dem Blut aufnehmen, das Blut also quasi "entfetten".

Zur Senkung der Triglyceride eignen sich ansonsten auch sogenannte Fibrate. Bei einer gemischten Fettstoffwechselstörung mit erhöhten Cholesterin- und Triglyceridwerten ist die Einnahme beider Medikamente möglich. Auch eine Kombination aus Statinen und Nikotinsäure kann die Triglyceride senken.

Mehr zum Thema: Hilft Coenzym Q10 gegen Muskelschmerzen bei Atorvastatin?

Statine: Alternativen bei Muskelschmerzen und Probleme beim Sport

Unter meinem Statin gegen hohes Cholesterin habe ich Muskelschmerzen. Gibt es Alternativen?

Muskelschmerzen können unter verschiedenen Statinen vorkommen, auch wenn diese Medikamente allgemein gut verträglich sind. Häufiger passiert dies unter Simvastatin, Atorvastatin (Sortis®) und Rosuvastatin (Crestor®).

Statine sind eine spezielle Gruppe der Cholesterinsenker. Sie basieren alle auf demselben Wirkprinzip: Sie hemmen die Produktion von Cholesterin in der Leber und verschieben die Blutfett-Verteilung zugunsten des „gesunden“ HDL-Cholesterins.

Ob und auf welches der Statine man mit Muskelschmerzen reagiert, ist nicht vorhersagbar. Tritt diese Nebenwirkung auf, sollte ein Medikamentenwechsel erwogen werden. Der Wirkstoff Fluvastatin (Cranoc®, Locol®), ebenfalls ein Statin, verursacht seltener Muskelbeschwerden als die zuvor genannten Wirkstoffe. Natürlich ist auch ein Wechsel auf eine ganz andere Substanzklasse denkbar (z. B. Fibrate). Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Inwiefern behindern Statine (Simvastatin, Pravastatin, Atorvastatin etc.) das Fitnesstraining?

Die Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine (z. B. Simvastatin, Pravastatin, Atorvastatin, Fluvastatin, Rosuvastatin) behindern weniger das körperliche Training als vielmehr den Fitness-Erfolg. Der Grund dafür besteht nach aktuellem Kenntnisstand in strukturellen und funktionellen Veränderungen der Skelettmuskulatur, die durch die Statine bewirkt werden.

Außerdem beeinträchtigen diese häufig verschriebenen Medikamente die Funktion der Mitochondrien. Diese kleinen Zellkraftwerke stehen vor allem im Muskelgewebe unter großer Beanspruchung.

Cholesterinsenker behindern offenbar die Mitochondrien

Eine amerikanische Studie mit Übergewichtigen (2015), die ein hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes aufwiesen, hat den negativen Statin-Einfluss bestätigt. Durch ein zwölfwöchiges  Trainingsprogramm konnten die Probanden der Kontrollgruppe ihre Herz-Kreislauf-Fitness durchschnittlich um 10 % steigern. Bei den Teilnehmern, die gleichzeitig Statine einnahmen, waren es nur 1,5 %. Bei ihnen nahm der Mitochondrien-Gehalt im Skelettmuskel sogar ab, während er in der Kontrollgruppe deutlich stieg.

Was tun?

Damit befinden sich der verschreibende Arzt und sein übergewichtiger Patient mit drohendem Herzproblem oder Diabetes in einem Dilemma: Das körperliche Training ist zwar anstrengender als das Pillenschlucken. Dafür ist es auch umfassender wirksam gegen verschiedene Risikofaktoren und Negativereignisse – nicht nur im Herz-Kreislauf-System. Training und Simvastatin & Co zusammen macht, obwohl gerne verordnet, offenbar wenig Sinn.

Angesichts der potenziellen Nebenwirkungen der Statine und der oben beschriebenen Schadeffekte empfiehlt sich auf jeden Fall die Prüfung einer ganzheitlichen nicht-medikamentösen Strategie, die zudem die Gesundheit insgesamt verbessert. Wägen Sie das Für und Wider einer Statin-Behandlung jedenfalls gemeinsam mit Ihrem Arzt ganz genau ab.

Präparate

Medikamente dieser Wirkstoffgruppe sind:

(die unzähligen Handelsnamen sind hier nicht aufgeführt).

Wissenswertes

Helfen Statine wirklich gegen Grippe?

Scheinbar ja. Von 3.043 Patienten, die mit einer schweren Virusgrippe in ein Krankenhaus eingeliefert worden waren, wurden im Rahmen einer Studie ein Drittel mit Statinen zusätzlich zu der antiviralen Therapie behandelt. Diejenigen Grippepatienten, die keine Statine erhalten hatten, erkrankten stärker und bei ihnen war das Risiko doppelt so hoch, an der Influenza zu sterben. Oder anders ausgedrückt: Innerhalb von bis zu 30  agen nach der Entlassung verringerte die Behandlung mit den Cholesterinsenkern das Sterberisiko um 54 %.

Was diese Wirkung hervorruft, ist noch nicht ganz sicher. Die Ärzte glauben aber, dass Statine das Immunsystem beeinflussen. Das könnte dazu führen, dass Statine dabei helfen, Entzündungen weniger schlimm werden zu lassen und deshalb schwere Folgen einer Grippe mildern.

Was sind CSE-Hemmer? 

Bestimmte Medikamente zur Senkung des Cholesterinwerts werden auch CSE-Hemmer genannt. CSE-Hemmer steht für Cholesterin-Synthese-Enzym-Hemmer. Bekannter sind sie unter der Bezeichnung Statine.

Zu den Statinen oder CSE-Hemmern gehören die Wirkstoffe:

  • Atorvastatin
  • Fluvostatin
  • Lovastatin
  • Pravastatin
  • Rosuvastatin
  • Simvastatin

Alle Statine hemmen das Enzym HMG-CoA-Reduktase. Das klingt sehr fachchinesisch, aber es genügt auch, wenn man weiß, dass damit die Cholesterinproduktion in der Leber behindert wird. Die Wirkstoffe dieser Gruppe senken also den Cholesterinwert im Blut, in dem sie die Synthese blockieren. Das Cholesterin aus der Nahrung können sie nicht aufhalten.

Quellen:

  • Gohlke H. Statine senken Cholesterinwerte. Herausgeber: Deutsche Herzstiftung. www.herzstiftung.de.
  • The Journal of Infectious Diseases, EurekAlert, 14.12.2011.

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Dr. med. Jörg Zorn, Arzt

Dr. med. Jörg Zorn
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  • Universitätsklinik Marburg
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Dr. Hubertus Glaser, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V. (DEUGE) und medizinischer Fachautor

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Dr. med. Julia Hofmann
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