Die häufigsten Nebenwirkungen von Fosamax® (Wirkstoff: Alendronsäure) sind Schmerzen im Bewegungsapparat. Also in Knochen, Gelenken oder Muskeln. Mehr als 10% der Anwender haben solche unerwünschten Begleiterscheinungen.
Außerdem kommt es bei 1-10% der Behandelten zu:
- Kopfschmerzen
- Magen-Darm-Beschwerden (Bauchschmerzen, Blähbauch, Verstopfung, Durchfall, Aufstoßen)
- Schluckstörungen
- Juckreiz
- Haarausfall
- Entzündung der Speiseröhre (Geschwürsbildung)
- Schwindel
- Schwächegefühl
- Ödem-Bildung (Wasseransammlungen in Armen oder Beinen)
Welche Nebenwirkungen treten nur selten (bei weniger als 1% der Behandelten) auf?
- Übelkeit und Erbrechen
- Magen-Darm-Geschwüre
- Hautausschläge
- Entzündungen der Augen
- Geschmacksstörungen
Was kann ich beachten, um Nebenwirkungen vorzubeugen?
Um vor allem die Gefahr von Nebenwirkungen im Bereich der Speiseröhre und des Magens zu minimieren, wird empfohlen, sich nach der morgendlichen Einnahme von Fosamax® mindestens eine halbe Stunde lang nicht hinzulegen.
Für alle genannten Nebenwirkungen gilt: Sie können, müssen aber nicht vorkommen. Aber im Zweifel gehen Sie lieber auf Nummer sicher: Wenn Sie derartige Beschwerden entwickeln, suchen Sie am besten kurzfristig Ihren Arzt auf.
Quellen:
- Walliczek-Dworschak, U. Alendronsäure (2019). www.gelbe-liste.de.




vor ca. 25 Jahren hatte ich eine Fosamax Behandlung, die erfolgreich war. Vor ca. 10 Jahren habe ich Alendronsäure bekommen. Nach einem halben Jahr bekam ich derart starke Muskelschmerzen sowie hohe Entzündungswerte, dass mir mein Orthopäde Kortison verschrieben hatte. Nach einem weiteren schmerzvollen Jahr, bekam ich Rheuma hinzu. Nach eigenen Nachforschungen im Internet stieß ich auf einen Hinweis, dass diese Symptome – sozusagen als Fosamax-Besonderheit – auch noch Jahre später auftreten können.
Was kann in diesem Fall für mich bei einer erneuten Osteoporose unternommen werden? Ich habe im April 26 eine Kontrolle. Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.
MfG Carmen Bülig
wir dürfen aus rechtlichen Gründen keine konkreten Therapieempfehlungen geben, ohne Sie zu kennen. Aber um Sie nicht im Regen stehen zu lassen, hier ein paar generelle Infos dazu:
Zunächst einmal: Alendronsäure und Fosamax enthalten denselben Wirkstoff.
Ihre Schilderung passt zu einer seltenen, aber bekannten Problematik: Unter Fosamax/Alendronsäure können ausgeprägte Muskel- und Gelenkschmerzen sowie entzündliche Reaktionen auftreten, in Einzelfällen auch verzögert und anhaltend. Bei einer solchen Vorgeschichte muss Alendronsäure wahrscheinlich komplett gemieden werden.
Falls sich bei der Kontrolle im April 2026 erneut eine behandlungsbedürftige Osteoporose zeigt, kommen gut wirksame Alternativen infrage. Dazu zählen Denosumab (Prolia), das nicht zu den Bisphosphonaten gehört, sowie – je nach Befund, Frakturrisiko und rheumatologischer Situation – knochenaufbauende Therapien wie Teriparatid oder Romosozumab. Welche Option geeignet ist, hängt stark von Knochendichte, Frakturen, Entzündungsaktivität und Begleiterkrankungen ab. Leider sind auch diese Medikamente nicht frei von möglichen Nebenwirkungen.
Wichtig ist, dass Ihre frühere schwere Reaktion klar dokumentiert wird und idealerweise ein Osteologe bzw. internistischer Rheumatologe in die Entscheidung eingebunden ist. So kann eine wirksame, aber für Sie verträgliche Therapie gewählt werden.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn