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Der Herpes zoster, besser bekannt als Gürtelrose, geht auf eine Reaktivierung des Varizella-zoster-Virus zurück – einem Herpesvirus, das auch für die Windpocken verantwortlich ist.

Cremes reichen nicht

Da diese Erkrankung nicht selten mit einem reduzierten Allgemeinzustand, akuten bis chronischen Nervenschmerzen und ggf. weiteren Komplikationen (je nach Lokalisation) einhergehen kann, ist eine schnellstmögliche innerliche Therapie mit einem Virostatikum wie z. B. Aciclovir meist unvermeidbar.

In der Regel wird diese systemische (innerliche) Behandlung zusätzlich noch mit lokalen antientzündlichen und austrocknenden Maßnahmen (z. B. Anwendung von Zinklotion im Bereich der Bläschen) sowie mit einer individuellen Schmerztherapie kombiniert.

Konsequente Einnahme erforderlich

Je nach Schwere der Gürtelrose, ihrer Lokalisation und abhängig vom Allgemeinzustand des Betroffenen kann Aciclovir entweder in Tablettenform oder stationär im Krankenhaus über die Vene gegeben werden.

Aciclovir-Tabletten: Tipps zur Einnahme

  • Erwachsene nehmen fünfmal täglich (im Abstand von vier Stunden) jeweils eine Einzeldosis von 800 mg Aciclovir ein.
  • Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut, möglichst nach den Mahlzeiten und mit Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) ein.
  • Achten Sie weiterhin darauf, auf den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
  • Die Behandlungsdauer mit Aciclovir-Tabletten beträgt etwa fünf bis sieben Tage.

Dosierung: Wie viel Aciclovir muss ich bei Gürtelrose einnehmen?

Bei der akuten innerlichen Behandlung des Herpes zoster (Gürtelrose) gelten grundsätzlich folgende Anwendungshinweise:

  • Tabletten sollten bis zu fünfmal täglich (alle 4 Stunden) mit einer Nachtpause von 8 Stunden eingenommen werden (z. B. um 6:00, 10:00, 14:00, 18:00 und 22:00 Uhr).
  • Bei unkomplizierten Herpes-simplex-Infektionen betragen die Einzeldosierungen meist 200 mg (also fünfmal täglich 200 mg Aciclovir).
  • Während der Behandlungszeit sollte immer auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.
  • Die Infusionstherapie erfolgt in der Regel dreimal täglich, alle acht Stunden. Die Dosierung ist abhängig vom Körpergewicht und der Indikation (Heilanzeige).
  • Bei bekannter Nierenfunktionsstörung ist die Dosis anzupassen.

Übrigens, bei einer vorbeugenden Maßnahme (z. B. immungeschwächte Personen nach einer Organtransplantation oder als Rezidivprophylaxe bei häufigen Herpes-Infektionen) können sowohl die Einzeldosen als auch die Einnahmeintervalle von oben genanntem Schema stark abweichen.

Wie lange muss ich Aciclovir-Tabletten einnehmen?

Die Therapiedauer mit dem Wirkstoff Aciclovir (innerliche Anwendung) kann von Person zu Person stark variieren. Sie ist nicht nur abhängig von der zu behandelnden Herpesart, sondern u. a. auch von der Schwere der Erkrankung, der individuellen Ansprechrate und möglichen Begleiterkrankungen.

Einige Tage bis mehrere Monate

Als grobe Orientierung gelten aber folgende Angaben:

  • Bei Herpes-simplex-Infektionen beträgt die Behandlungsdauer etwa fünf Tage.
  • Bei Herpes zoster beträgt die Behandlungsdauer circa fünf bis sieben Tage.
  • Bei einer Rezidiv-Prophylaxe (zur Vorbeugung schwerer Verlaufsformen und bei sehr häufig wiederkehrenden Herpes simplex-Infektionen) liegt der Therapiezeitraum meist zwischen sechs und zwölf Monaten.

Wann darf ich Aciclovir nicht einnehmen?

Hinsichtlich der Einnahme von Aciclovir gibt es praktisch keine Einschränkungen. Lediglich in folgenden Fällen sollten Sie Aciclovir gar nicht oder nur mit besonderer Vorsicht bzw. unter ärztlicher Kontrolle einnehmen:

  • bei einer Überempfindlichkeit gegenüber Aciclovir oder weiteren Bestandteilen der eingesetzten Darreichungsform
  • bei einer Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Valaciclovir
  • bei schweren Nierenfunktionsstörungen (Dosisanpassung erforderlich!)

Aciclovir: Vorsicht bei Nierenproblemen!

Da Aciclovir über die Nieren ausgeschieden wird, sollte vor Behandlungsbeginn genau abgeklärt werden, ob bei Ihnen eine Nierenfunktionsstörung vorliegt, um ggf. die Dosierung des Medikaments anzupassen. Insbesondere ältere Menschen leiden nicht selten unter einer reduzierten Nierenfunktion, die es entsprechend zu berücksichtigen gilt.

Sowohl in diesem Zusammenhang als auch generell sollten Sie deshalb bei der Einnahme hoher Aciclovir-Dosen während der gesamten Behandlungsdauer auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Darf ich Aciclovir während der Schwangerschaft & Stillzeit nehmen?

Ja, bei schwerer mütterlicher Erkrankung durch Herpesviren bzw. zum Schutz vor einer Infektion des Ungeborenen im Mutterleib darf Aciclovir systemisch (innerlich) während der Schwangerschaft gegeben werden. Auch während der Stillzeit gibt es keine Einschränkungen zur systemischen Therapie mit Aciclovir.

Hinweis: Die Empfehlungen zu Aciclovir in Schwangerschaft und Stillzeit stützen sich auf Angaben des Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie Berlin (www.embryotox.de). Die Informationen beruhen auf dem aktuellsten wissenschaftlichen Kenntnisstand.

Quellen:

  • Rote Liste Service GmbH, Fachinformation Aciclovir.
  • www.embryotox.de (Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Berlin), Abruf Juli 2019.

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Autorin unseres Artikels
 
Dr. med. Sonia Trowe, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Sonia Trowe
Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

    Studium:
  • Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
    Berufliche Stationen:
  • BG Klinikum Hamburg, iDerm, Dermatologische Gemeinschaftspraxis in Hamburg

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Medizinische Prüfung
des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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