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Wie lange ist man beim Erysipel krankgeschrieben?

Wie lange man nach einem Erysipel (Wundrose) arbeitsunfähig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die akute bakterielle Infektionserkrankung ist, rechtzeitig diagnostiziert und behandelt, in der Regel komplett heilbar. Komplikationen treten häufig durch verspätetes Handeln oder bei chronischen Verläufen auf.

Schonen Sie sich ausreichend

Die meist durch Streptokokken der Gruppe A ausgelöste Wundrose wird, insbesondere bei einer Erstinfektion, nicht selten auch von Allgemeinsymptomen wie Fieber und Schüttelfrost, aber auch teilweise von heftigen Schmerzen, lokalen Schwellungen und Überwärmung begleitet. Das Erysipel ist also eine Infektion, die Ihren gesamten Organismus belasten kann. Nehmen Sie diese vermeintliche Hauterkrankung also bitte nicht auf die leichte Schulter.

Eine Grundvoraussetzung für eine rasche und komplikationslose Abheilung ist neben einer adäquaten Behandlung mit einem Antibiotikum (meist Penicillin), dass Sie das betroffene Körperteil zunächst ruhigstellen und jegliche körperliche Anstrengung vermeiden. Je nach Ausprägung und Lokalisation der Wundrose bzw. auch abhängig von bestimmten Vorerkrankungen müssen Sie eventuell noch weitere Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigen.

Der unkomplizierte Fall des Erysipels

Nehmen wir an, Sie sind erstmalig an einer Wundrose des Beins erkrankt, haben ansonsten keinerlei Risikofaktoren oder Vorerkrankungen und Ihnen wurde zeitnah das Antibiotikum Penicillin verabreicht. In einem solchen Idealfall wird die Therapiedauer etwa 10 bis 14 Tage betragen, in der Sie sich weder stark körperlich belasten noch Sport treiben sollten.

Es ist davon auszugehen, dass Sie sich bei einem so unkomplizierten Verlauf bereits nach fünf bis sieben Tagen wieder ausreichend fit fühlen, um arbeiten gehen zu können. Wenn aus ärztlicher Sicht nichts dagegenspricht, ist es durchaus denkbar, auch unter der noch laufenden Antibiose wieder beruflich tätig zu sein.

Den Beruf berücksichtigen

Nicht unwichtig im Hinblick auf die Zumutbarkeit körperlicher Aktivitäten ist hierbei jedoch der genaue berufliche Hintergrund. Jemand, der im Büro arbeitet und zwischenzeitlich immer wieder sein Bein hochlegen kann, ist sicherlich schneller wieder arbeitsfähig als mancher Handwerker.

Scheuen Sie sich also nicht, Ihren behandelnden Arzt darauf anzusprechen, inwieweit Sie nach der durchgemachten Infektion wieder Ihrem Beruf nachgehen können. Denn: Den halben Tag in dicken Arbeitsstiefeln herumzulaufen fördert hierbei sicherlich nicht den Heilungsprozess.

Wenn die AU länger dauert

Natürlich gibt es auch Personen, die aufgrund eines Erysipels manchmal mehrere Wochen krankgeschrieben werden müssen. Für diese Menschen kann eine längere Arbeitsunfähigkeit auch schon mal mit Zukunftsängsten einhergehen. Dies trifft vor allem dann zu, wenn verständnislose Vorgesetzte nicht akzeptieren möchten, dass man wegen einer Hauterkrankung so lange ausfallen kann.

Lassen Sie sich davon nicht beirren. Wenn Ihr behandelnder Arzt der Ansicht ist, dass Sie sich weiterhin schonen müssen, dann sollten Sie seinen Rat befolgen. Unzureichend behandelte Wundrosen können durchaus schwerwiegende Komplikationen mit sich bringen. Es handelt sich schließlich immer noch um eine bakterielle Infektion, die sich über Blut- und Lymphgefäße im ganzen Körper ausbreiten kann.

Komplizierte Fälle des Erysipels

Wenn Sie sich jetzt fragen, was denn die Gründe für längere Krankschreibungen bei einem Erysipel sein könnten, so möchte ich Ihnen nachfolgend einige aufzählen:

  • Wundrosen an besonderen Lokalisationen (z. B. ein Gerichtserysipel) werden oft stationär im Krankenhaus behandelt und sind ggf. mit einer längeren Ausfallzeit verbunden.
  • Insbesondere bei den chronisch-wiederkehrenden Wundrosen können Lymphödeme (sicht- und tastbare Flüssigkeitsansammlung im Gewebe) und Venenentzündungen dazu führen, dass eine längere Therapiedauer erforderlich ist.
  • Wenn Sie unter bestimmten Vorerkrankungen (Herz-, Nieren-, Lungenschwäche) leiden, besteht bei unzureichender Therapie die Gefahr, dass sich die Bakterien leichter in Ihrem Organismus ausbreiten und zu Entzündungen oder sogar zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führen können.
  • Bei einer geschwächten Abwehrlage oder einer Durchblutungsstörung treten die seltenen Verlaufsformen des Erysipels deutlich häufiger auf als bei Menschen ohne Risikofaktoren. Bei diesen Varianten wird umliegendes Gewebe zerstört, oder es entstehen Eiterhöhlen in tieferen Hautschichten. Ein Zustand, der nachvollziehbar ebenfalls für eine längere Arbeitsunfähigkeit sorgen kann.

Eine gute Prophylaxe ist wichtig

Damit Sie erst gar nicht wieder an einem Erysipel erkranken (geschweige denn zu einem der chronischen "Wiederkehrer" werden), ist es wichtig, dass Sie entsprechend Vorsorge betreiben. Achten Sie auf eine gute Haut- und Nagelpflege und verhindern Sie dadurch potentielle Eintrittspforten für die Bakterien.

Lassen Sie sich ordentlich durchchecken und auf mögliche Risikofaktoren untersuchen. Sowohl der Diabetes mellitus als auch arterielle und venöse Durchblutungsstörungen begünstigen diese Streptokokken-Infektion der Haut.

Sorgen Sie für eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise: Übermäßiger Nikotin- und Alkoholkonsum wie auch Übergewicht fördern das Wiederauftreten von Wundrosen und Langzeitschäden.

In diesem Sinne: Auf eine baldige Genesung!

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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Autorin unseres Artikels
 
Dr. med. Sonia Trowe, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Sonia Trowe
Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

    Studium:
  • Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
    Berufliche Stationen:
  • BG Klinikum Hamburg, iDerm, Dermatologische Gemeinschaftspraxis in Hamburg

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Medizinische Prüfung
des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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Fachärztin für Dermatologie und Venerologie / medizinische Fachautorin

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