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Die starke Entzündung der Blase durch die BCG-Bakterien geht leider recht häufig mit negativen Begleiteffekten einher. Mehr als jeder zehnte Behandelte leidet unter den Folgen der Entzündungsreaktion; hierzu gehören unter anderem häufiger Harndrang, blutiger Urin und Brennen bzw. Schmerzen beim Wasserlassen. Auch eine Entzündung der Prostata, Fieber und grippeartige Symptome wie Schwäche und Krankheitsgefühl sind keine Seltenheit. Weniger oft kommt es zu schweren Nebenwirkungen, die u. a. auf der Ausbreitung der Bakterien im Körper beruhen oder auf der Narbenbildung durch die chronische Entzündungsreaktion (weniger als 1 von 100 Personen ist betroffen). Hierzu zählen:

  • Hodenentzündung
  • Abszesse
  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Blutvergiftung
  • Blasenschrumpfung (es kann nicht mehr die ursprüngliche Urinmenge von der Harnblase aufgenommen werden)
  • Nierenstauung durch Verengung der Harnleiter
  • Allergie

Quellen:

  • Manski, D. (2019): Urologielehrbuch.de, 14. Aufl., Stadtbergen, Deutschland: Manski, Dr. Dirk.
  • Schmelz, H.U. Sparwasser, C & Weidner, W. (2014): Facharztwissen Urologie, 3. Aufl., Heidelberg, Deutschland: Springer.
  • Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms (S3-Leitlinie) (2020). Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU). AWMF-Registernr.: 032/038OL [online] www.register.awmf.org.
  • Apogepha. Patientenpass Mitomycin. [online] www.apogepha.de.
  • Medac. Gebrauchsinformation: Information für Anwender-BCG-medac® (2010). [online] www.portal.dimdi.de.
  • Trojan, L. Zystektomie mit Ileum-Conduit (Totale Blasenentfernung mit künstlichem Urinausgang) (2019). [online] www.urologie.umg.eu.
  • Padcev® (Enfortumab-Vedotin):Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels. [online] www.ema.europa.eu.

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Kommentare  
Nebenwirkungen BCG: Wie lange?
Können Nebenwirkungen von BCG – Schwanken, Zittern, Niedergeschlagenheit, Schlafmangel etc. – auch mehrere Tage dauern? Alles bei mir der Fall!
Antwort
Hallo Herrmann,
ja, das ist möglich. Typisch sind zwar eher lokale Beschwerden und grippeähnliche Symptome, aber auch allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder leichtes Fieber können ein paar Tage bestehen.
Die von Ihnen beschriebenen Symptome wie Schwanken, Zittern, Niedergeschlagenheit und Schlafprobleme passen aber nicht zu den klassischen Nebenwirkungen, können aber im Rahmen einer stärkeren Allgemeinreaktion oder auch durch Erschöpfung, Stress oder begleitendes Fieber auftreten.
Wichtig ist: Wenn die Beschwerden mehrere Tage anhalten, stärker werden oder Symptome wie höheres Fieber (>38,5 °C), Schüttelfrost, deutliche Schwäche oder Kreislaufprobleme dazukommen, sollten Sie unbedingt zeitnah Ihren behandelnden Arzt kontaktieren.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn
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