Enfortumab-Vedotin (Padcev®) ist ein Medikament, das beim fortgeschrittenen Blasenkarzinom eingesetzt wird. Bevor die Therapie mit Padcev erfolgen kann, müssen Sie bereits eine Chemo- und Immuntherapie erhalten haben.
Das Medikament wird als Infusion über ein Blutgefäß verabreicht. Dies erfolgt dreimal in einem Zeitraum von 28 Tagen (= ein Zyklus). Die Behandlung wird erst beendet, wenn starke Nebenwirkungen auftreten oder die Tumormasse zunimmt.
Zu den häufigsten unerwünschten Begleiterscheinungen zählen:
- Haarausfall
- Müdigkeit und Schwäche (Fatigue)
- Appetitlosigkeit
- Nervenschäden (Neuropathie)
- Durchfälle und Übelkeit
- Juckreiz
Quellen:
- Manski, D. (2019): Urologielehrbuch.de, 14. Aufl., Stadtbergen, Deutschland: Manski, Dr. Dirk.
- Schmelz, H.U. Sparwasser, C & Weidner, W. (2014): Facharztwissen Urologie, 3. Aufl., Heidelberg, Deutschland: Springer.
- Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms (S3-Leitlinie) (2020). Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU). AWMF-Registernr.: 032/038OL [online] www.register.awmf.org.
- Apogepha. Patientenpass Mitomycin. [online] www.apogepha.de.
- Medac. Gebrauchsinformation: Information für Anwender-BCG-medac® (2010). [online] www.portal.dimdi.de.
- Trojan, L. Zystektomie mit Ileum-Conduit (Totale Blasenentfernung mit künstlichem Urinausgang) (2019). [online] www.urologie.umg.eu.
- Padcev® (Enfortumab-Vedotin):Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels. [online] www.ema.europa.eu.





Enfortumab Vedotin ist ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat. Es besteht aus einem Antikörper, der gezielt an ein bestimmtes Eiweiß auf der Oberfläche vieler Blasenkrebszellen bindet. Nach dem Andocken wird der Wirkstoff in die Krebszelle aufgenommen und setzt dort ein Zellgift frei, das die Zellteilung blockiert und die Tumorzelle zerstört.
Das Medikament wird meist eingesetzt, wenn andere Therapien wie Chemotherapie oder Immuntherapie nicht ausreichend gewirkt haben oder nicht geeignet sind. Inzwischen wird es teilweise auch früher in Kombination mit Pembrolizumab verwendet.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn