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Bauchspeicheldrüsenentzündung: Symptome und Behandlung

Wie kommt es zur Bauchspeicheldrüsenentzündung? Was sind typische Anzeichen der Erkrankung? Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Und was sind mögliche Komplikationen? Antworten auf diese und zahlreiche andere Fragen zum Thema akute und chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung finden Sie im folgenden Beitrag.

Basiswissen

Was ist eine Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ist eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, bei der es zur Selbstverdauung des Organs durch die in der Drüse ansässigen Enzyme kommt. Es liegt hier also keine Entzündung im klassischen Sinne, das heißt durch Bakterien oder Viren hervorgerufen, vor. Obwohl das verwirrend ist, spricht man dennoch von einer Entzündung, da die Selbstverdauung dieselben Reaktionen im Gewebe hervorruft.

Bauchspeicheldrüsenentzündung: Einteilung und Schweregrad

Welche Arten der Bauchspeicheldrüsenentzündung gibt es?

Man unterscheidet drei unterschiedliche Formen der Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis):

  • Die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung ist, wie der Name schon sagt, eine akute Entzündung. In der Regel wird diese nicht durch Bakterien ausgelöst, sondern durch eine gesteigerte Aktivität der in der Bauchspeicheldrüse ansässigen Enzyme. Die akute Entzündung führt in aller Regel nicht zu einer dauerhaft eingeschränkten Funktion der Drüse.
  • Eine rezidivierende akute Bauchspeicheldrüsenentzündung liegt dann vor, wenn es zu zwei oder mehreren Schüben einer akuten Entzündung kommt und Sie zwischen den Entzündungen keinerlei Symptome haben.
  • Von einer chronischen Pankreatitis geht man dann aus, wenn es zu einer dauerhaften Entzündung kommt. Hierdurch funktioniert die Bauchspeicheldrüse dann nicht mehr richtig und kann nicht mehr vollständig heilen.
Ist eine Bauchspeicheldrüsenentzündung gefährlich?

In den allermeisten Fällen verläuft die Krankheit mild, das heißt ohne Komplikationen und mit nur moderaten Symptomen. Es gibt jedoch auch schwere Krankheitsverläufe, in denen es zu einem Organversagen der Bauchspeicheldrüse kommen kann. Das ist dann nicht ungefährlich und kann mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden sein. Man muss hier allerdings deutlich machen, dass dies selten der Fall ist und etwa 80 % der Betroffenen keine Probleme davontragen. Im Zweifel aber lieber einmal zu viel zum Arzt, wenn Ihnen etwas komisch vorkommt.

Ursachen

Wer bekommt eine Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Prinzipiell kann die Bauchspeicheldrüsenentzündung jeden treffen. Es gibt jedoch bestimmte Situationen, in denen das Risiko, die Erkrankung zu bekommen, erhöht ist. Hierzu gehören Alkohol- und Nikotinmissbrauch und das Vorhandensein von Gallensteinen. Auch Diabetiker erkranken häufiger an Pankreatitis.

Auch eine massive Erhöhung der Triglyceride kann zu einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung führen. Aber keine Sorge, mit einer einzigen fetten Mahlzeit lösen Sie hier noch keine Probleme aus, es muss wirklich zu sehr hohen Triglyceridwerten kommen.

Medikamente, Alkohol und Gallensteine: Was verursacht eine Pankreatitis?

Ist es möglich, dass meine Medikamente eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen können?

Es gibt einige Medikamente, die im starken Verdacht stehen, eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung auszulösen. Hierzu gehören unter anderem manche Blutdrucksenker wie Enalapril, Fettsenker wie Simvastatin und Östrogene. Auch Steroide können das Auftreten der Erkrankung begünstigen.

Bekommen nur Alkoholiker eine Pankreatitis?

Nein, generell kann eine Bauchspeicheldrüsenentzündung jeden treffen. Es ist allerdings schon so, dass Alkoholmissbrauch das Risiko, die Erkrankung zu bekommen, deutlich erhöht. Daher sollten Sie darauf achten, wie viel und wie oft Sie Alkohol konsumieren, um gar nicht erst Gefahr zu laufen, einer Bauchspeicheldrüsenentzündung den Weg zu ebnen.

Meine Bauchspeicheldrüse ist entzündet, weil ich Gallensteine habe. Was heißt das?

Ein Gallensteinleiden kann zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung führen, da die Steine das Gallensystem verstopfen und so das Gleichgewicht der Enzyme durcheinander bringen. Wenn das die Ursache Ihrer Beschwerden ist, kann es sein, dass zusätzlich eine OP durchgeführt wird, um die Gallengänge darzustellen und eine mögliche Blockade zu finden und zu beheben. Dies geschieht in der so genannten Schlüssellochtechnik.

Um nach Abheilen der Bauchspeicheldrüsenentzündung eine erneute Episode zu vermeiden, sollten Sie sich, wenn möglich, die Gallenblase entfernen lassen, sobald Sie sich besser fühlen.

Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung

Symptome

Was sind die Symptome einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Das Hauptsymptom einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung sind Schmerzen im Oberbauch, die auch gürtelförmig und mitunter ziemlich heftig sein können. Es kann sich auch so anfühlen, als ob Sie vom Schmerz durchstochen werden.

Der Bauch tut weh, wenn er angefasst wird und kann auch deutlich überspannt wirken. Darüber hinaus können Sie unter Fieber und Gelbsucht leiden. In manchen Fällen kommt es auch zu bläulichen oder grünlichen Flecken um den Bauchnabel herum. Dies geschieht allerdings erst, wenn die Krankheit einen schwereren Verlauf nimmt.

Diagnostik und Therapie

Wie wird eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung diagnostiziert?

In den meisten Fällen geben die typischen Beschwerden schon den Hinweis in die richtige Richtung. Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung äußert sich in der Regel durch relativ starke Schmerzen im Oberbauch, die sich dann auch anfühlen können wie ein Schmerzgürtel. Um die Diagnose zu sichern und andere Ursachen Ihrer Beschwerden auszuschließen, wird Ihr Arzt noch weitere Untersuchungen durchführen.

Hierzu gehört eine Blutentnahme. Das verschafft erstens einen guten Überblick über Ihre Gesamtgesundheit und gibt Aufschluss darüber, ob andere Erkrankungen für Ihre Beschwerden verantwortlich sein könnten. Zweitens interessiert den Arzt vor allem ein bestimmter Blutwert, wenn der Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenentzündung besteht: die Lipase. Das ist ein Enzym, das bei der Fettverdauung hilft und in der Bauchspeicheldrüse hergestellt wird. Bei einer Entzündung des Organs ist der Wert etwa dreimal höher als der Normalwert.

In der Diagnostik der Bauchspeicheldrüsenentzündung werden auch sogenannte bildgebende Verfahren angewendet, also solche, die einen Blick ins Innere des Körpers erlauben. Dazu gehört zunächst einmal die Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes und dann auch eine Computertomographie (CT). Hierbei werden viele Bilder des Körpers gemacht und so kann der Arzt sehen, wie es um die inneren Organe steht. Beide Untersuchungen sind schmerzfrei und schnell.

Wie wird eine akute Pankreatitis behandelt?

Die Behandlung der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung zielt auf zwei Ergebnisse ab: das Vermeiden von Komplikationen und Ihr Wohlsein im Sinne von Schmerzfreiheit.

Um Folgeschäden zu vermeiden, ist es wichtig, die Bauchspeicheldrüse bestmöglich zu unterstützen. Da die Entzündung durch eine Selbstverdauung ausgelöst wird, sind Antibiotika in der Regel nicht hilfreich, wie dies zum Beispiel bei einer Mandelentzündung der Fall wäre. Die Bauchspeicheldrüse wird unterstützt, indem Ihnen viel Flüssigkeit verabreicht wird. Dies geschieht kontrolliert, das heißt stationär im Krankenhaus und erfolgt über Infusionen. In der Regel bestehen die Infusionen aus einfacher Kochsalzlösung.

Da die Bauchspeicheldrüsenentzündung mitunter starke Schmerzen hervorrufen kann, steht eine ausreichende Therapie dieses Symptoms ganz oben auf der Liste der Behandlungen. Niemand will, dass Sie unnötig Schmerzen haben. Daher kann es sein, dass Ihnen starke Schmerzmittel gegeben werden, um es Ihnen komfortabler zu machen.

Darüber hinaus wird in der Regel versucht, den Druck innerhalb des Bauchraumes so gering wie möglich zu halten. Das heißt, dass Hohlorgane wie die Blase geleert werden sollten. Dies geschieht normalerweise durch einen Blasenkatheter, der kontinuierlich Urin aus der Blase abfließen lässt. Das macht es in der Situation auch etwas bequemer für Sie, da Sie so nicht ständig auf die Toilette gehen müssen.

Komplikationen und Risiken

Wie ist die Prognose der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Die meisten Bauchspeicheldrüsenentzündungen können gut und erfolgreich behandelt werden. Oftmals ist jedoch ein Krankenhausaufenthalt notwendig. Leider gibt es aber auch Fälle, bei denen es zu schwerwiegenden Komplikationen wie Organversagen und schlussendlich auch zum Tod kommen kann. Aber bitte bewahren Sie Ruhe, das sind eher seltene Verläufe. Die Chancen für eine Heilung stehen gut!

Um schwere Komplikationen zu vermeiden, werden Sie täglich untersucht, um schnell reagieren zu können, falls notwendig.

Was sind die Folgen einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Da die Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) durch eine Selbstverdauung des Organs hervorgerufen wird, kann es im Verlauf zu Komplikationen kommen. Dazu gehört ein Versagen der Bauchspeicheldrüse oder anderer Organe. Dies geschieht, da die Funktionen aller Organe letztendlich zusammenhängen.

Auch die Entwicklung einer chronischen Pankreatitis ist möglich. Es kann darüber hinaus vorkommen, dass die Entzündung so dramatisch verläuft, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist. Dies kommt allerdings eher selten vor, positive Verläufe sind deutlich häufiger. Daher heißt es erstmal, keine Panik zu bekommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen geholfen werden kann, ist weitaus höher als dass es anders ausgeht.

Kann meine Bauchspeicheldrüse absterben?

Bei schweren Verläufen kann es sein, dass sich das Organ teilweise selbst verdaut und so Gewebe abstirbt. Der Arzt nennt das dann eine Nekrose. In diesen Fällen kann es sein, dass es notwendig wird, die entstehende Gewebsflüssigkeit abzuleiten (Drainage) oder auch den abgestorbenen Teil der Bauchspeicheldrüse zu entfernen.

Wissenswertes

Darf ich essen, wenn ich eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung habe?

Jein. Normalerweise wird Ihnen innerhalb der ersten 24 Stunden nach Krankenhausaufnahme kein Essen angeboten. Es kann auch sein, dass Sie überhaupt keinen Hunger haben. Sind die ersten 24 Stunden vorbei, dürfen Sie normalerweise essen und sollten dies auch tun, da sich dies positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken kann. Einen knusprigen Schweinsbraten erwarten Sie hier aber vergebens, in der Regel gibt es erstmal Schonkost.

Sollte eine schwere akute Bauchspeicheldrüsenentzündung vorliegen, ist es gut möglich, dass die Ernährung über eine Magensonde erfolgt, bis normales Essen möglich und sinnvoll ist. Das klingt beängstigend, aber keine Angst, dies ist schmerzlos und dient Ihrer schnellen Genesung.

Was muss ich beachten, wenn ich eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hatte?

Wenn es Ihnen besser geht und Sie aus dem Krankenhaus entlassen werden, sollten Sie alle Nachbehandlungstermine wahrnehmen. Dies dient Ihrer Gesundheit und kann ein erneutes Aufflammen der Erkrankung verhindern. In der Regel wird Ihr Arzt Sie einmal pro Jahr untersuchen wollen. Auch auf eine Blutentnahme mindestens einmal pro Jahr sollten Sie sich einstellen.

Wenn Ihre Bauchspeicheldrüsenentzündung durch Alkohol ausgelöst wurde, werden Sie etwa alle sechs Monate untersucht. Darüber hinaus ist es unbedingt notwendig, dass Sie auf Alkohol verzichten. Nur so können Sie vermeiden, nochmals an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung zu erkranken und das Organ langfristig zu schädigen.

Ist eine Bauchspeicheldrüsenentzündung Krebs?

Nein. Wenn Sie eine einmalige akute Bauchspeicheldrüsenentzündung hatten und der Grund hierfür unklar ist, wird jedoch eine Computertomographie empfohlen, um Krebs auszuschließen, da in seltenen Fällen dies der Grund für eine Entzündung sein kann.

Kann ich einer neuen Bauchspeicheldrüsenentzündung vorbeugen?

Es ist bekannt, dass Alkohol und Nikotin die Entstehung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung stark begünstigen. Wenn Sie also schon einmal erkrankt waren, ist es ratsam, mit dem Rauchen aufzuhören und Ihren Alkoholkonsum aufzugeben. So haben Sie die größten Chancen, nicht erneut zu erkranken.

Darüber hinaus tun Sie sich etwas Gutes, wenn Sie einen gesunden Lebensstil führen. Das hilft der Gallenblase und beugt so der Steinentwicklung vor. Zudem senkt es Ihre Fettwerte, was der Bauchspeicheldrüse hilft.

Wenn Sie andere Erkrankungen, wie Diabetes haben, stellen Sie sich unbedingt regelmäßig beim Arzt vor, damit es nicht zu Blutzuckerentgleisungen oder anderen Komplikationen kommt. So können Sie Ihre Bauchspeicheldrüse langfristig unterstützen.

Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung

Was ist eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung hat sich durch mehrfache Entzündungen Bindegewebe gebildet, welches Bauchspeicheldrüsengewebe ersetzt. Dadurch wird die Funktion des Organs eingeschränkt und weniger Verdauungssaft oder Insulin produziert.

Ursachen

Wie kommt es zu einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Übermäßiger Alkoholkonsum ist Risikofaktor Nummer Eins. Daher ist es ungeheuer wichtig, dass Sie Alkohol nur in Maßen trinken. Wenn Sie schon einmal eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hatten, ist es wichtig, nach Möglichkeit gar keinen Alkohol mehr zu trinken. Gleiches gilt für das Rauchen. Je weniger, desto besser.

In sehr seltenen Fällen kann eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung auch genetisch bedingt sein. Darüber hinaus können dauerhaft sehr stark erhöhte Triglyceridwerte für eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung verantwortlich sein.

Woher weiß ich, ob meine chronische Pankreatitis genetisch bedingt ist?

Dies kann durch einen Gentest bestimmt werden. Allerdings wird dieser erst durchgeführt, wenn alle anderen infrage kommenden Ursachen für Ihre Beschwerden ausgeschlossen wurden. Das heißt, Sie werden Fragen zu Ihrer Krankengeschichte beantworten müssen, ebenso Fragen zu Ihrem Trink- und Rauchverhalten. Der Arzt wird Sie auch nach Bauchspeicheldrüsenentzündungen in der nahen Verwandtschaft fragen. Sie können hier zu einer schnellen Diagnosefindung beitragen, wenn Sie ehrlich mit sich und Ihrem Arzt sind.

Symptome

Was sind Symptome einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Das Hauptsymptom der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung ist ein Oberbauchschmerz, der Stunden bis Tage anhalten kann.

Durch die verminderte Organfunktion kommt es darüber hinaus häufig zu Verdauungsstörungen, was zu Fettstühlen und Durchfällen führt. Als Folge kommt es oftmals zu Mangelernährung und Gewichtsverlust, da der Darm die Nährstoffe, die Sie ihm mit der Nahrung zuführen, nicht mehr richtig aufnehmen und verarbeiten kann.

Da in den Pankreaszellen Insulin gebildet wird, leiden viele Betroffene unter Diabetes, weil durch die Organschädigung nicht mehr genügend Insulin zur Verfügung steht.

Diagnostik

Wie wird eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung diagnostiziert?

Die Diagnostik einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung ähnelt derjenigen der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung. Sie müssen sich also auf eine Blutentnahme, Ultraschall des Bauches und gegebenenfalls Computertomographie oder Magnetresonanztomographie einstellen. Zusätzlich kann es sein, dass Ihr Bauch geröntgt wird. Hierbei wird geprüft, ob Verkalkungen der Bauchspeicheldrüse bei Ihnen vorliegen.

Als zusätzlichen Schritt wird Ihr Stuhl auf gewisse Pankreasenzyme untersucht. Liegt eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung vor, sind die Enzyme in der Stuhlprobe in niedrigerer Konzentration vorhanden als bei Gesunden.

Um zu testen, ob Ihre Bauchspeicheldrüse noch genügend Verdauungssäfte produziert, der Arzt spricht hier von der sogenannten exokrinen Funktion, kann ein Test durchgeführt werden. Hierzu erhalten Sie zunächst ein Hormon, Sekretin, in die Vene. Durch eine Sonde im Dünndarm wird anschließend eine Verdauungssaftprobe entnommen und untersucht.

Therapie

Wie wird eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung behandelt?

Im akuten Schub, also der akuten Verschlechterung, einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung wird vorgegangen wie bei einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung (siehe dort). Hierbei steht Ihr Komfort an oberster Stelle, daher liegt das Hauptaugenmerk auf einer ausreichenden Schmerzkontrolle und Flüssigkeitstherapie, um die Bauchspeicheldrüse zu unterstützen.

Wenn es als Symptom zu Fettstühlen kommt, kann es sein, dass Ihnen zusätzlich Bauchspeicheldrüsenenzyme als Medikament verordnet werden. Dies ist hilfreich, da es bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung zum Mangel an diesen Enzymen kommt. Daher führt die Gabe zu einer Verbesserung Ihrer Symptome.

Bei Entgleisungen des Blutzuckerspiegels, welcher durch Insulinmangel hervorgerufen werden kann, ist es möglich, dass Sie Insulin bekommen. Darüber hinaus sollten Sie sich auf eine spezielle Bauchspeicheldrüsenkost einstellen, die alle Nährstoffgruppen abdeckt und Ihnen ausreichend Eiweiß zuführt.

Kann es sein, dass ich wegen einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung operiert werden muss?

Als erster Behandlungsschritt erfolgt immer die nicht-operative Therapie. Jedoch kann es sein, dass, wenn Ihre Beschwerden länger als 6 Monate anhalten, eine Operation sinnvoll ist. Starke Schmerzmittel zum Beispiel sollten nicht länger als ein halbes Jahr eingenommen werden. Wenn Sie danach immer noch Beschwerden haben, kann es sein, dass Ihr Arzt einen operativen Eingriff empfiehlt.

Welche Operation das ist, hängt ganz von Ihrer individuellen Situation ab. Hier kann es sein, dass es nötig wird, zum Beispiel einen Teil der Bauchspeicheldrüse zu entfernen oder nur einen Verdauungssaftgang im Organ zu behandeln. Auch Operationen am Darm, wo die Bauchspeicheldrüse ihren Saft einspeist, sind denkbar. Es kommt hier wirklich auf die Symptome und die Untersuchungsbefunde an. Sprechen Sie Ihren Arzt auf Möglichkeiten und Alternativen an, damit Sie gut informiert eine Entscheidung treffen können und über das Ausmaß der geplanten OP Bescheid wissen.

Sollte der Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs bestehen, wird in der Regel auch eine Operation erfolgen. Gleiches gilt, falls sich ein Abszess oder eine Zyste, also ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum, gebildet hat.

Falls Ihre Beschwerden durch eine Verstopfung eines Gallengangs verursacht werden, kann hier eine Operation Ihre Symptome deutlich verbessern.

Was passiert nach einer Operation?

Wenn bei einer OP Gewebe von der Bauchspeicheldrüse entnommen wird, wird dieses von speziellen Ärzten untersucht. Dies geschieht, um bösartige Veränderungen sicher auszuschließen oder zu bestätigen. Notwendig ist dies, da sich das weitere Vorgehen danach richtet.

Darüber hinaus ist relevant, dass Sie alle Vorsorge- und Nachkontrolltermine wahrnehmen, um die Krankheitsaktivität so niedrig wie möglich zu halten. Sie werden regelmäßig von Ihrem Arzt untersucht werden und es ist wichtig, dass Sie einen gesunden Lebensstil führen. In der Regel sollten Sie sich in gewissen Abständen auch Blut entnehmen lassen, um einen Funktionsverlust der Bauchspeicheldrüse rasch zu erkennen.

Was kann ich selbst tun?

Es ist unbedingt empfehlenswert, dass Sie komplett aufhören, Alkohol zu trinken und zu rauchen. Nur so können Sie Ihre Bauchspeicheldrüse schützen und weitere Komplikationen bestmöglich vermeiden. Fragen Sie Ihren Arzt nach örtlichen Ressourcen, die Ihnen helfen können. Es gibt auch die Möglichkeit, Ihren Weg mit Medikamenten zu unterstützen. Falls möglich, scheuen Sie sich nicht, sich zur Entwöhnung in Behandlung zu begeben.

Komplikationen und Risiken

Was sind Komplikationen einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Die Hauptkomplikation ist ganz eindeutig der Funktionsverlust der Bauchspeicheldrüse. So kann dies zu Diabetes und Verdauungsstörungen führen. Auch die Schmerzen, die die Erkrankung verursacht, sind nicht unerheblich und können Ihre Lebensqualität deutlich einschränken.

Im Verlauf der Erkrankung kann es zur Entwicklung von Abszessen kommen, die dann behandelt werden müssen. Neben einem Abszess kann auch eine sogenannte Pseudozyste entstehen. Dies ist ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der sich am Organ bildet. Auch eine Verstopfung eines Gallengangs ist möglich.

Gefahr für Krebs steigt

Darüber hinaus besteht auch das Risiko, dass sich aus einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung Krebs entwickelt. Das ist zwar eher selten, dennoch ist es erwähnenswert. Die gute Nachricht hier ist, dass Sie das Steuer selbst in der Hand haben, was Ihre Risikoreduktion betrifft. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf Alkohol und Nikotin, damit minimieren Sie die Wahrscheinlichkeit, eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung zu bekommen schon merklich.

Wenn die Bauchspeicheldrüse zu sehr vernarbt und sich umbaut von funktionierendem Organgewebe zu Bindegewebe ohne Funktion, kann es zu einer Verengung von Arterien um die Drüse herum kommen. Im Extremfall kann dies bis zum Gefäßverschluss gehen, was dann weitere Organschäden hervorrufen kann.

Wissenswertes

Gibt es die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung auch bei Kindern?

Ja, das ist möglich. Bei Kindern wird die Erkrankung meist durch Erkrankungen im Gallensystem, Unfälle oder Fettstoffwechselstörungen hervorgerufen. Auch die Zystische Fibrose (Mukoviszidose) kommt als Auslöser in Betracht. Als Symptome beschreiben Kinder hier häufig einen länger anhaltenden Oberbauchschmerz. Lassen Sie Ihr Kind vom Kinderarzt untersuchen, falls es zu länger anhaltenden Schmerzen kommt, nur um auf Nummer Sicher zu gehen.

Führt eine chronische Pankreatitis immer zu Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Nein. Allerdings erhöht das Vorhandensein einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung Ihr Krebsrisiko. Daher ist es wichtig, dass Sie auf sich Acht geben und Risikofaktoren wie Alkohol- und Nikotinkonsum möglichst aus Ihrem Leben verbannen.

Haben nur Alkoholiker eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Nein. Allerdings ist übermäßiger Alkoholkonsum Risikofaktor Nummer Eins, was die Entwicklung einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung bei Erwachsenen betrifft.

Quellen:

  • S3-Leitlinie Pankreatitis Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) September 2021

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Autorin unseres Artikels
 
Dr. med. Jennifer Moore, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie / medizinische Fachautorin

Dr. med. Jennifer Moore
Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie / medizinische Fachautorin

    Studium:
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • medizinische Fachautorin für den Pschyrembel
  • Vizepräsidentin einer Krankenversicherung im Bereich Gesundheitsmanagement

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des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

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Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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