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Wie ist das Auge aufgebaut, wie funktioniert das Sehen?

Wie ist das Auge aufgebaut? Was genau ist die Bindehaut? Wozu dient die Linse? Wo liegt die Netzhaut? Antworten auf diese und weitere Fragen rund um das Auge und den menschlichen Sehsinn finden Sie im folgenden Beitrag.

Aufbau des Auges

Augenbindehaut (Konjunktiva)

Die Augenbindehaut, meist nur Bindehaut genannt, ist die Schleimhaut, die die Innenseite der Augenlider auskleidet und den sichtbaren, vorderen Teil des Augapfels bedeckt. Nach hinten grenzt sie direkt an die Hornhaut.

Der medizinische Fachbegriff für die Augenbindehaut ist Konjunktiva. Eine Entzündung der Bindehaut wird von Ärzten deshalb auch als Konjunktivitis bezeichnet. Sie kommt häufig vor, da die Bindehaut unmittelbar mit der äußeren Umgebung in Berührung steht. Die Konjunktiva ist von Blutgefäßen durchzogen, die sich bei einer Entzündung erweitern. Daher kommt es bei einer Konjunktivitis zum klassischen "roten Auge".

Hornhaut (Kornea)

Die Hornhaut bildet nach vorne hin die Außenhülle des Augapfels. Zusammen mit der Linse ist sie für die Brechkraft des Auges verantwortlich, wobei sie mit 43 Dioptrien maßgeblich für die Lichtbrechung ist. Daher wird sie auch als "Fenster des Auges" bezeichnet. Der medizinische Fachbegriff lautet Kornea.

Lederhaut (Sklera)

Nach hinten geht die Hornhaut in die Lederhaut über, die den restlichen Augapfel auskleidet. Sie sorgt als „weiße Augenhaut“ für eine schützende äußere Umhüllung des Augapfels und reicht vom Rand der Kornea bis zur Austrittsstelle des Sehnerven.

Zusammen mit der Kornea bildet die Sklera die äußere Augenhaut und sorgt für die Formkonstanz des Auges. An der Lederhaut setzten außerdem alle äußeren Augenmuskeln an, die das Auge in sämtliche Richtungen bewegen können.

Linse (Lens cristallina)

Die Linse ist etwa 10 mm lang, 4 mm dick und normalerweise glasklar. Rechts und links ist sie über feine Fasern an kleinen Muskeln aufgehängt. Je nach Anspannung wird die Linse in die Länge gezogen und dadurch flacher, oder sie behält ihre kugelige Gestalt.

Über diese Elastizität werden Nah- und Fernsicht eingestellt. Wenn wir in die Ferne sehen, ist die Linse abgeflacht. Nehmen wir hingegen einen nahen Gegenstand ins Visier, wölbt sie sich und wird runder.

Veränderungen im Alter

Die Linse wächst zeitlebens und wird mit zunehmendem Alter immer dichter und fester. Wenn die Elastizität nachlässt, kommt es zur sogenannten Presbyopie, der Alterssichtigkeit mit eingeschränkter Nahsicht. Die Betroffenen benötigen dann z.B. zum Lesen eine Brille.

Eine weitere typische Alterserkrankung der Linse ist der graue Star (Katarakt), eine Linsentrübung, die weltweit die häufigste Ursache einer Erblindung ist. Hierzulande kann eine Katarakt operiert werden. Dabei wird die getrübte Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt.

Iris (Regenbogenhaut)

Die Iris ist Teil der Gefäßhaut (Uvea) des Auges. Sie bestimmt unsere Augenfarbe, die abhängig vom Melaningehalt ist und sich innerhalb der ersten beiden Lebensjahre noch verändern kann.

Dem Auge dient die Iris als Blende, indem sie sich je nach Lichteinfall mehr öffnet oder schließt. Dadurch wird die Pupillenweite reguliert.

Was ist das Kammerwasser?

Das Kammerwasser ist eine klare Flüssigkeit, die ständig im Auge gebildet wird und dort verschiedene Funktionen erfüllt. Es dient beispielsweise der Ernährung von Linse und Hornhaut sowie dem Abtransport von Stoffwechselprodukten.

Gebildet wird das Kammerwasser in der hinteren Augenkammer, im sogenannten Ziliarkörper. Durch die Pupille gelangt es in die vordere Augenkammer und fließt dort über das Trabekelmaschenwerk in den Schlemm-Kanal ab. Das schreckliche Mediziner-Latein bitten wir zu entschuldigen, aber für all diese Gebilde gibt e keine verständlicheren Begriffe. Der Schlemm-Kanal jedenfalls steht mit dem Blutkreislauf in Verbindung, in den das Kammerwasser letztlich mündet.

Störung kann zu Grünem Star führen

Das haben wir (vermutlich) alle mal im Biologie-Unterricht gelernt – und wieder vergessen. Wie bei anderen Fragen der Gesundheit auch, wenden wir uns den anatomischen und biophysikalischen Zusammenhängen meist erst dann wieder zu, wenn sie gestört sind. Zum Beispiel beim Grünen Star (Glaukom). Zu seinen Entstehungsursachen zählt ein Missverhältnis zwischen der Neubildung und dem Abtransport des Kammerwassers. Dazu kann es bei einer Abflussstörung im Trabelmaschenwerk kommen. Aus der Imbalanz resultiert ein erhöhter Augeninnendruck, der wiederum den Sehnerv schädigen kann.

Mit der Tränenflüssigkeit hat das Kammerwasser übrigens nichts zu tun.

Was ist der Kammerwinkel?

Der Kammerwinkel ist eine anatomische Struktur in der vorderen Augenkammer. Er wird von der Hornhaut als vorderer und von der Regenbogenhaut (Iris) als hinterer Begrenzung gebildet. Durch den Kammerwinkel fließt der größte Teil des Kammerwassers über ein Kanalsystem in die Blutbahn ab. Das ist wichtig für die Regulierung des Augeninnendrucks.

Prüfung bei augenärztlicher Untersuchung

Normalerweise fristet der Kammerwinkel wie die meisten funktionierenden Bestandteile unseres Organismus ein von uns unbeachtetes Dasein. Einen Höhepunkt in Sachen Beachtung erlebt er bei einer speziellen augenärztlichen Untersuchung, die Gonioskopie genannt wird. Mit ihr prüft der Augenarzt die Weite des Kammerwinkels. Ist der nämlich zu eng, kann es zu einem gestörten Kammerwasserabfluss kommen. Die Folge ist ein Anstieg des Augeninnendrucks.

Womit wir beim Grünen Star sind, oder medizinisch: dem Glaukom. Im Akutfall eines erhöhten Augeninnendrucks droht ein Glaukom-Anfall. Bei dauerhaft erhöhtem Druck entsteht ein klassischer Grüner Star, das sogenannte Engwinkelglaukom. Krankhafte Veränderungen am oben genannten Kanalsystem (Trabekelmaschenwerk und Schlemm-Kanal) sind wiederum ein typischer Gewebebefund beim chronischen Offenwinkelglaukom.

Die Funktion des Kammerwinkels kann auch durch Verletzungen, Vernarbungen oder Ablagerungen verschiedener Art beeinträchtigt werden.

Netzhaut (Retina)

Sie bildet die innere Schicht des Augapfels und liegt zwischen Gefäßhaut und Glaskörper. In ihr befinden sich die lichtempfindlichen Sinneszellen, die unseren Sehsinn ausmachen.

Die Netzhaut hat einen sehr komplexen Aufbau und besteht aus etlichen Schichten. Über mehrere Verschaltungen werden Lichtsignale aufgenommen und über Nervenbahnen ins Gehirn geleitet. In der Mitte der Netzhaut befindet sich der sogenannte gelbe Fleck mit einer trichterförmigen Vertiefung. Dies ist die Stelle des schärfsten Sehens, auf die wir beim Sehen fokussieren.

Was ist der Augenhintergrund?

Der Augenhintergrund ist der hintere innere Bereich des Auges, an dem sich die Netzhaut befindet. Dort werden die durch Pupille und Linse einfallenden Lichtstrahlen in den Sehzellen als Sinnesreize erfasst und entsprechende Impulse über die angeschlossenen Nervenfasern ans Gehirn weitergeleitet.

Augenärztliche Beurteilung wichtiger Strukturen

Zu den wichtigen Strukturen, die der Augenarzt bei der Spiegelung des Augenhintergrunds (Funduskopie) begutachtet, gehören neben der Netzhaut die Blutgefäße, die Papille und der gelbe Fleck. Verschiedene Augenerkrankungen machen sich durch Veränderungen dieser Strukturen bemerkbar. Meistens schon, bevor es zu spürbaren Beschwerden für den Betroffenen kommt. Dazu zählen etwa das Glaukom (Grüner Star), die altersbedingte Makuladegeneration oder punktuelle Netzhautablösungen.

Mit modernen Verfahren wie der Scanning-Laser-Polarimetrie sind diese Veränderungen noch früher und genauer messbar als mit der normalen augenärztlichen Untersuchung. Wie immer in der Medizin und im richtigen Leben zählt am Ende der Gesamtbefund, der sich aus verschiedenen objektiven und subjektiven, technischen und menschlichen Beurteilungskriterien zusammensetzt.

Beachtenswert:

Damit der Augenarzt alle Bereiche der Netzhaut einsehen kann, werden Ihre Pupillen bei der Augenspiegelung in der Regel vorher weitgestellt. Das geschieht mit speziellen Augentropfen, die recht schnell wirken. Allerdings dauert auch die Untersuchung meist nur ein paar Minuten und danach sind Ihre Pupillen noch für einige Stunden vergrößert und Ihre Augen demzufolge sehr lichtempfindlich.

Deshalb ist Auto- oder Fahrradfahren in diesem Zustand nicht erlaubt. Nutzen Sie also öffentliche Verkehrsmittel oder lassen Sie sich fahren. Das Tragen einer Sonnenbrille auf dem Nachhauseweg empfiehlt sich zum Schutz Ihrer Augen, auch bei bedeckter Witterung.

Gesichtsfeld und blinder Fleck

Was ist das Gesichtsfeld?

Das Gesichtsfeld ist der Ausschnitt des Raumes, den wir visuell wahrnehmen können. Und zwar dann, wenn wir bei ruhiger und gerader Kopfhaltung geradeaus blicken, ohne die Augen zu bewegen. Die Größe des Gesichtsfeldes hängt ab von der Sensibilität der Netzhaut bzw. der Sehprozesse, die in den Sinneszellen der Netzhaut erfolgen.

Gesichtsfeld reicht bis 180 Grad

Geprüft und vermessen wird das Gesichtsfeld mit einer augenärztlichen Untersuchung, die als Perimetrie bezeichnet wird. Je nachdem, ob es nur um ein Auge oder um beide Augen geht, spricht man vom monokularen oder vom binokularen Gesichtsfeld. Denn zwei Augen erfassen natürlich mehr Raum als nur eines.

Die horizontale Ausbreitung des binokularen Gesichtsfelds reicht bis 180 Grad, beim einzelnen Auge sind es 150 Grad. Die Tiefenwahrnehmung ist nur in dem etwa 120 Grad breiten Überschneidungsbereich möglich. Nach oben beträgt die Ausdehnung des Gesichtsfelds normalerweise etwa 60 Grad, nach unten 70 Grad. Das normale Gesichtsfeld hat in etwa die Form einer verschobenen Ellipse.

Wenn das Gesichtsfeld eingeschränkt ist

Gesichtsfeldausfälle werden als Skotome bezeichnet. Eine natürliche Einschränkung des Gesichtsfeldes wird u.a. durch die Nase bewirkt, ein vollständiger Ausfall durch den sogenannten Blinden Fleck. Krankhafte Veränderungen werden in der Regel durch Schäden der Netzhaut, des Sehnervs oder des Sehzentrums verursacht.

Ihr Gesichtsfeld können Sie übrigens trainieren. Anleitungen dazu sind auch im Internet zu finden.

Blickfeld reicht bis 240 Grad

Im Gegensatz zum Gesichtsfeld gibt es auch noch das Blickfeld. Das ist der Bereich, den Sie sehen können, wenn Sie Ihre Augen bei geradem Kopf bewegen dürfen. Also was Sie bei ruhig gestelltem Kopf und Körper mit maximalen Augenbewegungen überblicken können. Dieser Bereich ist bedeutend größer als das Gesichtsfeld. Beim beidäugigen Sehen beträgt das Blickfeld etwa 240 Grad.

Was ist der blinde Fleck?

Der Blinde Fleck ist ein natürlicher Ausfall in unserem Gesichtsfeld. Er beruht auf einer Stelle der Netzhaut, an der es keine Sinneszellen gibt, die Lichtreize aufnehmen könnten.

Gehirn rechnet den Blinden Fleck weg

Die Stelle, wo der Blinde Fleck sitzt, heißt Papille. Dort treten die Sehnervenfasern aus dem Augapfel aus und ziehen zum Gehirn. Also ist an dieser Stelle kein Platz für Sinneszellen. Das Sehzentrum im Gehirn sorgt aber durch automatische Ergänzung aus den Seheindrücken der umliegenden Umgebung und des anderen Auges dafür, dass wir erfreulicherweise trotzdem kein Loch in unserem Gesichtsfeld haben. Der Blinde Fleck wird also im Normalfall gar nicht bemerkt, weil ihn unser Gehirn wegrechnet.

Selbstversuch: Das Verschwinden der Münze

Erstmals beschrieben wurde der Blinde Fleck von einem französischer Naturforscher im 17. Jahrhundert. Er präsentierte seine Entdeckung am Königshof mit einem Selbstversuch zum Nachmachen: Halten Sie in beiden Händen zwischen Daumen und Zeigefinger jeweils eine Münze. Fixieren Sie mit dem rechten Auge die Münze in der linken Hand und schließen Sie das linke Auge (oder jeweils umgekehrt). Verändern Sie nun den Abstand zwischen Händen und Augen solange, bis die rechte Münze plötzlich verschwindet.

Einfacher geht das heute mit dem Besuch einer Website, auf der dieser Selbstversuch nachvollzogen werden kann (z.B. hier: http://www.optiker-holz.de/bl-flek.htm).

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