Unter Schirmherrschaft der
Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V.
Navigator-Medizin.de
   X   

[Krankheiten von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Medikamente von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Diagnostik & Laborwerte von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Therapieverfahren von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Gesundheitsthemen von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Symptome von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   
Suche

Opicapon: Wirkung und Nebenwirkungen

Autoren:

Wie wirkt Opicapon (Ongentys®) bei Morbus Parkinson? Beeinträchtigt das Medikament die Psyche? Und mit welchen Arzneimitteln verträgt sich Opicapon nicht? Diese und weitere Fragen beantworten wir in folgendem Beitrag.

Wirkung

Auf welche Weise wirkt Opicapon gegen Parkinson?

Opicapon, bekannt unter dem Handelsnamen Ongentys®, wird zur Behandlung des Morbus Parkinson in Kombination mit L-Dopa eingesetzt. Es gehört zu den COMT-Inhibitoren. Das bedeutet, der Wirkstoff hemmt das Enzym Catechol-O-Methyltransferase, das sich hinter der Abkürzung COMT verbirgt.

Mehr Dopamin durch weniger Abbau

Mit diesem komplizierten Begriff hat es folgendes auf sich:

COMT ist ein Enzym, also ein Eiweiß, das an wichtigen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt ist und sie beschleunigt. In dieser Funktion ist die Catechol-O-Methyltransferase dafür zuständig, Dopamin bzw. L-Dopa abzubauen. Denn nach getaner Arbeit gelangen sämtliche Botenstoffe in die körpereigenen "Abfalleimer" und werden entsorgt. Bei Bedarf werden sie an der entsprechenden Stelle wieder neu produziert und ausgeschüttet.

Genau hier liegt bei der Parkinsonerkrankung aber das Problem. Das für die Bewegungsabläufe und die Feinabstimmung der Motorik zuständige Dopamin wird nicht mehr in ausreichender Menge hergestellt. Das liegt daran, dass die dafür zuständige Struktur, die sogenannte Substantia nigra ("schwarze Substanz"), zugrundegeht – warum, weiß man bis heute nicht so genau.

Die Kombination macht's

Um dem Mangel an Dopamin entgegenzuwirken, gibt es verschiedene therapeutische Möglichkeiten. Man kann den Botenstoff L-Dopa direkt zuführen, seine Wirkung indirekt verstärken oder eben seinen Abbau hemmen. Genau hier kommt Opicapon ins Spiel. Es blockiert den "Abfalleimer" und sorgt damit dafür, dass wieder mehr Dopamin zur Verfügung steht.

Allerdings wirkt es nur in Kombination mit L-Dopa. COMT nämlich macht keinen Unterschied zwischen dem körpereigenen Botenstoff und der von außen zugeführten Substanz. Es baut beides gleichermaßen ab und schwächt damit auch die Wirkung des Medikaments L-Dopa. Eine gleichzeitige Verabreichung von Levodopa und Opicapon erhöht deshalb die Konzentration von Levodopa im Körper. So kann wieder mehr davon ins zentrale Nervensystem gelangen und dort die Symptome der Parkinsonerkrankung lindern.

Erst im Verlauf der Erkrankung relevant

Die alleinige Behandlung mit L-Dopa lässt nämlich leider nach einer Weile nach, oder aber es kommt zu starken Schwankungen in der Wirkung. Opicapon eignet sich daher vor allem dann zur Kombinationstherapie mit Levodopa, wenn trotz hoher Dosen der bisher eingesetzten Medikamente motorische Fluktuationen auftreten.

Der Wirkstoff kommt deshalb vor allem bei weiter fortgeschrittenen Stadien der Krankheit zum Einsatz. Aber auch er kann die Parkinsonerkrankung, wie alle anderen bekannten Präparate, nicht heilen, sondern nur eine Linderung der Symptome bewirken.

Vorteil: Lange Wirksamkeit

Gegenüber dem älteren COMT-Inhibitor Tolcapon bietet der Wirkstoff Opicapon den Vorteil, dass er die Leber weniger schädigt. Außerdem wirkt Opicapon verhältnismäßig lange hemmend auf das Enzym COMT, wodurch eine einmalige tägliche Einnahme vor dem Schlafengehen ausreichend ist. Hierbei muss man jedoch beachten, dass die Einnahme mindestens eine Stunde zeitlich versetzt zur Einnahme von Levodopa erfolgen sollte.

Nebenwirkungen

Parkinson: Welche Nebenwirkungen können unter Opicapon auftreten?

Opicapon (Handelsname Ongentys®) ist ein COMT-Hemmer, der den Abbau von Levodopa im Körper verhindert und so zu einer Erhöhung des Wirkstoffspiegels im zentralen Nervensystem führt. Wie alle Arzneimittel kann auch Opicapon leider einige unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen.

L-Dopa auf die Sprünge helfen

COMT steht für das Enzym Catechol-O-Methyltransferase. Seine Aufgabe besteht darin, Dopamin, das wichtig für die reibungslosen Bewegungsabläufe des Körpers ist, abzubauen. Beim Morbus Parkinson herrscht gerade an diesem Botenstoff ein Mangel, da die sogenannte Substantia nigra ("schwarze Substanz"), die für die Bildung von Dopamin zuständig ist, aus bisher noch unerfindlichen Gründen zugrundegeht.

Therapeutisch besteht u.a. die Möglichkeit, den wichtigen Botenstoff von außen zuzuführen. Die Behandlung mit L-Dopa lässt aber leider oft nach einer Weile nach oder führt zu unkontrollierten Schwankungen in den Bewegungsabläufen. Dann kann es sinnvoll sein, Levodopa mit Opicapon zu kombinieren. Dadurch steht wieder mehr Dopamin zur Verfügung.

Störungen der Bewegung und der Psyche

Leider bleiben neben diesem erwünschten Effekt aber auch andere unliebsame Wirkungen oft nicht aus. Das liegt daran, dass COMT nicht nur Dopamin, sondern auch andere Botenstoffe des zentralen Nervensystems abbaut. So erklären sich die vielen möglichen Nebenwirkungen, die neben der Bewegung auch die Psyche betreffen und als sehr unangenehm empfunden werden können.

Im folgenden finden Sie eine Auflistung der wichtigsten Nebenwirkungen, die Opicapon verursachen kann.

Sehr häufig treten unter der Einnahme von Opicapon auf:

  • Dyskinesien (Bewegungsstörungen wie z.B. Zittern und ruckartige Bewegungen)

Außerdem häufig kommt es zu:

Das alles muss Sie nicht treffen

Beachten Sie, dass Nebenwirkungen individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können und bei manchen Betroffenen sogar fehlen. Wenn Sie Opicapon einnehmen und eine der genannten oder andere Beschwerden bei sich beobachten, kontaktieren Sie am besten Ihren behandelnden Arzt. Er kann Ihre Beschwerden fachgerecht beurteilen und kennt mögliche Lösungen.

Weitere Informationen

Parkinson: Was ist bei der Einnahme von Opicapon zu beachten?

Der Wirkstoff Opicapon, im Handel als Ongentys® erhältlich, wird erst im Verlauf der Parkinson-Krankheit und nur in Kombination mit L-Dopa eingesetzt. Gerade am Anfang ist es nicht ganz einfach, die passende Dosis zu finden. Nehmen Sie Opicapon daher immer genau so ein, wie Ihr Arzt es Ihnen verschrieben hat, und scheuen Sie bei Unsicherheiten nicht, noch einmal nachzufragen.

Einmal täglich abends eine Kapsel

Grundsätzlich nimmt man einmal täglich eine Opicaponkapsel mit etwas Wasser ein, bevor man zu Bett geht. Wichtig ist, dass die Einnahme mindestens eine Stunde zeitversetzt zu Medikamenten mit Levodopa erfolgt.

Wenn Sie die Einnahme einmal vergessen oder zu viele Kapseln eingenommen haben, wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt. Er kann Sie bezüglich des weiteren Vorgehens beraten.

Nicht zu viel und nicht zu wenig

Im Alltag mit Ongentys® sollten Sie beachten, dass man die Dosis mit der bereits bestehenden Therapie mit Levodopa und anderen Parkinsonpräparaten abstimmen und ggf. im Verlauf anpassen muss. Opicapon verstärkt die Wirkung von Levodopa. Dabei ist es wichtig, das richtige Maß zu finden, um die Bewegung einerseits zu verbessern, andererseits aber auch nicht zum Überschießen zu bringen.

Manchmal ist eine Veränderung der Dosis schon nach wenigen Tagen erforderlich, in anderen Fällen erst nach ein paar Wochen. Vor allem Dyskinesien (Störungen im Bewegungsablauf), Wahnvorstellungen und Magen-Darm-Beschwerden sind mögliche Symptome einer Überdosierung von Levodopa, die Sie ernst nehmen und Ihrem Arzt mitteilen sollten.

Auch Ihre Leberwerte sollten regelmäßig überprüft werden, da es unter der Opicapon-Einnahme zu einem Anstieg der Leberenzyme kommen kann. Vor allem bei andauernder Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust sollten Sie Ihre Leberwerte bestimmen lassen.

Unangenehm: psychische Auffälligkeiten unter Opicapon

Außerdem kann es während der Therapie zu psychischen Veränderungen kommen. Weisen Sie auch Vertraute aus Ihrem engeren Umfeld darauf hin, damit diese auf Auffälligkeiten in Ihrem Verhalten schneller aufmerksam werden und Ihnen helfen können.

Wenn Sie selbst das Gefühl haben, einen größeren Drang dazu zu haben, Geld auszugeben, einen gesteigerten Appetit wahrnehmen oder ein stärkeres Verlangen nach Sex haben, dann schämen Sie sich nicht dafür. Es handelt sich hierbei um mögliche Nebenwirkungen der Medikamente, für die Sie nichts können. Vertrauen Sie sich Ihrem Arzt an, er kann Ihnen helfen.

Wenn ihr Arzt Ihnen das Autofahren grundsätzlich trotz der Parkinsonerkrankung erlaubt, achten Sie dennoch darauf, dass die Therapie mit Opicapon und Levodopa Einfluss auf Ihre Verkehrstüchtigkeit nehmen kann. Wenn Sie sich benommen oder schwindelig fühlen, sollten Sie sich nicht ans Steuer setzen.

Das Gleiche gilt für körperliche Aktivitäten. Bewegung tut gut, sollte aber immer in einem sicheren Rahmen stattfinden, um Unfällen und Verletzungen vorzubeugen.

Parkinson: Wann darf man Opicapon nicht einnehmen?

Unter bestimmten Umständen darf man Opicapon (Handelsname Ongentys®) nicht oder nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen einnehmen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihren Arzt genau darüber informieren, welche Vorerkrankungen Sie haben und ob Sie andere Arzneimittel einnehmen.

Tabu bei Allergien und bestimmten Tumoren

Bei bekannten allergischen Reaktionen auf den Wirkstoff Opicapon oder andere im Handelspräparat Ongentys® enthaltene Stoffe dürfen Sie das Medikament keinesfalls einnehmen, da sonst die Gefahr eines lebensbedrohlichen Schocks besteht.

Auch bei bestimmten Tumorerkrankungen darf man Opicapon nicht einnehmen. Dazu gehören das Phäochromozytom, Paragangliom und andere Tumoren, die den Botenstoff Katecholamin produzieren. Sollte bei Ihnen in der Vergangenheit ein malignes neuroleptisches Syndrom oder eine atraumatische Rhabdomyolyse aufgetreten sein, ist Opicapon ebenfalls nicht das richtige Medikament für Sie.

Aufpassen auf die Leber

Eine eingeschränkte Nierenfunktion steht der Verordnung von Ongentys® nicht im Wege. Auch eine leichte Funktionsstörung der Leber ist zu tolerieren. Ist die Leber, in der die Substanz abgebaut wird, allerdings stärker beeinträchtigt, muss die Behandlung gut abgewogen werden und im Zweifelsfall unterbleiben.

Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte man Opicapon, wie die meisten Parkinson-Medikamente, nicht einnehmen. Bei bestehendem Kinderwunsch sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Möglichkeiten und Risiken einer Schwangerschaft für Frauen mit Morbus Parkinson.

Vorsicht mit anderen Medikamenten

Arzneimittel aus der Gruppe der MAO-Hemmer (Monoaminoxidase-Hemmer) dürfen zusammen mit Opicapon nur eingenommen werden, wenn beide Wirkstoffe explizit zur Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt und entsprechend aufeinander abgestimmt werden.

Bei der gleichzeitigen Einnahme mit Medikamenten, die das Enzym COMT abbauen, trizyklischen Antidepressiva, Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, Repaglinid und OATP1B1-Substraten ist außerdem besondere Vorsicht geboten.

Sprechen Sie also unbedingt mit Ihrem Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Auch scheinbar harmlose pflanzliche Präparate können wirksame Stoffe enthalten, die mit anderen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten können.

Quellen:

  • Beipackzettel Ongentys® 50 mg Hartkapseln (2016). Herausgeber:Bial Deutschland GmbH. www.gelbe-liste.de.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

Kommentar schreiben

Inhaltsverzeichnis Top
 naturstoffe=

Navigator-Medizin.de
Bluthochdruck, Arteriosklerose, Krebs, chronisch-entzündliche-Erkrankungen, Wechseljahre

Was unser Ärzte-Team empfiehlt

Sie glauben an die Wirksamkeit von Heilpflanzen? Wir auch! Dabei gibt es aber Unterschiede. Einige Arzneipflanzen sind besonders interessant, weil nun auch wissenschaftliche Studien ihre Wirkung untermauern.

Mehr dazu lesen Sie hier!