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Moventig® (Naloxegol) ist ein Medikament, das nur bei einer bestimmten Patientengruppe eingesetzt wird: bei Menschen, die durch die Einnahme opioidhaltiger Schmerzmittel eine Verstopfung entwickelt haben und bei denen herkömmliche Abführmittel nicht wirken.

Moventig® ist seit Mitte 2015 bei uns zugelassen und damit recht neu auf dem Markt. Es gibt entsprechend wenige Studien zu dem Medikament, daher gilt es als Reservemittel.

Wirkung

Von seiner Wirkung und dem Aufbau her ähnelt es dem Medikament Relistor® (Methylnaltrexon). Beide Mittel gehören zu den sogenannten Opioidantagonisten. Sie wirken Opioidpräparaten also eigentlich entgegen. Allerdings beeinflussen diese Abführmittel fast nur das "Darmnervensystem" und nicht das zentrale Nervensystem – daher wird der schmerzlindernde Effekt der Opioide in der Regel nicht beeinträchtigt.

Moventig® gibt es in Tablettenform

Während Relistor® unter die Haut gespritzt werden muss, gibt es Moventig® in Tablettenform. Normalerweise sollten Sie jeweils eine Tablette á 25 mg pro Tag schlucken. Es gibt aber Ausnahmen: Bei mittelschwerer oder schwerer Nierenfunktionsstörung sollte die Dosis – zumindest anfangs – auf 12,5 mg pro Tag reduziert werden. Das gilt auch, wenn Sie bereits Diltiazem oder Verapamil nehmen (beide Medikamente werden zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt). Und noch ein Hinweis: Während der Behandlung mit Moventig® sollten Sie keine großen Mengen Grapefruitsaft trinken, weil es zu Wechselwirkungen kommen kann.

Mittel möglichst morgens einnehmen

Empfohlen wird, Moventig® morgens einzunehmen – und zwar entweder eine halbe Stunde vor oder zwei Stunden nach dem Frühstück. Außerdem sollten Sie alle anderen Abführmittel absetzen, wenn Sie mit der Moventig®-Einnahme beginnen.

Nichts für Patienten mit Darmverschluss oder Lebererkrankungen

Es gibt einige Fälle, in denen Sie Moventig® nicht nehmen sollten, und zwar:

  • wenn bei Ihnen das Risiko besteht, einen Darmverschluss zu entwickeln
  • wenn Sie an Darmkrebs oder Krebs des Bauchfells erkrankt sind
  • bei schwerer Leberfunktionsstörung
  • wenn Sie den Wirkstoff Naloxegol nicht vertragen
  • wenn Sie folgende Medikamente nehmen: Ketoconazol / Itraconazol (Antipilzmittel), Clarithromycin / Telithromycin (Antibiotika) sowie Ritonavir / Indinavir / Saquinavir (Mittel zur Behandlung einer HIV-Infektion)
  • wenn Sie schwanger sind oder Ihr Kind stillen

Quellen:

  • Moventig® - Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels. Herausgeber: European Medicines Agency (EMA). www.ema.europa.eu.

Haben Sie eine Frage? Dann stellen Sie sie gern und wir versuchen zu antworten. Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten)

Kommentare  
Moventig
Habe von der Schmerzambulanz Moventig verschrieben bekommen. Es wirkt manchmal schnell, manchmal nicht. Allerdings, wenn es wirkt, benötigt man innerhalb von 2 Minuten ein WC und sitzt dann dort 20 Min. Weiters war mir vormittags immer schlecht. Egal, wann ich das Mittel genommen habe. Schlaflosigkeit hatte ich die ersten 3 Tage auch. Das hat sich aber gegeben. War somit für unseren Urlaub absolut nicht geeignet. Mein Resümee: Nur für Leute, die den ganzen Tag zu Hause hocken, da man ja nie weiß, wann's losgeht.
Moventig
Seit 2015 nehme ich Moventig, und bin mehr als zufrieden. Ich nehme seit 2011 Opiate und noch andere Medikamente. Nichts hat geholfen! Ich konnte teilweise 17 Tage nicht auf die Toilette. Dann kam Moventig auf den Markt, und ich war/bin überglücklich! Hin und wieder etwas Durchfall, aber damit kann ich leben.
Moventig 25
Von den Abführmitteln das Beste - nach 20 Jahren Opiateinnahme. Manchmal leichter Durchfall. Blähungen. Bin sehr zufrieden!
Kommentare

Autorin unseres Artikels
 
Anna Brockdorff, Heilpraktikerin / medizinische Fachautorin

Anna Brockdorff
Heilpraktikerin / medizinische Fachautorin

    Studium:
  • Publizistik-Studium
  • Heilpraktiker-Ausbildung
    Berufliche Stationen:
  • Autorin für Heilpraktiker-Prüfungstrainer
  • Autorin, Redakteurin und Moderatorin für Gesundheitssendungen

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des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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Anna Brockdorff, Heilpraktikerin / medizinische Fachautorin

Autorin
Anna Brockdorff
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