Unter Schirmherrschaft der
Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V.
Navigator-Medizin.de
   X   

[Krankheiten von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Medikamente von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Diagnostik & Laborwerte von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Therapieverfahren von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Gesundheitsthemen von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Symptome von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   
Suche

Methylnaltrexon (Relistor): Wirkung und Nebenwirkungen

Bei welchen Beschwerden hilft Methylnaltrexon (Relistor®)? Wann und wie sollte das Medikament eingenommen werden? Und was sind mögliche Nebenwirkungen? Diese und weitere Fragen beantworten wir im folgenden Beitrag.

Wirkung

Wie wirkt Relistor (Methylnaltrexon) gegen die Opiat-Verstopfung?

Relistor® (Methylnaltrexon) wird bei erwachsenen Patienten eingesetzt, die als Schmerzmittel Opioide wie beispielsweise Morphin einnehmen und deshalb eine Verstopfung entwickelt haben. Dies geschieht sehr häufig bei opioidhaltigen Schmerzmitteln.

Relistor® wird in der Regel nicht gleich am Anfang verabreicht, sondern erst dann, wenn andere Abführmittel keinen Erfolg gebracht haben. Das hat mehrere Gründe: Zum einen ist das Mittel noch relativ neu (es kam 2008 auf den Markt), zum anderen ist es vergleichsweise teuer.

Relistor® wirkt gezielt am Darm

Das Medikament gehört zu den sogenannten Opioidantagonisten. Es wirkt Opioidpräparaten also eigentlich entgegen. Allerdings beeinflusst Relistor® fast nur die Darmtätigkeit, die schmerzlindernde Wirkung der Opioide im zentralen Nervensystem wird in der Regel nicht gebremst.

Wie wird Relistor dosiert und verabreicht?

Relistor® wird unter die Haut gespritzt (also subkutan). Die Dosis richtet sich nach dem Körpergewicht. Das Mittel sollte jeden zweiten Tag verabreicht werden – gegebenenfalls können die Abstände auch größer gewählt werden. Kürzere Intervalle sollten die absolute Ausnahme bleiben und sind nur dann zulässig, wenn die erste Spritze nicht zu einer Stuhlentleerung geführt hat (dieser Hinweis findet sich so nicht in der Gebrauchsinformation für Anwender, wohl aber in den Fachinformationen!).

Relistor® wirkt nicht immer

Wenn Relistor® Erfolg zeigt, tritt der Stuhlgang recht zügig ein (bei einem Drittel der Patienten etwa nach einer halben Stunde). Allerdings sprechen nicht alle Patienten auf das Medikament an. Möglicherweise liegt das daran, dass bei diesen Patienten neben den opioidhaltigen Schmerzmitteln noch andere Faktoren zu einer Verstopfung beitragen.

Ursprünglich nur für Palliativ-Patienten

Relistor® war ursprünglich nur für unheilbar kranke Patienten in der letzten Phase (also zur Palliativversorgung) zugelassen. Inzwischen darf es aber auch anderen Menschen verabreicht werden, die wegen der Einnahme von Opioiden an einer Verstopfung leiden und die durch andere Mittel keine Besserung erfahren haben. Die Autoren des pharmakritischen Arznei-Telegramms raten allerdings dazu, Relistor® nach wie vor nur für Palliativ-Patienten zu verwenden. Der Hauptgrund: Bei Patienten außerhalb der Palliativversorgung wurde nicht untersucht, ob Relistor® anderen üblichen Abführmitteln tatsächlich überlegen ist.

Gegenanzeigen

Wann darf Relistor nicht verabreicht werden?

Wenn Sie einen Darmverschluss haben oder der Verdacht darauf besteht, dürfen Sie Relistor® nicht anwenden. Ähnliches gilt für den Fall, dass eine dringende Darm-Operation ansteht.

Leiden Sie an einer schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörung, sollten Sie auf das Medikament verzichten. Der Grund: Für diese Begleiterkrankungen liegen bisher keine Studien vor.

Natürlich dürfen Sie das Mittel auch nicht bekommen, wenn Sie sehr empfindlich auf den Wirkstoff Methylnaltrexoniumbromid reagieren.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen kann Relistor (Methylnaltrexon) hervorrufen?

Relistor enthält den Wirkstoff Methylnaltrexon und wird bei Verstopfung durch Opiate eingesetzt. Verstopfung ist eine der häufigsten Nebenwirkungen der Morphin-artigen Schmerzmittel.

Sehr häufige Nebenwirkungen unter Relistor® (Methylnaltrexon):

Beschwerden im Magen-Darm-Bereich,

Sehr häufig bedeutet, dass 10% oder mehr von diesen Nebenwirkungen betroffen sind.

Häufig (bei bis zu 10% der Patienten) kommt es vor, dass Patienten unter Schwindel leiden oder dass sich an der Einstichstelle der Spritze Schmerzen, eine Rötung oder ein Stechen zeigen. Weitere Nebenwirkungen sind selten – Informationen dazu entnehmen Sie bitte gegebenenfalls dem Beipackzettel.

Quellen:

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

Kommentar schreiben

Navigations-Menü & weitere Artikel zum Thema Top
 naturstoffe=

Navigator-Medizin.de
Gibt es Naturstoffe, die vor Krebs schützen?

12 Heilpflanzen, die unser Ärzte-Team empfiehlt

Sie glauben an die Wirksamkeit von Heilpflanzen? Wir auch! Dabei gibt es aber Unterschiede – nicht alles, was aus der Natur ist, ist automatisch gut.

Wir möchten Ihnen 12 Arzneipflanzen vorstellen, deren Wirkung mittlerweile auch in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde. Gegen Krebs, aber auch viele weitere Erkrankungen. Und die meisten dieser Naturstoffe kann man als Kombinationspräparate bekommen.

Mehr dazu lesen Sie hier!