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Methotrexat: Wirkung und Nebenwirkungen

Methotrexat (MTX) ist ein Arzneistoff, der sowohl als Chemotherapeutikum in der Krebstherapie als auch in niedriger Dosierung zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie der Psoriasis eingesetzt wird. Mehr zum Wirkstoff Methotrexat erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Wie wirkt Methotrexat bei Psoriasis?

Bei der Psoriasis macht man sich die antientzündliche, das Immunsystem unterdrückende Wirkung von Methotrexat zunutze.

Die Vielfältigkeit von MTX

Der Folsäure-Antagonist Methotrexat zählt zu den Zytostatika. Diese Substanzklasse wird vor allem in der Behandlung von Krebs eingesetzt. Wie im Namen schon anklingt (griech. "kytos" = Zelle, "statizo" = stehen), hemmen Zytostatika die Zellteilung und das -wachstum. Sie bringen die Tumorzellen also zum Stehen.

In dieser Funktion hemmt MTX das Enzym Dihydrofolat-Reduktase, welches als eine Art Katalysator die Umwandlung von Folsäure zu Tetrahydrofolsäure beschleunigt. Diese Umwandlung ist wichtig für die Bildung der Nukleinsäure, dem Träger der genetischen Information in der Zelle. Durch die Blockade des Enzyms verhindert MTX die Vermehrung der Zellen. Im Falle einer Chemotherapie bedeutet das, dass das Krebswachstum eingedämmt wird und die Zelle stirbt.

Als sogenanntes Basismedikament wird Methotrexat außerdem zur Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen eingesetzt. Dazu gehören schwere Formen der rheumatoiden Arthitis, aber auch die Schuppenflechte, mit und ohne Gelenkbeteiligung. Der Wirkstoff unterdrückt bzw. verändert hierbei die Überaktivität des Immunsystems. Allerdings ist der immunsuppressive, entzündungshemmende Wirkmechanismus bei MTX bislang noch nicht vollständig aufgeklärt.

Tabletten oder Spritzen – was ist besser?

Je nach Einsatzgebiet kann Methotrexat unterschiedlich verabreicht werden. Bei der Behandlung der Schuppenflechte sind drei Darreichungsformen üblich: als Tabletten oder in Form von intravenösen bzw. subkutanen Injektionen.

Bei den subkutanen Spritzen wird der Wirkstoff, ähnlich den Thrombosespritzen, in das Unterhautfettgewebe injiziert. Nach einer kurzen Anleitung durch Ihren Hautarzt ist es ein Procedere, was Sie selbst ganz einfach zuhause durchführen können. Sie werden sehen, dass Sie sehr schnell Ihre Routine dabei entwickeln. Die Spritzentherapie über die Vene muss dagegen immer durch Ihren Arzt erfolgen.

Jetzt fragen Sie sich sicherlich: "Warum soll ich spritzen, wenn es auch einfacher mit Tabletten geht?" Der Vorteil bei der Wirkstoffgabe als Spritze ist, dass das MTX besser vom Körper aufgenommen wird und auch weniger Nebenwirkungen erzeugt. Der Wirkungseintritt ist bei den Spritzen (insbesondere bei der venösen Gabe) schneller als bei den Tabletten, und die Betroffenen schildern weniger Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Um leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch Methotrexat zu vermeiden, sollten Sie am Folgetag der wöchentlichen MTX-Einnahme (also nach 24 Stunden) zusätzlich 5mg Folsäure in Tablettenform einnehmen. Bezüglich der Folsäureeinnahme gibt es jedoch unterschiedliche Meinungen unter den Experten.

Noch ein kleiner Tipp

Für manchen Betroffenen eignet sich statt der normalen subkutanen Injektionsnadel eventuell eher der MTX-Pen als Spritzinstrument. Fragen Sie Ihren Dermatologen. Ähnlich wie bei den Diabetikern handelt es sich hierbei um so etwas wie eine Automatik-Spritze. Man drückt (wie bei einem Kugelschreiber) an einem Ende auf einen Knopf, und die Spritzennadel wird automatisch in die Haut gesetzt. Dem einen oder anderen fällt der "Pieks" dadurch eventuell leichter.

Haben Sie Geduld

Der Zeitraum, bis Sie unter einer Therapie mit Methotrexat eine Besserung der Psoriasis vulgaris sehen können, kann zwischen zwei und acht Wochen betragen. Das hängt u.a. von der Ihnen verordneten Dosierung ab. Haben Sie also etwas Geduld.

Wie wende ich Methotrexat bei Psoriasis an?

Methotrexat (MTX) wird nicht nur in der Krebstherapie eingesetzt, sondern auch in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen. Bei der Behandlung der Schuppenflechte wird MTX allerdings deutlich niedriger dosiert als es in der Tumortherapie üblich ist. Verordnet werden hierbei Tabletten sowie intravenöse oder subkutane Injektionen.

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Methotrexat ist ein häufig verwendeter Wirkstoff für die systemische (innerliche) Therapie der mittelschweren bis schweren Form der Psoriasis vulgaris. Als eine Art Gegenspieler des Vitamin B9, der Folsäure, hemmt es in der Krebstherapie das Wachstum bösartiger Zellen. Bei der Therapie der Schuppenflechte unterdrückt der Folsäure-Antagonist das krankhaft überaktive Immunsystem und wirkt entzündungshemmend.

Nicht mehr als einmal wöchentlich

Die Anwendung von Methotrexat erfolgt in der Regel einmal wöchentlich, idealerweise sollte es auch immer der gleiche Wochentag sein. Am besten suchen Sie sich dafür einen weitgehend entspannten Tag aus, zum Beispiel am Wochenende.

Die Gabe von 5 mg Folsäure 24 Stunden nach der MTX-Gabe wird von vielen Ärzten ergänzend empfohlen. Dadurch sollen leichtere Nebenwirkungen vermieden werden. Bezüglich dieser Empfehlung sind sich die Experten jedoch uneinig.

Falls Sie aus irgendeinem Grund aus Versehen zu viel Methotrexat eingenommen haben sollten, melden Sie dies bitte unverzüglich Ihrem behandelnden Arzt. Es gibt ein Gegenmittel (Calciumfolinat), das im Falle einer Überdosierung verabreicht werden kann.

Die Qual der Wahl: Tabletten oder Spritzen

Bei MTX in Tablettenform: Es empfiehlt sich, die Tabletten abends, möglichst nicht zu den Mahlzeiten, mit ausreichend Flüssigkeit (am besten Wasser) einzunehmen. Sollte Ihnen die Einmaldosis aus irgendeinem Grund zu viel sein, können Sie die wöchentliche Dosis auch in zwei oder drei Einzelgaben im Abstand von jeweils 12 Stunden aufteilen.

Bei MTX als subkutane Injektion: Bei den Spritzen handelt es sich um relativ kurze Injektionsnadeln (ähnlich den Thrombosespritzen), die in das Unterhautfettgewebe gegeben werden. Dabei können Sie zwischen zwei Spritzarealen auswählen: dem Bauchfett oder den Oberschenkeln. Viele Psoriatiker spritzen auch abwechselnd in beide Gebiete.

Wenn Sie sich für die subkutane Injektion entscheiden, wird Ihnen Ihr Hautarzt bei der ersten Anwendung behilflich sein bzw. Sie entsprechend anleiten. Für manche Betroffene ist es gerade am Anfang eine große Überwindung, sich den Wirkstoff selbst in den Bauch zu spritzen. Sie werden aber merken, dass Sie schnell routiniert im Umgang damit werden.

Weniger Nebenwirkungen mit Spritzen

Alternativ zur subkutanen Injektion steht Ihnen aber auch der MTX-Pen zur Verfügung. Ähnlich den Insulin-Pens bei Diabetikern ermöglicht diese subkutane Injektionsform insbesondere ängstlicheren Menschen eine unkomplizierte Anwendung bei der Selbstmedikation. Der Pen ist vergleichbar mit einer Art Automatik-Spritze: Man drückt am Pen-Ende auf einen Knopf, und die Spritzennadel wird automatisch in die Haut gesetzt.

Bei MTX als intravenöse Injektion: Bei der einmal wöchentlichen Methotrexat-Gabe über die Armvene müssen Sie lediglich den Aufwand betreiben, alle sieben Tage in Ihre Hautarztpraxis zu fahren. Den Rest erledigt Ihr Dermatologe.

Der Vorteil der Spritzen gegenüber der Tabletteneinnahme ist, dass Methotrexat besser vom Körper aufgenommen wird und durch Umgehung des Magen-Darm-Traktes auch für weniger Nebenwirkungen sorgt. Betroffene Psoriatiker geben unter der Spritzentherapie weniger Übelkeit, Erbrechen und Bauchbeschwerden (Durchfälle, Blähungen) an.

MTX-Dosierungen sehr unterschiedlich

Bei der Therapie der mittelschweren bis schweren Psoriasis vulgaris wird empfohlen, zu Anfang mit 15 mg Methotrexat einmal wöchentlich zu starten. Diese Empfehlung bezieht sich auf die parenterale Gabe, also unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes. Bei einer oralen Gabe in Tablettenform kann die Anfangsdosierung niedriger liegen und die Wirkung somit auch langsamer eintreten.

Bei unzureichendem Ansprechen, jedoch guter Verträglichkeit der Therapie wird Ihr Hautarzt die Dosierung ggf. auf 20 mg pro Woche erhöhen. Im Verlauf der Langzeittherapie wird er dann mit Ihnen zusammen eine in der Regel niedrigere Erhaltungsdosis festlegen.

Wenn Sie sich fragen sollten, wie lange es dauert, bis Sie einen Therapieerfolg sehen: Haben Sie Geduld. Abhängig von der Therapieform, der Dosierung und der Schwere Ihrer Schuppenflechte liegt der Wirkungseintritt zwischen zwei und acht Wochen.

Darf ich trotz MTX mit der Psoriasis in die Sonne?

Methotrexat (MTX) wird zur Therapie der mittelschweren bis schweren Form der Psoriasis vulgaris eingesetzt, wenn konventionelle Therapien wie eine Lokal- oder Lichttherapie nicht ausreichend wirksam oder nicht geeignet sind. Auch Kombinationstherapien sind möglich. Allerdings sollte man sich unter MTX generell nur mit Vorsicht einer UV-Strahlung aussetzen.

Als ein Gegenspieler der Folsäure (Vitamin B 9) greift Methotrexat in den Zellstoffwechsel ein. In niedriger Dosierung wirkt MTX entzündungshemmend und immunmodulierend (reguliert das fehlgesteuerte Immunsystem) – eine Eigenschaft, die man in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen zu nutzen weiß.

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In höheren Dosierungen hemmt Methotrexat dagegen die Zellteilung bzw. das Zellwachstum. In dieser Form wird es als Zytostatikum in der Krebstherapie verwendet.

UV-Licht wirkt entzündungshemmend

Bei der UVA- und UVB-Strahlung handelt es sich um Lichtwellen im Bereich des nicht sichtbaren Lichts. Bei geringer Dosierung wirkt sich diese UV-Strahlung günstig auf Entzündungsprozesse und Autoimmunreaktionen in der Haut aus.

Diesen Effekt, den man vom natürlichen Sonnenlicht kennt, weiß man seit vielen Jahrzehnten auch künstlich in der Medizin zu nutzen. Insbesondere Menschen mit Schuppenflechte wissen die positive Wirkung der UV-Therapie sehr zu schätzen.

Verständlich, dass Sie sich als betroffener Psoriatiker fragen, ob Sie unter einer systemischen Therapie mit Methotrexat nun auf die Phototherapie oder sogar auf das natürliche Sonnenbaden verzichten müssen. Die Antwort ist "jein".

Sonne ja – aber mit Vorsicht genießen

Grundsätzlich ist die Kombination von Methotrexat und UV-Licht möglich. Manche Dermatologen setzen sogar gezielt die künstliche UV-Lichttherapie unter einer MTX-Behandlung ein, um die Effektivität beider Therapien zu steigern. Allerdings weiß man auch, dass es unter dieser Kombination häufiger zu einer phototoxischen Reaktion mit akuter Verschlechterung der Psoriasis kommen kann.

Die Folge einer erhöhten Lichtempfindlichkeit durch den Wirkstoff Methotrexat ist nicht vorhersehbar und kann unterschiedlich stark ausfallen. Das hängt u.a. davon ab, welcher Menge an UV-Strahlung jemand ausgesetzt war. Daher sollte bei der UV-Dosierung im Rahmen der Phototherapie, aber auch im Sonnenurlaub darauf besonders geachtet werden.

Welche Nebenwirkungen kann Methotrexat verursachen?

Magen-Darm-Beschwerden und mehr Infekte

Am häufigsten kann Methotrexat Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Haarverlust und Hautausschlag verursachen. Viel seltener kann man Auswirkungen auf die Blutbildung, die Lungen- und die Leberfunktion beobachten, weshalb bei Einnahme dieses Medikaments in regelmäßigen Abständen auf jeden Fall Blutkontrollen durchgeführt werden sollten.

Da Methotrexat das Immunsystem beeinflusst, wird man auch anfälliger für Infektionen. Vorsicht sollte daher beim Kontakt zu Personen geboten sein, die an einer schweren Infektion leiden, wie z.B. bei Windpocken oder einer Gürtelrose.

Falls Sie eines der oben genannten Symptome oder eines der folgenden bei sich beobachten, sollte der behandelnde Arzt umgehend benachrichtigt werden: Halsschmerzen, Schüttelfrost, Fieber, ungewöhnliche Blutergüsse oder Blutungen, starke Müdigkeit, Sehstörungen, Schwindel, Krämpfe, Kurzatmigkeit, gelbliche Verfärbung der Haut oder der Augen. Auch andere Symptome, die Sie bei sich entdecken, sollten Sie auf jeden Fall Ihrem Arzt melden.

Tipps zur besseren Verträglichkeit

In vielen Studien konnte gezeigt werden, dass Methotrexat bei gleichzeitiger Gabe von Folsäure wesentlich besser vertragen wird. Wann und wie viel Sie einnehmen, sollten Sie am besten mit Ihrem Arzt besprechen.

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Da die Leber bei Einnahme von Methotrexat beansprucht wird, wird Ihnen Ihr Arzt auch vermutlich empfehlen, bei Alkohol besonders vorsichtig zu sein und die Einnahme auf ein Minimum zu reduzieren, um Leberschäden zu vermeiden.

Regelmäßige Blutkontrollen sind ebenfalls sehr wichtig, um beispielsweise bei Änderungen der weißen Blutkörperchen oder der Blutplättchen rechtzeitig eingreifen zu können.

Wenn Sie Methotrexat als Tabletten einnehmen und dabei mit starken Magen-Darm-Beschwerden zu kämpfen haben, kann es auch helfen, wenn Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob man die Tabletten nicht auf den Tag verteilen kann, statt sie in einer einzigen Dosis einzunehmen. Außerdem kann es helfen, Methotrexat anstatt als Tablette auch als Spritze verabreicht zu bekommen. Dies mag zwar für viele keine angenehme Alternative sein, kann den Magen und Darm aber erheblich entlasten.

Zuletzt gilt es, wie bei allen Medikamenten, jegliche Vorerkrankungen und Medikamente, die Sie noch zusätzlich einnehmen, mit Ihrem Arzt genau zu besprechen, um das Risiko für Neben- und Wechselwirkungen zu minimieren.

Kann MTX meine Leber und Nieren schädigen?

Ja, das ist möglich. Obwohl MTX bei der Therapie von Autoimmunerkrankungen deutlich niedriger dosiert wird als bei der Krebstherapie, kann der Wirkstoff dennoch eine organschädigende Wirkung haben. Das Risiko dafür hängt von verschiedenen Faktoren ab. Daher bedarf Methotrexat (MTX) regelmäßiger Kontrollen.

Nebenwirkungen – die Menge macht´s

Methotrexat gehört zur Gruppe der Zytostatika, eine Substanzklasse, die vor allem in der Behandlung von Krebs eingesetzt wird. Zytostatika hemmen die Zellteilung und das Zellwachstum, sie bringen also Tumorzellen zum Stehen.

Die Nebenwirkungen der Zytostatika beruhen vor allem darauf, dass sie sämtliche Körperzellen hemmen, die sich schnell teilen. Diese unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind bei der deutlich höher dosierten Tumortherapie folglich stärker ausgeprägt als unter der niedrigdosierten Gabe bei den Autoimmunerkrankungen.

Wann man MTX lieber nicht nimmt

Methotrexat ist ein Medikament mit potentiell hepatotoxischer und nephrotoxischer Wirkung. Das bedeutet, dass es Leber und Nieren schädigen kann. Das Risiko hängt dabei jedoch nicht nur von der Dosis ab, sondern auch von bestimmten persönlichen Risikofaktoren.

So haben beispielsweise Menschen mit einem (insulinpflichtigen) Diabetes mellitus oder Übergewicht unter MTX ein erhöhtes Risiko für eine dauerhafte Leberschädigung. In solchen Fällen muss man die Therapieoption mit Methotrexat genau abwägen.

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Auch die gleichzeitige Einnahme leberschädigender Medikamente oder der Genuss von Alkohol kann sich hierbei deutlich negativ auswirken. Bei bereits bestehenden Lebererkrankungen oder Hepatitis in der Vorgeschichte sollte ggf. eine andere Therapie in Erwägung gezogen werden.

Es wird außerdem dringend davon abgeraten, gleichzeitig zum MTX sogenannte nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAP) einzunehmen. Dazu gehören u.a. Aspirin, Diclofenac oder Ibuprofen. Insbesondere bei einer bestehenden Nierenfunktionsstörung kann die gleichzeitige Einnahme lebensgefährlich werden, da auch Methotrexat über die Nieren ausgeschieden wird.

Seien Sie dennoch beruhigt

Weitere mögliche Kontraindikationen (Gegenanzeigen), die bei einer Therapie mit Methotrexat berücksichtigt werden müssen, wird Ihr behandelnder Arzt im Einzelnen mit Ihnen besprechen. Sofern Sie aber eine unauffällige Krankengeschichte haben, keine besonderen Medikamente dauerhaft einnehmen und aktuell unter keiner chronischen Erkrankung leiden, können Sie davon ausgehen, dass Sie MTX in der Regel gut vertragen werden. Der bei vielen Erkrankungen seit Jahrzehnten eingesetzte Wirkstoff hat sich bewährt und kann, bei regelmäßiger Kontrolle der Blutwerte und der Organfunktionen, sogar über Jahre gegeben werden.

Worauf Sie noch achten sollten:

  • unter MTX keine Impfung mit Lebendimpfstoffen
  • Melden Sie sich sofort bei Ihrem Arzt, falls Sie folgende Symptome unter der Therapie entwickeln: akutes Fieber, Husten, Kurzatmigkeit bzw. Atemnot, akute Blauverfärbung der Haut und Schleimhäute.
  • konsequente Verhütungsmaßnahmen bei Frauen und Männern während und bis zu sechs Monate nach Therapieende

Wie ist es mit Kinderwunsch unter MTX?

Methotrexat (MTX) wird nicht nur als Chemotherapeutikum in der Krebstherapie, sondern niedrig dosiert auch zur Behandlung verschiedener Autoimmunerkrankungen eingesetzt. In diesem Zusammenhang sollten Männer und Frauen mit Kinderwunsch bereits im Vorfeld wissen, dass eine MTX-Therapie diesbezüglich mit einigen Einschränkungen verbunden ist.

Der Folsäure-Antagonist Methotrexat unterdrückt bzw. verändert die Überaktivität des Immunsystems und wirkt entzündungshemmend. Aufgrund dieser Eigenschaften wird MTX erfolgreich in der Langzeitbehandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen eingesetzt.

Darüber hinaus findet es Verwendung als Zytostatikum in der Tumortherapie. Die hohen Dosierungen sorgen hierbei für eine Hemmung der Zellteilung und des Zellwachstums von Krebszellen.

MTX hemmt Körperzellen – mal mehr, mal weniger

Methotrexat hemmt vor allem Körperzellen, die sich schnell teilen. Bösartig veränderte Zellen teilen sich schneller als gutartige, normale Zellen. Je höher die Dosierung des Wirkstoffes MTX, desto stärker ist seine hemmende Wirkung auf die Körperzellen.

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Bezogen auf die Nebenwirkungen einer MTX-Therapie bedeutet das natürlich auch, dass diese bei der hochdosierten Chemotherapie generell stärker auftreten als bei der niedrigdosierten Therapie. Aber auch bereits geringe Mengen der Substanz können sich negativ auswirken. Vor allem die möglichen Schäden am Erbgut sind sehr ernst zu nehmen.

Denn auch die menschlichen Keimzellen (Spermien, Eizellen) teilen sich rasch. Der Folsäure-Antagonist Methotrexat kann folglich auch auf sie negative Auswirkungen haben. Das kann dann dazu führen, dass Spermien nicht korrekt produziert werden, dadurch "falsche" Informationen enthalten und es im Falle einer Befruchtung überhaupt nicht zu einem lebensfähigen Embryo kommt.

Methotrexat und die Auswirkung auf das Erbe

Methotrexat kann erbgutschädigend wirken. Falls Sie also als Mann eine Therapie mit MTX bekommen, sollten Sie sowohl während der Behandlung als auch drei bis sechs Monate danach kein Kind zeugen. Da die Behandlung mit Methotrexat außerdem zu Unfruchtbarkeit führen kann, könnte es für Sie als Mann auch ratsam sein, sich vor Beginn der Therapie über die Möglichkeit einer Samenaufbewahrung (Spermakonservierung) beraten zu lassen.

Auch als Frau müssen Sie unter der Therapie mit Methotrexat einiges berücksichtigen. Sie dürfen während und bis zu sechs Monate nach Therapieende nicht schwanger werden. Der Wirkstoff Methotrexat kann beim Ungeborenen zu Fehlbildungen und Organschädigungen bis hin zur Fehlgeburt führen.

Kein MTX während der Stillzeit

Methotrexat geht in die Muttermilch über und kann dadurch toxische (gesundheitsschädigende) Wirkungen beim gestillten Kind verursachen. Sollten Sie dennoch während der Stillzeit eine Therapie mit Methotrexat benötigen, müssen Sie vor Behandlungsbeginn abstillen.

Muss Methotrexat vor einer geplanten Schwangerschaft abgesetzt werden?

Ja. Denn der Entzündungshemmer Methotrexat kann Fehlbildungen beim ungeboren Kind verursachen. Als Gegenspieler der Folsäure hat Methotrexat ein seit langem bekanntes fruchtschädigendes Potenzial mit einem charakteristischen Muster an (variablen) Fehlbildungen.

Mögliche Fehlbildungen unter Methotrexat in der Schwangerschaft

Dazu zählen z.B.:

  • Fehlbildungen der Schädelknochen (craniale Knochendysplasien)
  • Fehlbildungen von Gehirnpartien
  • Fehlbildungen im Bereich von Armen und Beinen
  • sehr selten auch: komplettes Fehlen des Gehirns (Anencephalie)

Nach dem Absetzen besonders an Folsäure denken

Die Behandlung mit Methotrexat während Schwangerschaft und Stillzeit ist folglich verboten. Aus diesem Grund sollte auch vor Beginn einer Behandlung mit Methotrexat eine bestehende Schwangerschaft sicher ausgeschlossen sein und unter der Behandlung immer eine sichere Verhütungsmethode angewendet werden, um nicht versehentlich in eine (unvermutete) Schwangerschaft hineinzutherapieren. Dies gilt nicht nur für die gebärfähigen Frauen selbst, sondern auch für ihre männlichen Partner, weil der Wirkstoff auch zu Missbildungen und dauerhaften Veränderungen der Spermien führen kann.

Der zeitliche Sicherheitsabstand, der nach dem Absetzen der MTX-Medikation bis zur Empfängnis zwingend eingehalten werden sollte, beträgt mehrere Monate. Sprechen Sie sich deshalb frühzeitig mit Ihrem behandelnden Rheumatologen oder anderen Facharzt ab, wenn Sie eine Schwangerschaft planen. Zudem sollten Sie Ihren Frauenarzt auf die frühere MTX-Therapie hinweisen und auf eine ausreichende Einnahme von Folsäure achten, wenn Sie schwanger geworden sind.

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Muss ich eine unter der Behandlung mit Methotrexat entstandene Schwangerschaft abbrechen?

Meistens nicht. Zwar ist die Behandlung mit dem Rheuma- und Krebs-Medikament Methotrexat (MTX) während der Schwangerschaft medizinisch untersagt. Auch wird sicheres Verhüten während der Einnahme sowie rechtzeitiges Absetzen des Medikaments vor der Empfängnis empfohlen. Dennoch kommt es natürlich vor, dass dieses potentiell fruchtschädigende Arzneimittel während einer zunächst unbemerkten Schwangerschaft eingenommen wird.

Gründliche Pränataldiagnostik

Ein Grund zum sofortigen Schwangerschaftsabbruch und der damit verbundenen Besorgnis besteht deshalb aber keineswegs zwingend. Es hat sich nämlich in Studien gezeigt, dass eine solche versehentliche Methotrexat-Einnahme in der "Rheuma-Dosierung" kein erhebliches Fehlbildungsrisiko für das Ungeborene bedeutet. Gleichwohl sollte die Behandlung sofort umgestellt und mittels Ultraschall-Feindiagnostik der Zustand und die Entwicklung des Kindes beobachtet werden.

Weisen Sie Ihre behandelnden Ärzte – den Frauenarzt und den Rheumatologen bzw. den Arzt, bei dem die MTX-Behandlung erfolgt – jeweils auf Ihre Situation hin und besprechen Sie mit ihnen das in Ihrem individuellen Fall beste Vorgehen. Und achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Folsäure. Denn Methotrexat ist ein Folsäure-Gegenspieler.

Autoren: 

Quellen:

  • Rote Liste Service GmbH, PatientenInfo-Service Methotrexat.

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