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Amoxicillin (Augmentan, Amoxibeta): Wirkung und Nebenwirkungen

Bei welchen Erkrankungen wird Amoxicillin zur Behandlung eingesetzt? Wie wirkt dieses Antibiotikum und welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme auftreten? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir für Sie im folgenden Beitrag über Amoxicillin.

Grundlagen

Was ist Amoxicillin für ein Antibiotikum?

Generell werden bei Antibiotika je nach Wirkungsweise verschiedene Wirkstoffklassen unterschieden, einige davon haben Sie vielleicht schon gehört. Das Amoxicillin gehört zur Gruppe der Penicilline. Diese wiederum gehören zu den sogenannten Beta-Laktam-Antibiotika. Alle dieser Gruppe zugehörigen Wirkstoffe haben eine Gemeinsamkeit in ihrer Molekülstruktur - einen Beta-Laktam-Ring, daher stammt auch der Name.

Die richtige Wahl des Antibiotikums ist entscheidend

Jedes einzelne Antibiotikum wirkt etwas anders und hat verschiedene Stärken und Schwächen. Deshalb werden bei Infektionen je nach Ort und Erreger unterschiedliche Wirkstoffe zur Behandlung eingesetzt.

Amoxicillin ist ein sehr häufig verschriebenes Antibiotikum mit einem breiten Anwendungsbiet (Breitband-Antibiotikum) und wenig Nebenwirkungen.

Wirkung

Wie wirkt Amoxicillin?

Amoxicillin gehört zu den bakteriziden Antibiotika. Das bedeutet, dass die Erreger direkt durch den Wirkstoff abgetötet werden. Genauer gesagt hemmt Amoxicillin die Zellwandsynthese der Bakterien.

Durch die Bindung des Beta-Laktam-Rings an sogenannten Transpeptidasen der Bakterien wird die Herstellung eines wichtigen Stoffs, dem Peptdoglykan gehemmt. Damit wird der letzte Schritt der bakterielle Zellwandsynthese unterbrochen und die Erreger sterben in weiterer Folge ab.

Können sich bei der Behandlung mit Amoxicillin Resistenzen bilden?

Ja, diese Gefahr besteht bei allen Antibiotika. Der große Nachteil von Beta-Laktam-Antibiotika ist deren Anfälligkeit für ein bestimmtes Enzym, das manche Bakterienarten herstellen – die Beta-Laktamase. Dieser Stoff spaltet den Beta-Laktam-Ring der Antibiotika auf und inaktiviert dadurch deren Wirkung.

Kombinationspräparate schützen vor Resistenzen

Aus diesem Grund wird Amoxicillin häufig als Kombinationspräparat mit Clavulansäure verabreicht (Augmentan®, Amoclav®). Dieser Stoff verhindert die Aufspaltung des Beta-Laktam-Rings und erhält dadurch die Wirkung des Amoxicillins. Somit kann auch die Resistenzbildung gegen das Amoxicillin reduziert werden.

Anwendung

Wie, in welcher Form und bei welchen Erkrankungen wird Amoxicillin verabreicht?

Gegen welche Erkrankungen wird Amoxicillin eingesetzt?

Amoxicillin hat ein breites Einsatzspektrum. Es wird bei bakteriellen Infektionen im Bereich der Harnwege, der Atemwege, der Haut und des Verdauungstrakts eingesetzt. Typischerweise bei folgenden Erkrankungen:

  • akute Bronchitis
  • akute bakterielle Rhinosinusitis (Entzündungen im Bereich der Nasennebenhöhlen)
  • akute Blasenentzündung

Was bedeutet die Verwendung von Amoxicillin als „Endokarditis-Prophylaxe“?

Menschen, die bereits eine Entzündung der Herzinnenwand, meistens der Herzklappen, (Endokarditis) hatten, müssen sich vor bestimmten medizinischen Eingriffen prophylaktisch schützen. Durch die Gabe eines Antibiotikums im Vorfeld soll eine erneute Entzündung des Herzens durch eingeschwemmte Bakterien verhindert werden.

Das bekannteste Beispiel, bei der eine Endokarditis-Prophylaxe zum Einsatz kommt, ist die Behandlung beim Zahnarzt. Dabei können Bakterien im Mundraum, vor allem bei Entzündungen im Bereich der Zähne und des Zahnfleisches, ins Blut gelangen und sich auf den vorgeschädigten Herzklappen ablagern. Um das zu verhindern müssen Betroffene 30-60 min vor dem Eingriff ein Antibiotikum nehmen, in der Regel Amoxicillin (Alternativen: Ampicillin, Clindamycin) – die Endokarditis-Prophylaxe.

Auf welche Arten kann Amoxicillin eingenommen werden?

Amoxicillin gibt es in verschiedenen Darreichungsformen:

  • Sirup oder Saft
  • Tabletten
  • Pulver oder Granulat

Mein Arzt sagt, ich muss alle acht Stunden eine Amoxicillin-Tablette nehmen, muss ich mich wirklich so genau daran halten?

Kurze Antwort: Ja, unbedingt. Manchmal ist das sicherlich nicht so einfach, wenn es einem ohnehin schon schlecht geht, aber die Einhaltung der Zeitabstände ist sehr wichtig für den Behandlungserfolg. Denn …

… für die Bekämpfung der Bakterien muss ein konstanter Spiegel des Amoxicillins im Blut vorhanden sein, damit sich die Erreger nicht wieder vermehren können. Stellen Sie sich also am besten einen Wecker, damit Sie die Einnahme nicht vergessen.

Wann darf ich auf keinen Fall Amoxicillin einnehmen?

Wenn bei Ihnen nach der Einnahme von Amoxicillin oder anderen Penicillinen, Beta-Laktam-Antibiotika oder Sulfiten jemals eine Unverträglichkeitsreaktion aufgetreten ist, dürfen Sie das Medikament auf keinen Fall einnehmen.

Darf Amoxicillin in der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden?

Ja, Studien zufolge kommt es zu keinerlei Beeinträchtigung bei der Einnahme von Amoxicillin während der Schwangerschaft. Dennoch muss wie bei allen Medikamenten vorab sorgfältig entschieden werden, ob die Behandlung notwendig ist, bei Bedarf kann Amoxicillin aber gegeben werden.

Bei welchen anderen Medikamenten muss ich vorsichtig sein?

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Amoxicillin und den folgenden Medikamenten kann es zu Wechselwirkungen kommen:

  • Probenecid (Gicht)
  • Allopurinol (Gicht)
  • Tetracycline (Antibiotikum)
  • orale Antikoagulanzien (Blutverdünner)
  • Methotrexat (Chemotherapie oder bei rheumatischen Erkrankungen)

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei Amoxicillin auftreten?

Wie viele Antibiotika kann auch die Behandlung mit Amoxicillin zu unerwünschten Wirkungen führen, vor allem im Verdauungstrakt. Denn der Wirkstoff greift nicht nur die schädlichen Bakterien, sondern auch die körpereigene Darmflora an. Das kann zu Verdauungsproblemen und außerdem zu Pilzinfektion führen.

Häufige (1-10 von 100) Nebenwirkungen sind:

  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Hautausschlag

Weitaus seltener kann es auch zu folgenden unerwünschten Effekten kommen:

Quellen:

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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