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Prinzipiell ist Sondennahrung immer dann eine Option, wenn die Aufnahme der Nahrung stark erschwert oder sogar unmöglich ist.  Bei einem Schlaganfall treten zum Beispiel bei fast jedem Zweiten direkt nach dem Ereignis Schluckstörungen auf. Immer dann, wenn diese länger anhalten oder sehr ausgeprägt sind, kann eine Sondennahrung sinnvoll sein.

Das Problem mit dem Schlucken oder der erschwerten Nahrungsaufnahme ist keine Bagatelle. Ein Nährstoff- und Flüssigkeitsmangel kann richtig gefährlich werden:

  • er begünstigt Infektionen; dazu gehört auch eine schwere Lungenentzündung, wenn Nahrungsbestandteile versehentlich in die Luftröhre geraten (Ärzte nennen das Aspirationsgefahr);
  • er erschwert die Heilung der Schlaganfallfolgen;
  • er erhöht nachgewiesenermaßen sogar die Sterberate

Experten empfehlen daher nach Schlaganfall bei jeder Schluckstörung, die voraussichtlich länger als eine Woche anhält, den Einsatz von Sondennahrung.

Zwei Varianten der Sondennahrung

Was ist Sondennahrung überhaupt? Es gibt zwei Formen: Entweder wird ein Schlauch über die Nase und Speiseröhre in den Magen geführt. Darüber kann dann über angeschlossene Flaschen Nahrung zugeführt werden. Mediziner nennen das nasogastrale Sonde. Weil diese Variante für den Patienten nur wenig belastend ist, ist es die bevorzugte Methode. Das „Wiedererlernen“ des Schluckens wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Eine Alternative ist die sogenannte PEG-Sonde. Dabei wird der Schlauch über einen ganz kleinen Schnitt am Bauch direkt in den Magen geführt. Das ist immer dann zu erwägen, wenn die künstliche Ernährung voraussichtlich über einen längeren Zeitpunkt notwendig sein wird. PEG steht für perkutane endoskopische Gastrotomie (die Sonde wird nämlich von außen eingeführt, die optimale Platzierung aber zusätzlich von innen über eine Magenspiegelung gesteuert).

Für jeden Bedarf gibt es passende Nährstoff-Kombinationen

Die zugeführte Nahrung ist in Form von Flaschen erhältlich, die je nach Ausgangslage entweder eine Art Komplettabdeckung aller Nährstoffe enthalten oder aber auch bei Bedarf speziellere Zubereitungen. Letzteres kann sinnvoll sein, wenn neben dem Schlaganfall noch andere Probleme oder Erkrankungen bestehen, die zum Beispiel eine erhöhte Zufuhr bestimmter Mineralstoffe erforderlich machen. Die Hersteller dieser Sondennahrungs-Produkte bieten hier meist eine ganze Palette an verschiedenen Kombinationen an.

Ist die akute Schluckstörung überstanden, kann übergangsweise auch auf Trinknahrung umgesattelt werden. Sie funktioniert ohne Sonde, hat aber den Vorteil, dass die Zusammensetzung und vor allem die Konsistenz an die noch erschwerten Bedingungen beim Essen angepasst sind.

Was ist wann das richtige?

Zusammenfassend kann man folgende Empfehlung geben:

  • starke Schluck-Beeinträchtigung: reine Sondennahrung
  • mäßige Schluck-Beeinträchtigung, aber noch Aspirationsgefahr: Sondennahrung plus geringer Mengen pürierter Kost
  • leichte Schluck-Beeinträchtigung: pürierte oder flüssige Kost, auch in Form von Fertigprodukten verfügbar
  • Schluck-Beeinträchtigung nur noch minimal: normale Kost, aber möglichst noch unter Aufsicht

Quellen:

  • Wirth et al: Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), 2013.

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Autor unseres Artikels
 
Dr. med. Jörg Zorn, Arzt

Dr. med. Jörg Zorn
Arzt

    Studium:
  • Universitätsklinik Marburg
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag

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Medizinische Prüfung
des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

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Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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Dr. med. Jörg Zorn, Arzt / medizinischer Fachautor

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