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Ringelröteln: Symptome und Behandlung

Was sind Ringelröteln und woran erkennt man sie? Wie sieht der Hautausschlag aus? Wie wird die Erkrankung behandelt? Mehr dazu im folgenden Beitrag.

Basiswissen

Was sind Ringelröteln?

Ringelröteln sind eine Infektionskrankheit, an der vor allem Kinder im Kindergarten- und Schulalter erkranken. Auslöser ist der sehr ansteckende Parvovirus B19, der weltweit verbreitet ist.

Meistens verläuft die Erkrankung harmlos und hinterlässt eine lebenslange Immunität; 70 % der Erwachsenen sind immun. B19-Infektionen treten hauptsächlich im Spätwinter bis Frühsommer auf. Bedrohlich kann die Virus-Infektion allerdings verlaufen, wenn eine schwangere Frau erstmals an Ringelröteln erkrankt. Im Extremfall besteht dann Lebensgefahr für das ungeborene Kind.

Symptome

Was sind typische Beschwerden bei Ringelröteln?

Nicht jeder, der am Parvovirus B19 erkrankt, hat auch Symptome. Die Mehrzahl der Infektionen verläuft ganz unbemerkt. Allgemein kann man aber damit rechnen, dass das Beschwerdebild in höherem Lebensalter stärker ausgeprägt ist.

Treten Anzeichen für die Krankheit auf, ist der typische Hautausschlag besonders markant. Den roten, ringförmigen Flecken verdankt die Erkrankung auch ihren Namen.

Hautausschlag:

Zunächst treten schmetterlingsförmige, großfleckige rote Hautveränderungen auf beiden Wangen auf. Ein bis zwei Tage später bilden sich fleckförmige Rötungen auf Schultern, Oberarmen, Oberschenkeln und Gesäß. Im weiteren Verlauf können sie ein Girlanden- oder Ringel-förmiges Muster ausbilden. Der  Ausschlag  verblasst etwa nach einer Woche.

Etwas weiter gefasst sind folgende Erscheinungen typisch:

  • selten Juckreiz am gesamten Körper
  • Spannungsgefühl der Haut möglich
  • nur mäßiges Fieber
  • Schwellung der Lymphknoten
  • nicht selten zusätzlich Gelenkschmerzen

Ansteckung

Wie steckt man sich mit Ringelröteln an?

Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Das heißt, durch Speicheltröpfchen, Husten oder Niesen gelangen die Erreger von Mensch zu Mensch. Werden die Keime schließlich eingeatmet, gelangen sie in den Körper und beginnen sich zu vermehren.

Eine Infektion ist aber auch von einer Schwangeren auf ihr ungeborenes Kind möglich. Dies geschieht über den Blutkreislauf. Ob die werdende Mutter Krankheitszeichen entwickelt oder nicht, spielt hierbei keine Rolle. Das Risiko für das Baby ist unverändert hoch.

Türklinken und Blutkonserven

Neben den genannten Infektionswegen gibt es auch noch andere Möglichkeiten, an Ringelröteln zu erkranken. Der verantwortliche Virus ist z. B. so widerstandsfähig, dass er auch in der Umwelt lange überleben kann. Eine Infektion über gemeinsame Spielsachen oder Türklinken ist nicht auszuschließen.

Der Parvovirus überlebt zum Teil auch in Blutkonserven. Auch wenn das Risiko sehr gering ist, kann eine Ansteckung durch eine fremde Blutspende erfolgen.

Kann man sich gegen Ringelröteln schützen?

Kaum, denn die Ansteckung verläuft meistens unbemerkt, nämlich dann, wenn der Erkrankte noch keine Symptome aufweist. Ist eine Rötel-Infektion im Familien- oder Freundeskreis bekannt, hilft nur Abstand halten, bis die Erkrankung sicher vorbei ist. Denn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist die Ansteckungsgefahr sehr hoch.

Folgende allgemeine Hygienemaßnahmen können im Alltag helfen, das Infektionsrisiko zu reduzieren:

  • regelmäßiges und gründliches Händewaschen
  • Berühren des Gesichts mit ungewaschenen Händen sollte vermieden werden
  • Schwangere, die nicht immun gegen Ringelröteln sind, sollten keine Krippen oder Kindergärten aufsuchen, an denen die Erkrankung ausgebrochen ist.
  • Es ist dringend empfohlen, die Immunität gegen Röteln vor einer Schwangerschaft testen zu lassen; dies gilt ganz besonders, wenn Sie Kontakt zu Kindern im Vorschulalter haben.

Wie lange sind Ringelröteln ansteckend?

Hat sich Ihr Kind mit Ringelröteln angesteckt, dauert es vier bis 14 Tage, bis sich erste Symptome zeigen. Tückisch ist, dass gerade in dieser Phase die Ansteckungsgefahr am größten ist. Entwickelt sich dann schließlich der Hautausschlag, kann fast schon Entwarnung gegeben werden. Denn dann ist kaum noch mit einer Ansteckung zu rechnen.

Diagnose

Wie stellt der Arzt Ringelröteln fest?

Meistens reicht dem erfahrenen Mediziner ein Blick auf den typischen Hautausschlag und die Befragung des erkrankten Kindes oder der Eltern (Anamnese). Nur in Ausnahmefällen, wenn die Diagnose nicht eindeutig gestellt werden kann, ist eine Blutabnahme notwendig. Hier lassen sich spezielle Antikörper gegen den Virus nachweisen, die für die Krankheit beweisend sind.

Therapie

Wie werden Ringelröteln behandelt?

An erster Stelle brauchen kranke Kinder liebevolle Zuwendung und ein paar unterstützende Maßnahmen. Bei Beschwerden wie Fieber und Gliederschmerzen können Wadenwickel oder fiebersenkende Zäpfchen (z. B. mit Paracetamol) Linderung bringen. Aber in der Regel ist eine Behandlung selten notwendig. Den Virus selber muss das eigene Immunsystem bekämpfen.

Nach der Erkrankung braucht die Haut mitunter mehr Pflege, weil sie rauh und schuppig sein kann. Ölbäder und fett/feuchte Lotionen tun der gestressten Haut gut.

Immunglobuline bei Abwehrschwäche

Nicht immer ist das eigene Abwehrsystem stark genug, um gegen die Krankheit anzukommen. Bei einer solchen Immunschwäche können Immunglobuline hilfreich sein. Sie sind Teil unseres Immunsystems und werden normalerweise von den körpereigenen Abwehrzellen produziert. Liegt aber ein Mangel vor, können die Antikörper, wie Immunglobuline auch genannt werden, als Infusion dem Körper über den Blutkreislauf zugeführt werden.

Transfusion bei Blutarmut

Wird eine Ringelröteln-Infektion während der Schwangerschaft entdeckt, werden regelmäßig Ultraschalluntersuchungen des Kindes durchgeführt. Durch diese Maßnahme lässt sich ein Hydrops fetalis frühzeitig feststellen und gegebenenfalls eine Blutarmut des ungeborenen Babys mit Bluttransfusionen ausgleichen.

Komplikationen

Können Ringelröteln gefährlich sein?

Bei Kindern und Erwachsenen treten kaum ernste Komplikationen auf. Die eigenen Abwehrkräfte bekämpfen den Virus in der Regel rasch und erfolgreich.

Anders sieht es aber aus, wenn sich eine Schwangere mit dem Virus infiziert. Das Risiko, dass das ungeborene Kind auch an Ringelröteln erkrankt, liegt bei 5 bis 10 %.

Achtung bei Infektion in der Schwangerschaft

Besonders gefährlich ist es, wenn sich die Frau in der 13. bis 20. Schwangerschaftswoche befindet. Folgen für das Ungeborene können eine Blutarmut sein, gelegentlich tritt auch eine Herzmuskelentzündung auf, die bis zur Herzinsuffizienz (=Herzschwäche) führen kann.

Bei besonders schweren Verläufen kommt es schließlich zum Hydrops fetalis. Hierunter versteht man die Ansammlung von zu viel Flüssigkeit im kindlichen Gewebe. Als weitere Folge ist eine Totgeburt möglich.

Wissenswertes

Welche ist die „Fünfte Krankheit“?

Als „fünfte Krankheit“ werden die Ringelröteln bezeichnet, da sie mit Masern, Windpocken, Röteln und Scharlach zu den klassischen Kinderkrankheiten gehören, die typischerweise einen Hautausschlag (Exanthem) verursachen.

Gibt es einen Impfstoff gegen Ringelröteln?

Leider nein. Es gibt zwar Forschungsgruppen, die an der Entwicklung einer Impfung arbeiten, derzeit steht aber noch kein Impfstoff zur Verfügung.

Quellen:

  • Ringelröteln (Erythema infectiosum). Kinder- & Jugendärzte im Netz. (aktualisiert 2018). www.kinderaerzte-im-netz.de.
  • Parvovirus B19. Arbeitskreis Blut des Bundesministeriums für Gesundheit (2010). Bundesgesundheitsbl 2010. 53:944–956. DOI 10.1007/s00103-010-1109-9 www.rki.de.
  • Parvovirus B19. Stellungnahme des Arbeitskreises Blut (1998). www.rki.de.
  • Muntau, A. Intensivkurs Pädiatrie. Urban und Fischer. (2004)
  • Ringelröteln. Herausgeber: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2018) www.infektionsschutz.de

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