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Wie lange ist man bei Prostatakrebs krankgeschrieben?

Die Frage, wie lange man beim Prostatakarzinom arbeitsunfähig ist, lässt sich kaum pauschal beantworten. So hängt die Krankschreibung u. a. von der Krebsart, der durchgeführten Therapieform, den Begleitumständen und dem Allgemeinzustand des Einzelnen ab.

Längere Auszeit nach Prostata-OP

Wie bereits erwähnt kann man bei diesem Thema zwar mit Zahlen jonglieren, aber eine handfeste Aussage dürfen Sie nicht erwarten. Beispielsweise ergibt sich die Dauer einer Krankschreibung nach einer radikalen Prostatektomie sowohl aus der Art der Operation (es existieren vier verschiedene Techniken) und den möglichen Folgeerscheinungen als auch aus der bestehenden beruflichen Belastung.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass das Bindegewebe im Operationsbereich nach etwa sechs Wochen weitestgehend stabil vernarbt ist. Dieser Zeitraum stellt quasi die untere Grenze dar, die es bei einer Krankschreibung zu berücksichtigen gilt. Bei einer körperlich anstrengenden Tätigkeit sollten Sie eher von einer 12-wöchigen Arbeitsunfähigkeit ausgehen. Eine zu frühe Belastung könnte sonst dazu führen, dass z. B. OP-Narben aufreißen und es zu Komplikationen kommt.

Bei Bestrahlung individuell entscheiden

Wenn man sich bei Ihnen dagegen für eine Strahlentherapie des Prostatakrebses entschieden hat, kann es sogar sein, dass Sie gar nicht krankgeschrieben werden müssen. Je nach Bestrahlungsverfahren lässt sich die Behandlung nämlich problemlos auch ambulant durchführen.

Allerdings ist es wie bei jeder Therapie: Jeder Mensch reagiert anders – sowohl hinsichtlich der Nebenerscheinungen als auch bezüglich der psychischen Belastung, die mit dieser Situation einhergehen kann. Manch einer sieht die Arbeit als Ablenkung, ein anderer ist dagegen erschöpft und wünscht sich nichts als Ruhe.

Letztendlich entscheiden Sie zusammen mit Ihrem Urologen, ob es sinnvoll ist, Sie während der Bestrahlungseinheiten arbeitsunfähig zu schreiben oder nicht.

Eine Reha kann helfen

Egal ob radikale Prostatektomie oder Strahlentherapie, als Betroffener sollten Sie nach einer lokal kurativen Therapie darüber nachdenken, ergänzend eine Rehabilitationsbehandlung in Anspruch zu nehmen. Meist ist es sogar so, dass man Ihnen diese Maßnahme bereits während Ihres Krankenhausaufenthaltes nahelegt. Die dann als Anschlussheilbehandlung (AHB) bezeichnete medizinische Rehabilitation muss in der Regel spätestens 14 Tage nach der Klinikentlassung begonnen werden.

Dieser enge Zeitraum macht durchaus Sinn. Schließlich geht es darum, zeitnah dafür zu sorgen, die körperlichen und seelischen Folgen Ihrer Tumorerkrankung zu mildern bzw. zu beseitigen. Die Rehabilitation müssen Sie hierbei als ganzheitliches Behandlungskonzept sehen. Ziel ist es, sowohl die therapiebedingten Funktionsstörungen als auch die Teilhabe am "normalen" gesellschaftlichen Leben und somit auch Ihre Erwerbsfähigkeit schnellstmöglich wiederherzustellen.

Also, keine Scheu! Sie können nur davon profitieren.

Interessante Studienergebnisse

Zum Schluss möchte ich den Zahlenliebhabern unter Ihnen noch eine interessante Studie von 2005 vorstellen. Die Untersuchung ist in der Fachzeitschrift "Der Urologe" unter dem Titel "Radikale Prostatektomie bei Männern unter 56 Jahren mit Prostatakarzinom – eine Krankheitskostenanalyse" erschienen.

Neben vielen anderen Daten präsentierten die Wissenschaftler in ihrer Arbeit auch folgende interessante Zahlen:

  • Von 177 untersuchten Männern waren 163 vor der radikalen Prostatektomie erwerbstätig.
  • Die betroffenen erwerbstätigen Männer waren nach der OP im Durchschnitt 104 Tage krankgeschrieben.
  • 83% von den Betroffenen nahmen nach der OP eine AHB in Anspruch.
  • 74% waren danach wieder erwerbstätig, 6% wurden altersbedingt berentet, 13% wurden aufgrund des Prostatakarzinoms berentet und 7% wurden arbeitslos.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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