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Aknenarben: Ursachen und Behandlung

Was kann man gegen Aknenarben tun? Wie entstehen sie und welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es? Fragen dazu beantworten wir im folgenden Beitrag.

Ursachen

Wie entstehen Aknenarben?

Werden Pickel und Mitesser unprofessionell entfernt, können Aknenarben zurückbleiben.

Der Grund dafür: Wenn man einen Pickel gewaltsam ausdrückt oder sogar aufschneidet, gelangen sehr schnell Bakterien in die Wunde, die sich rasch vermehren können und Entzündungen hervorrufen. Das normale Bindegewebe wird dabei zerstört und durch Neues ersetzt.

Allerdings unterscheidet sich das neu gebildete Gewebe vom Aussehen her von der übrigen Haut. Es ist weniger gut durchblutet und kann sich verhärten und nach innen ziehen. Unschöne rote Narben bleiben auf der Haut zurück, die später weiß werden.

Aknenarben können aber auch bei sehr starker Akne (mit tiefen Abszessen) zurückbleiben. Ob sich Aknenarben bilden, hängt außerdem vom Hauttyp und Alter ab.

Atrophisch und Hypertroph

Generell unterscheidet man zwischen den atrophischen Aknenarben und den hypertrophen Aknenarben:

Die atrophischen Aknenarben sind leicht nach innen gezogen, da bei der Reparatur des Gewebes nicht genug neues Bindegewebe gebildet wurde. Sie entstehen vor allem durch langfristig bestehende Entzündungen und Eiterungen, wie sie beispielsweise beim Ausdrücken von Pickeln verursacht werden.

Die hypertrophen Aknenarben hingegen heben sich leicht von der Haut ab. Die sichtbaren Verdickungen entstehen, weil zu viel neues Gewebe gebildet wurde. Sie kommen vor allem auf den Schultern und am Dekolleté vor und können jucken oder Schmerzen verursachen.

Prognose

Bleiben Aknenarben für immer?

Wie sich die Wundheilung und Narben entwickeln, ist schwer vorherzusagen. Denn die Wundheilung und Narbenbildung kann bei den Betroffenen sehr individuell verlaufen. Kleine Narben können sich über die Jahre abschwächen, sodass sie kaum auffallen. Tiefere oder verdickte Narben können durchaus bestehen bleiben und können nach dem Abheilen der Akne mit unterschiedlichen Methoden behandelt werden.

Wichtig ist aber, etwas Geduld aufzubringen; denn in vielen Fällen kann sich das Hautbild über die Jahre spontan bessern und eine kosmetische Narbentherapie überflüssig machen.

Lassen sich Aknenarben komplett entfernen?

Dass die Haut wieder absolut makellos wie vor der Hauterkrankung aussieht, ist nicht immer möglich. Viel hängt von dem Schweregrad der Aknenarben ab. Eine Verbesserung des Hautzustandes lässt sich aber durchaus erreichen.

Behandlung

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Therapie?

Verständlicherweise möchte man Narben möglichst bald loswerden. Trotzdem sollten Sie warten, bis die Akne komplett abgeheilt ist. Blühen noch weitere Pickel und Entzündungen auf, ist der Zeitpunkt für eine Narbentherapie noch nicht gekommen.

Auch die Aknetherapie hat Einfluss auf den Therapiebeginn: Haben Sie Retinoid-Tabletten (=Vitamin-A-Säure-Derivate) eingenommen, sollten Sie noch einige Monate nach dem Therapieende warten, bis sie mit der Narbenbehandlung starten; denn sonst riskieren Sie eine unschöne Wundheilung.

Wie lassen sich Aknenarben entfernen?

Zur Entfernung von Aknenarben können unterschiedliche Methoden angewandt werden. Folgende Behandlungsformen können von einem Hautarzt oder plastischen Chirurgen durchgeführt werden:

  • Chirurgische Narbenkorrektur
  • Schleifbehandlung (=Dermabrasion)
  • Lasertherapie
  • Chemisches Peeling
  • Unterspritzung mit Dermatofillern
  • Microdermabrasion
  • Microneedling
  • Vereisungsbehandlung (=Kryotherapie)
  • Kortison-Injektion

Therapie von Aknenarben im Detail

Welche operativen Verfahren werden bei Aknenarben angewandt?

Je nachdem, ob die Narben wie kleine Krater in die Tiefe gehen oder eher wie kleine Hügel der Haut aufsitzen, können verschiedene Methoden angewandt werden:

Bei wellenartigen Hautvertiefungen wird z. B. mithilfe einer Nadel vernarbtes Bindegewebe gelöst und die Narbe der gesunden Haut angeglichen (=Subzision). Dieses Verfahren kann auch mit Gewebefüllstoffen (=Gewebefiller) wie z. B. Eigenfett kombiniert werden.

Sind nur einzelne Narbenwucherungen (=hypertrophe Narben) vorhanden, ist die Entfernung des Gewebes mithilfe einer kleinen Operation eine mögliche Therapieoption.

Was ist die Dermabrasion?

Mit der Dermabrasion werden großflächige Narbenareale behandelt. Das Narbengewebe wird abgeschliffen und somit an das normale Hautniveau angepasst. Für gewöhnlich erfolgt der Eingriff in Vollnarkose und ein mehrtägiger Klinikaufenthalt ist üblich.

Nach der Dermabrasion muss die Sonne für einige Monate gemieden werden. Denn die UV-Strahlen könnte eine Pigmentierungsstörung der behandelten Haut verursachen.

Was bringt eine Lasertherapie?

Mithilfe von Lasern können Aknenarben erfolgreich behandelt werden. Oft sind mehrere Sitzungen notwendig, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Durch die Laserstrahlen wird überschüssiges Narbengewebe abgetragen und das Hautbild verbessert.

Wie funktioniert die chemische Narbenkorrektur?

Bei dieser Behandlungsmethode wird auf besonders tiefe Narben hoch dosierte Trichloressigsäure aufgetragen. Die Therapie ist recht schmerzhaft und muss mehrfach wiederholt werden. Dafür ist das kosmetische Ergebnis meistens sehr zufriedenstellend.

Die meisten Therapien können ambulant durchgeführt werden, erfordern aber mehrere Sitzungen, bis sich eine Besserung des Hautbilds zeigt. Bei schwerem Krankheitsverlauf und je nach Behandlungsmethode kann auch ein stationärer Aufenthalt erforderlich sein. Insbesondere bei chirurgischen Narbenkorrekturen, Vereisungsbehandlungen und bei der Lasertherapie sollte man sich aufgrund der aufwendigen Nachsorge einige Tage krankmelden.

Noch mehr Wissenswertes zur Narbentherapie

Was sind Dermatofiller?

Unter dem Begriff Dermatofiller werden verschiedene Substanzen zusammengefasst, die unter tief liegende Narben gespritzt werden. Hierzu zählen u. a. Hyaluronsäure, Kollagen und Eigenfett. Das Prinzip ist dasselbe wie bei der Faltenkorrektur: Durch die Dermatofiller wird die Narbe angehoben und der Hautumgebung angeglichen.

Zur Narbenkorrektur werden resorbierbare, also sich selbst abbauende Filler bevorzugt. Zwar muss deshalb alle paar Monate der Eingriff wiederholt werden, allerdings kann auch die Entstehung unschöner Granulome (=knotiger Gewebeumbau als Reaktion auf die eingespritzte Substanz) großteils vermieden werden.

Mikrodermabrasion und Mikroneedling

Die Mikrodermabrasion hat den Effekt eines mechanischen Peelings und eignet sich zur Behandlung oberflächlicher atropher Aknenarben. Bei diesem Verfahren werden mikrofeine, sterilisierte Aluminiumoxid-Kristalle auf die Hautoberfläche gesprüht. Hierdurch erneuern sich die Hautzellen und die Durchblutung wird stimuliert; zudem wird die Bildung neuer Kollagenfasern gefördert.

Mikroneedling: feinste Nadeln gegen Narben

Beim Mikroneedling wird – wie der Name schon sagt – mit kleinsten Nadeln das großflächige Narbengewebe behandelt. Der Effekt ist eine Kollagenneubildung und Anhebung des eingesunkenen Narbengewebes auf das umgebende Hautniveau.

Wem helfen Kryotherapie und Kortisonspritzen?

Leiden Sie eher unter hypertrophen Narben, also über das Hautniveau ragende Gewebewülste, kommen diese Methoden für Sie in Betracht. Auch Keloide, das sind überschießende Narbenbildungen, lassen sich mit den genannten Therapien behandeln. Sowohl Kryo- als auch Kortisontherapie können nach vier bis sechs Wochen wiederholt werden. Je nach Ausmaß der Narbenbildung muss die Behandlungen eventuell mehrfach wiederholt werden.

  • Kortison-Injektion: Bei der Kostisontherapie wird das Medikament pur oder gemischt mit einem örtlichen Betäubungsmittel in die Narbenareale eingespritzt.
  • Kryotherapie: Um die Narbenwucherung zu beseitigen, wird das Gewebe zweimal mit Flüssigstickstoff vereist (Kryotherapie=Vereisungstherapie).

Kortisonhaltige Cremes, Peelings und Narbenpflaster

Wenn die Aknenarben weniger stark ausgeprägt sind, können auch bestimmte Salben und Peelings helfen. Kortison-haltige Cremes oder Präparate die Östrogene, Vitamine oder den Wirkstoff Dexpanthenol (oder Allantoin) enthalten, können zur Behandlung von Narben empfohlen werden. Das Auftragen der Creme bewirkt, dass die vernarbten Hautstellen besser durchblutet und geschmeidiger werden. Dadurch fallen die Aknenarben weniger stark auf.

Zudem können auch spezielle Peelings vom Hausarzt und das Tragen eines Narbenpflasters dabei helfen, Aknenarben zu entfernen. Das Tragen eines speziellen Pflasters sorgt dafür, dass das Narbengewebe besser durchblutet wird und das Hautbild insgesamt feiner erscheint.

Quellen:

  • Sterry W, Paus R. Venerologie, Allergologie, Phlebologie, Andrologie. Thieme Verlag. (2000)
  • Moll I. Dermatologie. Thieme Verlag (2005).
  • S2k-Leitlinie zur Therapie der Akne. Deutsche Dermatologische Gesellschaft (2011). www.awmf.org

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