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Schokolade: gesund oder ungesund?

Welche Wirkung hat Schokolade auf Herz und Gefäße? Und ist ein hoher Kakao-Anteil gesünder als Vollmichschokolade? Mehr zu diesen Themen lesen Sie in diesem Beitrag.

Einführung

Kann Schokolade das Risiko für die koronare Herzkrankheit oder den Herzinfarkt verringern?

Es gibt einige Studien, die darauf hindeuten, dass dunkle Schokolade der Herzgesundheit zuträglich ist. Unklar sind jedoch Zusammensetzung, Menge und Häufigkeit der zu verzehrenden Schokolade, um die Gefäße zu schützen.

Da eine Gewichtszunahme durch regelmäßigen Genuss von Schokolade selbst einen Risikofaktor darstellt, die Gefahr für einen Herzinfarkt also eher erhöht, kann derzeit (leider) noch keine Empfehlung ausgesprochen werden.

Nichtsdestotrotz haben sich zahlreiche Forscher mit den möglichen positiven Effekten der Schokolade beschäftigt. Einige der interessantesten Studienergebnisse haben wir für Sie zusammengefasst:

Studien

Dunkle Schokolade versus Vollmilchschokolade - wirklich gesünder?

Ist dunkle Schokolade gesünder als Vollmilchschokolade?

Ja, je mehr Kakao, desto besser. Meldungen, dass dunkle Schokolade vor Schlaganfall und Herzinfarkt schützen kann, haben sich in den letzten Jahren gehäuft. Was manchem als kaum glaubhaft erscheint, wird jetzt durch eine Langzeitstudie untermauert. Diese Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass der regelmäßige Genuss bestimmter Schokoladesorten das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann.

Die Schutzstoffe stecken im Kakao

Wichtig ist, dass es sich um eine Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil handelt. Rund 70% müssen es sein. Denn im Kakao stecken die Stoffe, die Blutdruck und Cholesterin senken können: die Flavonoide. Diese Pflanzenstoffe haben die Fähigkeit, Schaden von Körperzellen abzuhalten. Die Forscher ermittelten, dass der tägliche Konsum von 100 Gramm dunkler Schokolade über einen Zeitraum von 10 Jahren tatsächlich die Häufigkeit von Schlaganfall und Herzinfarkt senkt: auf 10.000 Menschen gerechnet etwa 85 weniger Fälle.

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin schränkt allerdings ein, dass der Effekt auf Blutdruck und Cholesterin nur gering sei. Sie gibt aber zu, dass dunkle Schokolade auf Dauer helfen kann, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermeiden. Das gelte vor allem für Menschen mit ohnehin schon erhöhtem Risiko.

Was aber auch noch wichtig ist: Auch dunkle Schokolade ist kein Heilsbringer, wenn man sich nicht auch ansonsten bemüht, Herzinfarkt und Schlaganfall zu verhindern. Soll heißen: Regelmäßige körperliche Bewegung in Kombination mit obst- und gemüsereicher Ernährung bleibt das A und O.

Senkt dunkle Schokolade den Blutdruck?

Schokolade ist gut für das Herz. Diese frohe Botschschaft gilt allerdings vor allem für Zartbitter-Schokolade, also Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil. Der Pharmakologe Prof. Gustav Belz betont, dass die positive Auswirkung auf die Gesundheit von den Flavonoiden – das sind die Farb- und Schutzstoffe in der Kakaobohne – ausgeht.

Diese Flavonoide kommen am meisten in dunkler Schokolade mit einem Kakaogehalt von 85% vor. Je heller die Schokolade ist, desto weniger der gesundheitlich wirkungsvollen Stoffe sind in ihr enthalten. Belz erklärt, dass täglich eine Viertel Tafel Zartbitter genüge, um sich vor Herz- und Kreislauf-Erkrankungen zu schützen. Und dieser Schutz wiege die möglichen Gewichtsprobleme locker auf.

Zartbittere Vorbeugung

Belegt ist allerdings nur der blutdrucksenkende Effekt von Kakao. Der funktioniert, weil die Flavonoide die Arterien weiten. Flavonoide sollen darüber hinaus Entzündungsvorgänge im Körper hemmen, Blutfette und Blutzucker senken sowie Darmbakterien positiv beeinflussen. Außerdem wirken die Pflanzenstoffe wie Aspirin: Sie verhindern das Zusammenklumpen des Blutes und damit die Entstehung von Blutgerinnseln, die einen Herzinfarkt auslösen können.

Ob Schokolade aber tatsächlich Herzinfarkte direkt verhindert, dass sei bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen, schränkt Belz ein. Allerdings hätten Beobachtungen gezeigt, dass Menschen mit einem hohen Konsum von Kakao nur halb so häufig an Herzinfarkt oder anderen Kreislauf-Erkrankungen sterben.

Schützt Schokolade Herz und Gefäße?

Dass Schokolade das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung senken kann, das haben bereits einige Studien untersucht. Jetzt haben Forscher der Universität in Cambridge alle verfügbaren Studien zu diesem Thema bewertet und kommen zu dem Ergebnis, dass wirklich etwas dran ist an dem Herz-Schutz-Potential von Schokolade.

Je mehr, desto besser?

Studienautor Dr. Oscar Franco von hat gute Botschaften: Schokoladenesser leben herzgesund. Denn die Wirkungen von Schokolade auf unsere Gesundheit sind vielfältig: Sie senkt den Blutdruck, verbessert die Reaktion unseres Körpers auf Insulin und beugt damit Diabetes vor, hemmt Entzündungen und wirkt antioxidativ.

Die Studien mit insgesamt über 100.000 Teilnehmern belegen, dass es sogar einen Zusammenhang zwischen der Menge an gegessener Schokolade und der Abnahme von Herz-Kreislauf-Risiken gab. Diejenigen, die am meisten Schokolade konsumierten, hatten ein um 37% geringeres Risiko für eine Herzerkrankung und ein um 20% vermindertes Schlaganfallrisiko im Vergleich zu denen mit dem geringsten Schokoladenverbrauch.

Haar in der Suppe: Weder Gewichtszunahme berücksichtigt noch Schokoladenart unterschieden

Allerdings spart Franco auch nicht mit Kritik an den ausgewerteten Studien. Vor allem, weil diese nicht die Folgen einer möglichen Gewichtszunahme durch einen hohen  Schokoladenkonsum berücksichtigten. Darüber hinaus machten die Studien kaum einen Unterschied zwischen Milchschokolade und dunkler Schokolade oder sogar Schokoriegel, Schokodrinks, Kuchen und Nachtisch. Dabei gehen die meisten Experten davon aus, dass die herzschützende Wirkung der Schokolade in den Bestandteilen des Kakaos steckt. Und der ist vor allem in “Bitterschokolade” enthalten.

Noch ein Extra-Tipp:
Mit den richtigen Mikronährstoffen können Sie viel für Ihre Gesundheit tun.
Unsere Empfehlungen dazu finden Sie hier.

Quellen:

  • BMJ 2011; 343:d4488, European Society of Cardiology (ESC)
  • British Medical Journal
  • DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2011; 136 (51/52): S. 2657–2663

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