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Wie wirkt Brivudin (Zostex) gegen die Gürtelrose? Was muss ich bei der Einnahme beachten? Welche Nebenwirkungen können eintreten? Im folgenden Beitrag finden Sie Fragen und Antworten rund um das Medikamente Brivudin.

Wirkung

Wie wirkt Brivudin?

Brivudin, auch unter dem Handelsnamen Zostex® bekannt, ist ein antiviraler Wirkstoff, der zur frühzeitigen Behandlung der Gürtelrose (Herpes zoster) bei Erwachsenen mit einem intakten Immunsystem eingesetzt wird.

Vorteile von Brivudin

Welchen Vorteil bietet die Behandlung mit Brivudin im Vergleich zu anderen Zoster-Medikamenten?

Brivudin hat im Vergleich zu anderen oral einzunehmenden Zoster-Medikamenten (wie z. B. Aciclovir oder Valaciclovir) die stärkste antivirale Wirksamkeit und muss deshalb auch nur einmal täglich eingenommen werden.

Bei Brivudin handelt es sich um eine inaktive Vorstufe (ein Prodrug), die erst in den virusinfizierten Zellen zum aktiven Wirkstoff umgewandelt wird. Dort hemmt der Arzneistoff gezielt die Vermehrung des Varicella-Zoster-Virus, dem Auslöser der Gürtelrose.

Warum wird Brivudin bei unkomplizierter Gürtelrose bevorzugt verordnet?

Einsatz auch bei schwacher Niere möglich

Aufgrund seiner starken antiviralen Wirkung gegenüber anderen Zoster-Medikamenten muss Brivudin nur einmal am Tag eingenommen werden. Zudem bedarf das Arzneimittel auch bei eingeschränkter Nierenfunktion keiner Dosisanpassung.

Zwei entscheidende Vorteile, die insbesondere bei älteren, oft mehrfach vorerkrankten Menschen von großer Bedeutung bei der Therapieauswahl sind.

Einnahme

Wie wird Brivudin (Zostex) eingenommen?

Je früher mit einer antiviralen Behandlung der Gürtelrose begonnen wird, desto besser. Brivudin sollte vorzugsweise innerhalb von 48 bis 72 Stunden nach beginnender Hautsymptomatik eingesetzt werden.

Einmal täglich reicht

Das Arzneimittel wird einmal täglich für insgesamt sieben Tage eingenommen. Sie können Brivudin entweder zu oder unabhängig von einer Mahlzeit einnehmen. Achten Sie allerdings darauf, das Medikament möglichst immer zur gleichen Tageszeit, am besten mit einem Glas Wasser, einzunehmen.

Brivudin ist in Deutschland unter folgenden Medikamentennamen verfügbar:

  • Zostex®
  • Brivudin Aristo®
  • ZosterGalen®

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen kann Brivudin (Zostex) haben?

Übelkeit an vorderster Stelle

Das Virostatikum Brivudin ist insgesamt recht gut verträglich. Am häufigsten kann es unter einer Therapie mit Brivudin zu Übelkeit kommen. Seltener treten dagegen u.a. folgende Nebenwirkungen auf:

  • Erbrechen, Durchfall
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit
  • vorübergehende Veränderung der Blutwerte
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Wann darf man Brivudin (Zostex) nicht einnehmen?

Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen sind bei Brivudin kaum beschrieben – bis auf eine wichtige Ausnahme: 5-Fluoropyrimidin!

Vorsicht bei Chemotherapie

Es gibt eine potenziell lebensbedrohliche Wechselwirkung, die Sie unbedingt kennen müssen: Brivudin darf niemals gleichzeitig eingenommen werden mit sogenannten 5-Fluoropyrimidin-haltigen Medikamenten! Diese werden hauptsächlich in der Krebsbehandlung (als Chemotherapie) aber auch in der Behandlung von Pilzerkrankungen eingesetzt.

Bei einer gleichzeitigen oder zeitnah aufeinanderfolgenden Gabe von Brivudin mit solchen Arzneimitteln kann es zu einer gefährlichen Anreicherung von 5-Fluoruracil (5-FU) und dessen giftigen Stoffwechselprodukten im Körper kommen. Aus diesem Grund muss zwischen beiden Medikamentengruppen immer eine ausreichende Wartezeit eingehalten werden, die bei mindestens vier Wochen liegen sollte.

Ist Brivudin in der Schwangerschaft und Stillzeit erlaubt?

Nein. Eine Behandlung mit Brivudin ist weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit erlaubt.

Zostex und 5-Fluoruracil: Wie macht sich eine Vergiftung bemerkbar?

Das Vollbild einer Vergiftung mit 5-Fluoruracil entwickelt sich meist über mehrere Tage und kann zunächst mit folgenden Symptomen einhergehen:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Hand-Fuß-Syndrom (schmerzhafte Rötungen, Schwellungen an Handflächen und Fußsohlen)

Gefährliche Komplikationen möglich

Im Verlauf kann es u.a. zu schweren Haut- und Schleimhautreaktionen, Problemen im Bereich des Knochenmarks und zu einer allgemeinen Blutungsneigung kommen. Bei Verdacht auf eine 5-FU-Vergiftung ist deshalb immer eine umgehende Klinik-Einweisung und ggf. sogar intensivmedizinische Betreuung angezeigt.

Was tun, wenn versehentlich Brivudin und Fluoropyrimidin zusammen angewendet wurden?

Beides sofort absetzen!

Sobald bemerkt wird, dass Brivudin und ein Fluoropyrimidin gleichzeitig oder ohne ausreichenden zeitlichen Abstand eingesetzt wurden, ist die Einnahme beider Wirkstoffe sofort zu beenden. Wenden Sie sich umgehend an Ihren behandelnden Arzt bzw. an das nächste Krankenhaus.

Das Problem: Auch wenn die Medikamente sofort abgesetzt werden, können Vergiftungssymptome über einen Zeitraum von bis zu zehn Tagen stetig zunehmen und eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich machen.

Medikamenten, die 5-Fluoropyrimidine:

Fluoropyrimidin-haltige Arzneimittel finden ihren Einsatz vorwiegend als sogenannte Zytostatika in der Krebstherapie sowie als innerlich anzuwendende Antipilz-Mittel. Arzneistoffe, die diesen Wirkstoff (bzw. seine inaktiven Vorstufen) enthalten, dürfen niemals zeitnah mit Brivudin angewendet werden. Dazu gehören u.a.:

  • Zytostatika wie Capecitabin (Xeloda®) und Tegafur (UFT®)
  • das Antipilzmittel 5-Flucytosin (Ancotil®)
  • Kombinationsarzneimittel mit diesen Wirkstoffen
  • lokale Darreichungsformen mit 5-FU (Efudix®, Actikerall®) – Cremes zur Behandlung des weißen Hautkrebses und seiner Vorstufen

Noch ein Extra-Tipp:
Mit den richtigen Mikronährstoffen können Sie viel für Ihre Gesundheit tun.
Unsere Empfehlungen dazu finden Sie hier.

Quellen:

  • Fachinformation Zostex®, Stand 11/2020.
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Bulletin zur Arzneimittelsicherheit 2012 (3): 3-7.
  • Rote-Hand-Brief zu Brivudin-haltigen Arzneimitteln vom 12. Mai 2020. Aristo Pharma GmbH, Berlin-Chemie AG, GALENpharma GmbH

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten)

Kommentare

Autoren unseres Artikels
 
Dr. med. Sonia Trowe, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Sonia Trowe
Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

    Studium:
  • Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
    Berufliche Stationen:
  • BG Klinikum Hamburg, iDerm, Dermatologische Gemeinschaftspraxis in Hamburg

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Dr. Hubertus Glaser, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V. (DEUGE) und medizinischer Fachautor

Dr. Hubertus Glaser
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V. (DEUGE) und medizinischer Fachautor

    Studium:
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag
  • freiberuflich als Entwickler, Berater und Publizist

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Medizinische Prüfung
des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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Haupt-Autorin
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