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In vielen Foren wird sie heiß diskutiert und zum Teil als wahres Wundermittel angepriesen: die London-AS-Diät beim Bechterew. Doch was verbirgt sich dahinter?

Der Kerngedanke ist folgender:

Obwohl die genauen Ursachen und Hintergründe der Erkrankung nach wie vor im Dunkeln liegen, deutet manches darauf hin, dass dabei auch eine Autoimmunreaktion eine Rolle spielen könnte. Das bedeutet, das Abwehrsystem des Körpers richtet sich „aus Versehen“ gegen den eigenen Organismus. Vermutet wird ein Zusammenhang mit bestimmten Darmbakterien. Tatsächlich haben Betroffene im akuten Schub manchmal erhöhte Antikörper (Abwehrstoffe) im Blut, die auf eine Entzündung im Darm hindeuten.

Bakterien "aushungern"

Die Verfechter der speziellen Bechterew-Diät pochen nun darauf, dass diese Antikörper sich nicht nur gegen den auslösenden Keim im Darm richten, sondern irrtümlicherweise auch gegen körpereigene Strukturen. Um die Erkrankung aufzuhalten, müsse daher der auslösende Keim bekämpft werden – und zwar mit einer bestimmten Kost, die das Bakterium gezielt aushungert. Dabei sollen vor allem stärkehaltige Nahrungsmittel wie Brot, Kartoffeln und Nudeln gemieden werden, die auch dem Darmkeim besonders gut schmecken.

Soviel zur Theorie. Es ist unbestritten, dass manches davon zutreffen könnte, bewiesen ist es allerdings nicht. Es ist jedoch ratsam und das Ziel jeder seriösen, wissenschaftlich fundierten Medizin, nur das zu empfehlen, was sich in entsprechenden Studien als sinnvoll erwiesen hat. Die London AS Diät findet sich in den aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie aus gutem Grund nicht wieder.

Gefahr eine Mangelernährung

Neben der fraglichen Wirksamkeit gibt es weitere Einwände gegen die Diät. Denn je nach dem, wie strikt sie eingehalten wird, kann es auch zu ungewollten Folgen und Mangelernährung kommen. Wie auch soll man durch die Ernährungsweise ein Bakterium aushungern, ohne auch dem Körper wichtige Nährstoffe vorzuenthalten?

Die London AS Diät folgt einem allgemeinen Trend, wonach Kohlenhydrate regelrecht verschrien und eiweißhaltige Lebensmittel angepriesen werden. Auch da ist in gewissem Maß etwas dran. Dennoch bilden Kohlenhydrate den Grundpfeiler unserer Ernährung und sollten laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (auch sie basiert auf wissenschaftlicher Forschung) mehr als 50% der täglichen Energiezufuhr ausmachen.

Worauf Sie bei der Ernährung achten sollten

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich eine entzündliche Erkrankung wie der Morbus Bechterew nicht auch durch die Ernährungsweise beeinflussen ließe. Als Grundpfeiler dienen die eben genannten Empfehlungen. Ansonsten gilt wie bei anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen auch, auf eine Ernährung zu achten, die Entzündungen möglichst eindämmt. Dazu gehört, tierische Produkte wie Fleisch, Wurst, Milch und Eier zu begrenzen und nur maßvoll zu genießen. Als förderlich gelten hingegen bestimmte Öle mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Auch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin E und Selen ist wichtig.

Darüber hinaus gibt es bei manchen Betroffenen mit Morbus Bechterew tatsächlich bestimmte Nahrungsmittel, die einen akuten Schub auslösen können. Dann kann es sinnvoll sein, eine Zeit lang darauf zu verzichten und zu beobachten, ob sich die Symptome bessern. Das sollten Sie jedoch möglichst nicht ein Eigenregie übernehmen, sondern sich diätetisch beraten lassen, um eine Mangelernährung zu vermeiden.

Noch ein Extra-Tipp:
Können natürliche Wirkstoffe bei Morbus Bechterew hilfreich sein?
Unsere Empfehlungen dazu finden Sie hier.

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Autorin unseres Artikels
 

Eva Bauer
Ärztin / medizinische Fachautorin

    Studium:
  • Universitätsklinik Erlangen
    Berufliche Stationen:
  • Universitätsklinik Freiburg
  • Amtsärztin im Gesundheitsamt Haßberge

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Medizinische Prüfung
des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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Eva Bauer
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