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Depression: Test mit 16 Fragen

Kann man testen, ob man selbst oder eine nahestehende Person depressiv ist? Gibt es überhaupt eine Art Beweis für die Diagnose Depression? Mehr dazu in diesem Beitrag.

Gibt es einen Test, ob man eine Depression hat?

Es gibt im Internet zahlreiche sogenannte Tests auf Depression, von denen die meisten aber von fraglichem Nutzen sind. Natürlich kann ein Fragebogen die Wahrscheinlichkeit, in depressiver Stimmung zu sein, herausarbeiten. Das weiß man aber normalerweise auch so schon. Und ob die depressive Stimmungslage tatsächlich "krankhaft" im Sinne einer ausgewachsenen Depression ist oder nur eine vergleichsweise harmlose Periode der Traurigkeit – das kann ein Test nur sehr bedingt erkunden.

Wie viele Fragen beantworten Sie mit "Ja" oder "häufig"? 

Dies im Hinterkopf behaltend, kann Ihnen der folgende Test eine grobe Orientierung bieten. Wie viele der folgenden Fragen würden Sie, bezogen auf die letzten vier Wochen, mit "Ja" oder "häufig" beantworten?

  1. Sind Sie überwiegend gedrückter Stimmung oder leiden Sie an Niedergeschlagenheit? 
  2. Blicken Sie pessimistisch in die Zukunft? 
  3. Haben Sie die Freude oder das Interesse an Dingen verloren, die Sie zuvor gern getan haben?
  4. Können Sie kaum noch lachen?
  5. Fehlt Ihnen die Energie für Unternehmungen oder Dinge, die zu tun wären? 
  6. Haben Sie keinen rechten Appetit mehr? 
  7. Sind Sie deutlich unkonzentrierter als früher?
  8. Können Sie sich nicht mehr freuen, wenn nahestehende Personen etwas Gutes erleben?
  9. Hegen Sie häufiger als früher Selbstzweifel?
  10. Grübeln Sie häufig? 
  11. Fühlen Sie sich wertlos? 
  12. Schlafen Sie schlechter als sonst? 
  13. Fällt es Ihnen morgens schwerer als früher, in die Gänge zu kommen? 
  14. Ist Ihr Interesse an Sexualität deutlich zurückgegangen? 
  15. Sprechen Andere Sie auf Ihr geändertes Verhalten an (stiller, trauriger, unruhiger)? 
  16. Denken Sie mitunter an Selbstmord? (3 Punkte)

0-5 Punkte: Bei Ihnen sind keine Anzeichen für eine Depression erkennbar.

6-10 Punkte: Der Test legt den Verdacht nahe, dass Sie an einer depressiven Verstimmung oder Depression leiden. Wir raten Ihnen, darüber mit einem Arzt zu sprechen.

11-18 Punkte: Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie an einer Depression leiden, ist sehr hoch. Bitte suchen Sie baldmöglichst einen Arzt auf, um sich helfen zu lassen

Warum ist es so schwer, eine Depression zu erkennen?

Das hat mehrere Gründe. Ein besonderes Problem der meisten Depressionen besteht darin, dass sie sich gar nicht wie eine Depression äußern müssen, zumindest nicht so, wie man sich das in der Allgemeinheit vorstellt. Sowohl für den Betroffenen selbst als auch für seine Angehörigen und Freunde ist es also zunächst nicht einfach, auf die Selbstdiagnose einer Depression zu kommen.

Das Gleiche gilt auch für den (Haus-) Arzt, der nur einen Teil der betroffenen Patienten überhaupt sieht und auch dann eine seelische Störung nur diagnostizieren kann, wenn ihm der Patient die entsprechenden Symptome offenbart, entweder in seinem Verhalten oder durch sein persönliches Berichten.

Schließlich spielt auch die immer noch vorhandene Tabuisierung und Stigmatisierung psychischer Krankheiten eine wichtige Rolle, die Betroffene – und teilweise auch ihr Umfeld – dazu bringt, von einer solchen Diagnose lieber gar nichts wissen zu wollen.

Warum ist eine genaue Diagnosestellung bei Depression so wichtig?

Depression ist nicht gleich Depression und die verschiedenen Ausprägungen werden unterschiedlich behandelt. Deshalb ist die genaue diagnostische Abklärung und Einordnung einer Depression im individuellen Fall eine notwendige Voraussetzung, um die notwendige Behandlung bestmöglich einsetzen zu können – sei es nun in Form von Medikamenten, Psychotherapie, Physiotherapie oder einer Kombination der genannten Optionen.

Quellen:

  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF): Unipolare Depression - Nationale Versorgungs-Leitlinie, Download: http://www.awmf.org, Zugriff August 2019.

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