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Atherom (Grützbeutel)

Atherom (Grützbeutel): Entstehung, Symptome & Behandlung

Atherome (Grützbeutel) sind kleine mit Fett gefüllte Knötchen unter der Haut. Sie sind meist winzig klein, können aber unter Umständen auf die Größe eines Tennisballs anwachsen. In der Regel sind Atherome harmlos, Betroffene entscheiden sich meist aus kosmetischen Gründen dazu, sie entfernen zu lassen. Wichtig ist dann aber immer, dass auch die Kapsel vollständig entfernt wird. 

Wenn sich ein Atherom hingegen entzündet, muss es tatsächlich dringend ärztlich vorgestellt und behandelt werden. Drainage, Antibiotika und Spülungen gehören zu den ersten Therapieschritten. Auch Zugsalbe kommt helfend zum Einsatz. 

Weitere Informationen einschließlich Hinweisen zur Behandlung von Atheromen an Kopf und im Intimbereich finden Sie im folgenden Text.

Was ist ein Atherom (Grützbeutel)?

Atherome sind langsam wachsende Talgzysten (Tricholemmalzysten) unter der Haut, die im Volksmund auch Grützbeutel oder Grießknoten genannt werden. Ursache für ihre Entstehung sind verstopfte Talgdrüsenausgänge. Die kleinen Knötchen sind meist prall gefüllt mit Fetttropfen, Fettkristallen und Epidermiszellen.

Atherome können einzeln oder zu mehreren auftreten. Häufig entstehen sie im Bereich der Haarwurzel. Die gutartigen Zysten kommen zu 90% an der Kopfhaut vor, manchmal aber auch im Gesicht, am Hals, hinter den Ohren, am Bauch oder im Intimbereich. Normalerweise sind die Zysten stecknadelkopf- bis hühnereigroß. Entzündet sich ein Atherom jedoch, kann es bis auf die Größe eines Apfels anschwellen. 

Harmlos aber oft lästige Knoten unter der Haut

Die prall gefüllten Knötchen unter der Haut sind vollkommen harmlos und stellen höchstens ein kosmetisches Problem dar. Das heißt, solange ein Atherom keine Beschwerden verursacht, muss es auch nicht entfernt werden. Stört der kleine Knubbel jedoch aus optischen Gründen, kann er durch einen kleinen chirurgischen Eingriff beseitigt werden. Der Eingriff erfolgt meist in örtlicher Betäubung und dauert weniger als 45 Minuten. Lediglich bei größeren Atheromen ist ein Dämmerschlaf (oder eine Vollnarkose) notwendig.

Ein Atherom sollte auf keinen Fall selbst entfernt werden. Dann nämlich besteht die Gefahr einer Entzündung (Abszess). Die Zyste kann sich mit Eiter füllen und stark anschwellen. Im schlimmsten Fall platzt das Atherom nach innen auf, wodurch Krankheitserreger über den Blutkreislauf bis ins Gehirn gelangen können. Eine bakterielle Hirnhautentzündung könnte die Folge sein.

Wodurch entsteht ein Atherom?

Ein Atherom entsteht aufgrund von verstopften Talgdrüsenausgängen. Damit unsere Haut nicht austrocknet, produzieren unsere Talgdrüsen täglich eine geringe Menge Fett. Sind die Talgdrüsenausgänge allerdings verstopft, beispielsweise durch kleine Fettkristalle oder Hautzellen, kann der Talg in der Haut nicht mehr abfließen und sammelt sich im Unterhautzellgewebe an.

Die Talgdrüse produziert jedoch weiterhin Talg, wodurch sich immer mehr Körperfett unter der Haut ansammelt. Es entsteht eine kleine Zyste (Atherom), die mit Fetttropfen und Fettkristallen gefüllt ist und langsam immer weiter wächst. In seltenen Fällen (vor allem, wenn sie sich entzünden) können Atherome wie gesagt sogar auf die Größe eines Apfels anwachsen.

Wichtig: Entzündete Atherome können sehr schmerzhaft sein (vor allem im Intimbereich) und rasch an Größe zulegen. Wer einen Grützbeutel bei sich entdeckt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen, um sofort eine Therapie beginnen zu können.

Genau Ursache nicht geklärt

Experten vermuten, dass die Anlage dazu, Atherome zu entwickeln, schon in unserer frühesten Kindheit gelegt wird. So könnte zum Beispiel eine Störung der Hautentwicklung beim Embryo mögliche Ursache für die Entstehung der Knötchen sein. Außerdem gehen Experten davon aus, dass die erbliche Veranlagung eine zentrale Rolle spielt – denn Grützbeutel treten familiär gehäuft auf. Zudem sind Menschen, die zu einer fettigen Haut neigen, häufiger von Atheromen betroffen, als Menschen mit trockener Haut. Das liegt daran, dass ihre Talgdrüsen von Haus aus mehr Talg produzieren. 

Wie macht sich ein Atherom oder Grützbeutel bemerkbar?

Ein Atherom äußert sich als sichtbare Erhebung in der Haut. Die Knötchen sind meist stecknadel- bis erbsengroß und prall gefüllt mit Talg. Allerdings können sie auch bis zur Größe eines Hühnereis anschwellen – in seltenen Fällen sogar bis zu Tennisballgröße.

Atherome fühlen sich eher weich als hart an und lassen sich manchmal sogar unter der Haut verschieben. Sehr oft (zu 90%) entwickeln sich die Zysten auf der Kopfhaut. Allerdings können sie auch an anderen Körperstellen vorkommen, zum Beispiel an Nacken, Brust, Bauch oder im Intimbereich. Zudem können die prall gefüllten Säckchen einzeln oder manchmal gruppiert zusammen auftreten.

Atherome sind in der Regel nicht gefährlich und bereiten kaum Schmerzen oder andere Beschwerden. Die Zysten können lediglich ein gewisses Spannungsgefühl auslösen. Bei größeren Zysten kann es außerdem vorkommen, dass die Haut so stark überspannt wird, dass die Haare, die dort wachsen, weiter auseinander stehen oder ganz fehlen. Normalerweise hat ein Atherom die Farbe der umgebenden Haut. In manchen Fällen ist an der Oberfläche des Atheroms auch ein grauer oder schwarzer Punkt zu sehen.

Wie erkenne ich ein entzündetes Atherom?

Kommt es zu einer Entzündung, kann sich die Haut in diesem Bereich stark röten. Zudem strahlt das umliegende Gewebe aufgrund der Entzündung viel Wärme ab. Meist schwillt das Atherom an, da sich innerhalb der Atherom-Kapsel zusätzlich Eiter ansammelt. Wichtig: Ein entzündetes Atherom bedarf immer einer ärztlichen Behandlung, da es meist schon bei einer leichten Berührung oder Druck unangenehme Schmerzen verursacht. Eine Infektion wird in der Regel durch die Einnahme von Antibiotika bekämpft. Erst wenn die Entzündung komplett abgeklungen ist, kann der Arzt das Atherom in einem späteren Eingriff chirurgisch entfernen.

Können Atherome platzen?

Nein, ein Atherom platzt nicht einfach ohne Grund auf. Normalerweise ist ein Atherom harmlos. Durch die Verstopfung der Talgdrüsenausgänge staut sich im Inneren der Zyste Talg auf.

In einigen Fällen kann ein Atherom auch relativ schnell weiterwachsen und sogar auf die Größe eines Hühnereis anschwellen. Normalerweise hat die Haut jedoch genügend Zeit sich dem Wachstum der Zyste anzupassen. Daher platzt ein Atherom in der Regel nicht einfach so auf.

Ein Abszess kann aufplatzen

Ein entzündetes Atherom hingegen kann durchaus gefährlich werden. Bei einer bakteriellen Infektion kann sich nämlich ein gefährlicher Eiterherd (Abszess) im Inneren der Zyste bilden, wodurch das Atherom deutlich anschwillt und infolgedessen auch platzen kann.

Das gefährliche daran ist, dass die prall gefüllte Zyste sowohl nach außen als auch nach innen platzen kann. Dabei ist es möglich, dass sich der Eiter immer weiter unter der Haut verteilt. Gelangen Bakterien in den Blutkreislauf, droht eine Blutvergiftung (Sepsis). Die Entzündung (der Eiter) kann sogar bis ins Gehirn vordringen und dort schlimme Schäden (wie z.B. eine bakterielle Hirnhautentzündung) auslösen. Ein entzündetes Atherom sollte daher umgehend von einem Arzt behandelt werden.

Können Talgzysten oder Grützbeutel Anzeichen für Krebs sein?

Nein. Zwar handelt es sich bei einer Talgzyste oder Grützbeutel (medizinisch: Atherom) tatsächlich um einen Weichteiltumor. Der aber ist im Gegensatz zum bösartigen (malignen) Krebstumor gutartig (benigne). Generell gilt: Atherome sind harmlose Hautwucherungen, die nichts mit Krebs oder Hautkrebs zu tun haben.

Zudem kann aus einem Atherom in der Regel kein bösartiger Krebstumor entstehen. Das heißt, Betroffene, die ihr Atherom nicht entfernen lassen, müssen keine Angst um eine Krebserkrankung haben. Wenn das Atherom keine Beschwerden verursacht und auch nicht aus kosmetischen Gründen entfernt werden soll, bedarf es keiner Behandlung.

Abgrenzung ist wichtig

Wer ein Atherom am eigenen Körper entdeckt, sollte sicherheitshalber einen Hautarzt aufsuchen, um die Hautwucherung begutachten zu lassen. In einigen Fällen kann es nämlich vorkommen, dass ein bösartiger Hauttumor, einem Atherom ähnelt. Um daher sicher ausschließen zu können, dass es sich bei dem Atherom um keine Art Tumor handelt, ist eine Kontrolluntersuchung beim Arzt wichtig.

Gefährlich kann ein Atherom auch werden, wenn es sich entzündet und eine mögliche Blutvergiftung droht. Allerdings besteht selbst in diesem Fall keine erhöhte Gefahr, dass es zu einem Krebstumor ausartet. Ein entzündetes Atherom bedarf jedoch immer einer medikamentösen Therapie, da sich die Infektion rasch über den gesamten Körper ausweiten kann. Die bakterielle Entzündung wird meist mit entsprechenden Medikamenten (Antibiotika) behandelt.

Atherom oder Grützbeutel entzündet: Woran erkennt man das?

Normalerweise verursacht ein Atherom kaum Beschwerden. Das heißt, es schmerzt nicht, ist nicht gerötet und wird auch nicht heiß. Die Kapsel ist mit einer übelriechenden, weißlich-gelben Masse ("Grütze") gefüllt. Ein entzündetes Atherom hingegen kann stark anschwellen und ist leicht bis stark gerötet.

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Anzeichen, dass ein Atherom entzündet ist:

Folgende Punkte können Anzeichen dafür sein, dass ein Atherom entzündet ist:

  • es ist gerötet,
  • bereitet Schmerzen,
  • fühlt sich warm an,
  • kann jucken oder brennen,
  • ist zusätzlich mit Eiter und Blut gefüllt,
  • schwillt meist stark an.

Achtung: In einigen Fällen kann es sein, dass ein Atherom ein leichtes Spannungsgefühl unter der Haut auslöst, auch wenn keine Entzündung vorliegt. Das ist zum Beispiel bei größeren Zysten der Fall. Die Haut kann hier stark überspannt und auseinander gedehnt sein.

Ein entzündetes Atherom bedarf immer sofortiger ärztlicher Behandlung. Wichtig: Lassen Sie ein Atherom immer nur durch einen Hautarzt entfernen, um Entzündungen zu vermeiden! Ein bakteriell infiziertes Atherom muss zuerst mit Antibiotika behandelt werden und darf erst entfernt werden, wenn keine Entzündung mehr vorliegt.

Kann ein entzündeter Grützbeutel gefährlich werden?

Ja, ein entzündetes Atherom bereitet nicht nur unangenehme Beschwerden, sondern kann auch weitere gefährliche Auswirkungen haben. Durch die bakterielle Infektion sammelt sich immer mehr Eiter im Inneren der Zyste - ein schmerzhafter Abszess (Eitersee) entsteht. Das führt dazu, dass der Grützbeutel anschwillt und sogar platzen kann.

Platzt ein entzündetes Atherom nach innen auf, können die Bakterien das gesamte, umliegende Gewebe in Mitleidenschaft ziehen und weitere schmerzhafte Infektionen auslösen. Zudem kann sich der Eiter im gesamten Körper verteilen. Die Ausbreitung der Erreger kann schließlich zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen. Im schlimmsten Fall können Bakterien und Eiter über den Blutkreislauf bis ins Gehirn gelangen und dort weitere Entzündungen auslösen. Das heiß, wer feststellt, dass sich ein Grützbeutel entzündet hat, sollte möglichst keine Zeit verlieren und sich schnell von einem Arzt behandeln lassen.

Wie lange dauert die Behandlung eines entzündeten Atheroms?

In der Regel vier bis sechs Wochen – denn das Atherom kann erst vollständig aus der Haut herausgeschnitten werden, wenn die Entzündung vollständig abgeklungen ist.

Ist ein Atherom akut entzündet, wird es in erster Linie durch Antibiotika behandelt, um zu verhindern, dass sich die Infektion weiter ausbreitet. Zudem muss der Eiterherd vorsichtig geöffnet werden, um den Eiter zu entfernen. Oft wird dafür Zugsalbe auf die betroffene Hautstelle aufgetragen, damit sich das Atherom von selbst öffnet und der Eiter abfließen kann. Anschließend kann die Wunde mit einer antiseptischen Lösung gespült und gereinigt werden.

Die Wunde wird allerdings nicht vernäht, um zu vermeiden, dass eventuell noch vorhandene Entzündungsherde eingeschlossen werden. Die Entfernung des Atheroms erfolgt in örtlicher Betäubung, in schweren Fällen auch unter Vollnarkose.

Worin unterscheidet sich ein Grützbeutel (Talgzyste) von einem Pickel?

Wer ein kleines, weiches Knötchen unter der Haut bemerkt, denkt oft sofort an einen Pickel. Gerade im Anfangsstadium können Atherome (Grützbeutel, Talgzysten) in ihrem Erscheinungsbild Mitessern stark ähneln. Zwar entstehen Atherome als auch Pickel durch verstopfte Ausführungsgänge der Talgdrüsen, allerdings handelt es sich dabei um zwei völlig verschiedene Hautveränderungen.

Ein Pickel entsteht durch verstopfte Hautporen, zum Beispiel wenn die Poren durch den von den Talgdrüsen abgesonderten Talg verstopft sind. Aber auch Schmutz, Schweiß oder ölhaltige Kosmetika können die Ursache für verstopfte Ausführungsgänge sein. Hinter der eingeschlossenen Pore sammeln sich nun Talg und abgestorbene Hautzellen. Zudem gelangen Bakterien in die verstopfte Talgdrüse ein und lösen eine Entzündung aus. Ein Pfropf bildet sich, der auf der Haut als kleiner, schwarzer Pickel (Mitesser) oder Pustel (Eiterbläschen) sichtbar ist.

Beim einfachen Atherom hingegen spielen Bakterien oder entzündliche Prozesse keine Rolle. Im Gegensatz zu einem Pickel ist ein Atherom nicht mit einer eitrigen Substanz gefüllt, sondern mit einem übel-riechenden Gemisch, das aus Talg und verhorntem Material, besteht.

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Verschiedene Ursachen

Atherome treten gehäuft familiär auf (Experten vermuten, dass die genetische Veranlagung eine wichtigere Rolle spielen könnte), während Pickel ihre Ursachen oft in hormonellen Veränderungen (Pubertät, Schwangerschaft) haben.

Ein Atherom lässt sich nicht einfach ausdrücken

Ein wesentlicher Unterschied ist, dass ein Atherom aus einer Kapsel besteht, in der das Sekret eingeschlossen und vom übrigen Gewebe abgetrennt ist. Bei einem Pickel handelt es sich hingegen um eine mit Eiter gefüllte Hauterhebung. Um ein Atherom dauerhaft zu entfernen, muss die gesamte Kapsel aus der Haut herausgeschnitten werden, damit diese sich nicht erneut mit Talg anfüllt. Ein Pickel lässt sich hingegen nur durch "Ausdrücken“ oder einer Behandlung mit Cremes und Salben entfernen und bedarf keinem chirurgischen Eingriff.

Wie lässt sich ein Atherom entfernen?

Ein Atherom kann unter lokaler Betäubung chirurgisch entfernt werden. Dabei ist es wichtig, dass der Arzt das Atherom komplett, mitsamt seiner Kapsel und dem zugehörigen Ausführungsgang herausschneidet. Bleiben nämlich Teile davon in der Haut zurück, besteht das Risiko, dass das Atherom wiederkommt.

Aus medizinischer Sicht ist es häufig nicht notwendig, das Atherom entfernen zu lassen. Denn ein Atherom, das klein und unauffällig ist und nicht weiter wächst, bedarf keiner Behandlung.

Häufig stellen die kleinen Knötchen jedoch ein kosmetisches Problem dar (vor allem an gut sichtbaren Stellen). Das ist auch Grund dafür, warum sich viele Patienten für einen operativen Eingriff entscheiden.

Wie lässt sich ein entzündetes Atherom entfernen?

Entzündet sich ein Atherom hingegen und ist stark gerötet oder geschwollen, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Denn durch die zusätzliche Ansammlung von Eiter in der Zyste wächst das Atherom immer weiter. Zudem kann die Infektion für den Betroffenen sehr schmerzhaft sein. Ein entzündetes Atherom darf jedoch nicht ohne weiteres entfernt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich die Bakterien im gesamten Körper verteilen.

Der erste Schritt besteht zunächst darin, die Infektion durch die Einnahme von Antibiotika zu bekämpfen. Zudem kann der Abszess zusätzlich, mithilfe einer Zugsalbe oder mit Wärmeeinwirkung zum Reifen gebracht werden.

Nachdem der Abszess geöffnet ist, kann der Arzt den Eiterherd entfernen und das Innere mit einer antibakteriellen Lösung spülen. Eine Entfernung des Atheroms kann allerdings erst dann erfolgen, wenn die Entzündung komplett abgeklungen ist.

Achtung: Eine Infektion entsteht häufig, wenn man versucht den Inhalt des Atheroms mit den Fingern auszudrücken. Bakterien können so besonders schnell in die Haut eindringen und schmerzhafte Entzündungen auslösen. Daher sollte ein Atherom immer nur durch einen Hautarzt entfernt werden.

Wann wird ein Atherom aufgestochen?

Ein Atherom wird aufgestochen, wenn es sich entzündet und zu einem Abszess entwickelt hat. Die bakterielle Infektion führt nämlich dazu, dass sich im Inneren des Atheroms immer mehr Eiter ansammelt, sodass die Zyste immer größer und schmerzhafter wird.

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Wird der Abszess nicht aufgestochen und der Eiter entfernt, können – besonders bei Atheromen im Kopfbereich – schwerwiegende gesundheitliche Folgen drohen. Die Entzündung kann sich ausweiten und zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.

Im schlimmsten Fall können die Bakterien und der Eiter sogar bis ins Gehirn gelangen und dort große Schäden (eine bakterielle Hirnhautentzündung ist möglich) verursachen. Ein entzündetes Atherom sollte daher immer umgehend von einem Arzt behandelt werden.

Kann man ein Atherom selbst aufstechen?

Ein Atherom sollte auf keinen Fall im Selbstversuch entfernt werden. Wer versucht den Inhalt des Atheroms einfach auszudrücken (oder das Atherom mit einem spitzen Gegenstand aufstechen will) riskiert eine bakterielle Entzündung. Dasselbe gilt natürlich auch für ein bereits infiziertes Atherom. Durch das Aufstechen kann es zu weiteren schweren und äußerst schmerzhaften Entzündungen kommen.

Darüber hinaus sei erwähnt, dass sich ein Atherom durch ein bloßes Entleeren des Sekrets nicht entfernen lässt. Damit es nicht mehr wieder kommt, muss die gesamte Kapsel des Grützbeutels aus dem gesunden Gewebe herausgeschnitten werden. Der Eingriff sollte daher ausschließlich von einem erfahrenen Arzt durchgeführt werden.

Kann man einen Grützbeutel selbst ausdrücken?

Nein. Ein Atherom (Grützbeutel) sollte man niemals selbst ausdrücken. Denn es handelt sich dabei um keinen gewöhnlichen Pickel, den man einfach selbst entfernen kann. Durch das Ausdrücken des Atheroms lässt sich zwar das darin aufgestaute Sekret entfernen, nicht aber die Zyste selbst.

Um ein Atherom dauerhaft zu entfernen, ist es notwendig, nicht nur das Innere der Zyste zu entleeren, sondern die gesamte Kapsel aus dem gesunden Gewebe herauszuschneiden.

Eine weitere Komplikation, die sich durch das Ausdrücken ergeben könnte ist, dass Bakterien unter die Haut gelangen können und sich das Atherom entzündet. Ein infektiöses Atherom kann sehr schmerzhaft sein und ist außerdem sehr gefährlich. Durch die Entzündung kann im Inneren der Zyste Eiter entstehen, das sich unter der Haut weiterverbreiten kann. Gelangt der Eiter ins Blut, kann es über die Blut- und Lymphbahnen in das Gehirn gelangen und schwere Schäden anrichten.

Immer einen Arzt aufsuchen

Betroffene sollten daher immer einen Arzt aufsuchen, wenn sie ein störendes Atherom entfernen möchten. Der Eingriff ist nicht kompliziert und dauert in der Regel weniger als eine Stunde. Kleine, unauffällige Atherome werden in örtlicher Betäubung operiert. Eine größere Zyste kann hingegen auch in Vollnarkose (oder im Dämmerschlaf) entfernt werden. Wichtig: Ein infektiöses Atherom darf wie gesagt erst dann entfernt werden, wenn die Entzündung vollständig abgeheilt ist und sich kein Eiter mehr im Inneren der Zyste befindet. 

Atherom (Talgzyste): Welche Mittel oder Salben helfen?

Normalerweise ist ein Atherom (Grützbeutel, Talgzyste) harmlos und bereitet keine Beschwerden. Daher muss es auch nicht behandelt werden. Um die kleine Beule unter der Haut loszuwerden, gibt es allerdings keine speziellen Salben oder Mittel. Ein Atherom lässt sich nur durch einen chirurgischen Eingriff entfernen. Dabei muss die Kapsel vollständig aus der Haut herausgeschnitten werden. Bleiben Reste von den Kapselwänden zurück, kann an derselben Stelle ein neues Atherom entstehen.Generell gilt, dass sich ein Atherom nur durch einen chirurgischen Eingriff entfernen lässt. Dabei muss die Kapsel vollständig aus der Haut herausgeschnitten werden. Bleiben Reste von den Kapselwänden zurück, kann an derselben Stelle ein neues Atherom entstehen.

Zugsalbe hilft bei einem entzündeten Atherom

Bei einem entzündeten Atherom kann Zugsalbe jedoch helfen, den Entzündungsprozess schneller zum Reifen zu bringen. Zugsalbe (oder auch Ziehsalbe) wirkt durchblutungsfördernd, schmerzlindernd als auch entzündungshemmend. Außerdem vermindert sie den Talgfluss und trägt dazu bei, dass Abszesse (Eiterherde) schneller reifen und sich öffnen.

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Erst wenn sich der Abszess geöffnet hat und Eiters nach außen gedrungen ist, kann der Arzt den Eiter entfernen und die Wunde mit antiseptischer Lösung spülen. Neben der Salbe verschreibt der Arzt auch ein Antibiotikum, das verhindert, dass sich die Entzündung weiter ausbreitet.

Wird die Entzündung richtig therapiert, sollte sie in der Regel nach vier bis sechs Wochen abgeklungen sein. Erst dann kann der Arzt das Atherom chirurgisch entfernen. Andere Mittel und Möglichkeiten ein Atherom zu entfernen gibt es nicht. Einige sehr kleine Atherome können sich auch spontan von selbst wieder zurückbilden.

Wichtig: Ein Atherom ist eine gutartige Geschwulst unter der Haut und bedarf meist keiner Behandlung. Ein chirurgischer Eingriff erfolgt meist aus rein kosmetischen Gründen.

Talgzyste oder Grützbeutel: Kann Zugsalbe zur Heilung beitragen?

Das Auftragen von Zugsalbe kann kein Atherom zum Verschwinden bringen. Allerdings kann es dabei helfen, dass ein entzündetes Atherom schneller abklingt. Die Zugsalbe gehört daher bei der Behandlung eines infektiösen Atheroms zur Standardtherapie.

Zugsalben (auch Ziehsalben) genannt, besitzen eine durchblutungsfördernde, schmerzlindernde aber auch entzündungshemmende Wirkung. Außerdem vermindern sie den Talgfluss und tragen dazu bei, dass Abszesse (Eiterherde) schneller reifen und sich öffnen. Mit dem Durchbruch des Eiters nach außen kann der Arzt den Eiter entfernen und die Wunde spülen. Zusätzlich zur lokalen Therapie mit Zugsalbe, wird ein entzündetes Atherom meist auch mit einem Antibiotikum behandelt. Dadurch wird verhindert, dass sich die Entzündung weiter ausbreitet.

Um das Atherom jedoch vollständig zu entfernen, muss es aus dem Gewebe herausgeschnitten werden. Dieser Eingriff ist allerdings erst möglich, wenn die bakterielle Infektion vollständig abgeklungen ist und sich kein Eiter mehr in der Zyste befindet. Wird die Entzündung richtig therapiert, sollte sie in der Regel nach vier bis sechs Wochen abgeklungen sein. Erst dann kann der Arzt das Atherom chirurgisch entfernen.

Zugsalbe auf nicht entzündeten Atherom

Zugsalbe kann auch zur Behandlung eines nicht entzündeten Atheroms angewandt werden. Durch das Auftragen der Salbe auf die betroffene Hautstelle kann sich das Atherom öffnen und der Inhalt der Zyste leeren.

Verantwortlich dafür sind die hautaufweichenden Substanzen in der Salbe. Da das Atherom nun nicht mehr prall mit Flüssigkeit gefüllt ist, erscheint es etwas kleiner - verschwindet aber nicht.

Grund dafür, dass sich Atherome, nicht einfach mithilfe von Zugsalbe behandeln lassen, ist, dass die Zysten nicht nur aus einem mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum bestehen, sondern aus einer Kapsel, die sich immer wieder neu mit Sekret befüllt. 

Wie kann ein Atherom (Talgzyste) am Kopf entfernt werden?

Ein Atherom am Kopf wird auf die gleiche Art und Weise entfernt, wie ein Atherom an allen anderen Körperstellen. Der gutartige Weichteiltumor muss mithilfe eines chirurgischen Eingriffs aus der Haut herausgeschnitten werden.

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Dabei öffnet der Arzt mithilfe eines speziellen scharfen Instruments den Beutel und schält die Kapsel spindelförmig aus der Haut heraus. Wichtig bei dem Eingriff ist, dass der Arzt das komplette Atherom entfernt. Bleiben nämlich Reste von der Kapsel zurück, entsteht meist an derselben Stelle ein neues Atherom.

Generell gilt: Um ein Atherom zu entfernen, reicht es nicht aus, die Zyste aufzuschneiden (oder auszudrücken) und das Sekret, das sich darin befindet, zu entleeren. Denn der Hohlraum der Kapsel könnte sich erneut mit Talg befüllen und es würde sich nach einiger Zeit ein neues Atherom bilden. Die einzige Möglichkeit um ein Atherom langfristig zu entfernen ist, die gesamte Kapsel aus dem umliegenden Gewebe herauszuschneiden.

Welche Risiken können bei der Operation auftreten?

Der Eingriff bei kleinen und mittelgroßen Atheromen erfolgt meist in örtlicher Betäubung und ist in weniger als einer Stunde überstanden. Mit Komplikationen ist nicht zu rechnen. Nach der Operation wird die Wunde mit ein paar Stichen vernäht. Betroffene brauchen meist ein oder zwei Tage um sich vollständig von dem Eingriff zu erholen. Eine längere Krankmeldung ist in der Regel nicht notwendig. Es sei denn, ein größeres Atherom wurde entfernt. Da die Entfernung eines größeren Atheroms häufig in Vollnarkose durchgeführt wird, ist meist auch mit einer längeren Erholungszeit zu rechnen.

Wichtig: Ein Atherom am Kopf sollte auf keinen Fall selbst mit den Fingern ausgedrückt werden. Dann nämlich könnten Bakterien und Schmutz in die Wunde gelangen und eine bakterielle Entzündung wäre die Folge. Im Inneren der Kapsel kann es zu einem Abszess (Vereiterung) kommen. Durch die Ansammlung von Eiter schwillt das Atherom immer weiter an und verursacht meist schmerzhafte Hautspannungen. Zudem kann es vorkommen, dass das Atherom platzt und sich die Bakterien und der Eiter im gesamten Körper verteilen. Der Eiter kann sogar bis ins Gehirn gelangen und dort schwere Schäden verursachen.

Wie kann ein Atherom im Intimbereich behandelt werden?

Im Intimbereich lässt sich ein Atherom ebenfalls nur durch einen chirurgischen Eingriff entfernen. Andere Mittel oder Therapien, die das Atherom dauerhaft verschwinden lassen, sind bisher nicht bekannt. Das heißt: Der Eingriff zur Entfernung eines Atheroms im Intimbereich unterscheidet sich nicht von den Eingriffen an anderen Körperstellen.

Auch hier ist wichtig ist, dass der Arzt das Atherom komplett, also mitsamt seiner Kapsel und dem zugehörigen Ausführungsgang, herausschneidet. Bleiben Teile des Atheroms in der Haut zurück, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich nach einiger Zeit erneut ein Atherom an derselben Stelle bildet. Der Eingriff wird meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert nicht länger als 45 Minuten.

Generell gilt: Je kleiner das Atherom ist, desto besser kann es entfernt werden. Hat das Atherom jedoch eine gewisse Größe erreicht, können tiefe Wunden entstehen. Zudem wird der Eingriff ab einer gewissen Größe nur mehr im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose durchgeführt.

Kann ein Atherom im Intimbereich gefährlich werden?

Ein Atherom im Intimbereich ist in der Regel harmlos und verursacht auch keine Schmerzen. Meist wird die Operation aus rein kosmetischen Gründen vorgenommen. Es kann jedoch auch beim Geschlechtsverkehr zu Problemen kommen. Zudem kann es je nach seiner Größe an der Kleidung scheuert.

Bakterien können in das Innere des Atheroms gelangen und eine Infektion auslösen. Ein schmerzhafter Abszess mit einem Eitersee kann sich bilden. Platzt die eitrige Geschwulst auf, kann sich der Eiter unter der Haut ausbreiten. Im schlimmsten Fall droht eine Blutvergiftung. Ein entzündetes Atherom bedarf immer einer sofortigen Behandlung. 

Autorin: 

Quellen:

  • Pschyrembel-Klinisches Wörterbuch Nachschlagewerk Auflage 2017. De Gruyter.

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